Die Gastgeberrolle

Premiere. „Sing meinen Song“-Gastgeber Johannes Oerding musste seine Klischees von Stars wie DJ Bobo oder Stefanie Heinzmann abräumen

In diesem Jahr mussten die „Sing meinen Song“-Teilnehmer:innen nicht so weit reisen wie sonst. Statt ans Kap der Guten Hoffnung ging es in ein Ressort nach Wangels in Ostholstein. „Es war ja abzusehen, dass wir nicht nach Südafrika fliegen können würden“, sagt Johannes Oerding. „Von daher war die Enttäuschung nicht riesengroß.“ Der Sänger, der vor zwei Jahren noch als Gast beim Tauschkonzert an den Start ging, ist ab dem 20. April bei Vox erstmals als Gastgeber zu sehen – er hat Michael Patrick Kelly abgelöst.
Foto oben. Johannes Oerding. „Da musste ich schauen, wie ich aus einem Rapsong mit vielen Schimpfwörtern eine sanfte Lagerfeuer-Gitarrenballade machen konnte.“ © www.tvnow.de

Wie empfindet er diesen Rollenwechsel? „Gastgeber zu sein ist schon eine völlig andere Herausforderung“, gesteht der 39-Jährige. Während der Sendung konnte er seine Gedanken nicht einfach abschweifen lassen, schließlich hatte er die Aufgabe, Fragen zu stellen und die Gespräche am Laufen zu halten: „Für mich war es fast eine Erleichterung, wenn ich singen durfte.“

„Gastgeber zu sein ist schon eine völlig andere Herausforderung“, gesteht der 39-jährige Johannes Oerding. Foto v.l.n.r.: Joris, Stefanie Heinzmann, Ian Hooper, Gentleman, DJ BoBo, Nura, Johannes Oerding. © www.tvnow.de  Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.
„Gastgeber zu sein ist schon eine völlig andere Herausforderung“, gesteht der 39-jährige Johannes Oerding. Foto v.l.n.r.: Joris, Stefanie Heinzmann, Ian Hooper, Gentleman, DJ BoBo, Nura, Johannes Oerding. © www.tvnow.de

Open-Air-Auftritte gab es an der Ostsee nicht, die Bühne nebst einer Sitzecke wurde in einem riesigen Zirkuszelt aufgebaut, eine Fußbodenheizung sorgte dafür, dass Stefanie Heinzmann, Nura, DJ BoBo, Ian Hooper, Joris, Gentleman und Johannes Oerding während der Aufzeichnung nicht frieren mussten. Tagsüber wurden auch ein paar Szenen im Freien aufgenommen. „Wir hatten so geiles Wetter“, schwärmt Johannes Oerding. „Blauer Himmel, weißer Sandstrand, grüne Deichwiesen – besser hätte es zum Drehen gar nicht sein können.“

Corona-bedingt war bereits im Vorfeld vieles anders als sonst. Alle mussten vor der Anreise sechs Tage in Quarantäne, vor Ort standen täglich Schnelltests und jeden zweiten Tag ein PCR-Test an. Diese Hygienemaßnahmen erlaubten es den Teilnehmer:innen, vor der Kamera auf Tuchfühlung zu gehen. „Wir brauchten ein, zwei Tage, um uns daran zu gewöhnen, dass wir zusammen auf der Couch sitzen und uns umarmen durften“, gesteht Johannes Oerding. „Ich habe mir ziemlich viele Umarmungen auf Vorrat mitgenommen, damit ich zuhause den Pandemie-Alltag durchhalte.“

 Johannes Oerding: „Da musste ich schauen, wie ich bei Nura aus einem Rapsong mit vielen Schimpfwörtern eine sanfte Lagerfeuer-Gitarrenballade machen konnte.“ © www.tvnow.de
Johannes Oerding: „Da musste ich schauen, wie ich bei Nura aus einem Rapsong mit vielen Schimpfwörtern eine sanfte Lagerfeuer-Gitarrenballade machen konnte.“ © www.tvnow.de

Bevor er sich auf den Weg nach Wangels machte, plagte ihn aber keine Langeweile, im Gegenteil. Gewissenhaft bereitete er sich daheim in Hamburg auf die anderen Musiker:innen vor. Er arbeitete sich durch ihre Biografien, er studierte Interviews, er hörte zahlreiche Lieder, um ein Gespür für jede einzelne Person zu entwickeln. Sogar Nuras Buch „Weißt du, was ich meine? Vom Asylheim in die Charts“ hat er gelesen.

Ein Stück von dieser Rapperin zu covern, das war für ihn die wohl größte Herausforderung. „In Nuras Texten finden sich auch mal Ausdrücke wie Hurensohn oder Bitch“, erklärt Johannes Oerding. „Da musste ich schauen, wie ich aus einem Rapsong mit vielen Schimpfwörtern eine sanfte Lagerfeuer-Gitarrenballade machen konnte.“ Was ihm half: Er entdeckte einen Titel, der nicht ganz so krass war und von einer gescheiterten Liebe erzählt.

An solchen Aufgaben ist Johannes Oerding gewachsen. Überhaupt lehrte ihn die neue „Sing meinen Song“-Staffel einiges, besonders in Bezug auf Vorurteile. Von DJ BoBo, den er vorher nicht kannte, hatte er ein festgefahrenes Bild. Er erwartete eine schillernde 90er-Jahre-Figur und musste seine Meinung recht schnell revidieren: „DJ BoBo ist ein zauberhafter Mensch, sehr bodenständig, zurückhaltend und sensibel.“ Ebenso überraschten ihn Stefanie Heinzmann und Ian Hooper, die beiden sprangen jeden Morgen in die eiskalte Ostsee. Für Johannes Oerding wäre das keinesfalls eine Option gewesen: „Ich schwimme lieber im warmen Wasser.“ Dagmar Leischow

INFO Die neue „Sing meinen Song“-Staffel startet am 20. April bei Vox. Weitere Infos unter www.vox.de

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