»5 Fragen an …«: Sportsenator Andy Grote über Breitensport, die Olympia-Idee sowie Hamburg und die HafenCity
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Herr Grote, was ist anstrengender: Wahlkampf oder die aktuelle Olympiabewerbung 2040 für Hamburg? Das ist ähnlich, doch durch meine Ressortverantwortung für den Sport bin ich qua Amt besonders intensiv am Olympiathema dran. Unabhängig davon, wie das Referendum ausgeht, ziehe ich wirklich zusätzliche Energie aus dieser großen Zukunftsfrage Hamburgs. Ich finde es eine tolle Chance, dass wir dabei sind und die Möglichkeit haben, um als Stadt mit der Bewerbung weiter voranzugehen. Wir haben da viel zu gewinnen, und das macht mir unglaublich viel Spaß.
Foto oben: Sportsenator Andy Grote: „Je öfter unsere Kinder mit und im Sport aufwachsen, desto weniger wachsen sie im Internet auf. Und das ist wichtig für die Zukunft!“ © Wolfgang Timpe
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Mit der Unterstürzung von „104 Projekte für 104 Stadtteile“ durch die Alexander Otto Sportstiftung entsteht Bleibendes, selbst wenn man scheitert? Ja, es bleibt immer etwas! Ohne die gescheiterte Olympiabewerbung 2015 gäbe es unsere bis heute erfolgreiche Sportstrategie Active City nicht, und auf dem Grasbrook würde kein neuer Stadtteil entstehen. Ohne unsere aktuelle Olympiabewerbung hätte niemand über das Konzept einer künftigen Multifunktionsarena nachgedacht, die dann auch der HSV nutzen kann.
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Ist die Alexander Otto Sportstiftung auch ein Leuchtturm der Public-private-Partnership? Wie Alexander Otto berichtet, sind es mit seiner Sriftung zusammen aktuell 19 Hamburger Sponsoren, die das Projekt in 104 Stadtteilen mit jeweils einer Million Euro und bis zu jeweils 20.000 Euro pro Projekt fördern. Dieses private Engagement für den Breitensport ist durch das Engagement der privaten Spender ein Vermächtnis für die Stadt. Wenn durch diese 104 Projekte in 104 Stadtteilen Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfahren, dass Sport Spaß machen, man bleibende Teamerfolge oder -niederlagen in der Gruppe erleben und sogar neue Freunde finden kann, haben jeder Einzelne und jede Einzelne wie auch alle in der Stadtgesellschaft viel gewonnen.
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Welche Rolle spielt die HafenCity bei dem Projekt? Das hat der jüngste Stadtteil Hamburgs selbst in der Hand. Olympia ist das, was wir alle selbst daraus machen! Die HafenCity hat jetzt keine geeignete Großfläche für olympische Wettbewerbe, doch als zentrales Innenstadtquartier könnten zum Beispiel Marathon- und Triathlon-Strecken sowie Radrennen durch die HafenCity führen. Das wissen wir jedoch noch nicht. Wir haben aber schon die Idee, die besondere Ausstrahlungskraft der HafenCity und ihr maritimes Flair für das Weltereignis Olympische Spiele in Hamburg zu nutzen.
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Sie sind vom Zusammenhalt der Gesellschaft durch den Sport überzeugt. Kann man 104 Projekte in 104 Stadtteilenauch als Ausdruck der Idee »Sport statt Messer und Faustkampf auf Schulhöfen«verstehen?Je öfter unsere Kinder mit und im Sport aufwachsen, desto weniger wachsen sie im Internet auf. Und das ist wichtig für die Zukunft! Fragen: Wolfgang Timpe
Andy Grote, 57, ist seit 20. Januar 2016 Innen- und Sportsenator der Freien und Hansestadt Hamburg.



