Gesundheit: Essen gegen Stress

Gesundheitskolumne „Ruhtenbergs Rat“: Sich bewusst und Vitamin-orientiert ernähren stärkt das Immunsystem und macht das Leben leichter – sagt Niels Schuöz-Ruhtenberg von Ärzte am Kaiserkai

Hallo? Nein! Dieser Text ist keine Empfehlung zum Futtern, sondern wir möchten Sie neu sensibilisieren und nicht medikamentieren – wie in der Fernsehwerbung: Reizdarm-Mittel hier, Erschöpfungs-Pille dort. Ja, viele Menschen fühlen sich heutzutage chronisch gestresst und negativer Stress kann zahlreiche Erkrankungen mitverursachen wie eben Reizdarm, Herzinfarkt, Depression und chronische Erschöpfung/Burnout. Entsprechend groß ist das vielfältige Angebot zum Thema Stressmanagement. Auch Ihre Ernährung, also Sie, verehrte Leser*innen, und vor allem bestimmte Mikronährstoffe können hier einen wichtigen Beitrag leisten. 
Foto oben: Vitamin- und Mikronährstoff­mangel schwächt unsere Stresstoleranz und Leistungsfähigkeit. © mauritius images / Yuliya Furman / Alamy

Unter Mikronährstoffen versteht man verschiedene lebenswichtige Vitamine: Mineralien, Eiweiße und Fettsäuren. Diese benötigt unser Körper dringend um zum Beispiel Energie zu produzieren, Hormone zu bilden, für ein starkes Abwehrsystem sowie für eine gute geistige und körperliche Leistungsfähigkeit zu sorgen. Wichtig ist, dass der Körper diese Nährstoffe größtenteils nicht selber herstellen kann. Daher müssen wir sie uns regelmäßig mit der Nahrung zuführen.  

Niels Schulz-Ruhtenberg ist Facharzt für Allgemein- sowie Ernährungs und Sportmedizin bei Ärzte am Kaiserkai. © Privat
Niels Schulz-Ruhtenberg ist Facharzt für Allgemein- sowie Ernährungs und Sportmedizin bei Ärzte am Kaiserkai. © Privat

Zu den stressrelevanten Mikronährstoffen gehören etwa die B-Vitamine wie das Vitamin B12 („Nerven-Vitamine“), Magnesium („Anti-Stress-Mineral Nr. 1“), das Eiweiß Tryptophan (Baustein für das „Glückshormon“ Serotonin), die Omega-3-Fettsäuren, die u.a. anti-depressive Eigenschaften haben und bestimmte Pflanzenstoffe wie die Flavonoide (siehe nebenstehende Tabelle!). 

Unter Stress verbraucht der Körper mehr von diesen lebenswichtigen Mikronährstoffen. Leider neigen wir jedoch gerade in stressigen Situationen dazu, uns schlechter zu ernähren. Das wiegt doppelt schwer, da wir bei der Mehrzahl der Patienten heutzutage ohnehin einen Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Mikronährstoffen messen können, und zwar sogar auch bei subjektiv „gesunder“ Ernährung. Das beweisen Hunderte von entsprechenden Blutanalysen aus meiner Praxis.  

Durch diesen Vitamin- und Mikronährstoffmangel schwächen wir zusätzlich unsere Stresstoleranz und unsere Leistungsfähigkeit. Wird hier nicht aktiv gegengesteuert, kann dies oft – gepaart mit Bewegungs- und Schlafmangel – eine Erschöpfungsspirale in Gang setzen, die bis zum völligen Zusammenbruch wie einem Burnout führen.   

Eine optimale Versorgung mit Anti-Stress-Mikronährstoffen hilft uns dabei, Stress besser zu ertragen und stressbedingten Beschwerden vorzubeugen oder sie zu lindern. Grundlage ist immer eine hochwertige Ernährung mit viel frischem (Bio-)Gemüse und wenig industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Oft sind zusätzlich hochwertige Mikronährstoff-Präparate notwendig, um Mangelerscheinungen auszugleichen oder vorzubeugen, am besten auf Basis einer Mikronährstoff-Blutmessung. Niels Schulz-Ruhtenberg

Service: Checkliste für möglichen Vitaminmangel

© Vitamintabelle, Niels Schulz-Ruhtenberg, Ärzte am Kaiserkai
© Vitamintabelle, Niels Schulz-Ruhtenberg, Ärzte am Kaiserkai

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