»Das wird eine große Strahlkraft haben!«

Tourismus. Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard und Tourismuschef Michael Otremba präsentierten bei einem Tourismus-Pressefrühstück Erfolgszahlen 2025 mit Kulturmachern wie Frederik Braun vom Miniatur Wunderland

Hamburg hat im vergangenen Jahr stark vom wachsenden ­Tourismus profitiert. 16,5 Millionen Übernachtungen wurden gezählt. Das sind rund 355.000 mehr als im Vorjahr. Für Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard ist das „ein sehr starkes Signal für den Standort, für Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, sagte sie auf der Jahrespessekonferenz zur Hamburger Tourismuswirtschaft. Die Entwicklung kommt nicht zufällig. Leonhard spricht von einem „funktionierenden Zusammenspiel von guter Stadtentwicklung, attraktiver Infrastruktur und starken Unternehmen“. In Hamburg arbeite die Branche eng zusammen. Handel, Gastronomie, Hotellerie, Kultur und Verwaltung zögen an einem Strang. 
Foto oben: Hamburger Tourismus-Highlight Miniatur Wunderland und VIP-Gäste:Fürst Albert II. von Monaco (2. v. r.) und seine Gattin Charlene Lynette Grimaldi, Fürstin von Monaco, besichtigten vor zwei Jahren zusammen mit ihren Kindern, den Zwillingen Gabriella(l. vorne) und Jacques, die Monaco-Welt im Miniatur Wunderland im Weltkulturerbe Speicherstadt. Sie stehen neben den Gründern des Miniatur Wunderlandes Gerrit Braun (l.) und Frederik Braun. © picture alliance/dpa | Georg Wendt

Ein Blick in den Dezember zeigt, wie sich das auszahlt. Früher galt der Monat nicht als touristischer Höhepunkt für Hamburg. Heute ist er ein wichtiger Baustein der Saison. Weihnachtsmärkte, Paraden, Märchenschiffe und aufwendig inszenierte Innenstädte locken Besucher an. „Die Zahlen zeigen, dass diese Gemeinschaftsarbeit wirkt“, sagt Leonhard. Innerhalb von 20 Jahren stiegen die Übernachtungen im Dezember von knapp 300.000 auf 1,3 Millionen. Der Tourismus verteilt sich damit stärker über das ganze Jahr.

Auch der Kreuzfahrtmarkt wächst. Im vergangenen Jahr zählte Hamburg fast 200 Anläufe und rund 1,3 Millionen Passagiere. Hafenwirtschaft, Reedereien, Messe, Verwaltung und Politik arbeiteten dabei eng zusammen. Für Leonhard ist klar: „Tourismus ist für Hamburg wichtig und trägt zur Wertschöpfung bei.“ Ein zentrales Instrument ist die Kultur- und Tourismustaxe. Seit ihrer Einführung kamen 224 Millionen Euro zusammen. Das Geld fließt in Kultur, Sport und Stadtentwicklung. Es finanziert Festivals, Museumsfonds und Projekte der Active City-Strategie. „Der Tourismus dient allen“, betont die Senatorin für Wirtschaft und Innovation. Die Stadt werde für Gäste attraktiver – und für die Hamburger lebenswerter. 

Europa-Ziele. Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard und Tourismuschef Michael Otremba wollen Hamburg neben London und Co. noch stärker als Reisemetropole und Tourismus-Hotspot profilieren. © picture alliance/dpa | Christian Charisius

Die Hamburg Tourismus GmbH sieht die Entwicklung bestätigt. Geschäftsführer Michael Otremba verweist auf eine durchschnittliche Hotelauslastung von 77 Prozent. Damit liege Hamburg unter den Top-Five-Metropolen Europas. Wichtige Auslandsmärkte bleiben Dänemark, die Schweiz und Österreich. Aus allen drei Ländern kamen mehr Gäste als im Vorjahr. „Das ist die Leistung eines großen Teams Hamburg“, sagt Otremba, der auch zusätzlich Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH ist. Die Stadt habe nicht das eine Mega-Event, sondern viele einzelne Anlässe. Kultur sei für ihn eines der stärksten Reisemotive. Die Elbphilharmonie habe seit 2017 geholfen, das breite Angebot sichtbarer zu machen. Hamburg habe sich als Kulturmetropole positioniert.

Auch das Kongressgeschäft wächst. Das Hamburg Convention Bureau akquirierte 79 Veranstaltungen für 2026, aus denen mehr als 270.000 Übernachtungen resultieren werden. Neue Messen wie die LogiNext Germany oder die Hydrogen Expo „stärken das Profil als Standort für Zukunftsthemen. Logistik, Wasserstoff, Klimaschutz – das passt zur Wirtschaftsstruktur der Stadt“, so Hamburg-Marketingchef Otremba.

Internationale Medien nehmen Hamburg ebenfalls wahr. Die Stadt taucht in aktuellen Rankings als Reiseziel auf. Musicals wie „Zurück in die Zukunft“, „Der Teufel trägt Prada“ oder „Moulin Rouge“ erweitern zukünftig das Angebot. Hinzu kommt die geplante Eröffnung des UBS Digital Art Museums von Xing-Gründer Lars Hinrichs.Der Investor rechnet mit jährlich bis zu 700.000 Gästen im ersten europäischen Standort des immersiven Museums im Baakenhafen in der HafenCity.

Ein besonderer Magnet bleibt in der Speicherstadt das Miniatur ­Wunderland. Im vergangenen Jahr kamen fast 1,6 Millionen Besucher. Mitgründer Frederik Braun blickt auf 25 Jahre zurück. „Wir haben es zum Glück einfach gemacht“, sagt er über die Anfänge. Heute sei das Wunderland „ein Teil Hamburg oder Hamburg ein Teil vom Wunderland“. Internationale Gäste blieben nicht nur für eine Attraktion. „Die wollen die ganze Stadt erleben“, so Braun.

Das Wunderland wurde mehrfach zur beliebtesten Sehenswürdigkeit Deutschlands gewählt. Zuletzt belegte es in einer europaweiten Auswertung Platz eins unter 13.000 Museen und Ausstellungen. Braun kündigt für das Jubiläumsjahr neue Abschnitte wie einen Regenwald mit Wasserfall an. „Das wird eine große Strahlkraft haben“, sagt er.

Alle Tourismuszahlen zeigen, dass Hamburg sich als Ganzjahresziel etabliert hat. Die Mischung aus Kultur, Hafen, Kongressen und neuen Attraktionen wirkt. Der Tourismus bringt Einnahmen, stärkt Arbeitsplätze und investiert zurück in die Stadt. Oder wie Otremba es formuliert: „Hamburg ist die stärkste Stadtmarke.“ Jimmy Blum

Weitere Informationen unter: hamburg-tourism.de und marketing.hamburg.de und Miniatur Wunderland

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