Coaching. Gönnen Sie sich Ihr Projekt: Sechs Tagestipps von der Stressmanagerin Andrea K. Huber wie Sie für sich den Alltag erneuern

Der Urlaub ist vorbei, und die Realität holt uns wieder ein. Aktivitäten am Strand, Abenteuer in fremden Städten – all das liegt nun hinter uns. Die Rückkehr in den Alltag fällt oft schwer und hinterlässt ein Gefühl der Leere. Doch wie wäre es, den beginnenden Herbst zu nutzen, um eine Reise ins Innere anzutreten? Altes loszulassen und Platz für Neues zu schaffen? Ähnlich wie die Pflanzen ihre Blätter im Herbst fallen lassen, um im nächsten Frühling zu erstrahlen. Der Herbst ist eine Zeit des Rückzugs und der Reflexion – und dafür habe ich Ihnen eine sechstägige Reise mitgebracht, die Sie ein Stück mehr zu sich selbst bringt. Los geht’s.
Foto oben: Großsegler Alexander von Humboldt II vor der Elbphilharmonie, Einlaufparade der Schiffe und Segelboote beim Hafengeburtstag Hamburg 2025. „Oh Captain, mein Captain“ – eine alte Reiseweisheit: „Wenn du dich wirklich auf die Suche machst, dann kommt dir das Gesuchte entgegen.“ Zeit also, sich im Herbst mit den eigenen Bedürfnissen zu beschäftigen. © picture alliance | Peter Schickert
Tag 1 – Der Entschluss. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, und sagen Sie dreimal „Ich bin bereit, klar zu sehen“. Danach dreimal tief atmen, bewusst durch die Nase ein und durch den Mund aus. Beim Ausatmen konzentrieren Sie sich auf den Gedanken „Ich lasse los“. Beantworten Sie dann schriftlich die Frage „Wovon will ich mich verabschieden?“.
Tag 2 – Alltagstrott anhalten. Starten Sie den Morgen mit einem großen Glas warmem Zitronenwasser, bevor Sie ins Funktionieren kommen. Unterbrechen Sie die gewohnte Routine kurz – Kaffee, Zigarette, Handy –, und genießen Sie bewusst die Ruhe vor dem Alltag. Auch alte (ungeliebte) Gewohnheiten zu durchbrechen, beginnt nicht mit Verzicht, sondern mit Zulassen.
Tag 3 – Gedanken beobachten. Nehmen Sie sich fünf Minuten – vielleicht direkt nach dem Aufwachen. Setzen Sie sich still hin, und nehmen Sie Ihre Gedanken wahr, wie Wolken am Himmel. Kein Urteil. Kein Eingreifen. Nur zusehen. Fragen Sie sich dann: „Welche Überzeugungen sitzen tief bei mir – seit Wochen, vielleicht seit Jahren?“ Möchten Sie diese Glaubenssätze weiter nähren? Sie können frei wählen. Es sind nur Gedanken, und die lassen sich verändern.
Tag 4 – Reflexe erkennen. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie „einfach so“ plötzlich Schokolade wollen? Oder rauchen müssen? Oder nicht still sitzen können – weil da etwas in Ihnen zieht? Oft ist es ein Fluchtreflex. Vom Stress, vor der Angst. Wenn die diffuse Unruhe sich wieder einmal breitmacht, halten Sie inne. Nur für einen Atemzug. Fragen Sie sich: „Wovor will ich gerade wirklich weg?“ und „Was brauche ich wirklich?“. Oft geht es eigentlich um Ruhe, echte Nähe oder Abstand.
Tag 5 – Mini-Challenge. Das Handy dreimal bewusst liegen gelassen. Keine Ablenkung. Kein Scrollen. Kein Suchen. Kein Belohnen. Einfach nur: da sein. Nur ein paar Atemzüge. Spüren Sie rein. Was wollen Sie wirklich in dem Moment? Vielleicht ist da Langeweile. Vielleicht Unruhe … danach können Sie das Handy immer noch greifen, wenn Sie möchten.
Tag 6 – Zukunfts-Ich. Was, wenn Sie in sechs Monaten zurückblicken – und heute Ihr Wendepunkt war? Stellen Sie sich Ihr bestes zukünftiges Ich vor. Wie spricht es? Wie bewegt es sich? Was hat es losgelassen, was gewonnen? Sehr oft erkennen Sie direkt die Richtung für die nächsten Schritte.
Die sechs Tage sind der Beginn einer veränderten Haltung. Selbst-Bewusstsein führt zu Klarheit und zu neuen Entscheidungen. Der Herbst lädt Sie ein, die Kraft und Energie, die im Frühling und Sommer nach außen gingen, wieder nach innen zu richten. Viel Freude bei dieser Reise! Ihre Andrea Huber
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Andrea K. Huber ist Coachin im Leistungssport, hat sich auf Stressmanagement spezialisiert und berät Unternehmen und Privatpersonen in herausfordernden Situationen. Infos unter: www.andrea-huber-coaching.de