Hamburg-Mitte. Nachhaltige Kritik der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlungan fehlendem Instandsetzungs-Tempo und Beschluss eines Sturmflut-Denkmal
Schon seit Juli 2025 ist die Treppenanlage in der Verlängerung des Lohseparks an der Überseeallee neben der HafenCity Universität durch Absperrgitter abgeriegelt. Der Grund für diese Sperrung ist nicht sofort ersichtlich, da seit Monaten keine sichtbaren Bautätigkeiten die Maßnahmen rechtfertigen würden. Diese Situation hat die CDU-Bezirksfraktion und ihren Fraktionschef und HafenCity-Bewohner Dr. Gunter Böttcher dazu veranlasst, eine Anfrage bei den zuständigen Behörden zu stellen.
Foto oben: Monatelanger Instandsetzungs-Stau der Treppenanlage an der HafenCity Universität. © Jimmy Blum
Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) erklärte daraufhin in der Drucksache 23-1180: „Die Anlage ist aktuell nicht verkehrssicher. Im Bereich der Sitz- und Gehstufen treten erhebliche Mängel in Form von losen Steinen, Abdecksteinen und vergrößerten Fugen auf. Die Sperrung kann aufgehoben werden, wenn die Verkehrssicherheit wieder sichergestellt ist. Es liegt dazu eine Machbarkeitsstudie vor, auf deren Grundlage die HafenCity Hamburg GmbH (HCH) derzeit einen Zeitplan zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit erstellt. Die barrierefreie Rampenanlage ist von der Sperrung unberührt und sichert weiterhin die Zugänglichkeit.“

„Die Antwort kam für viele von uns als Schock“, so Gunter Böttcher. „Da die Treppenanlage nach so kurzer Zeit der Fertigstellung schon wieder als unsicher eingestuft wurde“, kommentiert Böttcher, „scheint das Gewährleistungsmanagement versagt zu haben.“ Dies „beunruhige“ die Anwohner stark.
Und laut Rando Aust, zugewählter Bürger der CDU-Bezirksfraktion und ebenfalls Bewohner der HafenCity, konnte „die BSW bislang keinen Zeitplan für die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit nennen – obwohl die Treppenanlage bereits seit acht Monaten gesperrt“ sei.
Die CDU-Fraktion hat mit Beginn des jahres 2026 erneut mit einer weiteren Anfrage nachgehakt. Dabei möchte man wissen, wann vor allem mit einem Zeitplan zur Wiederherstellung und einer Wiedereröffnung der Treppenanlage zu rechnen ist, wie hoch die Kosten für die Machbarkeitsstudie waren, welche finanziellen Aufwendungen für die Wiederherstellung zu erwarten sind, und ob die ersten Mängel schon vor Eröffnung der Treppenanlage aufgetreten und ob diese dokumentiert worden sind. Auch die Möglichkeit zur Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen bei der BSW werde untersucht.
Bleibt zu hoffen, dass zeitnah die offenen Fragen von BSW und HCH beantwortet werden. Die Sicherheit der öffentlichen Infrastruktur ist erste Senats- und Behördenpflicht und auch eine transparente Information darüber, wie solche Mängel so schnell nach der Fertigstellung auftreten konnten. Die Treppenanlage muss wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um die Verbindung zur Wasserkante aufrechtzuerhalten.
„Da die Treppenanlage nach so kurzer Zeit der Fertigstellung schon wieder als unsicher eingestuft wurde.“
Dr. Gunter Böttcher
Und die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat darüber hinaus in ihrer jüngsten Sitzung auf Antrag der Koalition aus SPD, Grünen und FDP beschlossen, ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer der Sturmflut von 1962 am Spreehafen / Harburger Chaussee umzusetzen.
Die Bezirksversammlung unterstützt die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg dabei, insgesamt 224 witterungs- und tidebeständige Gedenkplaketten aus Schmuckzinn an den Stufen der Deichinnenseite der Harburger Chaussee anbringen zu lassen. Diese 10 x 5 cm großen Plaketten werden die Namen und das Sterbealter der Opfer sowie das Logo der Flutmarke von 1962 tragen. Dort, wo möglich, werden auch Familien- und Ehepaar-Konstellationen berücksichtigt. Zudem ist geplant, die Stirnseiten der Stufen mit Asphaltfarbe bis zur ehemaligen Deichhöhe von 5,30 Meter mit dem Logo der Flutmarke von 1962 zu versehen, um die Sichtbarkeit von der Straße aus zu gewährleisten.
Dazu merkte Timo Fischer von der FDP-Gruppe Hamburg-Mitte an: „Die Sturmflut von 1962 ist Teil der Hamburger Identität. Mit diesem Denkmal wird die Erinnerung an die Opfer dauerhaft im Stadtraum verankert. Die individuelle Benennung der Verstorbenen macht das Ausmaß der Katastrophe begreifbar und mahnt zu verantwortungsvollem Handeln in der Zukunft.“ Jimmy Blum



