HafenCity: »Neues Konzept für die Jugend«

Start-up. Das neu gegründete Junge Forum HafenCity, ein unabhängiger Zusammenschluss von Nachbarn, Initiativen, Politik und Vereinen des Quartiers, fordert Orte und Angebote für Jugendliche

Im Juni 2025 hat das HafenCity Forum einen Antrag der AG Soziales vom Netzwerk HafenCity e. V. verabschiedet, und seitdem ist über die Situation von Kindern, Jugendlichen und Familien in der HafenCity viel diskutiert worden. Nicht nur der Jugendhilfeausschuss des Bezirks Hamburg-Mitte traf sich zu seiner Sitzung im Oberhafen, genauer in der „Tanzbox“ von Lukulule e. V. (Lust an Kunst, Lust am Leben). Auch aus der Bürgerschaft wurde in einer Kleinen Anfrage an den Senat das Thema aufgegriffen: „Wurde die soziale Infrastruktur im Stadtteil HafenCity nur unzureichend berücksichtigt?“ Jugendliche hatten bereits im Mai 2024 dem Mitte-Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer einen offenen Brief unter anderem zu dieser Thematik geschrieben. Viel passiert ist seither nicht.
Foto oben: Der aktuelle Hauptsitz der HafenCity Hamburg GmbH (HCH) an der Osakaallee 11 könnte nach der Vorstellung, u. a. vom SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Arne Platzbecker, künftig eine Art selbstbestimmtes Jugendzentrum der HafenCity werden – wenn die HCH demnächst in ihren neuen Firmensitz an den Dalmannkai umziehen wird. © ELBR&FLUT | Thomas Hampel

Nun hat sich am 25. November 2025 das »Junge Forum HafenCity« erstmals getroffen. Auf Einladung von Lukulule e. V. und dem Netzwerk HafenCity e. V. kamen Jugendliche, Anbieter:innen von Aktivitäten für Jugendliche, die Campusschule HafenCity, Vertreter:innen der kommunalen Politik, das Quartiersmanagement HafenCity e. V. und Interessierte zusammen.

Arne Platzbecker über Freiräume in der HafenCity: »Gerade für Jugendliche fehlen selbst­bestimmte Orte. Spätestens mit dem geplanten Umzug der HafenCity Hamburg GmbH sollte das dortige Gebäude für solche Bedarfe zur Verfügung stehen«, sagte er im Interview mit der HafenCity Zeitung im August 2025. © Catrin-Anja Eichinger

Sie alle sind bereit, ein neues Konzept für das Viertel aus der Sicht von Jugendlichen, Familien, Fachleuten und Politik zu erarbeiten. Auch aufgrund zahlreicher Gespräche zeichnete sich nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 2.11. im Oberhafen ab, dass alle Beteiligten an einer nachhaltigen, bedarfsorientierten Struktur für Familien und Jugendliche interessiert sind. Sie müsste allerdings veränderbar, offen und „atmend“ angelegt sein, so Svenja Suhren von der AG Soziales im Netzwerk HafenCity e. V.

Vor und in der „Tanzbox“ waren Fachleute, Pädagoginnen und Pädagogen, Interessierte, Vertreter:innen aus der Politik und Jugendliche in einem lebhaften Gespräch. Schon vor der Veranstaltung tauschten sie sich aus, lernten sich kennen und kamen dann für zwei Stunden zusammen. Unter der Moderation von Lars ­Janzen (freier Journalist) und Philipp Epha (Lukulule e. V.) ging es praktisch gleich zu den zentralen Inhalten einer jugendorientierten Quartiersentwicklung. Einig waren sich die fast 20 Teilnehmer:innen, dass die Angebote für Jugendliche in der HafenCity deutlich ausgeweitet und besser kommuniziert werden sollen.

Die erste Frage, die in der sehr konstruktiven Runde behandelt wurde: Wie und was soll 2028 in dem Quartier vorhanden sein? Stellt euch vor, was möglich sein kann und muss!

Hier einige der Antworten:
• Überdachte Räume zum Sport, weil Basketball bei Regen und Schnee schlecht gespielt werden kann;

• Treffpunkte, die geschützt sind, wo Jugendliche Vertrauen finden und Verantwortung übernehmen können, wie zum Beispiel in einem Haus der Jugend; 

• gute Informationsplattformen, um zu finden, was es alles gibt;

• gute Verbindungen durch öffentlichen Verkehr in die HafenCity und geschützte, angstfreie Räume, um auch nachts allein sicher zu sein. 

Für die anwesenden Jugendlichen war ein solches offenes Haus mit ein oder zwei Ansprechpartner:innen, die man kennt und denen man vertraut, ein wichtiges Anliegen und zugleich eine gute Erinnerung an eigene Erfahrungen. Allen war aber auch bewusst, dass es heute zusätzlicher anderer Formen und Begegnungsmöglichkeiten bedarf. Und gleichzeitig ist einiges in der HafenCity auch schon möglich.

In einer zweiten Runde wurde nach einer Priorisierung gefragt: Das Ergebnis waren zwei Maßnahmen mit gleicher Stimmenzahl. Die Jugendlichen sollen zum einen: 

• auf unterschiedlichen Wegen kontaktiert und nach ihren Wünschen und Vorstellungen gefragt werden. Dazu wurde ein Jugendworkshop/Forum für Ende Januar/Anfang Februar im Urbaneo – Junges Architektur Zentrum in der HafenCity verabredet; 

• zum anderen soll eine Vernetzung der verschiedenen Akteure vorangetrieben werden, um das Potenzial der Angebote und die Attraktivität für Jugendliche im gemeinsamen Austausch zu steigern. 

Dazu gehört: Es soll möglichst schnell eine Plattform im Internet entstehen, um die Angebote, Kontaktmöglichkeiten und Informationen für Jugendliche und Familien sicht- und erfahrbar zu machen. Es soll dann eine zweite Sitzung des Jungen Forums HafenCity bis Mitte März stattfinden, um miteinander weitere Ziele und Aktivitäten zu planen.

Dass die Form eines Netzwerks von Fachleuten in Verbindung mit dem gemeinsamen Planen von Jugendlichen eine gute und praktikable Struktur ist, wurde von allen geteilt.

Neue Strukturen müssen erarbeitet und erprobt werden. Daher sind sich die Anbieter von Jugendangeboten sicher: Für die Ausbildung einer anfangs provisorischen Arbeits- und Werkstattstruktur werden auch Finanzmittel erforderlich sein. Auch darüber wurde das Gespräch geführt, sodass die Hoffnung für die Akteure der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit besteht, dass sich ein Netzwerk von Anbietern in Zukunft der Belange von Jugendlichen gemeinsam mit Jugendlichen in der HafenCity noch viel besser annehmen kann. Wolfgang Vogelmann

Info Berichte und Infos unter www.netzwerk-hafencity.de

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