Bambus-Kunst trifft Licht-Design und Korea-Dining

HCZ-Reporter Jimmy Blum über Events, People und Schnack aus dem Quartier

Es werde Licht! Oft gehe ich abends über den Überseeboulevard und finde ihn in der Winterzeit viel zu dunkel. Wenn ich vom Westfield-Überseequartier komme und die Fußgängerampel überquere, fühlt es sich an, als würde ich in ein dunkles Loch treten. Das ist nicht gerade einladend, und die Atmosphäre könnte so viel freundlicher sein. Nun gibt es eine Idee mit beleuchteten Türrahmen, die ich spannend finde. Um jeden Eingang zu den Geschäften der Erdgeschosslagen soll in den kommenden Wochen eine beleuchtete Umrahmung installiert werden.  
Foto oben: Galerie Tom Reichstein Contemporary ­im Oberhafen: Die Ausstellung „Bambus im Portrait“ geht noch bis 28. März. © Marcia Breuer

Inhaber Toni Thiel in der Mustertür des Überseeboulevards mit Licht-Rahmen. © Jimmy Blum

Mit seinen Möbeln und Wohnaccessoires mitten auf dem Überseeboulevard hat Toni Thiel seit Mitte Dezember zur Probe einen solchen beleuchteten Rahmen an seiner Eingangstür installiert. Das sieht vielversprechend aus und trägt schon jetzt zu einer angenehmeren Atmosphäre bei. Wenn alle anderen Geschäfte mitziehen, könnten wir abends und nachts einen ganz neuen Überseeboulevard erleben. 

Die Quartiersmanagerin des Überseequartiers Nord von BNP Paribas Real Estate Property Management, Dr. Claudia Weise, ist optimistisch: „Seit Jahren prüfen wir Möglichkeiten, den Boulevard in der dunklen Jahreszeit heller zu bekommen. Die Herausforderung ist dabei, akzeptable Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten passend sind – für Anwohnende und Gewerbetreibende und die dann auch noch bezahlbar sind. Und es soll auch noch toll aussehen. Jetzt machen wir mit den beleuchteten Türrahmen einen neuen Versuch. Das wird super aussehen, wenn alle Eingänge den gleichen beleuchteten Rahmen an der Eingangstür haben und auf der gesamten Strecke leuchten. Es gibt auch noch die Idee, Strahler aus den Schaufenstern auf den Überseeboulevard leuchten zu lassen. Wir sind auf jeden Fall am Ball, etwas für mehr Sichtbarkeit der Läden zu unternehmen und den Überseeboulevard zur dunklen Jahreszeit und am Abend attraktiver zu machen.“ 

Eine Design-Beleuchtungsidee, die, konsequent durchgeführt, auch das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit auf dem Überseeboulevard stärken würde. echt-hafencity.de und ­überseequartier-nord.de

Spannende Kunst bietet wieder einmal die aktuelle Ausstellung „Die Welt als Atelier“ der Goldschmiedemeisterin und Schmuckdesignerin Hilde Leiss in ihrem Geschäft am Großen Burstah. Die spannende Schau zeigt in der Galerie Hilde Leiss – Contemporary Art beeindruckende Werke der beiden Künstler Margreet Boonstra und André Krigar. Die Gemälde von Boonstra fesseln durch lebendige Farben und kreative Kompositionen, die starke Emotionen ansprechen. Krigars Bilder ergänzen die Ausstellung mit seinen innovativen Techniken, die eine faszinierende Atmosphäre schaffen.

Margreet Boonstra, geboren 1967, hat an der Kunstakademie Minerva in Groningen studiert. Sie gehört der niederländischen Künstlergruppe „Noordelijke Realisten“ sowie den Norddeutschen Realisten an. Ihre Leidenschaft gilt der Pleinairmalerei, der Freilichtmalerei. Hier werden direkt in der Natur das authentische Licht und die realistische Atmosphäre von den Künstler:innen auf die Leinwand gebracht. Mit ihrem spontanen, groben und zugleich präzisen Pinselstrich gelingt es Boomstra, sowohl Landschaften und Stadtansichten als auch schlichte Natureindrücke ausdrucksstark festzuhalten. Margreet ­Boomstra: „In der Natur finde ich jedes neue Motiv zum Malen. Alles, was ich mir vorstellen kann, und dann noch, was ich mir vorzustellen wünsche: die Welt“, fasst die Niederländerin ihre künstlerische Philosophie zusammen.

Speicherstadt, Kannengießerort von André Krigar: ­Alltagsszenen mit ­lockerdickem Pinselstrich. © André Krigar

André Krigar, geboren 1952, studierte Malerei an der Berliner Hochschule der Künste. Er zählt zur neuen Schule der deutschen Pleinairmaler und zeichnet sich durch seinen „pastosen“, lockeren und dicken Pinselstrich aus. Seine Bilder schildern Alltagsszenen, die er mit seinem pastosen Pinselauftrag auf die Leinwand bringt und so lebendige „hügelige“ Erhebungen, Buckel und strähnenartige Striche erzeugt. Diese Werke sind verwirrend bunt, realistisch und expressiv. Krigar beteiligt sich seit 1992 an verschiedenen Malaktionen der Norddeutschen Realisten, unter anderem an Bord der „Gorch Fock“, am Flughafen Hamburg und im Bundesrat.

Die Ausstellung „Die Welt als Atelier“ ist im Concept Store Galerie Hilde Leiss – Contemporary Art untergebracht. Hilde Leiss ist nicht nur eine renommierte Schmuckdesignerin, sondern auch eine leidenschaftliche Kunstliebhaberin. Sie hat einen einzigartigen Raum am Großen Burstah 38 geschaffen, der Mode, Schmuck und Kunst vereint. Ihr Schmuck ist handgefertigt und überzeugt durch kreative Designs und hochwertige Materialien. Leiss legt großen Wert auf Individualität, sodass jedes Schmuckstück eine eigene Geschichte erzählt. „Lieber ein paar Gramm Edelmetall zu viel, als nur ein einziges zu wenig.“ Dieses Hilde Leiss-Credo zieht sich wahrlich wie ein roter Faden durch ihre Schmuckkollektionen. Großer Burstah 38, hilde-leiss.de

Der chinesische Künstler Shan Fan prägt die Ausstellungsräume der Galerie von Tom Reichstein Contemporary im Oberhafen. Die Ausstellung „Bambus im Portrait“ von Shan Fan geht noch bis 28. März. Die Galerie von Inhaber Tom Reichstein befindet sich seit 2020 im Schuppen vier ganz am Ende des Oberhafens hinter der Halle424. Die hellen und großzügigen Räume sind einfach perfekt für eine Galerie. Sie bieten viel Platz, um die Kunstwerke großzügig zur Geltung zu bringen. 

Shan Fan ist ein faszinierender Künstler, dessen Arbeiten vielschichtig sind. Mit seinen Bildern betreibt er eine Art stillen Bruch mit Traditionen. In China ist es unüblich, Bambus mit gebrochenen Blättern oder als Laubhaufen zu zeigen. Er bringt das Thema Verletzlichkeit und Veränderung in seine Werke ein. Es ist beeindruckend, wie er es schafft, den Bambus mit all seinen Facetten zu porträtieren. Seine Gemälde, Skulpturen und Installationen (Aufmacherfoto S. 8) werfen Fragen auf und regen zum Nachdenken an. Seine Bilder erinnern nicht nur an Pflanzenporträts, sie erzählen Geschichten und ziehen den Betrachter in ihren Bann. 

Shan Fans Kunst gewährt einen Blick auf die widersprüchliche Beziehung von Mensch und Natur. Die Symbolik des Bambus ist tief in der chinesischen Kultur verwurzelt. Sie steht für Elastizität, Widerstandskraft und Lebensenergie. Der Künstler hat ein eigenes Alphabet aus über 200 Bildkompositionen entwickelt. Diese Kombination von Tradition und Innovation verleiht seinen Arbeiten ihre Tiefe. Seine Malerei wird zu einem Dialog zwischen Ost und West, zwischen Tradition und Moderne.

Die Galerie Tom Reichstein hat sich einen festen Platz in der Hamburger Kunstszene erarbeitet. Sie fördert künstlerische Vielfalt und akzentuiert die Bedeutung von zeitgenössischer Kunst, die sowohl traditionell als auch experimentell arbeitet. Hier wird Kunst lebendig und spiegelt die verschiedenen Facetten unserer Gesellschaft wider. Galerist Tom Reichstein: „Ich bin sehr stolz, mit Shan Fan zusammenarbeiten zu dürfen. Er ist in China und in Europa einer der angesagtesten asiatischen Künstler. Ich werte seine Arbeiten als stille Auflehnung gegen das chinesische Regime.“ Stockmeyerstr. 48, Oberhafen, tomreichstein.com

Das All-you-can-eat-Restaurant Yakido: koreanisches Grillvergnügen. © Yakido BBQ
Der Service-Zug im Yakido-BBQ-Restaurant. © Yakido BBQ

In der HafenCity gibt es seit Kurzem das verrückteste BBQ der Stadt. Ich habe das neue Yakido, das Seafood Running BBQ-Restaurant, im KPTN-Gebäude am Sandtorpark 1 besucht. Mit Yakido haben wir das wohl ungewöhnlichste All-you-can-eat-Restaurant in Hamburg mit koreanischem Barbecue. Man sitzt am Tisch und hat seine eigene Grillfläche in der Mitte. Nebenher fährt ein Laufband mit frischem Rindfleisch, Hähnchen, Fisch, Seafood und Gemüse. Man nimmt sich, worauf man gerade Lust hat. Es ist einfach: nehmen, grillen und genießen, ohne das lästige Anstehen am Buffet, wie sonst bei All-you-can-eat-Angeboten. Das Highlight ist ein kleiner Zug, der über das Laufband die Bestellungen von weiteren Beilagen bringt. Die hatte ich mit einem QR-Code und dem Handy gesendet. Das funktioniert schnell und unkompliziert. Abgerundet wird alles mit einem großen Buffet von koreanischen Saucen und Dips, authentisch wie in angesagten Hotspots von Südkoreas Hauptstadt Seoul. 

Für diejenigen, die sich mit einem All-you-can-eat-Angebot schwertun, gibt es die Möglichkeit, feste Menüs mit hochwertigen Spezialitäten wie Wagyu-Rind oder Seafood zu bestellen. Ich habe die Atmosphäre im Yakido genossen. Es ist modern, einladend und wirklich etwas Besonderes. Das Essen ist frisch und die Auswahl riesig. Yakido bringt authentisches koreanisches Grillvergnügen auf eine neue Ebene. Am Sandtorpark 1, yakido.de

In Hamburg freut sich die Gastronomieszene über die Eröffnung einer weiteren Filiale der Goa-Restaurants von Inhaber Gurbir Singh Muhar, den alle nur Gurbir oder Gurbir Singh rufen. Wer mittags in der HafenCity mit offenen Augen am Großen Grasbrook im Goa vorbeischaut, sieht mich dort immer wieder mal mit dem Herausgeber dieser Zeitung zum Lunch beim Austausch zu wichtigen Themen in der HafenCity und der Welt, eben den Nachrichten von der Stadtküste Hamburgs aus HafenCity, der Innenstadt, Alt- und Neustadt sowie auch St. Georg.

Der Goa-Inhaber ­Gurbir Singh hat mit viel Hingabe seinen Traum verwirklicht. Nach vielen Jahren als Ingenieur bei Airbus hat er den Sprung gewagt und seine eigene Restaurantidee in die Tat umgesetzt. Nun bringt er mit seinem Goa-Konzept die moderne indische Fusion-Küche auf die Lange Reihe. St. Georg mit seinem pulsierenden Lebensstil bietet die ideale Kulisse für sein Restaurant. Hier verbindet sich eine multikulturelle Gesellschaft mit einem lebhaften urbanen Flair. Die Speisekarte im Goa-Restaurant ist vielfältig und innovativ. Gurbir Singh und sein Team zaubern Gerichte, die sowohl das traditionelle als auch das zeitgenössische Indien verkörpern. Die Kombination aus frischen Zutaten und kreativen Rezepten prägt die Fusion-Küche. Dabei legt Singh großen Wert auf Qualität und Authentizität. 

Goa St. Georg-Inhaber Gurbir Singh. © Catrin-Anja Eichinger

Das Goa St. Georg hat das Potenzial, zu einem Treffpunkt für Einheimische und Touristen zu werden. Gurbir Singh: „Mit den Goa-Restaurants durften wir in Blankenese, in der Innenstadt und in der HafenCity viele Menschen mit unserer Küche begrüßen. Jetzt ist es etwas ganz Besonderes, in St. Georg anzukommen. Einem Stadtteil, der für Offenheit, Vielfalt und Lebensfreude steht. Wir freuen uns, mit unseren bunten Gewürzen Teil dieser bunten Welt zu werden und einen Ort zu schaffen, an dem sich alle willkommen fühlen.“ Lange Reihe 29, goa-hamburg.de
Alles Gute, euer Jimmy

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Jimmy Blum ist Unternehmer und lebt in der HafenCity und Nocera, Umbrien. 

Nachrichten von der Hamburger Stadtküste

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