
Wissen Sie, was mich in 2026 begeistern würde? Wenn das neue Jahr so spektakuläre Premieren und Wiederauferstehungen hätte wie das vergangene: Da eröffnet nach zehn Jahren endlich seit 8. April 2025 das Westfield-Überseequartier für täglich rund 40.000 neue Besucher:innen, so rund neun Millionen bis Weihnachten. Da explodiert das Volksparkstadion beim 2:1-Sieg-Tor des HSV-Aufsteigers in die Erste Fußballbundesliga in der Nachspielzeit gegen Stuttgart im November, und im Millerntor-Stadion wissen die Fans nach langer Durststrecke des Erstligisten FC St. Pauli beim 2:1-Befreiungssieg gegen Hoffenheim im Dezember nicht wohin mit ihrem Jubeltaumel. Kollektive Freude übers Gewinnen steckt an!
Foto oben: Das neue UBS Digital Art Museum des Investors Lars Hinrichs wird in der zweiten Hälfte 2026 eröffnen. @ teamLab | Digital Art Museum
Und in der HafenCity soll der Elbtower zwar 45 Meter kleiner als der „Kurze Olaf“ realisiert werden, doch immerhin kommt er offenbar und beherbergt künftig als Groß-Miteigentümer für knapp 600 Millionen Euro die Stadt Hamburg mit ihrem „Evolutioneum“, dem neuen Naturkundemuseum an den Elbbrücken. Ein paar Meter weiter wird „in 2026!“, so Investor Lars Hinrichs, das neue immersive UBS Digital Art Museum eröffnet, und auf dem Baakenhöft soll 2034 die neue Hamburgische Staatsoper als begehbarer grüner Park im Stil eines Kreuzfahrtschiffes folgen. Kulturperlen mit der Elbphilharmonie an der Elbe – Leuchttürme für die 1,8-Millionen-Metropole am Elbstrom. Freude übers große Wagen motiviert!
Wissen Sie was? Zeitung ist nicht blöd. Ja, der Motor Westfield stottert verlässlich an Samstagen und sorgt für Verkehrschaos, Luftemissionen und Lärm. Ja, die Insolvenzen steigen rasant auch in Hamburg, und Experten sagen eine mehrjährige deutsche Wirtschaftskrise voraus. Und ja, viele „letzte“ Grundstücke wie etwa das Baufeld 119 an der Versmannstraße (Ex-Kongresszentrum) sind aktuell nicht zu verkaufen. Ja und, soll man deswegen den Kopf in den Sand stecken? Nein! Ich halte es mit F. K. Waechters herrlichem Cartoon „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein!“ von 1978, auf dem selbiges klein rechts unten „Toll“ ausruft. Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie, lautet der ansteckende Zweckoptimismus in der Kunst, im Fußball und auch sonst im Leben. Muffig kann jeder, gute Laune und Optimismus authentisch leben ist anstrengend – und lohnt sich: für Hamburg und auch die HafenCity. Mut machen steckt an! Ihnen allen ein fröhliches und ermutigendes neues Jahr – irgendwie. Wolfgang Timpe

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Wolfgang Timpe ist Chefredakteur und Herausgeber der HCZ HafenCity Zeitung und lebt seit 2005 in der HafenCity. Mail:timpe@hafencityzeitung.com



