Coaching. Wie Sie ein Burn-out erkennen und ihm vorbeugen – 5 Impulse zur Achtsamkeit
Juli. Die Ferien sind in Sicht. Der Sommerurlaub steht bevor, ist längst überfällig. Die Kraft aus dem Frühjahr ist schon seit Wochen aufgebraucht, wie so oft funktionieren wir einfach weiter. Und genau hier beginnt Burn-out. Nicht mit dem Zusammenbruch, sondern mit dem Durchhalten. Er beginnt leise: mit weniger Pausen, weniger Körpergefühl, weniger Freude und mit dem festen Entschluss, noch ein bisschen durchzuhalten.
Foto oben: Burn-out entsteht selten von einem Tag auf den anderen, es wächst aus dauerhafter Überforderung und dem Vernachlässigen eigener Bedürfnisse. Mentale und körperliche Gesundheit dürfen keine Nebenschauplätze sein, denn sie bilden die Basis für echte Zufriedenheit. © picture alliance / Westend61 | Alena A
Doch wie dem Ausbrennen vorbeugen? Es geht nicht um große Lebensentscheidungen, sondern um kleine, wiederholte Handlungen. Alltägliche Gewohnheiten regulieren das Nervensystem, bevor der Körper die Notbremse zieht. Fünf Impulse habe ich Ihnen mal für den ersten Spmmerferienmonat Juli mitgebracht, vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, um etwas davon im Alltag oder den Ferien zu etablieren.
Hobbys als Ausgleich zum Arbeitsalltag. Wer seine Identität fast ausschließlich über den Beruf definiert, läuft besonders schnell Gefahr, auszubrennen. Selbst dann, wenn der Job grundsätzlich Freude macht, braucht der Mensch mehr als nur Arbeit, um sich ausgeglichen zu fühlen. Aktivitäten außerhalb des Berufs schaffen Abstand und erinnern daran, dass das Leben aus mehr besteht als aus Terminen, Leistung und Verantwortung. Kochen, Gärtnern oder kreative Handarbeiten bringen den Geist zur Ruhe. Auch die sozialen Kontakte mit Menschen, die nichts mit dem Arbeitsumfeld zu tun haben, helfen. Gespräche ohne berufliche Themen entlasten und geben emotionalen Raum zum Durchatmen.
Achten Sie bewusst auf Ihre Worte und auf innere Gedanken. Wer sich ständig sagt, wie überfordert, gestresst oder ausgelaugt er ist, verankert dieses Gefühl immer tiefer im Alltag. Noch problematischer wird es, wenn diese Gedanken immer wieder laut ausgesprochen werden: Dauerndes Klagen sorgt zwar für Erleichterung, aber es hält den Fokus auf dem Problem fest. Es ist völlig in Ordnung, Stress oder Überförderung wahrzunehmen und anzuerkennen. Entscheidend ist jedoch, was danach passiert. Statt sich in Grübeleien zu verlieren, hilft es, den Blick aktiv auf Lösungen zu lenken. Fragen wie „Was brauche ich jetzt?“ oder „Was kann mir in diesem Moment helfen?“ schaffen Abstand.

Prioritäten klarer zu setzen und unnötige Hektik loszulassen!“ © Privat
Bewusste Ernährung schützt vor Erschöpfung. Nach einem anstrengenden Tag wirken üppiges Essen oder Alkohol oft wie eine Belohnung. Gerade in Phasen von Erschöpfung schleichen sich schnell ungesunde Gewohnheiten ein, die den Körper zusätzlich belasten. Der Schlüssel liegt in Balance und Achtsamkeit. Körper und Geist brauchen regelmäßige Mahlzeiten aus frischen, nährstoffreichen Lebensmitteln, die satt machen und stabilisieren. Ebenso wichtig ist ausreichend Flüssigkeit, idealerweise Wasser, um Konzentration und Leistungsfähigkeit zu unterstützen. Eine (grobe) Essensplanung kann im Alltag helfen. Das nimmt Entscheidungen ab, spart Zeit und sorgt dafür, dass Sie sich auch in stressigen Phasen verlässlich mit Energie versorgen.
Ausreichend schlafen. Gerade in stressigen Phasen scheint es besonders schwerzufallen, zur Ruhe zu kommen. Viele Menschen glauben, sie könnten nicht schlafen. Sie übersehen dabei aber, wie sehr sie ihren Schlaf unbewusst selbst sabotieren: Späte Bildschirmzeit, endloses Scrollen oder TV-Serienmarathons entspannen kurzfristig, halten den Körper jedoch in Alarmbereitschaft. Eine ruhige Stunde vor dem Zubettgehen ohne Handy, Laptop oder Fernseher hilft dem Körper, sich auf Erholung einzustellen.
Den Fokus bewusst lenken. In Phasen starker Erschöpfung wirkt plötzlich alles gleichzeitig wichtig. Jede Aufgabe erscheint dringend, jede Kleinigkeit bekommt massives Gewicht. Das Gefühl von Überforderung wird immer stärker. Der Kopf steht unter Daueranspannung, weil alles sofort erledigt werden muss (muss es natürlich nicht, aber es fühlt sich so an). Doch nicht jede Aufgabe ist ein Notfall, nicht jede Entscheidung lebensverändernd. Sich das regelmäßig bewusst zu machen, nimmt enorm viel Druck aus dem Alltag. Ein entspannter Blick auf die eigenen To-do-Listen hilft dabei, Prioritäten klarer zu setzen und unnötige Hektik loszulassen. Ihre Andrea Huber
INFO
Andrea K. Huber ist Coachin im Leistungssport, hat sich auf Stressmanagement spezialisiert und berät Unternehmen und Privatpersonen in herausfordernden Situationen. Infos: andrea- huber-coaching.de



