»Auf dem Weg nach oben«

Konzert. Die Elbphilharmonie präsentiert im Kleinen Saal »Rising Stars«, aufregende Toptalente

Jede und jeder hat mal bescheiden angefangen auf dem Weg nach oben. Die Elbphilharmonie stellt in der Reihe „Rising Stars“ vom 18. bis 23. Januar im Kleinen Saal sechs aufstrebende Talente vor, ausgewählt von Europas führenden Konzerthäusern. Den Auftakt macht am 18. Januar die österreichische Cellistin Valerie Fritz. Mit dem Akkordeonisten Goran Stevanovich erkundet sie Musik von Schumann bis in die Gegenwart. Arvo Pärt steht ebenso auf dem Programm wie Jennifer Walshe oder Georges Aperghis.
Foto oben: Das Trio Concept,Italien, lotet mit Cellist Francesco Massimino (l.),Geiger Edoardo Grieco (M.)und Pianist Lorenzo ­Nguyen bei seinem Konzert das Thema Nacht aus. © Luigi de Palma

Die Sopranistin Álfheiður Erla Guðmundsdóttir, Island, singt Haydn, Rachmaninow und Sibelius. © Yael Cohen

Das Maat Saxophone Quartet geht am 19. Januar an den Start. Auch wenn Gershwins „Rhapsody in Blue“ eigentlich für Klavier und Orchester gedacht ist: Die vier Musiker:innen, die aus Portugal stammen, aber in den Niederlanden ihre Wahlheimat gefunden haben, machen sich dieses Stück mit ihren Instrumenten zu eigen. Es kontrastiert mit den nachdenklichen Werken der Französinnen Lili Boulanger und Henriette Bosmans.

Der Pianist Giorgi Gigashvili verhehlt bei seinem Auftritt am 20. Januar nicht, dass er einen eklektischen Musikgeschmack hat. Sonaten von Scarlatti liegen ihm ebenso am Herzen wie Volkslieder aus seiner Heimat Georgien. Deshalb begleitet ihn die Sängerin Nini Nutsubidze nach Hamburg. In Eigenkompositionen träumt das Duo von einem europäischen Georgien, das zuweilen weit entfernt zu sein scheint.

Áron Hórvath liefert am 21. Januar den Beweis dafür, dass das Cimbalon, das ungarische Hackbrett, wahrhaftig ein musikalisches Chamäleon ist. Zu Hause fühlt es sich in allen Stilen, das weiß sich der Ungar geschickt zunutze zu machen. Von Bach tastet er sich zu Emma Nagy vor, ohne dabei traditionelle Volksmusik links liegen zu lassen.

Die Sopranistin Álfheiður Erla Guðmundsdóttir, die am 22. Januar ihr Können demonstriert, ist ein echter Tausendsassa. Neben Gesang faszinieren sie Fotografie und Videokunst. Das gibt der Isländerin die Chance, ungewöhnliche Projekte zu realisieren. In der Elbphilharmonie rückt sie allerdings ihre Stimme in den Mittelpunkt. Sie spannt den Bogen von Haydn über Rachmaninow bis zu Sibelius – viele unbekanntere Schätze eingeschlossen. Über allem schwebt das Bild von den Reisen der Zugvögel.

Das Finale bestreitet das Trio Concept aus Turin am 23. Januar. Der Geiger Edoardo Grieco, der Cellist Francesco Massimino und der Pianist Lorenzo ­Nguyen loten bei ihrem Konzert das Thema Nacht aus. Die Dunkelheit bringt Musik hervor, die geheimnisvoll, dramatisch oder nachdenklich sein kann. Blochs „Nocturnes“ symbolisieren die Stille, Rachmaninow steht für Einsamkeit. Dagmar Leischow

Das Maat Saxophone Quartet, Portugal, startet am 19. Januar mit ­Gershwins „Rhapsody in Blue“. © Marco Borggreve

Info
Die „Rising Stars“-Reihe findet vom 18. bis 23. Januar im Kleinen Saal der Elbphilharmonie statt. Karten und weitere Informationen unter: www.elbphilharmonie.de

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