Editorial in der März-Ausgabe der HCZ HafenCity Zeitung von Herausgeber und Chefredakteur Wolfgang Timpe

Gerade, wenn man selbst lebendiger Teil einer Community ist, kommt man plötzlich aus dem Staunen nicht heraus. Ja, wie jetzt?! Vor 25 Jahren war der erste Spatenstich in der HafenCity mit dem Bau der Kibbelsteg-Brücke Am Sandtorkai/Großer Grasbrook? Ja! Der Nachbarschaftsverein Netzwerk HafenCity e. V. nimmt den Spatenstich zum Anlass, über 15 „Zukunftsfelder“-Aktionen in 2026 zu entwickeln. Motto: „25 Jahre HafenCity – Weiter geht’s!“ Aufbruch in der Krise. Geht doch – mit Gemeinschaft.
Foto oben: Möglicher zentraler Ort eines großen Neujahrsempfangs der HafenCity in der Elbphilharmonie? © picture alliance | SZ-Photo: Jose-Giribas
Einige Baufelder an der Versmann- oder Hongkongstraße: Sie „glänzen“ als Brache und sind nicht zum Bebauen „anhand gegeben“. Der HafenCity fehlen Neu-Investoren. Halt, es gibt gallische Dörfer: Da feiert die weltgrößte Containerschiff-Reederei MSC ihren Spatenstich für den neuen Hauptsitz an der Stockmeyerstraße. Und im „Tide“-Quartier am Baakenhafen werden im Frühjahr die ersten der über 800 Miet- und Eigentumswohnungen des Investors ECE bezogen. Geht doch – mit Ehrgeiz.
Gute Laune herrschte bei Unternehmen und Politik beim Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft Überseequartier e. V. Doch es fiel auf: Viele Unternehmen des Überseeboulevards sowie Repräsentanten von Hotels, HafenCity GmbH, Westfield-Center und Innenstadt sowie aus der Kultur fehlten. Zufall? Nö. Fragen: Warum gibt es keine ambitionierte Rede, über die Gäste und Stadtteil diskutieren? Warum fehlen die Big Player? Ein großer HafenCity-Empfang, attraktiv und am besten Ort! Geht doch – mit Willen.
Die Kleingarten-Idylle der HafenCity-Quartiere – hier Baakenhafen, Lohsepark oder Überseeboulevard, dort Westfield, Breuninger, Speicherstadt oder Elbphilharmonie – ist Mehltau von gestern. Selbstbewusste Sichtbarkeit und Gemeinsamkeit der ganzen HafenCity sind gefragt. Ein Neujahrsempfang für alle mit allen Wichtigen. Warum nicht in der Elbphilharmonie? Geht doch – mit Konzept. Wolfgang Timpe



