»Fast wieder zur reinen Lehre zurückgekehrt!«

Event. Fakten sprechen Klartext: 450 Konzerte aus 30 Nationen an 65 Spielstätten prägen das 20. Reeperbahn Festival. Das Festival-Motto 2025: »Imagine Togetherness«

In diesem Jahr geht das ­Reeperbahn Festival inzwischen zum 20. Mal an den Start. Sprich: Vom 17. bis 20. September ist wieder ordentlich was los auf und rund um den Kiez. Etwa 400 Acts aus rund 30 Nationen spielen 450 Konzerte. In 65 Spielstätten gibt es 800 Programmpunkte, das Konferenzprogramm umfasst gut 250 Veranstaltungen mit 300 Speaker:innen. Erwartet werden 45.000 Besu­cher:innen inklusive 5.000 Fachbesucher:­innen.
Foto oben: Reeperbahn-Festival-Gigs von Blondshell,der US-amerikanischen Indie-Rock-Singer-Songwriterin aus Los Angeles, bis zur Britin Clara Rose oder der Rapperin Sorvina. © Hannah Bon

Die gesamte Veranstaltung steht unter dem Motto „Imagine Togetherness!“ Dieser Slogan ist ein Aufruf, neue Perspektiven für Gemeinschaft, Verantwortung und Kooperation zu entwickeln. Dabei ist Einsatz für Demokratie ebenso gefragt wie Solidarität mit der nächsten Generation der Musikschaffenden. Vor allem sie tummeln sich in den Clubs, weil in erster Linie junge Talente eine Chance kriegen sollen, sich zu präsentieren. Fragt man den Reeperbahn-Festival-Gründer und Geschäftsführer Alexander Schulz, welche Künstler:innen man diesmal auf keinen Fall verpassen soll, dann antwortet er: „die sechs Acts, die für den Anchor Award nominiert sind“.

Reeperbahn-Festival-Gründer und Geschäftsführer Alexander Schulz. © Fynn Freund

Um diesen Nachwuchspreis buhlt in diesem Jahr zum Beispiel die britische Singer-Songwriterin Clara Rose, deren Musik in Soul und R ’n’ B verwurzelt ist. Ein weiterer Wettbewerbsteilnehmer ist der Ukrainer Carpetman, beheimatet zwischen Electro und Alternative. Die Rapperin Sorvina, geboren in New York, heute in Berlin daheim, hat sich dem Hip-Hop verschrieben. Die aus den USA stammende Mei Semones bringt japanische Poesie mit Folk, Bossa nova, Pop und Jazzanleihen zusammen. Die Band Soft Loft aus der Schweiz bevorzugt melancholischen Indie-Pop. Das Londoner Duo RIP Magic wertschätzt Electronica ebenso wie wuchtigen Industrial.

Die Libanesin Yasmine Hamdan vereinigt arabische und westliche Klänge. © Yilas Nao

Gekürt wird die oder der Erstplatzierte von einer internationalen Jury, der schon seit einer Weile die US-Sängerin und -Songwriterin Tayla Parx angehört. Sie hat unter anderem für Ariana Grande das Lied „Thank u, next!“ mitgeschrieben. Weitere Jurymitglieder sind der Sänger Max Giesinger, die Rocklegende Suzi Quatro, die Avantgardekünstlerin Laurie Anderson sowie der Produzent Bazzazian.

Schaut man sich das sonstige Programm an, dann fällt auf, dass sich zwar manche zumindest in der Indieszene bekannte Musiker:innen unter die Nachwuchstalente mischen werden. Ganz große Namen wie etwa Liam Gallagher, der 2017 beim Reeperbahn Festival aufgetreten ist, fehlen aber bisher. „Wir haben ja noch ein paar Wochen Zeit“, sagt Alexander Schulz. „Insofern kann da noch etwas kommen.“ Gleichwohl räumt er ein: „Wir sind fast wieder zur reinen Lehre zurückgekehrt, mit der wir 2006 angetreten sind – mit einigen Etablierten, aber ohne Weltstars.“

Schon mehrere Alben hat zum Beispiel Yasmine Hamdan veröffentlicht, die nun ihren neuen Langspieler „I Remember I Forget“ im Gepäck hat. Mit diesem Werk vereinigt die Libanesin mit Wohnsitz in Paris arabische mit westlichen Klängen. Ebenfalls keine Unbekannte mehr ist ­Fuffifufzich, ihre Musik oszilliert zwischen Synthiepop, Cloud­schlager und Italowestern. Sie ist eine von zwei Künstlerinnen, die in der Elbphilharmonie auftreten. Die andere heißt Pip Millett. Die Britin lässt sich von Lauryn Hill und Joni Mitchell inspirieren, das Ergebnis: Soul plus R ’n’ B.

Wer weiß, vielleicht bringt sie es ja sogar so weit wie ihr Landsmann Ed Sheeran, der den Grundstein für seine Karriere 2011 beim Reeperbahn Festival im Gruenspan legte. Über diesen Auftritt spricht der Brite nach wie vor mit großer Begeisterung, natürlich erwähnte er ihn auch, als er im Juli seine drei Konzerte im Volksparkstadion gab. Ebenso gern denkt Alexander Schulz an Ed Sheerans Gruenspan-Gig zurück: „Er hat ein paar Coversongs und zwei, drei eigene Stücke gespielt und stand allein mit seiner Gitarre auf der Bühne. Das war wirklich gut.“ Dagmar Leischow

Das Reeperbahn Festival findet vom 17. bis 20. September auf und um den Hamburger Kiez statt. Karten und weitere Informationen unter www.reeperbahnfestival.com

Synthiepop-, Cloudschlager- und Italowestern-Interpretin Fuffifufzich. © Klara Johanna Michel

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