Exklusiv-Gespräch. Mit Henning Riecken, Geschäftsführer des Mode-, Beauty- und Lifestyle-Hauses Breuninger Hamburg, spachen wir über ein Jahr Breuninger in der HafenCity, das erfolgreiche stationäre Omnichannel-Konzept und persönliche Leidenschaften
Ja wie, kann denn Schmunzeln hinter dezent-stilvoller Brille Sünde sein? Natürlich nicht. Und wenn sich dann auch noch nordische Lässigkeit mit hanseatischem Understatement vermählt, entsteht gewinnende Kommunikation: Henning Riecken.
Der smarte Geschäftsführer von Breuninger Hamburg feiert mit dem stationären Einzelhandel und klassischen wie juvenilen Hipster-Marken ersten Geburtstag in der HafenCity. Warum er sich über das Premierenjahr im Westfield-Überseequartier freut und ihn mit seinen 150 Mitarbeiter:innen zum Start vor einem Jahr ein ganz besonderes Erlebnis verbindet, können Sie hier im Gespräch erfahren. Viel Spaß!
Foto oben: Henning Riecken, Geschäftsführer von Breuninger Hamburg, über das neue Westfield-Center: „Das Quartier hat in den kommenden Monaten noch enormes Potenzial.“ © Agnes Fitek
Herr Riecken, vor einem Jahr öffneten sich die Türen zum ersten norddeutschen Breuninger-Flagship-Store, nachdem die Eröffnung des Westfield Hamburg-Überseequartiers mehrmals verschoben worden war. Hat sich das millionenschwere Investment von Breuninger in den stationären Luxus-Einzelhandel direkt an der Elbe gelohnt? Welche Gefühle beschreiben Ihr Geschäftsführer-Resümee zum ersten Geburtstag? Das erste Jahr in Hamburg war für uns ein ganz besonderer Schritt. Mit dem Haus in der HafenCity ist Breuninger erstmals auch stationär im Norden vertreten – und wir haben von Beginn an eine sehr positive Resonanz erlebt. Viele Hamburgerinnen und Hamburger kannten uns bislang vor allem aus dem Online-Shop. Umso schöner ist es zu sehen, dass unser Haus inzwischen zu einem Ort geworden ist, an dem Menschen Mode, Beauty und Lifestyle entdecken und gerne Zeit verbringen. Für uns war wichtig, in Hamburg anzukommen und Teil der Stadt zu werden. Wenn wir sehen, wie gut das Haus angenommen wird und wie schnell sich eine Stammkundschaft entwickelt hat, dann ist das für mich ein sehr erfreuliches erstes Fazit.
Als familiengeführtes Unternehmen ist die Breuninger GmbH & Co. kein Fan von veröffentlichten Bilanzzahlen. Gleichwohl: Welche Eckdaten beschreiben Ihren kaufmännischen Erfolg im Premierenjahr in der HafenCity? Zu konkreten Kennzahlen äußern wir uns grundsätzlich nicht. Was ich aber sagen kann: Wir sind mit der Entwicklung unseres Hauses in Hamburg sehr zufrieden. Im ersten Jahr ging es für uns vor allem anderen darum, den Standort zu etablieren, unser Konzept erlebbar zu machen und Beziehungen zu unseren Kundinnen und Kunden aufzubauen. Gleichzeitig war es uns wichtig, als Unternehmen in Hamburg anzukommen und Schritt für Schritt Teil der Stadtgesellschaft zu werden. Diese Entwicklung verläuft sehr positiv.
Welche Besucherzahlen können Sie nach einem Jahr Breuninger in der HafenCity bekannt geben, und was für Zielgruppen suchen Ihren stationären Luxushandel auf, ist Ihre Stammklientel in Hamburg vor Ort? Neben vielen Hamburgerinnen und Hamburgern kommen auch Gäste aus dem gesamten norddeutschen Raum zu uns. Gleichzeitig sehen wir immer wieder Touristen, die Hamburg entdecken und dabei auch bei uns vorbeischauen.
Viele Mieter im Überseequartier, besonders die Gastronomie und Einzelhandel, beklagen, dass große Büromieter noch nicht eingezogen sind und die drei Accor-Hotels noch nicht einmal Eröffnungstermine für 2026 bekannt gegeben haben. Wie zufrieden sind Sie mit dem Centermanagement des Westfield? Das Überseequartier ist ein sehr spannendes Stadtentwicklungsprojekt für Hamburg. Solche Quartiere entwickeln sich Schritt für Schritt – und wir freuen uns, Teil dieser Entwicklung zu sein. Gerade das macht es auch interessant: Das Quartier hat in den kommenden Monaten noch enormes Potenzial. Wir erleben die Zusammenarbeit mit dem Center-Management als partnerschaftlich und sind überzeugt, dass sich das Überseequartier weiter sehr dynamisch entwickeln wird.

Wir hören von mehreren Mietern, dass nach der großen Eröffnungssause mit Popsternchen Rita Ora der Vermieter Unibail-Rodamco-Westfield außer „lieblosen Weihnachtshütten ohne klares Konzept“ keine Attraktionen im ersten Jahr des Bestehens geboten hätte. Noch mal: Wie zufrieden sind Sie denn mit der Eventleistung und dem qualitativen Centermarketing von Westfield? Wir konzentrieren uns in erster Linie darauf, in unserem Haus besondere Erlebnisse zu schaffen. Veranstaltungen, Aktionen und persönliche Services gehören für uns ganz selbstverständlich dazu – schließlich verstehen wir uns als Gastgeber. Gerade im ersten Jahr haben wir viele Formate umgesetzt: von besonderen Shopping-Events über Kooperationen bis hin zu Aktionen rund um Fashion und Lifestyle. Solche Begegnungen sind für uns ein wichtiger Teil der Breuninger-Markenwelt.
Sie haben mit Ihrem Omnichannel-Store-Konzept unter anderem in Stuttgart, Nürnberg, Düsseldorf und Hamburg sowie der konsequenten Vermarktung Ihrer Produkte in Ihren Häusern, im Online-Shop und in der Breuninger-App sowie den Social-Media-Kanälen deutschlandweit Erfolg. Welches sind Ihre Top-Ten-Marken nach einem Jahr Breuninger Hamburg in der HafenCity? Unser Anspruch ist es, in jedem Haus ein sehr bewusst kuratiertes Sortiment zu präsentieren, das gut zu den Menschen vor Ort passt. Deshalb gleicht auch kein Breuninger Haus dem anderen. Auch in Hamburg haben wir eine Auswahl zusammengestellt, die internationale Designerlabels ebenso umfasst wie etablierte Premium-Marken und spannende Newcomer. Dieses Sortiment kuratieren und entwickeln wir kontinuierlich weiter – immer mit Blick auf die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden hier vor Ort.
Der stationäre Einzelhandel der Innenstädte klagt über extreme Umsatzverluste und steht unter sogenanntem Transformationsdruck. Wie hoch ist die Quote bei Breuninger, mit der Sie mit Ihrem Click-&-Collect- sowie Ihren Online-Services die Menschen in Ihr neues Haus in der HafenCity locken? Unsere Kundinnen und Kunden denken nicht in Kanälen – also sollten wir es auch nicht tun. Für uns gehört der Online-Shop genauso selbstverständlich zum Einkaufserlebnis wie unsere stationären Häuser. Services wie Click & Collect oder Online-Reservierung verbinden diese beiden Welten und werden auch in Hamburg sehr gut angenommen. Gleichzeitig bietet der stationäre Handel Dinge, die online so nicht möglich sind – Atmosphäre, persönliche Beratung, besondere Services und Events.
VITA. Henning Riecken wurde im Frühjahr 2022 zum Geschäftsführer des Mode- und Lifestyle-Hauses Breuninger Hamburg berufen, das vor einem Jahr am 8. April 2025 seinen ersten norddeutschen Flagship-Store auf drei Etagen mit einer Fläche von 14.000 Quadratmetern im neuen Westfield Hamburg-Überseequartier in der HafenCity eröffnet hat. Der 58-jährige Riecken ist gebürtiger Kieler und seit 2018 im familiengeführten Unternehmen Breuninger, in dem er zwei Jahre lang den Breuninger Flagship-Store in Stuttgart und seit 2020 das Breuninger Haus in Nürnberg führte.
Zuvor war der gelernte Schneider und BWL-Absolvent, der vor 30 Jahren seine Diplomarbeit über „Ökologische Kleidungsmarken“ (damals unter anderem Britta Steilmann, Wattenscheid) verfasste, als Director Retail Management für Peek & Cloppenburg in Düsseldorf und Wien tätig. Henning Riecken ist verheiratet, hat zwei Kinder (Tochter 23 Jahre, Sohn 29) und lebt in Hamburg-Eppendorf.
Die Innenstadt und Hamburgs jüngster Stadtteil verfügen mit dem Cruise Center HafenCity über einen einzigartigen City-Kreuzfahrtterminal, von dem man fußläufig zentrale Kulturleuchttürme wie Elbphilharmonie, Miniatur Wunderland oder das Rathaus und die City an der Binnenalster erreichen kann. Prägt dieses internationale Publikum – in 2026 immerhin 92 Kreuzfahrtanläufe in der HafenCity – Ihren täglichen Umsatz im Unterschied zu den reinen Stadt-Häusern in Stuttgart oder Düsseldorf? Hamburg ist eine sehr internationale Stadt – und das spürt man natürlich auch bei uns im Haus. Neben vielen Hamburgerinnen und Hamburgern begrüßen wir regelmäßig Gäste aus dem gesamten norddeutschen Raum sowie Touristen, die die Stadt besuchen. Der Standort in der HafenCity bringt dabei eine besondere Dynamik mit sich. Gleichzeitig ist für uns die lokale Kundschaft sehr wichtig – auch viele Hamburgerinnen und Hamburger haben einen Besuch in unserem Haus inzwischen fest in ihren Alltag integriert.
Sie haben, vergleichbar mit American Express, ein eigenes Breuninger-Card-System, dass Ihre Kunden je nach Jahresumsatz bis zur Platin-Card an die Marke Breuninger binden soll. Was zeichnet Ihr Kartensystem aus? Die Breuninger Card ist tatsächlich die älteste Kundenkarte Deutschlands – es gibt sie bereits seit 1959. Sie dient zugleich als Zahlungsmittel und hilft uns, Angebote noch maßgeschneiderter auf unsere Kundinnen und Kunden abzustimmen. Für Breuninger ist sie ein wichtiges Instrument der Kundenbindung. Sie verbindet den Einkauf mit verschiedenen Services. Je nach Statuslevel profitieren unsere Kundinnen und Kunden außerdem von besonderen Vorteilen und Einladungen zu exklusiven Events.
Das Überseequartier an der Elbe wird auch als gewichtige Konkurrenz zur klassischen Innenstadt an der Binnenalster und dem dort kriselnden Einzelhandel gesehen. Wie hat sich das Wettbewerbsverhältnis zwischen Altem und Neuem Wall oder Mönckebergstraße und dem Überseequartier entwickelt? Wir sehen das Überseequartier nicht als Konkurrenz zur Hamburger Innenstadt, sondern als Ergänzung. Hamburg lebt von unterschiedlichen Einkaufsstandorten mit jeweils eigenen Profilen. Die HafenCity erweitert die Shoppinglandschaft der Stadt und kann neue Besucherinnen und Besucher nach Hamburg bringen. Davon profitiert am Ende die gesamte Innenstadt.
Mit rund 14.000 Quadratmetern auf großzügig gestalteten drei Etagen ist Breuninger ein echtes Hamburger Edel-Schwergewicht in der Mode-, Beauty- und Lifestyle-Branche. Welcher Businessbereich hat sich bei Ihnen im Haus als umsatzstärkster Anker-Bereich entwickelt? Von zehn verkauften „Kelly“-Bags von Hermès mit Preisen bis zu mehreren Zehntausend Euro pro Luxustasche allein kann auch Breuninger nicht leben, oder? Unser Haus lebt von der Kombination aus Fashion, Beauty und Lifestyle. Genau dieses Zusammenspiel macht Breuninger aus und steht für uns auch in Hamburg im Vordergrund. Wir sehen eine sehr gute Nachfrage in verschiedenen Bereichen – von Designer-Fashion über Accessoires bis hin zu Beauty. Besonders gut entwickeln sich bei uns die Beauty-Welt und der Bereich Damenschuhe. Entscheidend ist für uns aber immer das Gesamtbild des Hauses.

Alle Branchen klagen über Fachkräftemangel. Sie sind trotz Corona und den Westfield-Bauverzögerungen mit rund 150 Mitarbeiter:innen gestartet. Was zeichnet den offenbar vorhandenen Breuninger-„Spirit“ aus, dass Sie die Mitarbeiter:innen an Ihr Haus binden konnten, obwohl Breuninger vor zwei Jahren in Hamburg noch unbekannt war? Die Personalsituation im Handel ist tatsächlich eine Herausforderung. Umso mehr freut es mich, dass wir in Hamburg ein wirklich tolles Team aufbauen konnten. Viele kannten Breuninger bereits über unseren Online-Shop, sodass die Marke hier gar nicht so unbekannt war. Eine kleine Kuriosität gab es trotzdem: Wir hatten viele Kolleginnen und Kollegen bereits zum ursprünglich geplanten Eröffnungstermin eingestellt. Dadurch kam es tatsächlich vor, dass ich einzelnen Mitarbeitenden schon vor der Eröffnung zum ersten Jubiläum gratulieren durfte. Heute steht in Hamburg ein Team, das jeden Tag mit viel Engagement antritt, um unsere Kundinnen und Kunden zu begeistern – und genau das macht für mich den Breuninger-Spirit aus.
Sie haben die Bauverzögerungen auch dazu genutzt, zwei Jahre lang bei fast jedem wichtigen Hamburger Kultur- und Gesellschaftsevent zu sein. Ist das Geschäftsführerbusiness, kaufmännisches Excel-Tabellen-Controlling hin oder her, nach wie vor ein Personal Business? Handel bleibt am Ende immer ein persönliches Geschäft. Der Austausch mit Kundinnen und Kunden, mit Partnern und mit der Stadt ist enorm wichtig. Gerade in den zwei Jahren vor der Eröffnung haben wir viele Gelegenheiten genutzt, Hamburg und seine Menschen besser kennenzulernen und uns zu vernetzen. Wir sehen uns als lokaler Partner und als Teil der Stadtgesellschaft. Und das gilt nicht nur für mich als Geschäftsführer, sondern für unser gesamtes Team. Wir verstehen uns als Gastgeber – und freuen uns, dass wir die Menschen seit einem Jahr auch in unserem eigenen Haus begrüßen dürfen.
Ein wahrnehmbarer öffentlicher Erfolg sind Ihre markanten orangefarbenen Breuninger-Einkaufstüten, die inzwischen unübersehbar das Erscheinungsbild des Westfield-Centers und der HafenCity prägen. Darüber hinaus führen Ihre Marketing-Projekte wie ein spätabendliches „Christmas“-Shopping, das Sie mit der People-Zeitschrift-„Gala“ organisiert haben, oder ein Autogramm-Mode-Event mit Bandmitgliedern von Tokio-Hotel zu Besucheranstürmen und langen Schlangen. Ist das nur Kundenbindung oder auch Umsatzpusher? Events schaffen vor allem Begegnungen. Sie bringen Menschen zusammen, sorgen für Inspiration und ermöglichen besondere Breuninger-Momente. Genau das gehört für uns zur Markenwelt dazu. Solche Veranstaltungen stärken natürlich auch die Bindung zu unseren Kundinnen und Kunden. Für mich zeigt sich daran vor allem eines: Der stationäre Einzelhandel hat Zukunft – wenn er gut gemacht ist und Menschen mit Emotionen und echten Begegnungen begeistert.
Man sagt, wie im Fußball, dass das erste Jahr bei Erfolg in einer neuen Liga eine angenehme Kür und das zweite Jahr dann die mühsame Pflicht als Bestätigung des Anfangserfolgs sei. Welche Ziele haben Sie für das zweite Jahr Breuninger in Hamburg und der HafenCity? Im ersten Jahr ging es für uns vor allem anderen darum, in Hamburg anzukommen und den Standort zu etablieren. Gleichzeitig konnten wir bereits eine schöne Stammkundschaft aufbauen. Im zweiten Jahr möchten wir unser Haus weiter mit Leben füllen – mit neuen Events, Services und Inspiration für unsere Kundinnen und Kunden. Unser Ziel ist es, Breuninger langfristig als festen Bestandteil der Hamburger Einkaufslandschaft zu etablieren.
Bislang gibt es als eigene HafenCity-Netzwerk-Veranstaltung nur den Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft Überseequartier e. V. vom Überseeboulevard mit der Quartiersmanagerin Dr. Claudia Weise. Ist, auch dank Breuninger, Westfield und den Kulturtempeln, die HafenCity inzwischen nicht so erwachsen, dass der jüngste Stadtteil Hamburgs einen großen Neujahrsempfang von allen Playern an einem schillernden Ort wie zum Beispiel der Elbphilharmonie fürs Business-Netzwerken und für attraktive Sichtbarkeit braucht? Die HafenCity ist ein sehr dynamischer Stadtteil, der sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Veranstaltungen wie der Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft Überseequartier sind wichtige Gelegenheiten, um Menschen aus Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft zusammenzubringen. Grundsätzlich begrüßen wir jede Initiative, die den Austausch und die Vernetzung im Quartier stärkt. Die HafenCity hat großes Potenzial, und wir freuen uns, gemeinsam mit vielen Partnern zur weiteren Entwicklung dieses besonderen Stadtteils beizutragen.

Als gebürtiger Kieler und Norddeutscher sind Sie nach Ihren Breuninger-Stationen in Stuttgart und Nürnberg gerne wieder nach Hamburg zurückgekommen, wo Ihre Karriere unter anderem mal bei Peek & Cloppenburg begonnen hat. Breuninger hatte das Eröffnungsmotto „Moin Hamburg“. Welches war Ihr persönliches „Moin Hamburg“-Erlebnis nach Ihrer Rückkehr an die Elbe? Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben: der Morgen des 8. April, kurz bevor wir die Türen geöffnet haben. Ich habe damals vor unserem Team gesprochen – nach den vielen Monaten der Vorbereitung ein sehr besonderer Augenblick. Wenn ich an diese Ansprache kurz vor der Eröffnung unseres Hauses und des gesamten Quartiers denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Für mich war das ein ganz persönliches „Moin Hamburg“.
Ein Jahr HafenCity bedeutet auch rund 320 Tage Mittagspause. Haben Sie einen Lunch-Lieblingsort? Zur Ruhe und zum Nachdenken komme ich gerne an den neu gestalteten Strandhöft am Ende des Strandkais. Dort fühlt man sich fast, als würde man direkt auf der Elbe sitzen – nur ohne gleich auf ein Schiff steigen zu müssen. Für einen Lunchtermin gehe ich ansonsten gerne zu Andronaco oder ins Claas. Die HafenCity bietet dafür zum Glück einige schöne Möglichkeiten.
Hand aufs Herz: Welches hanseatische Kleidungsstück oder Accessoire mussten Sie nach Ihrem Umzug von Nürnberg nach Hamburg-Eppendorf neu in Ihr Sortiment aufnehmen? Definitiv eine gute Regenjacke. Nicht ständig im Einsatz – aber wenn, dann ist sie unverzichtbar. Regenschirme verschwinden hier nämlich erstaunlich schnell oder werden vom Wind weggeweht. Und wenn man schon eine Regenjacke braucht, dann darf sie natürlich trotzdem gut aussehen.
Und bitte mal Ihre Expertise: Was ist für Sie persönlich ein modisches No-Go bei Frauen und Männern? Mode ist für mich vor allem Ausdruck der Persönlichkeit. Deshalb halte ich wenig von festen Regeln oder klassischen No-Gos. Wichtig ist, dass Kleidung authentisch wirkt und zur Person passt. Wenn man sich in dem, was man trägt, wohlfühlt, strahlt man das auch aus – und das ist am Ende der beste Stil.
Und woran erkennt man die Hamburgerin oder den Hamburger anno 2026 sofort durch seine Kleidung? Einen einheitlichen Hamburger Stil gibt es eigentlich nicht – dafür ist die Stadt viel zu vielfältig. Was mir aber auffällt: Viele Menschen hier setzen auf eine Mischung aus hanseatischer Zurückhaltung und internationalen Einflüssen. Qualität spielt eine große Rolle und oft auch Funktionalität – was in einer Hafenstadt mit norddeutschem Wetter ja durchaus sinnvoll ist. Und wenn es richtig stürmt, sieht man dann doch wieder den klassischen Friesennerz.
Wo verbringen Sie dieses Jahr Ihren Sommerurlaub, und wobei erholen Sie sich am besten? Einen Teil der Sommerferien verbringe ich traditionell auf einem Segelboot im Süden von England. Außerdem zieht es mich immer wieder an die Ostsee, nach Schönberg. Dort steht das Ferienhaus meiner Großeltern – ein Ort, der für mich seit vielen Jahren einfach dazugehört. Das Gespräch führte Wolfgang Timpe
Mehr Informationen unter: Breuninger Hamburg



