Entertainment. Im neuen Überseequartier können Besucher:innen mit immersiver Kunst im Port des Lumières mit Klimt und Hundertwasser in eine magische Welt abtauchen
Der Kuss“ ist das bekannteste Gemälde Gustav Klimts und zählt zu den bedeutendsten Bildern des Jugendstils. Man kann dieses Werk bald im Port des Lumières im Westfield Hamburg-Überseequartier bestaunen – als Wandprojektion im XXL-Format. Eröffnet wird Norddeutschlands größtes dauerhaftes Ausstellungszentrum für digitale und immersive Kunst mit 1.700 Quadratmetern Grundfläche am 8. April – ab Mittwoch, dem 9. April, ist es für alle öffentlich zugänglich.
Foto oben: Meterhohe Projektion von Gustav-Klimt-Werken im Port des Lumières. © Culturespaces | Fabijan Vuksic
Die Besucher:innen erwartet 60 Minuten lang ein sinnliches Spektakel mit drei verschiedenen Ausstellungen, die sich auf 3.200 Quadratmetern Projektionsfläche entfalten können. Dazu kommt ein kurzer Hamburg-Teaser. Er lädt zu einem Kurztrip an den Hafen ein, vorbei am Alten Elbtunnel. Auf dem Fußboden scheint das Wasser die eigenen Füße zu umspülen. Schon jetzt ist klar: Hier können die Gäste in eine andere Welt abtauchen und ihren Alltag eine Weile hinter sich lassen.

Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn „Gold und Farbe“ startet. Mit eindrucksvollen Projektionen wandelt man auf den Spuren von Gustav Klimt. Der Name dieser immersiven Schau ist Programm. Mal steht man in einem Goldregen, mal entfalten sich farbenprächtige Frauenporträts, dazu gibt es Musik. Wer mehr über Gustav Klimts Schaffen erfahren will, hat die Chance, sich entweder per App oder auf Schautafeln zu informieren. „Man kann die Kunst aber auch einfach auf sich wirken lassen“, sagt die Marketingmitarbeiterin Kristin Engelhardt.
Tatsächlich funktioniert das sehr gut. Unabhängig davon, ob man steht, sitzt oder sich auf einen Sitzsack fläzt, um die Bilderflut im Liegen zu genießen. Empfehlenswert ist es, über eine Treppe den Schiffsbug zu erklimmen. Von dort oben hat man nicht nur einen fantastischen Ausblick, sondern einen idealen Foto-Hotspot. Mit ausgebreiteten Armen kann man sich nämlich so aufstellen wie Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in dem Film „Titanic“ – ohne dem Untergang geweiht zu sein.
Stattdessen lädt „Auf den Spuren der Wiener Secession“ zu einem farbenfrohen und munteren Ausflug in die Welt des Künstlers, Architekten und Umweltaktivisten Friedensreich Hundertwasser ein. Seine Markenzeichen: Er lehnte gerade Linien und Symmetrie ab. Das erste kunterbunte Hundertwasserhaus entstand in Wien, weitere Projekte in Europa und Übersee folgten. Natürlich begegnen einem diese Bauwerke auch in den Projektionen. Manchmal dümpelt ein Wal vorbei, in Anlehnung an das Werk „Gesang der Wale“.

Der dritte Teil heißt „Journey“, kreiert hat ihn das türkische Kollektiv Nohlab. Dieser Part veranschaulicht, wie Bilder ins Gehirn gelangen. Man reist quasi mit Photonen durch die einzelnen Schichten des menschlichen Auges – von der Iris über den Sehnerv bis zu den Neuronen. Dieser Trip beschert einem faszinierende Eindrücke. Sacken lassen kann man sie am Selfie-Point. Hier heißt es: Einfach in die Kamera gucken und sich wahlweise für einen Klimt- oder Hundertwasser-Look entscheiden. Schon kriegt man ruck, zuck ein schönes Porträtfoto.
Weitere Spielereien bietet das Kid’s Atelier. Wenn man bestimmte Punkte an der Wand berührt, springen entweder Delfine aus dem Ozean, Affen tanzen oder ein Vulkan spukt Herzchen. Am Tisch können Kinder Bilder malen, diese einscannen und sie dann als Wandprojektion mit Überraschungen wiederfinden. Im hinteren Teil des Raums kann man mit einem Schiffssteuer sogar selber ein Boot manövrieren. Ein Spaß für kleine und große Hobby-Kapitäninnen und -Kapitäne.
Überhaupt fällt auf, dass es im Port des Lumières viele maritime Bezüge gibt. Als Hommage an Hamburg. Möglich war das, weil sich der Mutterkonzern Culturespaces zum ersten Mal für einen Neubau entschieden hat. Entwickelt haben sich die digitalen Ausstellungen in Frankreich. Zunächst entstand 2012 in Les-Baux-de-Provence ein Schauraum namens Carrières des Lumières, in Paris öffnete 2018 das Atelier des Lumières seine Pforten, mittlerweile gibt es weltweit Standorte – sei es in New York oder Seoul. In Deutschland startete Phoenix des Lumières 2023 in Dortmund, gefolgt von Hamburg. Sämtliche Zentren haben ein Ziel: Sie sollen Kunst für alle zugänglich machen. Dagmar Leischow
Info Port des Lumières, Am Platz des 10. Längengrads 1, Überseequartier, 20457 Hamburg, wird am 8. April eröffnet. Karten und weitere Informationen unter: www.port-lumieres.com
