Im Regen stehen?

Osterfreude und Auferstehungsfest – ha, Lockdown und Mutantenviren! Wir haben 60 Unternehmer:innen und Kulturschaffende aus der HafenCity gefragt, ob sie trotz 2. Corona-Ostern optimistisch sind. Es beginnt Tattookünstlerin Jessica Svartvit

Jessica „Jessi“ Svartvit © Privat
Jessica „Jessi“ Svartvit © Privat

„Wir alle, vor allem aber wir Selbstständigen, wurden durch das Jahr 2020 gezwungen, uns mit einer kaum endenden Sinuskurve der Gefühle auseinanderzusetzen.  Nach dem Regen kommt ja bekanntermaßen die Sonne raus, nur leider hat diese sehr auf sich warten lassen. Sagen wir es anders: Das Jahr 2020 war eher wie das Hamburger Wetter. Man hat stets die Hoffnung auf Sonnenschein, aber im Endeffekt haben wir bewölkte acht Grad und Dauerregen. Somit liegt es komplett an uns, wie und ob wir weiterhin hoffen und vor allem, ob wir uns selber die Kontrolle über unser Mindset (zurück)erobern. 
Foto oben – Jessica Svartvit: „Pausen sind nicht nur Unterbrechungen unseres Handelns, sondern meist der Beginn von etwas Neuem. Leinen los, Sommer 2021!“ © Privat

Corona als Situation an sich ist leider, genau wie das Wetter, nur schwer vom einzelnen Ladenbesitzer / von der Privatperson beeinflussbar. Ohne einen fast schon erzwungenen und selbst angeeigneten Optimismus habe ich also im zweiten Lockdown versucht, die Kontrolle an mich zu reißen, und habe auf einen kompletten Neubeginn hingearbeitet. Eine Fusion aus der Leidenschaft an meinem Job, der Kunst und vor allem aber aus der Motivation, meiner Kunden und „Mitbegeisterten“ brachte mir neue Ideen, aus denen frische Projekte und Zukunftsperspektiven entstanden sind. Eine heftige „Ist-analyse“ hat mich also angetrieben, aus meinen eigenen Fehlern zu lernen und meine komplette individuelle Zukunft zu optimieren. 

Ich blicke also – trotz fast wöchentlicher Rückschläge – auf meine eigene private und berufliche „Auferstehung“ und freue mich auf alles, was kommen wird. Denn wir alle haben es geschafft, bis jetzt durchzuhalten. Es kann nur besser werden und wir müssen die Gelegenheit nutzen, an dieser für uns komplett neuen Herausforderung zu wachsen und auch damit in Zukunft nicht aufhören zu wollen. Ich habe das sehr harte Corona-Jahr 2020 nicht als „Reset“ meines Computers, sondern eher als ein Softwareupdate gesehen, welches immer noch läuft, denn Pausen sind nicht nur Unterbrechungen unseres Handelns, sondern meist der Beginn von etwas Neuem. Leinen los, Sommer 2021!“ 
Jessica „Jessi“ Svartvit, Tattoo-Künstlerin, Studio und Galerie am Baakenhafen, Versmannstraße

Fabian von Köppen © Garbe
Fabian von Köppen © Garbe

JUNGE NACHHALTIGKEIT. „Mehr Bewusstsein für Klima und Nachhaltigkeit durch Corona? Wir haben alle eine herausfordernde Zeit hinter uns, die uns auch aktuell noch in vielen Bereichen des Lebens hart auf die Probe stellt. Doch jede Krise birgt auch Chancen, die wir nur erkennen müssen. Viele Leute kamen durch Corona mehr oder weniger zwangsläufig zur Ruhe und auch zum Nachdenken über mehr Nachhaltigkeit. Vielen Menschen ist das Thema wichtiger geworden: Bahn fahren statt fliegen, plastikfrei einkaufen, Bio-Lebensmittel essen, bienenfreundlich gärtnern.

Doch treffen diese Menschen aufgrund der Corona-Pandemie in Zukunft nachhaltigere Konsumentscheidungen? Haben Sie auch beim Wohnen das Klima und die Umwelt im Blick? Die Kunden unseres Holzhochhauses „roots“ im Baakenhafen bestätigen uns das in beeindruckender Weise. Nach nur zwei Monaten sind über die Hälfte der Wohnungen reserviert oder verkauft. „Roots“ trifft ein Lebensgefühl, das es vor Corona in dieser Konsequenz nicht gegeben hat. Und das betrifft nicht nur unsere Eigennutzer, sondern auch unsere Kapitalanleger. Auch beim Geldanlegen kann man viel in Sachen Nachhaltigkeit tun. Solche Anlageprodukte stoßen offenbar insbesondere bei unseren jüngeren Kunden zunehmend auf Interesse. Wir bei Garbe Immobilien-Projekte werden unsere Mission einer klimaneutralen Stadt konsequent weiterverfolgen.“
Fabian von Köppen, Geschäftsführer Garbe Immobilien-Projekte GmbH, Versmannstraße | Campus-Tower

Christin Siegemund © Brita Plath
Christin Siegemund © Brita Plath

FRISCHER WIND. „Uns im foodlab hat es, wie jeden in der Gastronomie, natürlich hart getroffen. Während wir den Coworking Space und auch die Produktionsküchen weiterhin nutzen dürfen und diese auch – sofern man das in dieser Zeit sagen kann – gut angenommen werden, sind unsere öffentlichen Bereiche inzwischen länger geschlossen als sie geöffnet waren. Daher zählen wir die Tage, bis wir wieder Gäste im Haus haben dürfen.

Dennoch haben wir den Kopf nicht in die Elbe gesteckt und das Pop-up-Restaurant kurzerhand in ein Pop-up-Fenster transformiert: Seit Mitte November stehen meistens von Donnerstag bis Sonntag täglich wechselnde Gastronom:innen in unserer Küche und verkaufen ihre Speisen, meist Street Food, an Gäste zum Mitnehmen. Zu Anfang wurden wir auf Grund unseres Aktionismus belächelt, inzwischen bilden sich regelmäßig Schlangen (mit viel Abstand) vor unserem Fenster und wir knacken jede Woche einen neuen Rekord, sowohl was die Länge der Schlange angeht als auch den Umsatz und die verkauften Portionen – und das wetterunabhängig. Das freut uns für die Gastronom:innen natürlich sehr, vor allem, weil wir unserem Leitgedanken trotz Lockdown folgen können: Menschen mit Essen zusammenbringen. Und wie geht es weiter? Wir betreiben das Restaurant nicht selbst, sondern vermieten es monatlich für Gastro-Konzepte. Dankbarerweise haben wir eine große Außenterrasse, die aber nicht ausreicht, um die benötigte Miete reinzuholen. Deshalb werden wir erst wieder öffnen, wenn wir das in vollem Umfang dürfen, also auch im Innenbereich. Anfragen von Gastköch:innen gibt es bereits, die in den Startlöchern und nur noch auf das Go warten. Beim Café hoffen wir, dass wir schneller öffnen können – aber auch das hängt nun von den Bestimmungen und Auflagen ab. Wenn ich mir das Gäste-Feedback anschaue, dann lässt das hoffen, dass wir schnell wieder ein volles Haus haben. Und darauf freuen wir uns schon sehr! 

Alles in allem hat uns die Pandemie natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber wir haben die Zeit sinnvoll genutzt um in kleinerem Rahmen anzukommen, Nachbarschaftsbande zu knüpfen und an Ideen für die Zukunft zu feilen. Wir haben hier und da ein paar Dinge fertiggestellt, die liegengeblieben sind. Wie zum Beispiel Bilder an die Wände gebracht und unsere Kochbuchecke installiert. Wir haben unseren Pop-up-Shop aktiviert, in dem nun viele Start-ups ihre Produkte präsentieren, an unseren Strukturen und Prozessen gefeilt – und im März hat unser Accelerator mit einem neuen Kollegen im Foodlab-Team gestartet. Neben einigen Dämpfern gehen wir aber gestärkt aus den letzten Monaten. Ich glaube sehr, dass wir mit dem Foodlab einen Nerv treffen, dass dieser Ort relevant ist und außerdem frischen Wind nach Hamburg bringt. Und den können wir bestimmt alle gut gebrauchen nach einem knappen halben Jahr Zu-Hause-sein.“ 
Christin Siegemund, Vorstandsvorsitzende & Gründerin, foodlab Hamburg, Übersee­allee / Watermark-Tower

Hans-Joachim „Achim“ Flebbe © Elena Zaucke
Hans-Joachim „Achim“ Flebbe © Elena Zaucke

VERLUST AN MITEINANDER. „Es fällt mir schwer, der weiterhin angespannten Situation etwas Positives abzuringen. Da nützen  auch keine Ankündigungen einer Inzidenz-abhängigen Öffnungsperspektive: Die Astor Film Lounge ist geschlossen. Und sie wird vorerst auch geschlossen bleiben. Die bestehenden Auflagen im Fall einer Wiedereröffnung, die überzogene Beschränkung der Besucherzahlen und  die Nachweispflicht von Negativ-Tests machen den Kinobetrieb schwieriger und gleichzeitig unwirtschaftlich. Und dies, obwohl Kinos und Theater auch nach wissenschaftlichen Studien sichere Orte sind – und eben keine Treiber der Pandemie.

Natürlich wollen wir gerne die Türen öffnen, die Projektoren anwerfen und wieder Gäste begrüßen. Jeder Tag ohne Spielbetrieb ist ein unwiederbringlicher Verlust an Erleben und sozialem Miteinander. Uns werden aber auch auf längere Sicht noch die Filme fehlen, da sich der Start eines potenziellen Blockbusters mit all dem nötigen Vorlauf und der entsprechenden Bewerbung auch für die Filmverleiher erst dann wieder rechnet, wenn überall in Deutschland Kinos geöffnet sind und die Säle zumindest hälftig wieder zu belegen wären. Darauf werden wir noch etwas länger warten. Meine Hoffnungen richten sich hier eher auf die kommenden Monate. Vielleicht bekommen wir in Richtung Sommer die Möglichkeit, die Astor Film Lounge unter annehmbaren Rahmenbedingungen wieder zu öffnen. Gleichzeitig bin ich sicher, dass die Hamburger es dann genießen werden, wieder auszugehen – und auch bei uns wieder schöne Stunden zu verleben.“
Hans-Joachim „Achim“ Flebbe, Gründer und Inhaber der Flebbe Filmtheater, u.a. die ASTOR FIlm Lounge, Am Sandtorkai 

Prof. Dr. Henning Vöpel © HWWI
Prof. Dr. Henning Vöpel © HWWI

AMBITIONIERT BLEIBEN. „In der Psychologie sind für den Umgang mit schwierigen Situationen zwei Dinge entscheidend: Erstens die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist, und zweitens den Blick nach vorne zu richten. Sir Karl Popper hat einst gesagt, es sei die moralische Pflicht des Menschen, trotz allem optimistisch zu bleiben, damit das Gute gelingen könne. Genau darum geht es jetzt. Im Frühling 2021, nach mehr als einem Jahr Pandemie, wird die Krise zu einer psychologischen Belastungsprobe. Einerseits stehen noch ein paar lange und schwierige Monate bevor, die Geduld und Disziplin erfordern, andererseits eröffnet der Impfstoff die greifbare Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Wir alle müssen jetzt einfach noch weiter durchhalten und beginnen, wieder Pläne zu machen. Pläne helfen uns dabei, optimistisch und konstruktiv zu bleiben, den Mut nicht zu verlieren, sich auf die warmen Sommerabende zu freuen, auf die Rückkehr des Lebens in den öffentlichen Raum, neue interessante Begegnungen und Projekte. Gerade große Krisen sind oft Treiber des Fortschritts, in ihnen entscheidet sich, wer einen Schritt in die Zukunft und wer einen Schritt zurück in die Vergangenheit macht. Gerade nach Krisen bestehen oft Möglichkeiten für große Sprünge. Deshalb darf man jetzt nicht lethargisch werden, sondern sollte ambitioniert bleiben.  

»Gerade große Krisen sind oft Treiber des Fortschritts. In ihnen entscheidet sich, wer einen Schritt in die Zukunft und wer einen Schritt zurück in die Vergangenheit macht.«

Denn die Hoffnung kehrt zurück, sie wird geradezu greifbar, die Vorfreude steigt, Pläne reifen. Es hilft immer, sich vorzustellen, wie man später auf überstandene Schwierigkeiten guckt. In spätestens einem Jahr werden wir alle auf diese gemeinsam durchlittene Zeit zurückblicken. Erst dann werden wir realisieren, wie entbehrungsreich sie gewesen ist. Es wird uns wie eine Auferstehung vorkommen. Im besten Fall werden wir gestärkt aus ihr hervorgehen, weil wir aus ihr gelernt und neue Ideen entwickelt haben und sich unser Blick auf uns und unsere Mitmenschen positiv verändert haben wird.“ 
Prof. Henning Vöpel, Direktor und Geschäftsführer Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI)

Madeleine Beil © Beil2
Madeleine Beil © Beil2

ACHTSAM MIT UNS SEIN. „Eine Transformation im Turbo-Gang liegt hinter uns und sehr wahrscheinlich auch noch weiter vor uns. Jeden Tag wird unsvor Augen geführt, wie viel Neues wir in den letzten zwölf Monaten lernen durften und auch mussten, wie wir unsereVerhaltensweisen gewandelt haben. Von digitalen Meetings oder gar Konferenzen, die heute normal sind und vor Coronafür mich ein nerviges Tool waren. Über einen bewussteren Umgang mit alltäglichen Naturerlebnissen, denn Spaziergänge inder Mittagspause gehören für viele allmählich dazu, um Kraft zu tanken. Bis hin zu einem authentischeren Umgangmiteinander, auch auf professioneller Job-Ebene. Wenn mal wieder über meinem Kopf die kollektive schwarze Corona-Wolke schwebt und ich angespannt bin, kann ich mich an meinen inneren Filmen zu der Weiterentwicklung vonUnternehmenskulturen erfreuen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Zeit nachhaltig dazu führen wird, dassSelbstverantwortung kein Buzzword für Organisationsentwicklungen mehr ist, sondern selbstverständlich. 

Erstens hat Corona uns gezeigt, wir können von überall arbeiten, der Job ist dabei qualitativ genauso gut oder schlecht, undwir können uns im Großen und Ganzen aufeinander verlassen, auch wenn der eine oder andere manchmal nochSchwierigkeiten hat zu vertrauen. Zweitens wurden wir gezwungen, näher zusammenzurücken, uns besser zu verstehen,denn der Austausch untereinander wird seitdem sehr viel intensiver gelebt. Dadurch folgt oft, und das beobachte ich bei unsund genauso bei anderen, dass viele sich ein Stück mehr mit dem, was sie tun und für wen sie es tun, beschäftigen undentsprechend auch identifizieren. Für mich bedeutet Unternehmertum, Menschen bei ihrem persönlichen Wachstum und imTeam zu unterstützen. 

Corona hat uns darin bestätigt, dass wir genau hinschauen müssen, miteinander reden, aufmerksam und achtsam mit unssein sollten, um erfolgreich zu sein. Zusammen haben wir bereits viel erreicht. Tja, und zum Sommer: Ich wünsche mir einpaar Meetings, bei denen wir uns gegenübersitzen. Zumindest schon mal im Freien, während ich mir anschauen kann, wiedie HafenCity jeden Tag mehr und mehr wächst. Und dass wir weiter die Energie haben, uns zu transformieren, zuverstehen, dass Wandlung so oder so etwas Gutes ist, aber bitte nicht im Turbo-Gang.“ 
Madeleine Beil, Inhaberin der PR- und Kommunikationsagentur Beil2, die u.a. Entwicklungsprojekte wie die Strandkai-Bebauungen „Fifty9“ oder „The Crown“ oder das Holzhochhaus-Projekt „roots“ im Baakenhafen betreut, Friedensallee, Hamburg-Altona

Matteo Ferrantino © bianc
Matteo Ferrantino © bianc

DIE ZEIT NUTZEN. „Ich als gebürtiger Italiener versuche immer meine positive Lebenseinstellung weiterzuführen. Dennoch fiel es auch mir schwer, ständig positiv in die Zukunft zu blicken, wenn das eigene Restaurant, der eigene Traum, vorerst schließen muss. Das Corona-Jahr ist für alle Gastronomen schwer zu verkraften, dennoch sehe ich das Oster-Wochenende als neuen Start für uns und hoffe, dass wir im Anschluss wieder unsere Türen öffnen können. Wir nutzen die Zeit jedoch und bereiten unsere „bianc Boxen“ für unsere Gäste vor, die bei uns abgeholt oder auch verschickt werden können. In unserem Pan Con Tomate bieten wir Speisen von 11 bis 17 Uhr an, sodass eine Mittagspause in der HafenCity mit abwechslungsreichen Gerichten möglich ist. Optimistisch blicken ich und mein Team in die Zukunft und wir freuen uns, unsere Gäste hoffentlich bald bei uns begrüßen zu dürfen, damit wir Ihnen die Gerichte, die ich gerne „simply und sexy“ nenne, servieren können.“
Matteo Ferrantino, Gründer und Inhaber vom Zwei-Sterne-Restaurant „bianc“ und der Tapas-Bar „pan con tomate“, Am Sandtorkai / Sandtorpark 

Helene Hansemann (M.) und ihr Team mit Meltem und Jacqueline (r.). © Privat
Helene Hansemann (M.) und ihr Team mit Meltem und Jacqueline (r.). © Privat

ENDLICH WIEDER AM START. „Läuft für uns im Jahr 2020 – dachten wir vor einem Jahr. Die erste Auszubildende bestand nach ihrer Gesellen-  auch ihre Bachelorprüfung, eine zweite Auszubildende hatte gerade ihre Ausbildung begonnen. Und im Oktober vergangenen Jahres wollten wir unser fünfjähriges Bestehen feiern, doch dann kam Corona und plötzlich lief nichts mehr. Den ersten Lockdown haben wir noch ganz gut verkraftet, war auch kurz. Der zweite jedoch war heftig. Kurz vor Weihnachten sollten wir schließen, es war nicht klar, wer darüber entsetzter war: wir oder unsere Kunden, die ihre Termine teilweise schon vor Monaten gebucht hatten. Es blieben zweieinhalb Tage bis zur Schließung, in denen wir von acht Uhr morgens bis Mitternacht versucht haben, so viele Köpfe wie möglich für die Feiertage schick zu machen. Dass dieser zweite Lockdown tatsächlich mehr als zehn Wochen dauern würde, wussten wir damals glücklicherweise nicht. 

Seit 1. März sind wir nun endlich wieder am Start. Wöchentliche Schnelltests, umfangreiche Hygienemaßnahmen, tagelanges Maskentragen, komische Schutzkleidung – egal, aber so was von! Wir tun wieder, was wir am liebsten tun: arbeiten. Wir freuen uns, wenn unsere Kunden glücklich sind und hoffen inständig, dass es jetzt mal so bleibt.“
Helene Hansemann, Gründerin und Inhaberin von Helene Hansemann hairstyle & extensions, Am Kaiserkai

James „Jimmy“ Robert Blum © Privat
James „Jimmy“ Robert Blum © Privat

AN AHA-REGELN HALTEN. „Ich freue mich sehr auf die kommenden Ostertage, die Auferstehung von Jesus ist für mich das wichtigste Fest im Jahr. Für die kommenden Wochen ist mir allerdings gar nicht zum Feiern zumute. Mir machen die aktuellen Zahlen Angst. Die Mutanten haben uns schon voll im Griff und die Politik in Berlin hat komplett die Kontrolle verloren. Ich vermisse momentan, dass unsere Regierung in Berlin vorausschaut und und aktiv handelt, leider fallen der großen Koalition nur Verbote ein. Dass es nicht genügend Tests gibt, ist für mich nicht nachvollziehbar, über das Impfdesaster schüttel’ ich nur den Kopf. Ich denke an die vielen Opfer, die schwerst leidend auf den Intensivstationen liegen und keinen Besuch empfangen dürfen, die Ostertage alleine verbringen müssen. Mein Wunsch ist, dass sich alle an die AHA-Regeln halten, damit wir nächstes Jahr wieder gemeinsam fröhlich diese schönen Tage feiern können. Grüße, Jimmy.“
James Robert „Jimmy“ Blum, betreibt den Laden „Jimmy“ im Schanzenviertel und lebt in der HafenCity, Am Dalmannkai

Caren Fieguth & Sebastian Hengelhaupt © Romanus Fuhrmann
Caren Fieguth & Sebastian Hengelhaupt © Romanus Fuhrmann

NACH VORNE SEHEN UND GEHEN. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft, denn wir glauben an Hamburg und an die HafenCity. Deshalb sehen wir nach vorn und gehen frohen Mutes. Auch wenn die corona-bedingten Einschränkungen nerven und wir vermutlich noch eine ganze Weile mit Masken, Abstand und Hygieneregeln leben müssen, haben wir Hoffnung. Denn in den schwierigen Zeiten hat es auch viel Solidarität und Zusammenhalt gegeben. Wir konnten vielen Privat- und Firmenkunden dabei helfen, besser durch die Krise zu kommen. Endlich werden die Tage länger und heller, die Sonne lässt unsere Gesichter und unsere Herzen strahlen. Auch das gibt Hoffnung und Mut, weckt die Lebensgeister und hilft dabei, den Trübsinn wegzupusten, nach neuen Zielen zu schauen.

Ein Zeichen für Verbundenheit und Neubeginn setzen wir mit unserer umgebauten Filiale, mit der wir langfristig in den Standort investieren. Sobald es wieder geht, wollen wir hier einen Nachbarschaftstreff anbieten, Gastgeber sein. In offener, heller und gemütlicher Atmosphäre wollen wir uns austauschen, vernetzen, voneinander lernen, miteinander feiern. Persönlich freuen wir uns darauf, wieder soziale Kontakte zu pflegen, endlich wieder zu reisen, gemeinsam Sport zu treiben, uns mit Freunden zu treffen. Bis dahin halten wir Verbindung – telefonisch, digital/online, persönlich mit Abstand – und bleiben gesund.“ 
Caren Fieguth & Sebastian Hengelhaupt leiten die Haspa-Filialen in der HafenCity, Am Kaiserkai und Überseeboulevard

AKTIV MITGESTALTEN. „Bleiben Sie zuversichtlich. Diesen Satz hört man häufig, je länger die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie dauern. Natürlich kann niemand leugnen, dass wir uns seit einem Jahr unter den Bedingungen einer Naturkatastrophe in einem Ausnahmezustand befinden, der uns sehr viel abverlangt. Wir sehnen uns nach einer Rückkehr in die Normalität, nicht wissend, wann dies möglich sein wird. Und trotzdem sage ich: 2021 ist ein Jahr der Zuversicht. Diese Auffassung speist sich nicht nur aus der Überzeugung, dass wir bis zum Herbst größtenteils geimpft sein werden. Zuversicht ist vor allem eine Frage der Haltung und der inneren Einstellung. Trotz widriger Umstände sollten wir das umsetzen, was wir für richtig erkannt haben. Das heißt nicht, illusionäre Hoffnungen zu hegen, sondern einen klaren Blick für den Ernst der Lage zu behalten und die sich in jeder Krise bietenden Chancen nutzen. 

Angela Titzrath © HHLA
Angela Titzrath © HHLA

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat jedenfalls im vergangenen Jahr trotz der Corona-Einschränkungen konsequent ihre strategischen Ziele weiterverfolgt. So sind wir deutlich digitaler geworden. Wir haben festgestellt, dass sich Meetings und Besprechungen genauso gut virtuell durchführen lassen. Viele Beschäftigte haben erstmals die Erfahrung gemacht, dass das Arbeiten im Homeoffice durchaus Vorteile haben kann. Wir haben während des Krisenjahres 2020 im Hafen von Triest eine Mehrheitsbeteiligung an einem Terminal erworben und damit die Zukunftsfähigkeit der HHLA weiter gestärkt. 

Zuversicht ist vor allem eine Frage der Haltung und der inneren Einstellung. Trotz widriger Umstände sollten wir das umsetzen, was wir für richtig erkannt haben.«
Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende HHLA

Auf unseren Terminalanlagen im Hamburger Hafen wurden neue Containerbrücken in Betrieb genommen, um die größten Containerschiffe zuverlässig abfertigen zu können. Damit tragen wir dazu bei, dass die Versorgung von Verbrauchern und Unternehmen zum Beispiel mit medizinischen Gütern jederzeit gewährleistet wird. Unser Handeln darf nicht von Inzidenzzahlen oder vom Tempo bei den Impfungen abhängen. Denn schon vor der Corona-Krise erlebten wir durch die Digitalisierung einen deutlichen Wandel. Dieser wird nun durch die Pandemie beschleunigt. Wir wissen nicht, wie die „neue Normalität“ aussehen wird. Aber den Weg dorthin können wir heute aktiv mitgestalten. In dieser Hinsicht bin ich ziemlich zuversichtlich.“
Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Bei St. Annen

Thomas Sampl © Hobenköök | Gerrit Meier
Thomas Sampl © Hobenköök | Gerrit Meier

RICHTIG KNALLEN LASSEN. „Wir hoffen, dass sich die Lage nach Ostern wieder etwas entspannt und die Menschen wieder mehr Freude am Leben und Ausgehen haben werden. Wenn wir wieder starten dürfen, wird es richtig knallen, davon bin ich überzeugt! Ich werde auf jeden Fall die Korken knallen lassen und freue mich schon, mich auch mit mehreren Menschen zu treffen, essen zu gehen oder in einem Café eine kleine Pause einzulegen. Die Hobenköök ist gut vorbereitet. Das Sortiment hat sich in der aktuellen Lage vergrößert und das soll auch so bleiben. Die Empore ist nun auch zur Markthalle geworden und man findet dort das Bier- und Weinsortiment. 

Und es kommt ab Mai der Oberhafen-Garten hinzu und das Restaurant wird mit einem neuen Konzept zurückkehren, bei dem das Angebot noch vielseitiger sein wird. Worauf ich mich besonders freue ist „Smutjes Landgang“. Kochen unter freiem Himmel in Verbindung mit einer Markthallen-Tour. Wir sind bereit!“
Thomas Sampl, Koch, Mitgründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Hobenköök, Restaurant und Markthalle im Oberhafen, Stockmeyerstraße

Jennifer Schönau © AMERON
Jennifer Schönau © AMERON

ZEICHEN STEHEN AUF ZUKUNFT. „Die Ostereiersuche mit unseren Gästen lassen wir uns für 2022 auf keinen Fall mehr nehmen! Wir blicken aus einem einfachen Grund optimistisch in die Zukunft: Menschen kommen zu Menschen. Die Lust und die Sehnsucht zu reisen kann auch die Pandemie nicht stoppen. Sicherlich fällt es nach nun mehr als 365 Tagen nicht leicht, die Zuversicht zu behalten, dennoch bin ich stets positiv, dass der Sommer in unserer wunderschönen Freien und Hansestadt Hamburg und besonders im Ameron Hamburg Hotel Speicherstadt wieder mit Gästen gefüllt sein wird. Es gibt großartige Ausflugsmöglichkeiten von der Dove-Elbe bis zum Baakenhafen und weiter Richtung Blankenese. Für jeden Geschmack ist in Hamburg gesorgt. 

Trotzdem steht eine herausfordernde Zeit vor uns, wenn wir unser Schmuckstück wieder hochfahren werden und alles für die Wiedereröffnung vorbereiten. Einen einfachen und schnellen Übergang zum „Business as usual“ wird es nicht geben. Aus meiner Sicht werden Entwicklung, Wertschätzung und Neu-Denken die wichtigen drei Schlüssel sein, um vielleicht irgendwann, sprich in zwei bis drei Jahren, wieder an die Erfolge von 2019 anknüpfen zu können. Meine Mitarbeiter sind jedenfalls hungrig darauf, endlich wieder für unsere Gäste, Partner und Freunde da zu sein und die eine oder andere Empfehlung zu geben. Es wird wirklich Zeit. Alle Zeichen stehen auf Zukunft!“ 
Jennifer Schönau, Geschäftsführende Direktorin ­AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt, Am Sandtorkai

S eit knapp zehn Jahren kann ich von meinem Büro in der HafenCity beobachten, wie der Stadtteil mit beeindruckender Geschwindigkeit wächst, immer mehr Wohnungen, Arbeitsplätze und Attraktionen entstehen und Bewohner und Touristen das Quartier mit Leben füllen. Im vergangenen Jahr ist diese Entwicklung ins Stocken geraten. Die Pandemie hat die HafenCity, vermutlich jeden ihrer Bewohner, die ansässigen Unternehmen und die zahlreichen Projekte vor Herausforderungen gestellt. Auch wenn unsere Baustellen am Strandkai zum Glück keine Unterbrechungen zu verzeichnen hatten, mussten auch wir als Projektentwickler in den letzten Monaten mit der Situation und der Reaktion der Märkte auf Corona einen Umgang finden, konnten teilweise nur kurzfristig planen und mussten flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren.   In dieser Ausnahmesituation hat sich einmal mehr gezeigt, was für ein Zusammenhalt und Teamgeist über alle Teildisziplinen des Unternehmens hinweg DC Developments auszeichnet. Ich bin dankbar, ein Teil dieses Teams zu sein. Ich kann es aber auch kaum erwarten, wenn wieder etwas mehr Sicherheit in den Alltag einkehrt und wir uns über die auch während Corona stabile Nachfrage an unseren Produkten freuen können, ohne die Krise im Hinterkopf mitzudenken. Auch wenn wir noch weiterhin herausfordernden Zeiten entgegenblicken, würde ich im Hinblick auf den Sommer vorsichtig etwas Optimismus wagen: Die langsam voranschreitenden Impfungen und der routiniertere Umgang mit den AHA-Regeln lassen mich auf mehr Freiheiten im Sommer hoffen, die wieder für mehr Lebensqualität im Alltag sorgen und auch die HafenCity aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken.   Ich würde mich freuen, aus meinem Büro nicht nur unsere Projekte beim Wachsen zu beobachten, sondern auch den Tourismus wieder einziehen zu sehen und zusammen mit Kolleginnen und Kollegen einen lauen Spätsommerabend bei einem Feierabendgetränk in einem der Restaurants zu genießen. Corona wird auch dann nicht vollständig verschwunden sein, aber hoffentlich weniger unseren Alltag bestimmen. 
Lothar Schubert, Geschäftsführender Gesellschafter DC Developments,  Großer Grasbrook
Lothar Schubert © DC Developments

OHNE KRISE IM HINTERKOPF. „Seit knapp zehn Jahren kann ich von meinem Büro in der HafenCity beobachten, wie der Stadtteil mit beeindruckender Geschwindigkeit wächst, immer mehr Wohnungen, Arbeitsplätze und Attraktionen entstehen und Bewohner und Touristen das Quartier mit Leben füllen. Im vergangenen Jahr ist diese Entwicklung ins Stocken geraten. Die Pandemie hat die HafenCity, vermutlich jeden ihrer Bewohner, die ansässigen Unternehmen und die zahlreichen Projekte vor Herausforderungen gestellt. Auch wenn unsere Baustellen am Strandkai zum Glück keine Unterbrechungen zu verzeichnen hatten, mussten auch wir als Projektentwickler in den letzten Monaten mit der Situation und der Reaktion der Märkte auf Corona einen Umgang finden, konnten teilweise nur kurzfristig planen und mussten flexibel auf neue Gegebenheiten reagieren. 

In dieser Ausnahmesituation hat sich einmal mehr gezeigt, was für ein Zusammenhalt und Teamgeist über alle Teildisziplinen des Unternehmens hinweg DC Developments auszeichnet. Ich bin dankbar, ein Teil dieses Teams zu sein. Ich kann es aber auch kaum erwarten, wenn wieder etwas mehr Sicherheit in den Alltag einkehrt und wir uns über die auch während Corona stabile Nachfrage an unseren Produkten freuen können, ohne die Krise im Hinterkopf mitzudenken. Auch wenn wir noch weiterhin herausfordernden Zeiten entgegenblicken, würde ich im Hinblick auf den Sommer vorsichtig etwas Optimismus wagen: Die langsam voranschreitenden Impfungen und der routiniertere Umgang mit den AHA-Regeln lassen mich auf mehr Freiheiten im Sommer hoffen, die wieder für mehr Lebensqualität im Alltag sorgen und auch die HafenCity aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken. 

Ich würde mich freuen, aus meinem Büro nicht nur unsere Projekte beim Wachsen zu beobachten, sondern auch den Tourismus wieder einziehen zu sehen und zusammen mit Kolleginnen und Kollegen einen lauen Spätsommerabend bei einem Feierabendgetränk in einem der Restaurants zu genießen. Corona wird auch dann nicht vollständig verschwunden sein, aber hoffentlich weniger unseren Alltag bestimmen.“
Lothar Schubert, Geschäftsführender Gesellschafter DC Developments, Großer Grasbrook

Gülcan Amok © Privat
Gülcan Amok © Privat

GEFÜHL VON MITEINANDER. „Wir von Harmoniecut blicken auf ein schwieriges Jahr zurück. Als High-End-Salon standen wir zwischen überfüllten Terminkalendern und Zwangspausen vor großen Herausforderungen. Haarschnitte kann man schlecht vorplanen, dennoch haben wir in den Lockdowns viele Vorbereitungen getroffen für die Zeiten, in denen wir wieder öffnen durften, haben 110 Prozent für unsere Kunden gegeben. Unsere Kunden sollen sich nicht nur wohlfühlen, sondern eine verdiente Pause vom Alltag genießen können. Jeder Kunde soll erholt und mit neuer Energie unseren Salon verlassen. Der Alltagsstress der Pandemie war unter unseren Kunden sehr stark zu spüren und wir haben uns sehr bemüht, dem entgegenzuwirken. Das Wohlbefinden unserer Kunden wird in Zukunft immer an erster Stelle stehen, weswegen wir unser Team ausgebaut haben. Wir wollen nicht an die Umsatzeinbrüche denken, sondern an die Möglichkeiten für unsere Kunden. Sie können die lange Salonpause nutzen, um einen neuen frischen Look für sich zu entdecken und sich mit hochwertigen Pflegeprodukten verwöhnen – auch um eine wertvolle Auszeit zu genießen. 

Wir wollen positiv in die Zukunft blicken und diese schwierige Zeit gemeinsam bewältigen. Wir alle sind nun gefragt, lokale Unternehmen bestmöglich zu unterstützen. Wir hoffen auf etwas Normalität und versuchen unseren Teil dazu beizutragen, an diesen ungewohnten Pandemie-Osterfeiertagen ein Gefühl von Miteinander zu erzeugen, auch wenn es aktuell nur ein Gefühl ist und noch nicht ausgelebt werden kann.“
Gülcan Amak, Inhaberin und Gründerin Harmony Cut, Kobestraße

Peter Tamm Junior © IMMH
Peter Tamm Junior © IMMH

MIT DEM WIND SEGELN. „Auf das Frühjahr blicken wir vorsichtig optimistisch, immer mit einem Auge auf die nicht sinken wollenden Inzidenzwerte. Deutlich zuversichtlicher blicken wir in Richtung Sommer. Zumindest die wärmeren Temperaturen sollten uns die Entlastung bringen, die die nur langsam anlaufenden Impfungen uns bisher nicht bringen konnten. Außerdem hoffen wir, dass dann auch wieder mehr Touristen aus dem In- und Ausland Hamburg und das Maritime Museum besuchen. Was bleibt uns nach diesem für die gesamte Kulturbranche katastrophalen Jahr 2020 übrig, als zuversichtlich in die nächsten Monate zu blicken? Als privates Museum haben wir es auch in den letzten Jahren verstanden, uns in stürmischen Zeiten nicht wegzuducken, sondern mit dem Wind zu segeln. 

Auch dem letzten Lockdown haben wir versucht, etwas Gutes abzugewinnen. Wir haben uns in vielen Bereichen neu aufgestellt, alte Zöpfe abgeschnitten und neue Bande geknüpft. Hinter uns steht ein starkes, sturmerprobtes Museumsteam und wir waren in jeder Hinsicht nie besser aufgestellt. Das Museumsteam wünscht sich genauso wie wir nichts sehnlicher, als wieder viele Besucher über unsere Ausstellungsdecks strömen zu sehen, an Familiensonntagen in freudige Kinderaugen zu blicken oder die nächste viel beachtete Sonderausstellung zu eröffnen. Wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte lange noch nicht die Besucherzahlen aus 2019. Die Corona-Krise hat uns jedoch das Potenzial erkennen lassen und wir sind uns sicher, dass viele außerordentlich erfolgreiche Jahre vor dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg liegen.“
Peter Tamm jun., Vorstand der Peter Tamm sen. Stiftung, Internationales Maritimes Museum Hamburg (IMMH), Kaispeicher B, Koreastraße

Vivian Brodersen © Privat
Vivian Brodersen © Privat

BESCHWINGTE GELASSENHEIT. „Ostern? Auferstehung? Optimismus? Meine geliebte Großmutter hat zwei Weltkriege miterlebt, vier Kinder bekommen, war immer elegant und interessiert sowie voller kluger Ratschläge – bis an ihr Lebensende mit 97 Jahren. Sie war sehr humorvoll, ironisch und voller Verständnis für die Jugend und hat sich mir gegenüber niemals weder über Krankheiten noch Sorgen beklagt. Besonders deshalb war es mir als Kind und später als Jugendliche stets eine große Freude, sie zu besuchen, mit ihr zu lachen und ihre spannenden Erlebnisse zu hören. Und so hätte sie auch dieses Corona-Jahr gemeistert: mit Gelassenheit, augenzwinkerndem Schimpfen auf die Politik oder kopfschüttelnden Sätzen wie: „Zustände sind das, nein, weißt Du …“. Oder sie hätte auch fachkundige Kommentare zum Zweitliga-HSV losgelassen. Am Ende der Gespräche wäre ich beschwingt und motiviert davongegangen. 

Also: Wir haben die Wahl, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und wie wir mit Herausforderungen umgehen. Natürlich ist die Pandemie nicht einfach. Aber, noch kann ich wählen und entscheide mich dafür: Ich freue mich auf den Frühling und den Sommer, auf spannende Projekte im Job und auf die Zeit mit der Familie. Und ich hoffe darauf, Menschen wieder durch Nähe zu helfen und wieder das Träumen von einer schönen Zukunft zu genießen. Die Pandemie wird vorübergehen. Mein Fazit: Gelassen bleiben und meiner Großmutter die Ehre und Freude erweisen, in ihrem Sinne fortzufahren. Wie heißt es im United Kingdom so treffend: Keep calm and carry on!“ 
Vivian Brodersen, Marketingfachfrau und u.a. Kuratorin der Ausstellung „Open Art“ auf dem Überseeboulevard 

Gunther Bonz © Eurogate
Gunther Bonz © Eurogate

ERWARTUNGEN ZU OSTERN. „Der Hamburger Hafen hat sich in der Corona-Krise robust behaupten können. Als Teil der kritischen Infrastruktur haben die Umschlagsunternehmen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche ihre Dienstleistungen unverändert erbracht. Die volkswirtschaftlichen Versorgungsketten konnten aufrechterhalten werden. Vor wenigen Tagen konnte der Bundesverkehrsminister verkünden: Die Elbvertiefung ist fertig – leider ist die Hamburger Hafenverwaltung noch nicht so weit. Können wir also unbeschwert in die Zukunft blicken? Mitnichten. 1975 war Rotterdam der größte Hafen der Welt, Hamburg weltweit die Nummer drei. Von den zehn größten Häfen der Welt befinden sich heute neun in Asien und einer in Amerika. Die wirtschaftlichen Gewichte haben sich in den letzten Jahrzehnten massiv verschoben. Europa und Deutschland haben im weltweiten Wettbewerb an Boden verloren. Jüngste Entscheidungen in Brüssel wie zum Beispiel der „Green Deal “ werden eine weitere De-Industrialisierung Europas zur Folge haben. 

Hamburg als Universalhafen hat seinen Platz als zweitgrößter europäischer Hafen vor wenigen Jahren an Antwerpen verloren. Die Ursachen für den innereuropäischen Bedeutungsverlust sind ganz wesentlich zu hohe Kosten auf staatlicher wie auch auf betrieblicher Seite, bürokratische Strukturen (wie zum Beispiel das 20 Jahre dauernde Verfahren für die Elbvertiefung), massive Nachteile in Deutschland im Steuer- und Umweltrecht. Seit mehreren Jahren gehen vor allem Investitionen mittelständischer Hafenunternehmen an Hamburg vorbei in unsere Konkurrenzhäfen. Vor wenigen Wochen hat dann auch noch der Senat die geplanten Zuwendungen an die Hamburg Port Authority (HPA) für die Haushaltsperiode 2021/2022 um über 50 Millionen Euro gekürzt. Und das, obwohl der gleiche Senat jüngst die volkswirtschaftliche Bedeutung des Hafens betont hat: 40.000 Hafenbeschäftigte schaffen über 500.000 weitere Arbeitsplätze im „Hinterland“. Was ist zu tun: 
Die Hafenunternehmen müssen ihre eingeleiteten Kostensenkungsprogramme fortführen und schnell umsetzen. Potenziale im Containerumschlag können durch eine Kooperation von HHLA und Eurogate gehoben werden.
Senat und Bürgerschaft müssen die HPA finanziell besser ausstatten.
Die deutsche Einfuhrumsatzsteuer muss schnellsten an die europäische Norm, so wie sie in Rotterdam und Antwerpen besteht, angepasst werden.m
Nicht Radwege, sondern Stärkung und Ausbau der Industrie müssen auf Platz eins der politischen Tagesordnung stehen.
Neue Aktivitäten im Hafen wie der Wasserstoff dürfen keine Worthülsen sein, sondern müssen schnellstens durch Planungen und staatliche Rahmenbedingungen umgesetzt werden – leider sind unsere Wettbewerber hier schon wieder weiter.

Die Zukunft beginnt heute. Überlassen wir sie nicht unseren Wettbewerbern. Nach Ostern kommt die Auferstehung.“
Gunther Bonz, Generalbevollmächtigter der Container-Terminal- und Logistikgruppe Eurogate und Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH)

Clementine Schmore © Leif Schmodde
Clementine Schmore © Leif Schmodde

KLEINE NORMALITÄT. „Bei der letzten Umfrage der HafenCity Zeitung bezüglich der Corona-Krise und des Lockdowns hatten wir uns optimistisch gezeigt und damals nicht geahnt, wie lange der Atem letztendlich sein musste. Heute im März 2021 ist der Überseeboulevard wieder menschenleer wie so oft in den letzten Wochen – und das bei schönem Wetter! Kein internationales Publikum, kein Kino, keine Bars, kein Essengehen und kein Bummeln. Auch Ausstellungen und Veranstaltungen auf dem Boulevard fehlen. Zu Beginn eines Jahres reisen wir normalerweise zur Maison & Objet in Paris und zur Fashion Week in Berlin, um schöne Dinge für den Kuestensilber Concept Store zu entdecken. Aber die Messen sind natürlich alle abgesagt. Ein Lichtblick für uns ist Click & Meet: Seit letztem Montag dürfen wir, mit Voranmeldung, privates Shopping anbieten – ein kleiner Schritt in Richtung Normalität.  

Warum also sollten wir immer noch optimistisch in die Zukunft blicken? Weil unsere Kunden uns in diesem harten Jahr mit Local Shopping und Click & Collect die Treue gehalten haben. Ihretwegen sind wir gut durch das vergangene Jahr gekommen – vielen Dank! Und deshalb schauen wir erneut ganz optimistisch auf Frühjahr / Sommer 2021.
In diesem Sinne, frohe Ostern und bleiben Sie gesund!“
Clementine Schmodde, Inhaberin und Gründerin ­Kuestensilber, Überseeboulevard

© The Table
© The Table

»WIR STOSSEN ALLE AN GRENZEN.« „Heute blicke ich optimistischer in die Zukunft als beim ersten Lockdown, wo man noch nicht wusste, wo die Reise hingeht und ob man überhaupt einen Impfstoff finden wird. Für uns Gastronomen ist es unfassbar schwierig mit der Situation umzugehen, weil wir zu den ersten gehören, die schließen mussten, und zu den letzten, die wieder öffnen dürfen. Beim ersten Lockdown war ich neun Wochen, inzwischen bin ich im dritten Lockdown schon wieder viereinhalb Monate zu Hause – das geht ans Gemüt. Ich muss mir selbst ständig in den Hintern treten, um nicht negative Energie und Gedanken aufkommen zu lassen. Ich gehe jetzt im Wechsel mit Joggen immer öfter Walken, zwei Stunden rund um den Großensee, wo wir mit der Familie leben. Das tut mir gut. Und ich verbringe viel Zeit mit der Familie und unseren drei Kindern, die eineinhalb, 6 und 9 Jahre alt sind. Das ist ungewohnt. Es ist jetzt ständig ordentlich fröhlicher Trubel um mich herum, während ich sonst zehn Stunden am Tag im Restaurant The Table verbringe, wo alles extrem kontrolliert und ruhig abläuft. Außerdem habe ich neben dem Zu-Hause-Kochen natürlich neue Aufgaben in der Erziehung und Betreuung unserer Kinder von meiner Frau bekommen. 

Das macht Spaß. Aber nun ist nach viereinhalb Monaten Lockdown auch Schluss mit lustig, das spüre ich überall, bei jeder und jedem. Auch unsere Mitarbeiter, die auf Kurzarbeit und im Homeoffice sind. Und ich kann das Restaurant The Table, das ja keine Außengastronomie hat, nicht öffnen und es fehlt ein Zeithorizont, wann es wieder losgehen kann. Wenn das nicht bald passiert, sehe ich die Gefahr, dass meinen Mitarbeitern und mir bald jegliche Energie verloren geht. Wir stoßen inzwischen alle an unsere Grenzen und hoffen einfach, dass es endlich wieder losgeht. Ich bin ein positiver Typ und gehöre nicht zu den Meckerern und Pessimisten. Aber andere Länder sind uns beim Impfen, dem nachhaltigsten Schutz und der Chance auf reguläre Wiedereröffnung, leider meilenweit voraus. Die Regierung hat es im Sommer 2020 versäumt, alles vorzubereiten, um eine Herdenimmunität durch Impfen zu planen und schnell zu ermöglichen. 

Kevin Fehling © The Table | Georg Wendt | dpa
Kevin Fehling © The Table | Georg Wendt | dpa

Angesichts der sogenannten Dritten Welle gehen mir zwei Gedanken durch den Kopf: Einerseits sehe ich positiv in die Zukunft, weil inzwischen mehrere Impfstoffe vorhanden sind. Andererseits dauert das Impfen einfach viel zu lange! Für mich kann ich damit umgehen, weil ich schon immer positive Lebensenergie in mir trage, und die hat mir auch die Corona-Zeit nicht nehmen können. Und unser Vier-Gänge-Menü, „The Table Box“, von dem wir jede 2.Woche 70 Boxen produzieren und per Post versenden, wird super gut angenommen und ist jedes Mal nach spätestens zwei Stunden ausverkauft. Dafür sind wir besonders dankbar, weil wir damit einen Teil der laufenden Kosten decken können. Denn unsere Mitarbeiter bekommen alle von mir aus privaten Mitteln aufgestocktes Kurzarbeitergeld. Das ist mir deswegen unheimlich wichtig, damit unsere Mitarbeiter ihren Lebensstil  beibehalten können, den sie sich über Jahre mit der Gewissheit aufgebaut haben, dass sie Trinkgeld bekommen – was nun schon seit einem Jahr weitgehend fehlt und in der Gastronomie einen großen Einkommensteil ausmacht. Allein wir haben bislang einen Umsatzverlust von rund einer Million Euro im Pandemie-Jahr. Man muss immer wieder betonen, dass rund sieben Millionen Menschen in Deutschland in und mit der Gastronomie arbeiten und jährlich über 60 Milliarden Euro Umsatz bewegt werden. Das wird offenbar immer wieder vergessen.

Ich muss mir selbst ständig in den Hintern treten, um nicht negative Energie und Gedanken aufkommen zu lassen. Ich gehe jetzt im Wechsel mit Joggen immer öfter Walken, zwei Stunden rund um den Großensee, wo wir mit der Familie leben. Das tut mir gut.
Kevin Fehling, Inhaber The Table

Zu den kommenden Festtagen machen wir mit vier anderen Sterneköchen zusammen eine Woche vor Ostern ein Fünfgang-Menü mit Champagner, das ist die Hamburg Five Star Chefbox. Es wäre schön gewesen, zu Ostern symbolisch The Table wiederzueröffnen, aber das ist unrealistisch. Für Restaurants ohne Außengastronomie wird es sicher noch ein bis zwei Monate dauern. Und das, wo wir noch beim ersten 9-Wochen-Lockdown dachten, dass die Regierung sich keinen zweiten Lockdown wirtschaftlich erlauben kann. Wie verrückt war denn die Idee der Kanzlerin, dass bei einem Inzidenzwert von 35 zwei Wochen später wieder alle eröffnen könnten. Darüber wäre das ganze Jahr 2021 mit einem Lockdown für uns Gastronomen hinweggegangen. Und wenn man weiter so schleppend impft wie zurzeit, können wir wahrscheinlich nicht vor August oder September öffnen. 

Der einzige schwache Trost ist, dass es nicht an uns und unseren guten Hygienekonzepten liegt, dass wir geschlossen haben. Und ich verstehe auch, dass die Situation für alle neu ist, nicht nur für uns Gastronomen, für Veranstalter oder Künstler, sondern auch für die Politik. Aber es gibt Versäumnisse und Fehler, die nicht zu verzeihen sind, weil es um Leben und Tod geht und nicht um irgendwelche Inzidenz- und Lockerungsexperimente. Man müsste mit mehr Herz an die Sache herangehen und an uns, an die Bürgerinnen und Bürger denken. Mir fällt dazu nur ein: The German Angst. Wir wollen alles perfekt machen und stolpern über unsere eigenen Füße, weil wir zu kompliziert und zu bürokratisch denken.“
Kevin Fehling, Drei-Sterne-Koch, Inhaber und Gründer des Restaurants The Table, Shanghai­allee sowie der Puzzle Bar im Campus Tower, Versmannstraße

Ute Peters © Privat
Ute Peters © Privat

GEGENSEITIG STÄRKEN. „Kinder springen, Kinder lachen, Kinder freuen sich, Kinder sind immer wieder bereit, alles Schöne sofort zu bemerken. Und: Kinder machen sich auch Sorgen, beobachten uns Erwachsene ganz genau, haben feine Antennen und nehmen wahr, dass uns die Pandemie sehr beschäftigt. Kinder bringen uns zum Schmunzeln, begegnen uns mit viel Zuneigung und Fröhlichkeit, bringen uns aber auch manchmal an den Rand unserer Nerven und lenken uns in jedem Fall von den Sorgen rund um die Pandemie ab. In der Katharinenschule in der HafenCity blicken wir mit viel Hoffnung in den Frühling. Wir freuen uns, dass die Kinder wieder in die Schule kommen dürfen und hoffen sehr, dass dies trotz steigender Infektionszahlen auch so bleibt. Die Kinder waren glücklich, endlich wieder ihre Freundinnen und Freunde zu treffen und auch wieder in der Gruppe lernen zu dürfen. Die Freude ist auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trotz aller Sorgen deutlich spürbar! 

Die Kinder und die Eltern in der HafenCity haben unsere Schule großartig in den letzten Wochen unterstützt. Jetzt freuen wir uns alle auf das wärmere Wetter und darauf, dass die Aufbruchstimmung, die mit dem Osterfest verbunden ist, uns allen Kraft und Mut für die hoffentlich letzten Pandemiewochen und -monate gibt. Ich hoffe sehr, dass wir uns gegenseitig stärken und uns von der Leichtigkeit der Kinder, von den Frühlingsblumen, der Sonne und dem blauen Himmel in dieser schönen Stadt immer wieder zu guter Laune anstecken lassen!“
Ute Peters, Leiterin der Katharinenschule in der HafenCity, Am Dalmannkai

© Dialog im Dunkeln
Dr. Andreas Heinecke (re.) © Dialog im Dunkeln

WEITERE HERAUSFORDERUNGEN MEISTERN. „Wir freuen uns sehr darauf, so schnell wie möglich wieder Besucher zu empfangen. Dank der großartigen Unterstützung der Stadt Hamburg und vieler anderer Sponsoren haben wir es bis hierhin geschafft und meistern hoffentlich auch noch alle weiteren Herausforderungen.“
Dr. Andreas Heinecke, Geschäftsführer Dialog im Dunkeln

Anne-Katrin Schmidt © Dialog im Dunkeln
Anne-Katrin Schmidt © Dialog im Dunkeln

„Meine Hoffnung ist, dass der Erlebnishunger aller sehr groß sein wird. Und wir alle wieder gemeinsam in den Dialog gehen.“ Anne-Katrin Schmidt, Besucherservice & Events

Anne-Katrin Schmidt © Dialog im Dunkeln
Michael Richard © Dialog im Dunkeln

„Ich bin sehr zuversichtlich und denke, dass wir ab dem Sommer als erstes im zwischenmenschlichen Bereich ganz schnell zur ,alten Normalität‘ zurückfinden.“ Michael Richard, Workshops Dialog im Dunkeln

Britta Päsch © Dialog im Dunkeln
Britta Päsch © Dialog im Dunkeln

„Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft. Die Menschen sehnen sich nach einem Jahr mit viel sozialer Distanz nach einem Mitein-ander. Denn gemeinsame Aktivität stärkt ,Wir-Gefühl‘ und  Vertrauen.“ Britta Päsch, ­Workshops Dialog im Dunkeln

Michael Pure © Dialog im Dunkeln
Michael Pure © Dialog im Dunkeln

„Ich muss nicht sehen, was die Zukunft bereithält. Neue Möglichkeiten und Chancen eröffnen sich mir nach dem Lockdown.  Warum soll ich mich also fürchten?“ Michael Pruy, Ausstellung Dialog im Dunkeln

Simone Bettermann © Dialog im Dunkeln
Simone Bettermann © Dialog im Dunkeln

„Auch wenn es mir nicht immer leichtfällt, blicke ich optimistisch in die Zukunft. Überstandene Krisen in meinem Leben haben mir gezeigt, dass nach jedem Tief immer ein Hoch folgt.“ Simone Bettermann, Ausstellung Dialog im Dunkeln

Patrick Körnig © Dialog im Dunkeln
Patrick Körnig © Dialog im Dunkeln

„Sehr optimistisch. Denn es ist zugleich eine große Chance zur positiven Veränderung.” Patrick Pörnig, Haustechnik

Michaela Küchenmeister © Dialog im Dunkeln
Michaela Küchenmeister © Dialog im Dunkeln

„Ich kann den Wind nicht ändern, ich kann aber die Segel richtig setzen und hoffe in den kommenden Monaten, Corona über Bord zu werfen und mit den Kolleg:innen wieder voll Fahrt aufzunehmen.“ Manuela Küchenmeister, Dinner in the Dark

Tobias Schauenburg © Dialog im Dunkeln
Tobias Schauenburg © Dialog im Dunkeln

„Nach dem Corona-Jahr freue ich mich besonders auf die hoffentlich zahlreichen Besucher und meine damit verbundene Arbeit als Guide, welche ich dann wieder beginnen kann.“ Tobias Schauenburg, Ausstellung Dialog im Stillen

Katharina Hoffmann © dialog im Dunkeln
Katharina Hoffmann © Dialog im Dunkeln

„Speicherstadt und HafenCity gehören für mich zum Herzen von Hamburg. Ich freue mich sehr darauf, wenn endlich wieder Leben in diese ganz besonderen Stadtteile einzieht.“ Katharina Hoffmann, Personal

Mattias Enge © Dialog im Dunkeln
Mattias Enge © Dialog im Dunkeln

„Der Optimismus ist mir nie abhandengekommen. Schwierige Zeiten, denen wir uns persönlich wie beruflich stellen müssen, stärken uns letzten Endes.“

Matthias Enge, ­Finanzen

NEUE ZEITEN, NEUE ANTWORTEN. „Wir leben nun seit über einem Jahr mit der Coronavirus- Pandemie und spüren die Auswirkungen sowohl im privaten Umfeld als auch geschäftlich mit Kunden – auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Viele Menschen bangen weiterhin um ihre Existenzen, insbesondere Selbständi-ge, Gastronomen aber auch viele Angestellte im Dienstleistungsbereich. Dies zu beobachten, schmerzt mich sehr. Persönlich sehne ich mich natürlich wieder nach einem Leben in der Ge-meinschaft mit Freunden und der Familie im geselligen Miteinander. Im Bankgeschäft konnten wir erstaunliche Entwicklungen wahrnehmen. Zum einen nutzen immer mehr Kunden unser Onlinebanking-Angebot als Ergänzung zur Filiale am Überseeboulevard und zum anderen wurde die Einführung der Videoberatung von unseren Kunden als sinnvolle Ergänzung und komfortable Lösung voll angenommen. So wurde Banking bequem mit Beruf und Familie zu Hause in das Homeoffice integriert. 

Deutsche-Bank-Chef Joachim Kalb (2.v.r.) mit seinen 12 HafenCity-Mitarbeiter:innen. © Kolja Warnecke
Deutsche-Bank-Chef Joachim Kalb (2.v.r.) mit seinen 12 HafenCity-Mitarbeiter:innen. © Kolja Warnecke

Viele Kunden haben sich in den letzten Wochen und Monaten intensiver mit ihren privaten Fi-nanzen beschäftigt und unsere Beratungskompetenz in Anspruch genommen. Eine neue Zeit braucht auch neue Antworten. Unsere Kunden beschäftigen sich weiter mit dem anhaltenden Niedrigzins-Umfeld und suchen Lösungen für die Gegenwart und für die Zukunft. Ich persönlich blicke positiv in die Zukunft und hoffe darauf, dass wir gemeinsam die Coronavirus-Pandemie überwinden werden. Ebenso wünsche ich mir, dass unsere Wirtschaft, unsere Region und unsere HafenCity zur alten Stärke und Strahlkraft zurückkehren werden – und uns allen wünsche ich vor allem Gesundheit.“
Joachim Kalb, Filialdirektor Deutsche Bank Hamburg-HafenCity, Überseeboulevard

Gedankensprünge von Andy Lindemann im Sandtorpark © Elbe&Flut | Maria Knuth
Gedankensprünge von Andy Lindemann im Sandtorpark © Elbe&Flut | Maria Knuth

KLIMA, KLUM, KLAMAUK. „Noch gar nicht lange her, dass das Wetter sprunghaft umschlug: Von eisigen -15°C auf milde +15°C, sagenhafte 30°C Unterschied quasi von heut’ auf morgen. Krasse Schwankungen, auf die wir uns einstellen und mit denen wir in Zukunft leben müssen. Zwar schön, dass wir gerade auf dem Mars gelandet sind, aber wann besinnen wir uns endlich, prioritär diese einzig uns bleibende Erde zu schützen, die Umwelt für unsere Kinder zu bewahren? Extreme Katastrophe! Klimawandel: Kapriolen!
Die Tage werden länger. Schmetterlinge in der Luft, Kribbeln im Bauch. Glücksgefühle, Liebe! Das Leben blüht auf. Nicht nur das Fenster im Homeoffice aufmachen, vielmehr raus an die Luft, in die Natur. Frische Energie und Kraft tanken. Motivation und Vitalität steigern, Freude am Machen und Tun, neue Dinge probieren – Luftsprünge. Lasst uns verrückt sein. Kind of Magic: Kapriolen!
Die Sonne wärmt mehr und mehr das Gemüt. Frühling. Krokus- und Kirschblüte. Die letzten Meisenknödel in den Bäumen sind leergepickt, die verbliebenen Netze werden jetzt durch bunt bemalte Eier ersetzt. Irritiert picken die kleinen Vöglein an diesen herum und denken: Haben die Menschenwesen ’ne Meise, das unterstützende Winternotprogramm abzusetzen?! Neuorientierung. Das christliche Osterfest steht vor der Türe, Auferstehung. Was, schon wieder April, wie die Zeit vergeht! Kyrie-eleison-Litanei zur Gottesdiensteröffnung: Kapriolen! 

Paradiesvögelchen Heidi ist ebenfalls unterwegs und sucht wieder einmal das alljährliche Topmodell. So langweilt diese Show uns seit je her, die Protagonistin nervtötet mit aufgesetztem Gequietsche, die Ladys heulsusen was die Tränendrüsen hergeben. Nicht einmal mehr die angehenden „last Twenty“ können einem ansatzweise zu erwartenden Niveau standhalten. Was gab es doch für schrille Girls: Klaudia mit K! Wo sind denn jetzt „deine“ Mädchen mit Personality, Heidi? Klum: Kapriolen!
Attitude, Baby! No real Kunst und Kultur – Dafür real potential Konsumgehabe im Fernsehen. Und was noch? Was geht bei den Kreativen: Creative Cloud, Clustering, Calls and BusinessCaspers. Schlaue Brains stormen. Outbound ist extremely wichtig, wir brauchen Leeds, mehr Leeds (Leadership in Energy and Environmental Design). Wer hat den Pitch gesnapped? Incoming outgoing – hung up! … Auf einen Klönschnack, Herr Kreativdirektor? Kauderwelsch: Kapriolen!
BullshitBingo, Pseudoplattitüden. Es gab da mal jemanden mit Thesen. Nein, nicht Luther. Lenin! Angetreten mit seinen Aprilthesen, die provisorische Regierung zu stürzen, die aufgrund wirtschaftlichen Zusammenbruchs, zunehmender Arbeitslosigkeit und dramatischer Versorgungsnot am Scheideweg stand. Zugegeben sehr weit hergeholt und bestimmt nicht haltbar der Ansatz, aber wenn man sich auf der Straße umguckt, was Randgruppen in der Öffentlichkeit demonstrativ veranstalten und Querdenker auch teils gewaltbereit propagieren. Klassenkampf: Kapriolen!

Lange Schlangen vor Supermärkten und Drogerien. Versorgungsnot in Sachen Impfstoff und Schnelltests! Ein Desaster. Verantwortlichen Salesmanagern und Logistikern hätte man in der freien Wirtschaft schon längst den Sessel unterm Allerwertesten weggezogen. Es geht noch schlimmer: Einige bereichern sich zu ihrem eigenen Vorteil in großen Summen an dem Notstand einer gesamten Bevölkerung. Wie wäre es für die Moraldissidenten mit erzieherischem Sozialdienst in Notfalleinrichtungen und lebenslangem Maskennähen im Kabinettskeller? „Ehrenwort“-Transparenzoffensive! – echt, deren ernst? Politikverdrossenheit! Ach, wundert so etwas noch einen von uns „Normalbürgern“? Kirmes: Kapriolen!
Zum Schluss noch ein kurzer Sprung in die zweite Liga. Ist unser HSV wieder drauf und dran, den Aufstieg zu gefährden, geht den Sportlern kurz vor dem Ziel wieder einmal die Luft aus? Nach einer kurzen Schwächeperiode scheint es ja so, als könne es diese Saison mit dem Aufstieg endlich klappen. Nur der HSV! Kopfsache: Kapriolen!
Irgendwie scheint doch fast alles wie immer! Was für ein Klamauk! Wäre da nicht diese Corona, das kleine Miststück! Trotz alledem bin ich sehr zuversichtlich! Wir hoffen doch alle auf unvorhergesehene Wendungen und verrückte Einfälle, die der Krise in allen Bereichen trotzen. Wünsche mir, dass wir verantwortungsbewusst und maßvoll mit den wiedergewonnenen Möglichkeiten umgehen. 
Und diesmal bitte: keine Kapriolen!“
Andy Lindemann, Kreativdirektor ELBE&FLUT, Am Sandtorkai

Damaris + Nils Kuprat © Prime Time fitness Hamburg
Damaris + Nils Kuprat © Prime Time fitness Hamburg

DRAMATISCH FAHRT AUFNEHMEN. „Ich freue mich besonders auf Ostern und das Frühjahr, weil wir aus dem letzten Jahr wissen, dass das Corona-virus, das uns noch so zu schaffen macht, bei wärmeren Temperaturen besser zu kontrollieren ist. Der Winterblues ist nun vorbei und man merkt auch in den Straßen der HafenCity, dass die Leute einfach „besser drauf“ sind. Wir freuen uns über die Sonnenstrahlen und die ersten Krokusse. Die Natur erwacht und wir Menschen langsam auch. Persönlich freue ich mich in diesem Jahr besonders, da unser zweites Kind um Ostern herum zur Welt kommen wird. Das letzte Jahr hat unsere Branche und natürlich auch mich hart getroffen. Trotzdem bin ich froh, dass ich vor fast vier Jahren den Schritt in die HafenCity mit dem Sportstudio gemacht habe. Ich durfte wunderbare Mitglieder und Kollegen kennenlernen und tolle Entwicklungen sehen. Natürlich war das letzte Jahr ein wirtschaftlicher Rückschritt, aber nach dem Lockdown kamen die Mitglieder wieder zurück ins Studio und wollten nicht mehr alles nur online im Wohnzimmer machen. 

Viele erzählten mir, wie schwer es ihnen fällt sich zu Hause zum Sport zu motivieren. Ein Ort, wo auch andere sportlich sind, spornt an und vor allem der Austausch mit Trainingsexperten ist wichtig, um auch schnellstmöglich die besten Erfolge zu erzielen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass nach dieser Zeit der eher „wenigen Bewegung“ es ein größeres Gesundheitsbewusstsein geben wird. Ich schaue eigentlich ganz optimistisch auf das Frühjahr und den Sommer. Menschen wollen nun einmal von Menschen trainiert werden und ich bin sehr stolz, dass alle meine Mitarbeiter weiter mit an Bord sein werden und wir somit wie bisher den gewohnten Service bieten können. Persönlich hoffe ich, dass das Impfen dramatisch an Fahrt gewinnt und dass wir schnellstmöglich genug Impfstoff in Deutschland haben werden um keine weiteren Lockdowns befürchten zu müssen. Ich bin froh, dass jeder inzwischen verstanden hat, dass etwas Sport und gesunde Ernährung dem Körper und vor allem dem Immunsystem gut tut. Ich werde in diesem Bereich weiter das Beste anbieten und freue mich auf eine Zeit ohne Lockdowns.“
Damaris und Nils Kuprat, Geschäftsführer PRIME TIME fitness HafenCity, Überseeboulevard

Gunter M. Böttcher, Fraktionsmitglied CDU von Hamburg-Mitte: Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat auf Antrag der CDU beschlossen, dass die zuständige Senatsbehörde gebeten wird, am Bezirksamt-Hamburg Mitte eine automatische Abholstation für Personalausweise, Reisepässe und elektronischen Aufenthaltstiteln als Pilotprojekt aufstellen. © Privat
Gunter M. Böttcher © Privat

„WIEDER HERR ÜBER DEN EIGENEN OUTLOOK-KALENDER“. „Frühling – Ostern – Auferstehung – Neubeginn. Ein Jahr Homeoffice. Ein Jahr ein anderes Leben. Aber keine verlorene Zeit. Das Frühjahr 2020 wollte meine Frau zu Studien- und Forschungszwecken in Florenz verbringen. Die kleine Unterkunft in der Stadt war organisiert, auch die Reise mit Hund und Sack & Pack; mein Arbeitgeber war dank der neuen Regelung „Workplace Flex“ offen dafür, dass ich ausprobiere, einige Wochen im Wechsel vom Homeoffice (in Florenz) und im Büro in Hamburg zu arbeiten. Dann kamen die ersten Meldungen aus Norditalien, dann weitere Meldungen über Quarantäne-Abriegelungen einzelner Gemeinden. Und dann immer mehr Meldungen. Also sind wir zu Hause geblieben, haben alles storniert und sind am Ende glücklich gewesen, nicht in der Ferne festzusitzen. Das Homeoffice war dann zu Hause, die Forschungsarbeit meiner Frau virtuell.

Dieses (Früh-)Jahr: Weiterhin Homeoffice, das gut funktioniert, virtuelle Sitzungen in der Bezirkspolitik, was zunehmend besser funktioniert (und in Kürze auch endlich mit einem Live-Streaming der virtuellen Sitzungen), virtuelles Studium. Viel Bildschirmzeit. Aber auch viel bewusster Ausgleich durch fest eingeplante Pausen. Ich bin inzwischen wieder Herr über meinen Outlook-Kalender! Das Arbeiten ist aufmerksamer geworden, die Abgrenzung zum Privaten wird bewusst beachtet. „Keine Urlaubsplanungen“ klingt vielleicht negativ, ist aber von uns ins Positive umgelenkt worden: Wir haben ganz normal Urlaubstage genommen und in dieser Zeit tolle Entdeckungen in der näheren und weiteren Nachbarschaft gemacht, bei langen Spaziergängen kreuz und quer durch die Speicherstadt und dank neuer Fahrradhelme auch wieder mehr das Fahrrad genutzt, um zum Beispiel die Peking zu besuchen. Auch wenn es 2021 (wieder) keinen Familien-Osterbrunch gibt. Die Familie trifft sich alle zwei Wochen sonntagnachmittags virtuell zum Familienplausch, das ist ehrlich gesagt öfter als vor der Pandemie-Zeit. 

»Wir haben kein Netflix, sehen ­gefühlt nicht mehr fern als vor der ­Pandemie, haben aber wieder mehr Bücher in die Hand genommen.«
Gunter Böttcher, Rechtsanwalt und CDU-Bezirksabgeordneter

Ansonsten gilt: Wir haben kein Netflix, sehen gefühlt nicht mehr fern als vor der Pandemie, haben aber wieder mehr Bücher in die Hand genommen. Auch viel „Triviales“ ist dabei, Hamburg-Krimis wie Klaus Spieldenners „Elbflucht“, historische Romane oder Sachbücher. Und auch der Luxus, mal ein Buch nicht zu Ende zu lesen, wenn es nicht gefällt, aber behalten wird es dennoch, bestenfalls „freigelassen“. Und wie man an meinem Homeoffice-Arbeitsplatz sehen kann – der Platz für „Print“ wird eng. Aber e-Books sind (noch) keine Alternative für uns.“
Dr. Gunter M. Böttcher, Rechtsanwalt, Bezirksabgeordneter für die CDU in Hamburg-Mitte, lebt in der HafenCity, Hongkongstraße

Steffi Osterwind © Sakura SPA
Steffi Osterwind © Sakura SPA

LÄUFT GANZ GUT. „Auferstehung ist eine schönes Bild. Nachdem ich seit November nur Pediküre im Sakura Spa anbieten durfte, steht nun endlich in der Verordnung vom März 2021, dass „körpernahe Dienstleistungen“ erlaubt sind. Das bedeutet, dass ich auch wieder Maniküre und Wimpernfärben sowie Massagen anbieten darf. Alle Dienstleistungen, bei denen der Kunde eine medizinische Maske tragen kann. Die Kosmetik aber, welches mein Hauptgeschäft ist, ist nur möglich mit aktuellem, negativen Covid-19-Test aus einem Testzentrum. Möglich, aber ziemlich kompliziert. Auferstehung sieht anders aus. Ich mache das Beste daraus. Ich versuche, alles anzubieten, was ich mit höchsten Schutz für meine Kunden und für mich anbieten darf und das läuft auch schon ganz gut. Außerdem sind meine Make-up-Online-Workshops auf Zoom zum Renner geworden. Für die Zukunft wünsche ich mir eine Impfung für so viele Menschen wie möglich, damit wir bald alle wieder ein halbwegs normales Leben haben – inklusive Kosmetik.“
STEFFI OSTERWIND, Inhaberin Sakura Spa, Am Sandtorkai

Dirk Hünerbein © URW
Dirk Hünerbein © URW

„WER SONNE KENNT, KANN NICHT VERZWEIFELN“. „Wir vom Westfield Hamburg-Überseequartier in der HafenCity blicken optimistisch nach vorne. Dies liegt daran, dass wir davon ausgehen, dass Frühling und Sommer Entspannung in das Infektionsgeschehen bringen und dadurch auch unsere Partner, von denen viele hart getroffen wurden, wieder etwas durchatmen können. Wie wir nach dem ersten Lockdown in unseren Destinationen deutschlandweit gesehen haben, werden die Frequenzen im Einzelhandel und in Handelsimmobilien schnell wieder steigen. Optimistisch sind wir aber auch, weil wir nach wie vor der festen Überzeugung sind, dass wir mit unserem Konzept für das Westfield Hamburg-Überseequartier richtig liegen: Wir möchten einen Ort schaffen, an dem die Menschen wohnen, arbeiten und gerne ihre Zeit miteinander verbringen. Und gerade die zwischenmenschlichen Begegnungen – die uns vorher so selbstverständlich erschienen – sind es auch, die wir alle derzeit schmerzlich vermissen. Genau dafür werden wir mit dem Westfield Hamburg-Überseequartier im einzigartigen Flair der HafenCity den richtigen Rahmen schaffen. Dass dieser Ansatz auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Pandemie immer noch Sinn ergibt, zeigt uns das weiterhin hohe Interesse am Projekt aus den am meisten betroffenen Branchen wie Handel, Gastronomie, Freizeit und Tourismus. Diese Tatsache sowie unsere inzwischen auch oberirdisch sichtbaren Baufortschritte freuen uns natürlich sehr und stimmen uns positiv für die Zukunft.

Insofern glaube ich persönlich nicht nur an die Botschaft von Ostern, sondern vor allem auch für uns gemeinsam an Dietrich Bonhoeffers starke Worte zu Ostern und deren Ableitung: ,Wer Sonne kennt, kann nicht verzweifeln’“.
Dirk Hünerbein, Director of Development Germany, Unibail-Rodamco-Westfield, Am Sandtorpark

Raphael adrian Herder © Privat
Raphael adrian Herder © Privat

LEBEN SELBER IN DIE HAND NEHMEN. „Es steht Ostern, das Fest der Auferstehung und des Neubeginns, vor der Tür. Ich verbinde hiermit unter den aktuellen Umständen leider die dritte Coronawelle. Aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen der Corona-Neuinfektionen, des schlechten Einkaufsverhalten unserer Bundesregierung bei der Impfstoffbeschaffung, des schleppenden Voranschreitens von Corona-Impfungen und der Unvernunft vieler Mitbürger, die unbedingt über Ostern nach Mallorca fliegen wollen, gehe ich leider weiter davon aus, dass wir alle ein sehr ruhiges und trauriges Osterfest erleben werden. Die Corona-Neuinfektionen und die Todeszahlen werden nach Ostern stark steigen und wir werden ein weiteres Mal die Osterfeiertage nur im engsten Kreis unserer Familie feiern können. 

Die dritte Welle wird viele an den Rand Ihrer Existenz bringen und gerade den Alleinerziehenden und Singles wird ein weiteres Mal viel abverlangt. Anderseits ergibt sich daraus die Gelegenheit, die eigene Arbeitsweise und das private Leben zu hinterfragen und zu ändern. Jede Krise gibt uns die Möglichkeit, daraus zu lernen, unser Leben neu zu gestalten und wieder selber in die Hand zu nehmen. Es ist die Zeit, sich auf das Wesentliche zu besinnen und die Dinge zu erledigen, die wir alle so lange vor uns hergeschoben haben. Es ist auch die Zeit, zu erkennen, wie gut es einem selbst im Vergleich zu vielen anderen Menschen geht und dankbar zu sein für mehr Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben. 

Es ist die Zeit, sich auf das Wesentliche zu besinnen und die Dinge zu erledigen, die wir alle so lange vor uns hergeschoben haben. Es ist Zeit, zu erkennen, wie gut es einem selbst im Vergleich zu vielen anderen Menschen geht und dankbar zu sein für mehr Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben.«
Raphael Adrian Herder, Der HafenCity-Makler

Das Leben, nach dem wir uns alle sehnen, in dem wir uns endlich wieder mit dem Rest der Familie, mit Freunden und Kunden treffen und wieder in den Urlaub fahren können, das beginnt für die meisten von uns sehr wahrscheinlich erst im August, dem Monat, in dem fast alle ein Impfangebot erhalten haben sollten. 

Wenn es dann endlich soweit ist, dann bin ich mir sicher, dass wir es genießen und zu schätzen wissen, was wir für ein tolles Leben vor Corona hatten. Bis dahin drücke ich allen die Daumen, dass sie gesund bleiben, dass sie das Geschäft am Laufen halten können und wir dann in der zweiten Jahreshälfe alles nachholen, was wir aktuell vermissen.“
RAPHAEL ADRIAN HERDER, Gründer und Inhaber von HCH Der HafenCity-Makler, Am Kaiserkai

Iris Neitmann und Bernd Lahmann © Privat
Iris Neitmann und Bernd Lahmann © Privat

KLEINE LICHTBLICKE. „Wir sind wirklich nicht so leicht zu erschüttern. Wir haben selbstverständlich den ersten Lockdown mit ertragen. Wir waren entsetzt über die mangelnde Vorbereitung des Corona-Managements nach den Sommerferien und im Herbst, blieben aber doch geduldig. Nach dem Beginn der Impfungen, Einführung der Schnelltests und Lockerungen des Lockdowns seit 8. März hatten wir Hoffnungen auf einen zarten Neustart der Kultur, wenn auch mit Einschränkungen, haben aus dem Stand in neue Flyer und Banner investiert. Nun, wenige Tage später: Alles zurück auf Null. Wir können keine Ausstellung, keine Veranstaltung planen ohne verläßliche  Zukunftsperspektive. Während in Firmen nur etwas mehr Homeoffice erbeten wird,  Mallorca-Reisen mit dem Flieger erlaubt werden, darf auch mit besten Hygienekonzepten die Kultur schon wieder nicht öffnen. 

Das dilettantische Management  der Pandemie in Deutschland setzt selbst unserem Optimismus Grenzen. Die immer neuen Steuermilliarden, die statt guter Corona-Strategien für überteuerte Masken eingesetzt und als Hilfsgelder angekündigt werden, machen uns inzwischen wütend. Hilfsgelder, die vor allem bei großen Firmen ankommen, die ihre Steuerberater dafür finanzieren können, die jedoch kleine Firmen nicht erreichen, weil die Förderprogramme nicht mehr durchschaubar sind, weil die dazu benötigten Steuerberater überlastet und teuer sind, weil die Mittel zu spät ankommen. Irgendwann holen die verschwendeten  Milliarden uns ein, als Bürger, als Kulturschaffende, als Kulturliebende. Uns bleiben kleine Lichtblicke: Dass unser Winzerkunstangebot weiter möglich ist und erfreulich wertgeschätzt wird, dass wir für private Treffen Familen nicht mehr trennen müssen, dass Ostern vielleicht Sonne kommt und eine Ruhe, wie wir sie im ersten Lockdown durchaus geschätzt haben.“
Iris Neitmann und Bernd Lahmann, Forum StadtLandKunst und Galerie Hafenliebe

Nikolaus Osann © Wolfgang Timpe
Nikolaus Osann © Wolfgang Timpe

AUFREGENDE ZEIT. „Obwohl meiner Ansicht nach die Besetzung der Impf-Taskforce mit Gesundheitsminister Jens Spahn und Verkehrsminister Andreas Scheuer den Tatbestand der Verhöhnung erfüllt und auch Kanzleramtschef Helge Braun und Wirtschaftsminister Peter Altmaier ihren Amtseid nicht dem Wohl des deutschen Volkes, sondern dem Lebensmotto von Bär Balu geleistet zu haben scheinen, glaube ich trotzdem, dass durch glückliche Zufälle irgendwann genug Impfstoff in die Hände lösungsorientierter Personen gelangt und die Pandemie bis zum Herbst entscheidend eingedämmt wird. Dann wird sicherlich eine sehr aufregende Zeit kommen, vielleicht mit einer ähnlichen Grundstimmung wie in den 70er Jahren. Was wirtschaftlich passiert, ist schwer abzuschätzen. Durch die Beschränkungen wurden ja überwiegend Branchen schwer geschädigt, die sich im Bereich nicht nachholbaren Konsums befinden, wie Gastronomie und Kultur. Trotzdem wird es wahrscheinlich durch das Ungleichgewicht von schuldenfinanzierten Geldmengen zum Warenangebot starke Preisanstiege, aber auf der anderen Seite auch Notverkäufe geben. Viele werden ihre Betriebe aufgeben oder lange ihre Schulden abbezahlen müssen.

Unsere Geigenbauwerkstatt hat 2020 wirtschaftlich sehr gut überstanden, weil viele Menschen wieder Zeit hatten, ihre Instrumente zu spielen. Erst 2021 kam ein deutlicher Einbruch. Die Werkstatt in der HafenCity ist nahezu kundenfrei. Aber das erste Konzert in einem vollbesetzten Konzertsaal wird sicherlich ein unvergessliches Erlebnis werden.“
Nikolaus Osann, Gründer und Inhaber der Geigenbauwerkstatt, Am Kaiserkai

Kanzleramtschef Helge Braun und Wirtschaftsminister Peter Altmaier scheinen ­ihren Amtseid nicht dem Wohl des deutschen Volkes, sondern dem Lebensmotto von Bär Balu geleistet zu haben.«
Nikolaus Osann, Geigenbauwerkstatt

LANGER ATEM. „Ein herzliches Dankeschön an die Nachbarschaft. Seit nunmehr drei Jahren habe ich eine Buchhandlung in der Shanghaiallee 21. Da hier vieles erst noch im Entstehen ist, braucht man als Geschäftsinhaber schon einen langen Atem, aber mit so tollen Nachbarn, die einen durch regelmäßige Besuche und Einkäufe unterstützen, macht es wirklich Freude. Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben. Natürlich war der zweite Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft ein großer Schock und in 2021 (wir waren ja alle so froh, als wir endlich das Jahr 2020 abhaken konnten) hatten wir ja auch keinen guten Start. Umso mehr freue ich mich, dass wir als Buchhandlung und somit jetzt als Geschäft des täglichen Bedarfs, seit 8. März wieder öffnen durften. Wir waren immer im Laden, waren telefonisch und per Mail erreichbar und konnten zumindest Kundenwünsche per Click & Collect erfüllen. Es ist aber doch schöner, Kunden im Laden begrüßen zu dürfen und ihnen die Möglichkeit zu geben sich umzuschauen. Gerade bei Büchern möchte man sich einfach mal inspirieren lassen. Das ist ja das Schöne an Büchern: oft findet man etwas, was man gar nicht gesucht hat. Und genau darauf zielt unser Konzept mit einer riesigen Auswahl ab.

Maike Fuchs © Privat
Maike Fuchs © Privat

Wir freuen uns wirklich sehr, wieder hundertprozentig für unsere Kunden da zu sein. Den Januar und Februar haben wir genutzt und alles neu dekoriert, neue Themen-Tische geschaffen und die 26 Meter lange Fensterfläche wieder mit vielen Neuheiten bestückt. Auch bei den Verlagen beginnt mit der Osterzeit das Frühjahrsprogramm mit vielen Novitäten und Aktionen. Es lohnt sich also, mal wieder vorbeizuschauen. Wir hoffen, dass mit den Impfungen und den geplanten Tests wir alle die Pandemie in den Griff bekommen und bald immer mehr Lockerungen und Öffnungen möglich sein werden. Einen Sommer mit viel Sonnenschein, offenen Geschäften und Gastronomie, den wünsche ich uns allen.“
Maike Fuchs, Inhaberin und Gründerin vom Hafenfuchs, der Buchhandlung in der Hafencity, Shanghaiallee

Yvonne Funcke und Ralf Brenner © FROMM
Yvonne Funcke und Ralf Brenner © FROMM

EINFACH ZUVERSICHTLICH. „Auferstehung ist ein gutes Stichwort. So richtig konnte es damals auch niemand glauben. Nach den aktuellen Entwicklungen ist unser Optimismus, den wir verspürten, gedämpft. Wir sind gut ins Jahr gestartet. Dadurch, dass wir viele Seminare online anbieten konnten, waren die ersten Monate daher überraschend erfolgreich. Letztes Jahr um diese Zeit wussten wir erst einmal nicht, wie es weitergeht. Dank der schnellen und unkomplizierten Corona-Hilfe hatten wir dann zügig wieder eine Perspektive. Wir haben viel umgerüstet, investiert und uns der Situation gestellt. Dies stimmt uns eigentlich positiv. Wir haben auch gesehen, dass weitere Investitionen notwendig sind, um am Markt erfolgreich zu bleiben. Mitbewerber haben sich bereits verabschiedet und andere Branchen traf es noch viel härter. Mit diesen fühlen wir mit. Was die Wirtschaftspolitik betrifft, sind wir erstaunt über die Entwicklung. Die Corona-Hilfen, deren Regelungen sich plötzlich verändert haben, werden jetzt plötzlich zur Belastung, da wir diese vermutlich sogar wieder zurückzahlen müssen. Die Lage bleibt unklar, man erreicht niemanden und selbst der Steuerberater kommt aus den Recherchen nicht mehr heraus, was denn nun gilt. 

Die täglichen Nachrichten, das Informationschaos sowie der schleppende Fortschritt der Durchimpfung führen kaum zu mehr Optimismus. Dies ist nur eine von vielen Seiten, denn Pflegekräfte und Ärzte haben sicher einen ganz anderen Blick auf diese Situation. Wir trauern um fast 75.000 Tote. Ja, an dieser Stelle ist sicher der Moment, einmal innezuhalten. Traurig stimmt uns auch die Situation der Kinder, die weiterhin keinen normalen Alltag erleben dürfen. Aktuell wissen wir noch nicht, welche Spätfolgen wir dort haben werden.  Doch bei aller Trauer und den Problemen, die da sind, eines ist klar: Das Leben geht weiter. So lange wird das Leben uns auch Chancen bieten. Diese wollen wir ergreifen, wo immer es geht. Die Auferstehung war damals auch das Symbol für die Chance unseres Lebens, in diesem Sinne bleiben wir einfach zuversichtlich!“
Yvonne Funcke und Ralf Brenner, Inhaber:in und Geschäftsführer:in Fromm Managementseminare & -beratung, Stadtküste®, Große Elbstraße

MIT MOTORRAD AUF INSPEKTIONSTOUR. „Wer heute auf Ostern 2020 zurückblickt, hätte es kaum für möglich gehalten, dass uns alle das Coronavirus für mehr als ein Jahr in einen permanenten Ausnahmezustand versetzt. Mit den Erfahrungen aus einem Jahr Pandemie blicke ich aber ganz klar positiv in die Zukunft. Der Hamburger Hafen wird gestärkt aus dieser ungewöhnlichen Zeit herausgehen. Wir haben durch die Pandemie gelernt, sind zusammengewachsen. Unser wichtigstes Ziel als HPA war es immer, den Hamburger Hafen in der Corona-Krise ohne Einschränkungen offen zu halten – das ist uns gemeinsam mit der Wirtschaft und den Menschen im Hafen gelungen. Dafür sage ich allen Partnern im Hafen herzlich danke. Ich freue mich sehr, dies in nicht allzu ferner Zukunft auch wieder persönlich tun zu können – denn der direkte Kontakt zu den Menschen und Entscheidern in unserem Hafen fehlt mir. 

Jens Meier © HPA | Christian O. Bruch | LAIF
Jens Meier © HPA | Christian O. Bruch | LAIF

Wie zu erwarten war, musste auch unser Hafen Rückschläge verkraften. So ist der Seegüterumschlag im Pandemiejahr 2020 um 7,6 Prozent zurückgegangen. Doch Hamburg ist bestens vorbereitet für das bereits erkennbare Wiederanfahren der Weltwirtschaft. Hamburg hat die Fahrrinnenanpassung fertiggestellt und ist bereit für große Ladungsmengen. Parallel hat die HPA im Dezember die neue Bahnbrücke Kattwyk freigegeben und die Kapazitäten der Hafenbahn in Waltershof als direkte Verbindung zu den Terminals konnte gesteigert werden. Hamburg ist damit gut aufgestellt für die Zukunft – und entsprechend positiv schaue ich nach vorn. Auch persönlich freue ich mich besonders auf Ostern: Wenn Wetter und die Corona-Lage es zulassen, möchte ich wie fast jedes Jahr mit dem Motorrad zu meiner jährlichen Inspektionstour durch unseren Hafen aufbrechen.“
Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority (HPA)

Kirill & Jana Kinfelt sowie Maximilian Wilm © Kinfelts
Kirill & Jana Kinfelt sowie Maximilian Wilm © Kinfelts

KÖSTLICHKEITEN ZUM ABHOLEN FÜR ZU HAUSE. „Natürlich waren die letzten Monate nicht einfach und bis wir unsere Gäste wieder im Kinfelts begrüßen dürfen, werden sicherlich noch einige Wochen ins Land ziehen. Aber mit den ersten warmen Sonnenstrahlen der letzten Wochen kehrt auch der Optimismus zurück. Wir sitzen schon an der Weinkarte und Speisekarte für die Wiedereröffnung, in den nächsten Tagen bauen wir unsere Terrasse auf und bereiten uns auf die Wiedereröffnung vor.

Bis dahin verwöhnen wir unsere Gäste weiter mit Köstlichkeiten zum Abholen für zu Hause. Immer mittwochs bis sonntags von 17-21 Uhr. Auch ein Ostermenü für zu Hause wird es wieder geben und unser Sommelier Maximilian Wilm lädt online zum ,Betreuten Trinken’ ein. (nächste Termine 01.04. & 30.04.)“
Jana und Kirill Kinfelt, Inhaber:in und Gründer:in des ­Restaurants „Kinfelts“, mit ­Maximilian Wilm (r.), ­Restaurantleiter und Sommelier, Am Kaiserkai

Conrad Meissler © Meissler & Co.
Conrad Meissler © Meissler & Co.

VOM EISE BEFREIT ODER VOM ENDE EINER NEUEN EINSAMKEIT? „Mit dem Osterfest – so hoffen viele – kommt das Ende des Lockdowns; das Ende einer bisher einzigartigen Stilllegung des öffentlichen Lebens, was für viele vor allem alleinlebende Menschen eine neue Art Einsamkeit bedeutete. Es ist eine gefährliche Einsamkeit, denn der einsame Mensch entwickelt Angstzustände, hat ein größeres Risiko für Paranoia, für Demenz, für Depression, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In internationalen Metastudien fand man heraus, dass sich das Risiko für einen frühzeitigen Tod um 25 Prozent erhöht. Damit ist Einsamkeit schlimmer als Fettleibigkeit. Deshalb geht es nicht allein darum, dass über das Osterfest endlich wieder unbeschwert verreist werden darf, sondern vor allem darum, ein Stück des öffentlichen Lebens zurückzugewinnen, um endlich wieder unter Menschen zu sein, im Café, im Restaurant, am Strand, im Hotel. Wir glauben, dass sich mit dem Zurückgewinn eines öffentlichen Lebens auch die überall spürbare Schockstarre lösen wird. Langsam aber sicher werden wir zu den gewohnten Verhältnissen zurückkehren können. Noch nie wird dann der berühmte Passus aus Goethes Faust („Vom Eise befreit….“) so zutreffen wie dieses Mal.

Für den von uns bearbeiteten Immobilienmarkt erwarten wir weiterhin eine sehr hohe Nachfrage und zwar besonders dann, wenn sich die Menschen wieder mehr bewegen können. Es wird wieder mehr Umzüge geben, mehr berufliche Veränderungen, mehr Hochzeiten und auch mehr Zusammenziehen von Paaren. Wir können nur hoffen, dass dann auch wieder mehr Immobilien an den Markt kommen als in den vergangenen Monaten des Lockdowns. Andernfalls dürfte es erneut zu deutlich anziehenden Preisen kommen, die noch so lange finanzierbar sein werden wie die Zinsen niedrig bleiben. Am wichtigsten aber wird sein, dass die allgemeine Depression zu einem Ende kommt und wir alle wieder entspannter leben können.“
Conrad Meissler, Inhaber der Immobilienagentur Meissler & Co.

Nissi Roloff-Ok © Nissis Kunstkantine
Nissi Roloff-Ok © Nissis Kunstkantine

HALTET DURCH, DENKT POSITIV. „Nissis Kunstkantine ist seit acht Jahren in der HafenCity als erfolgreiche Kunstgalerie mit Kunst- und Kulturveranstaltungen etabliert. Wir haben bis jetzt 68 Ausstellungen realisiert. Dazu kommen Veranstaltungen wie Literatur- und Musik-abende, private und geschäftliche Events. In dieser Fülle ist dies seit der Corona-Krise nicht möglich. Ich hoffe, dass wir bald die Veranstaltungen in gewohnter Manier wieder aufnehmen können und bin insgesamt optimistisch. Bis dahin realisieren wir unsere Aktivitäten wie Ausstellungen im digitalen Raum. So veranstalten wir virtuelle Vernissagen und geben, wenn es die Gesetzeslage erlaubt, jedem Kunstinteressierten die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung, auch in der Galerie die Kunstwerke zu betrachten.

Außerdem präsentieren wir unsere Künstler:innen in der während der Corona-Zeit entstandenen Online-Galerie Nissis Art Gallery. Hier können Sie Kunst bequem von zu Hause erwerben. Eine weitere Neuerung ist das Format Nissis Talk – eine Interviewreihe auf unserem YouTube-Kanal. So bringen wir Kunst zu Ihnen nach Hause. Auch in den sozialen Medien sind wir nicht still und geben Einblicke in unsere Arbeit und präsentieren unsere Künstler:innen. Die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe Nissis Kunst auf Rädern, die erfolgreich im September 2020 durchgeführt wurde, ist ebenfalls geplant. Nissis Kunst auf Rädern soll im September 2021 stattfinden. Ich würde mich freuen, wenn ich Unterstützung und Sponsoring aus der HafenCity bekomme. Für Ideen bin ich offen.

Ich war also nicht still in der Corona-Zeit und blicke zuversichtlich in die Zukunft. So bin ich nicht eingeschlafen und muss auch nicht auferstehen. Ich freue mich, viele Freunde und Freundinnen der Kunstkantine aus ganz Deutschland bald wieder in der HafenCity begrüßen zu dürfen. Haltet durch, denkt positiv, in diesem Sinne: Frohe Ostern, Eure Nissi!“
Nisvican „Nissi“ Roloff-Ok, Inhaberin Nissis Kunstkantine, Am Dalmannkai

INNOVATIONSKRAFT WEITER AUSBAUEN. „Städte sind Orte der Begegnung und des urbanen Lebens. Sie bieten Einkaufs- und Freizeiterlebnisse ebenso wie den Genuss von Kulturereignissen oder einer vielfältigen Restaurantszene. Im Lichte der Pandemie scheint das städtische Leben, das von der Dichte, der Urbanität und Begegnungsfähigkeit lebt, nun jedoch plötzlich infrage zu stehen. Auch in der HafenCity haben die Einschnitte des Lockdowns seit einem Jahr erhebliche Auswirkungen auf den Alltag der Bewohner:innen und Beschäftigten, auf den Einzelhandel, die Gastronomie oder die Unternehmen der Kultur und Kreativwirtschaft. Sehr unmittelbar beschäftigt die Pandemie und ihre Auswirkungen auch uns als eine Stadtentwicklungsgesellschaft, die über die HafenCity hinaus für drei weitere große Zukunftsvorhaben Hamburgs verantwortlich ist. Müssen wir unsere Strategien aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie nun neu ausrichten? Wie können wir auch in Zeiten der Pandemie demokratische Beteiligungsprozesse organisieren und im Kontakt mit den Menschen der Nachbarschaft bleiben? 

Prof. Jürgen Bruns-Berentelg (r.) und Dr. Andreas Kleinau © Bina Engel | HafenCity Hamburg GmbH
Prof. Jürgen Bruns-Berentelg (r.) und Dr. Andreas Kleinau © Bina Engel | HafenCity Hamburg GmbH

Ein Blick aus dem Fenster des Büros oder ein kleiner Mittagspaziergang durch die HafenCity ist hier manchmal sehr wohltuend und stimmt, bei aller Ungewissheit und Komplexität der Fragestellungen, auch wieder optimistisch. Die fast 50 Kräne sind Zeugen einer ungebrochenen Baudynamik der HafenCity. Die vielen Menschen, die die Promenaden am Wasser, die Parks, Spiel- und Sportflächen nutzen, zeigen, wie wichtig attraktive und gut gestaltete Freiräume gerade jetzt in Corona-Zeiten sind. Auch konzeptionell spricht vieles dafür, dass die HafenCity-Entwicklung einer im besten Sinne resilienten Stadtentwicklung entspricht. Die Kompaktheit der Bebauung, die mit viel Grün gepaart ist, die mutigen Experimente des nachhaltigen Bauens von Bauherrinnen und Bauherren, der Erfindungsgeist kleiner innovativer Start-ups und der Gemeinsinn vieler sozialer Initiativen lassen uns hoffen, dass die Stadt auch künftig ein überaus lebenswerter Ort ist. 

Wir können auch in Zukunft nicht auf das dichte, ressourcenschonende Bauen der inneren Städte verzichten. Im Gegenteil, die Corona-Pandemie, aber auch andere „Tiefenkrisen“ wie der Klimawandel und die zunehmende gesellschaftliche und soziale Polarisierung werden uns dazu zwingen, noch lernfähiger zu werden und die Themen der nachhaltigen und sozial gerechten Stadt noch konsequenter voranzutreiben.

Die Kompaktheit der Bebauung, die mit viel Grün gepaart ist, die ­mutigen Experimente des nach­halti­gen Bauens von Bauherrinnen und Bauherren, der Erfindungsgeist ­kleiner innovativer Start-ups und der Gemeinsinn vieler sozialer Initiativen lassen uns hoffen, dass die Stadt auch künftig ein überaus lebenswerter Ort ist.«
Prof. Jürgen Bruns-Berentelg und Dr. Andreas Kleinau Prof. Jürgen Bruns-Berentelg (r.) und Dr. Andreas Kleinau

Auch als Unternehmen selbst befinden wir uns in Zeiten des Wandels und eines ständig lernenden Prozesses. In der Geschäftsführung werden wir die verbleibende gemeinsame Zeit der kommenden Monate noch gut nutzen, um die Erfahrungen aus 20 Jahren komplexer Stadtentwicklung zu bündeln, das Unternehmen personell und organisatorisch zukunftsfähig aufzustellen und die Innovationskraft weiter auszubauen.“
Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender, und Dr. Andreas Kleinau von der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, Osakaallee

Viola Viereck © Spicy’s Gewürzmuseum
Viola Viereck © Spicy’s Gewürzmuseum

SCHADENSBEGRENZUNG. „Wie optimistisch kann man sein, wenn man zum einen gesagt bekommt, dass die Kultureinrichtungen sicherer sind als man es zu Hause ist, wir aber trotzdem über 4 Monate komplett geschlossen wurden? Wie alle anderen Menschen und Einrichtungen hoffen wir natürlich, dass es wieder losgeht, aber eine wirklich positive Entwicklung sehe ich momentan nicht. Mit den Auflagen, wie wir jetzt erfüllen müssen, und den wenigen Gästen, die wir empfangen dürfen, können wir nicht überleben. Unsere Reserven sind verbraucht und wir hangeln uns mit den Hilfen von Monat zu Monat. Trotzdem wollen wir positiv bleiben und nicht aufgeben. 

Wir haben die vergangenen Monate genutzt, um unseren Onlineshop voranzutreiben, und einen DigiWalk für das Museum erstellt, sodass sich unsere Gäste in Zukunft  bei ihrem Museumsbesuch über  mehr Informationen zu einzelnen Stationen freuen dürfen. Solange die Auflagen bleiben, Hotels und Restaurants geschlossen sind und keine Touristen kommen, sehe ich aber  leider keinerlei Entspannung für unsere Situation. Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr auch nur annähernd an die Jahre vor Corona anknüpfen können. Die Devise wird sein, Schadensbegrenzung so weit wie irgend möglich und überleben!“
Viola Vierk, Inhaberin und Gründerin Spicy‘s Gewürzmuseum, Speicherstadt, Am Sandtorkai

Arne Platzbecker © Privat
Arne Platzbecker © Privat

MOTIVIERTE MENSCHEN. „Seit über zwölf Monaten hat die Corona-Pandemie uns fest im Griff. Nach einem kräftezehrenden Lockdown kommt mit der Aussicht auf die Impfstoffe doch wieder Freude auf den anstehenden Frühling und Sommer auf. Doch wenn ich beim Joggen durch die HafenCity die verwaisten Straßen und Plätze sehe, blutet mein Herz. Dabei ist die HafenCity für mich mit St. Pauli einer der spannendsten Orte der Stadt, weil wir hier tatsächlich Stadt und Urbanität im Werdungsprozess beobachten können. Gefühlt erst vorgestern habe ich meine Gäste noch begeistert über die Sandhügel des Sandtorhafen geführt und jetzt entstehen mit dem Baakenhafen und dem Elbbrückenareal die letzten Quartiere der HafenCity. Doch „fertig“ ist die HafenCity trotzdem noch lange nicht. An vielen Stellen entsteht immer Neues, das zu entdecken sich lohnt, und mit jeder neuen Anwohner:in verändert sich die HafenCity wieder. Dabei haben wir es gerade dem Pioniergeist und dem Engagement der neuen HafenCity-ianer zu verdanken, die dort entstandenen Hüllen aus Stahl und Beton mit Leben zu füllen. 

Deswegen blicke ich, gerade wegen der aktuellen Rückschläge und Herausforderungen bei der Bekämpfung der Pandemie (Pandemiemüdigkeit, Dritte Welle, fehlende Impfstoffe) mit Zuversicht auf den Sommer 2021. Denn anstelle von Resignation, treffe ich in der HafenCity – mit digitalem Abstand – immer wieder auf motivierte Menschen, die im respektvollen Austausch an der Weiterentwicklung ihres Stadtteiles arbeiten. Dabei rücken auch hier die Themen in den Fokus, deren Dringlichkeit die Pandemie an vielen Stellen deutlich gemacht hat. Als Teil des innerstädtischen Bereiches wird lebhaft debattiert, welche Art von Erdgeschossnutzung wir brauchen und wollen, welche Straßennutzung in Zukunft Quartiere wohnlicher macht und wo Freiflächen zur Eigengestaltung der Anwohner:innen entstehen können. Angesichts der durch Corona befeuerten Krise des Einzelhandels, braucht es innovative Ideen und neue Projekte. Immer mehr vom Bekannten ist keine akzeptable Antwort mehr. Daran schließt sich die Frage nach der Aufteilung des öffentlichen Raumes an. Wer soll wieviel Platz nutzen? Sind vierspurige Straßen noch zeitgemäß oder braucht es für den innerstädtischen Mobilitätswandel eine andere Aufteilung der Fläche? Und wie schnell soll es überhaupt vorangehen? 

Insofern wünsche ich uns, dass wir die Zahlen schnell nach unten bekommen, um mit Antigen-Schnell- und Selbsttestungen wieder erste Gehversuche im öffentlichen Leben wagen und später die in zahllosen Zoom-Meetings entstandenen Ideen und Konzepte im persönlichen Miteinander besprechen und ausprobieren zu können.“ 
Arne Platzbecker, Rechtsanwalt und für die SPD Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (MdHB)

Louise und Florian Knuth © www.myisland.com
Louise und Florian Knuth © www.myisland.com

FLEXIBEL BLEIBEN; WEITERMACHEN. „Unseren Optimismus verlieren wir niemals! Zugegeben: Zu Beginn 2021 waren wir ein bisschen optimistischer als jetzt, hatten uns Ostern als Ziel für die Öffnung der Außengastronomie und einen langsamen Aufschwung gesetzt. Das sehen wir jetzt in weiter Ferne. Die Lage fühlt sich unübersichtlich an. Wie so viele andere können wir mit nichts planen und müssen ständig auf Veränderungen reagieren. Gleichzeitig sind wir unglaublich dankbar. Dafür, dass wir auch im Lockdown durchgehend für Take-away geöffnet sein dürfen, dass unser Team trotz der Monate im Lockdown und immer wieder neuer Arbeitsbedingungen maximal flexibel ist und uns mit voller Power unterstützt. Und vor allem dafür, dass unsere Nachbarschaft und Community durchgehend bei uns so treu Kaffee und andere schöne und leckere Dinge kauft. Wir verstehen uns als Nachbarschaftscafé und möchten auch für unser Viertel da sein. Denn ein guter Kaffee ist in diesen Zeiten für unsere Gäste auch immer ein kleines Tages-Highlight. Darüber hinaus entwickeln wir auch unseren Kiosk der guten Dinge permanent weiter, um den Anwohnern ein bisschen Entlastung bei der kulinarischen Versorgung zu Hause zu bieten: Mit unserem Soulfood Grilled Cheese Trüffel-Sandwich, gesunden Suppen und Saucen (auch in Kinder-Varianten) sowie Pasta und Kartoffeln, eben Dinge die zu Hause schnell fertig gekocht sind. Hier stocken wir ab April weiter auf. 

Ansonsten schauen wir optimistisch auf besseres Wetter – das hilft bei Take-away auch schon enorm. Und wir arbeiten daran, dass wir unseren Gästen bald flexibel draußen am Park etwas Leckeres anbieten können. Die HafenCity Hamburg GmbH hat sich hierfür, bedingt durch die Corona-Lage, schon offen für Gespräche gezeigt, was uns sehr freut. Alles in allem: flexibel bleiben, weitermachen, nach vorne schauen.“
Louise und Florian Knuth, Inhaber Yokohama Coffee Bar, Yokohamastraße

Stefan Kiefer © Privat
Stefan Kiefer © Privat

KRISE? WELCHE KRISE? „Niemand konnte ahnen, was uns blühen würde, wie heftig die Auswirkungen politischer Hilflosigkeit uns in den Zeiten einer globalen Pandemie treffen würden. Dass ganze Branchen wie die Gastronomie und die Kulturlandschaft geradezu systematisch ausgetrocknet werden durch politische Beschlüsse, die in ihrer Unausgegorenheit keiner mehr versteht. Jüngstes Beispiel ist die am Montag verkündete fünftägige „Osterruhe“, die dann schon zwei Tage später hastig wieder zurückgenommen wurde. Das gab’s bisher auch noch nicht. Denn noch im Oktober hieß es allerorten, bis nach Ostern sind wir wohl durch damit, es würde dann wärmer, flächendeckend geimpft und eine Rückkehr zur Normalität wäre greifbarer. Pustekuchen! Jetzt sieht es tatsächlich so aus, als würde sich der ganze Schlamassel noch über den Sommer hinziehen, pessimistisch betrachtet vielleicht sogar bis zum Ende des Jahres. Oh je.

Nun gehen wir ins zweite Osterfest der Pandemie mit dem diffusen Gefühl, dass überhaupt noch nicht klar ist, wie danach alles weitergehen kann, mit oder ohne Corona. Was mich dabei irritiert, sind die wiederholten Fehleinschätzungen der Politik, die offensichtliche Ineffizienz der Bürokratie und die Hilflosigkeit der Behörden in der Organisation dieser Krise. Das macht absolut ratlos.

Was also tun? Weitermachen, nicht aufgeben! Wir alle müssen, in welcher hart getroffenen Branche auch immer, positiv bleiben, nicht nachlassen daran zu glauben, dass auch dieser Kelch irgendwann vorüberziehen wird. Dazu sollte es unbedingt zum Regierungshandeln gehören, sich nicht nur um Isolierung und Impfung zu kümmern, sondern die Bürger zu inspirieren, ihre Immunkräfte nachhaltig zu stärken. Um gegen alle vielleicht noch drohenden Virus-Wellen besser gewappnet zu sein. Und die Medien sollten bitte endlich damit aufhören, täglich minutiös die Zahl der Neuinfizierten und Todesfälle zu vermelden. Das sollte Fachleute interessieren, nicht die breite Öffentlichkeit. Denn diese Zahlen verbreiten nur Angst und Schrecken. Und helfen uns überhaupt nicht dabei, besser durchzukommen und zuversichtlich zu bleiben. Das müssen wir aber, um den ganzen Wahnsinn noch eine Weile durchzustehen. Und dann später hoffentlich sagen zu können: Krise? Welche Krise?“
Stefan Kiefer, Designer, Künstler, Musiker und Gründer des Kreativlabors „Hongkong Studios HafenCity“

Tobias Strauch © © Dirk Haurich | Dirksn@com
Tobias Strauch © © Dirk Haurich | Dirksn@com

ZUVERSICHT FÜR DIE ZUKUNFT. „Die ersten Zeichen der Krise begannen für mich und mein Team bereits Anfang Februar 2020. Eine international tätige Firma stornierte eine bei uns geplante große Veranstaltung auf Grund der – damals bei uns in Deutschland in seiner Dramatik noch nicht so wahrgenommenen – Corona-Seuche. Ein Schock, denn es verhieß nichts Gutes für die Zukunft. So hatte gerade die individuelle Gastronomie ohnehin schon mit vielen Schwierigkeiten wie Fachkräftemangel oder ausufernden bürokratischen Anforderungen zu kämpfen. Zumindest aber war ich rechtzeitig gewarnt und bereitete mich daher frühzeitig auf die Situation, unter anderem mit einem Lieferservice, vor. Mental vorbereitet auf das, was dann kam und immer noch gilt, war ich zugegebenenmaßen dennoch nicht. Der Sommer 2020 brachte uns dann einen außergewöhnlich guten Zulauf, das bedeutete Motivation und Zuversicht für die Zukunft. Und so lautet jetzt für mich und mein Team das Motto: Das Beste daraus machen!

Wir sehr die scheinbar endlos wirkende Lockdown-Schleife an unseren Nerven und Kräften zehrt, kann sich jeder vorstellen. Umso mehr zählt der Blick nach vorne. Gastfreundschaft ist unser Kapital, Frische und hohe Produktqualität ist das Fundament. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche und beliefern unsere Gäste sieben Tage die Woche. In dieser Zeit ist es eine mentale Wohltat, wenn ich mich nicht nur um Hygienekonzepte und den teilweise irrwitzigen Bürokratiedschungel kümmern muss, sondern wenn ich mich auch weiterhin um unsere Kernkompetenzen Küche, Kreativität und Service kümmern darf. Ich bin mir sicher, ein schöner Sommer wird kommen und diese graue Zeit hoffentlich für immer verdrängen. Wir sind bereit und freuen uns darauf!“
Tobias Strauch, Geschäftsführer Strauchs Falco, Elbarkaden, Koreastraße

Elvira Dzemaili und Miguel Costa ­Freitas © Únicohair
Elvira Dzemaili und Miguel Costa ­Freitas © Únicohair

AUFERSTEHUNG DER WERTE. „Die Corona-Pandemie betrifft und verbindet uns alle. Diese Pandemie ist und bleibt eine Katastrophe mit vielen Verlusten und riesigen Herausforderungen. Vor uns liegt ein langer und sicherlich beschwerlicher Weg. Doch die vergangenen zwölf Monate haben auch gezeigt: Eine Krise bringt auch Chancen. Es haben sich unerwartet einige positive Dinge entwickelt, die Hoffnung machen. Wir wurden entschleunigt und kamen seit langem zur Ruhe. Die gewonnene Zeit haben wir für eine persönliche Inventur genutzt. Prioritäten wurden überdacht und neu sortiert. Unsere Selbstständigkeit spielte dabei eine wesentliche Rolle. Wenn jemand flexibel mit Schwierigkeiten zurechtkommt, dann sind das wir Selbstständigen. Wir haben mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, um die anfallenden Arbeiten zu bewältigen oder in neuer Form anzubieten, wie uns der zweite Lockdown sehr deutlich gemacht hat.

Mit diesem Wissen gehen wir gestärkt aus der Krise raus. Zudem wissen wir jetzt, dass wir anpassungsfähiger sind, als wir vielleicht dachten und in Ausnahmesituationen ganz schön viel aushalten können. Das macht uns stark für alles, was noch kommt.Wir sind dankbar, dass wir als noch so junges Unternehmen weiterhin bestehen dürfen. Wir haben wundervolle Kunden, die den ganzen Lockdown über ausgeharrt und auf uns gewartet haben, bis wir unseren Salon wiedereröffnen durften. Für die Geduld und Treue möchten wir uns herzlichst bedanken.Mit jedem Tag steigt unsere Vorfreude auf die geschätzten Dinge, auf die wir verzichten mussten und müssen, wie den Restaurantbesuch oder das Reisen in unser Lieblingsland Portugal.Im Großen und Ganzen können wir sagen, durch den Verzicht ist unsere Wertschätzung gestiegen, sozusagen eine Auferstehung unserer Werte und Wahrnehmung. Also, durchaus ein positiver Effekt für die Zukunft Wir wünschen allen frohe Ostern!“
Elvira Dzemaili und ­Miguel Costa ­Freitas, Inhaber:in ­Únicohair, Am Grasbrookpark

AUF SICHT FAHREN. „Ahoi HafenCity. Ein Jahr Corona und Kulturschließung liegen hinter uns. Dank einiger treuer Unterstützer:innen, Akteuren wie Kultursenator Carsten Brosda, dem Clubkombinat und behördlicher Unterstützung auf Landes- und Bundesebene, leben wir noch. Wir liegen, abgesehen von etwas Schiffsbaulärm durch die laufenden Instandhaltungsarbeiten am Industriedenkmal, ganz still an der Kaikante und sind statt mit Kultur sehr viel mit Bürokratie und Verwaltung beschäftigt. 

Liegeplatz der MS Stubnitz am Kirchenpauerkai © Henriette
Liegeplatz der MS Stubnitz am Kirchenpauerkai © Henriette

Ganz still? Nein, nicht ganz! Seit Ende Mai 2020 sind wir mit der Sendung „Plattenfroster Television“ am Start, produziert von der Stubnitz Media Crew, präsentiert von klub forward. Eine zweiwöchentliche Live-Musik-Sendung mit Artists und Gesprächsgästen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft. Dazu gibt’s Einblicke in unser seit fast 30 Jahren bestehendes Projekt als Kulturschiff und Industriedenkmal sowie Clips aus dem Medienarchiv. Die Folgen und Auskopplungen davon sind auf unserem YouTube Kanal „MS Stubnitz“ zu finden. 

Wie eine betriebliche Zukunft – angesichts der kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und des sich weiter beschleunigenden Strukturwandels – für uns aussehen kann, ist unklar. Wir sind, wie so viele, dazu gezwungen „auf Sicht“ zu fahren. Im Juni geht es für uns über den Nord-Ostsee-Kanal zu einer Inspektion nach Kiel und generell lässt sich sagen, dass der große Wunsch, wieder als mobile Plattform für Kulturaustausch ab und an andere Städte zu besuchen und zu bespielen, weiterhin besteht.  

Wir wollen Leben in die Stadt ­hauchen, damit die dörfliche Stille und Beschaulichkeit wieder von Kunst, Kultur, Musik, Dezibel, Gemeinschaftserlebnis, Vielfalt und sozialer Nähe abgelöst wird, wie es sich für eine ­Millionenstadt wie ­Hamburg eben ­gehört. Wir wünschen: ­Gesundheit, Solidarität und einen weiten Horizont.«
Stefan & Team der MS Stubnitz

Als krisenerfahrenes Projekt voller Zweckoptimist:innen hoffen wir, zusammen mit all den anderen Spielstätten, Orten, Kulturarbeiter:innen, Künstler:innen und Kultur- und Musikbegeisterten wieder Leben in die Stadt zu hauchen, sobald es denn geht. Damit die dörfliche Stille und Beschaulichkeit wieder von Kunst, Kultur, Musik, Dezibel, Gemeinschaftserlebnis, Vielfalt und sozialer Nähe abgelöst wird, wie es sich für eine Millionenstadt wie Hamburg eben gehört. Wir wünschen: Gesundheit, Solidarität und einen weiten Horizont.“
Stefan & das Team des Club- und Kulturschiffs MS Stubnitz, Motorschiff Stubnitz e.V., Kirchenpauerkai

Dr. Claudia Weise © ÜSQN
Dr. Claudia Weise © ÜSQN

„NICHT DER WIND, SONDERN DAS SEGEL BESTIMMT DIE RICHTUNG“. „Die Veränderungen in Folge von Covid-19 kamen wie ein Sturm über uns und schränken uns seitdem in vielem Gewohnten ein. Die Restriktionen, angefangen bei dem geschlossenen Einzelhandel und der Gastronomie über Fitness, Tourismus und Hotellerie bis hin zu ausgefallenen Events und der stagnierenden Kulturszene begegnen uns seit über einem Jahr mit immensen Herausforderungen. Mit dem Frühling versuchen wir, das Gefühl von Hoffnung zu stärken, die raue See glättet sich. Wir sollten uns auf die Möglichkeiten konzentrieren, die sich in den vergangenen Monaten auftaten, die Potenziale und die Innovationskraft, die wir in uns entdeckt haben, den Zusammenhalt, der uns durch die Zeit trug und trägt, und die Stärken von vielfältigen und anpassungsfähigen Konzepten erkennen.

Aktuell beobachten wir Innovationen und Neuerungen in allen Branchen, wie digitale Formate und kreative Alternativen zur Belebung des öffentlichen Raums. Wir hinterfragen unsere Bedürfnisse und wir sehen ein verstärktes Bewusstsein für Umwelt, soziale Kontakte und Gemeinschaft. Jetzt können wir zu neuen Größen wachsen, die Chancen des veränderten Umfeldes nutzen und den Kurs neu lenken. Ich bin optimistisch, dass wir den Überseeboulevard auch weiterhin als Flaniermeile, Shoppingerlebnis, Kulturfläche und Veranstaltungsort präsentieren werden. Mit starkem Zusammenhalt innerhalb des Quartiersmanagements und der Nachbarschaft, einem intensiven und regelmäßigen Dialog und digitalen Tools stellen wir uns der Herausforderung. Wie heißt es: „Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung.“
Dr. Claudia Weise, Quartiersmanagerin Überseequartier Nord von BNP Paribas Real Estate ­Property Management Deutschland

Thomas Jeche © Privat
Thomas Jeche © Privat

KOMPLETTER NEUSTART. „Wir lassen uns nicht unterkriegen – auch wenn es sehr schwerfällt und die wirtschaftlichen Dinge inzwischen kaum noch zu stemmen sind. Statt zu resignieren, sind wir in die Offensive gegangen und bauen unser Restaurant Feinkost HafenCity um und erweitern uns um die Fläche des früheren Nachbarcafés Petit Jolie. Auch wir haben in der Pandemie alles überprüft und starten, wenn Außengastronomie wieder erlaubt sein wird, mit komplett neuen Öffnungszeiten und neuer Konzeption. An sieben Tagen die Woche werden wir von mittags 12 bis abends 18 Uhr öffnen; und wenn die Elbphilharmonie wieder geöffnet hat, werden wir auch abends noch länger öffnen und ein spezielles Konzept dafür entwickeln. An den Wochenenden gibt es dann ganztägig Frühstück mit einem Konzept von Gerichten aus aller Welt bei uns. Frühstück, Kaffee und Kuchen, alles in gewohnter Feinkost-HafenCity-Qualität, wie von Omi selbst gebacken. 

Und auch wir reagieren darauf, dass im Lockdown gesunde Ernährung einen deutlich höheren Stellenwert bekommen hat. So werden wir ein Low-Carb- und Ketogenes Konzept mit anbieten. Wer auf seine Figur und Gesundheit achten möchte, kann bei uns schlemmen. Wir bieten künftig zucker- und kohlehydratfreie Kuchen und Eis an; und unser Mittagstisch wird neben unserer klassischen modernen Hausmannskost täglich ein Low-Carb- oder Ketogenes Gericht anbieten. Das ist ein kompletter Neustart. Kopf in den Sand stecken gilt nicht.“ 
Thomas Jeche, Inhaber Feinkost HafenCity, Am Kaiserkai

Olaf Grotkopp © Jo Freyherr
Olaf Grotkopp © Jo Freyherr

LEBENSLUST NICHT VERLIEREN. „In den Zeiten der Corona-Pandemie sind viele sonderbare Verhaltensmuster an uns und an unseren Mitmenschen feststellbar – einige nehmen die Gefahr eher lax oder negieren diese sogar komplett und verknüpfen alles mit allem, und heraus kommt die Verschwörung; andere fühlen sich bedroht und gehen auf Nummer sicher. Polarer können Verhaltensmuster nicht ausfallen – und in diesem sonderbarem Welt-Klima ist vielfach der normale Lebenstrott nicht aufrecht zu halten. 

Auf einmal ist so vieles anders – neue Chancen für und in der Zukunft (nach Regen kommt Sonnenschein) tun sich auf – doch im Hier und im Jetzt bleiben viele Fragen offen und unbeantwortet. Ich wünsche uns allen, dass wir mit neuer Kraft und geschärftem Blick aus der Krise auferstehen und bis dahin, bei allem Verdruss, die Lebenslust und den Spaß am Leben nicht verlieren.“
Olaf Grotkopp, Inhaber von Jo Freyherr Hamburg, Maßanzüge, Am Sandtorkai

Carlotta und Marc Sternberg © Privat
Carlotta und Marc Sternberg © Privat

SCHOKOLADEN-ZEIT. „Auch wenn die Nächte 2021 wieder kürzer werden, ganz klar optimistisch! Wir bekommen im August ein zweites Mal Nachwuchs und freuen uns auf unser neues Familienmitglied, Zeit zu viert im Garten, auf Fahrradtouren mit unserer dreijährigen Tochter und einen Urlaub am Fjord in Norwegen. Ich denke, dass das Jahr wieder etwas kontrollierbarer als 2020 wird und wir alle mit einer steilen Lernkurve an neuen Erfahrungen aus der Pandemie heraus- und zusammenwachsen. Wir alle haben dann die einfachen und schönen Dinge des Lebens wieder schätzen gelernt: soziale Kontakte, vergnügtes Essen gehen, kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Events und das unbeschwerte Leben. Ich rechne fest damit, dass ab Sommer-/ Spätsommer das „normale“ Leben wieder größtenteils zurück ist und wir alle einen gefühlten sozialen Frühling erleben. Oder wie es unsere Tochter Carlotta (3) sagen würde: „Papi, es ist immer Schokoladen-Zeit!“ Ja, ich glaube die Zeit für uns alle wird wieder schokoladiger …“
Carlotta & Marc STERNBERG, Inhaber ContainerKlappe & ­Sternberg Marketing, Koreastraße 

Antonio Toni“ Fabrizi © Jessica Svartvit
Antonio Toni“ Fabrizi © Jessica Svartvit

SO LANGE WIE MÖGLICH ZAUBERN. „Normalerweise bin ich der Vorzeige-Optimist. Normal ist aber nach einem Corona-Jahr nichts mehr! Es geht mir nicht um die Notwendigkeit von Masken-, Abstands- oder Hygiene-pflichten. Da ich weder Arzt noch Virologe bin, kann ich keine Einschätzung abgeben und halte mich an den Spruch: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“ Diese Empfehlung passt natürlich in viele andere Lebensbereiche, nicht jedoch zu meiner persönlichen aktuellen Situation als Selbstständiger. Der Begriff „Selbstständiger“ ist seit einem Jahr komplett absurd. In meinem bisherigen Leben war ich noch nie so unselbstständig wie jetzt. Seit ich denken kann, habe ich für mich entschieden, wie ich mein Leben führe, Geld verdiene und welche Werte ich vertrete. Als Jugendlicher wollte ich schon kein Taschengeld und selbst ein hohes Gehalt hat mich nicht davon abgehalten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Den Spruch „von nix kommt nix“ habe ich als „Gastarbeiter-Kind“ im wahrsten Sinne des Wortes mit der Muttermilch eingesaugt. 

Die jetzige Situation stellt alles auf den Kopf. Meine komplette Existenz basiert in der täglichen Google-Suche. Wie ist der Inzidenz-Wert? Welche Auflagen gelten jetzt für Hamburg? Welche Branche darf wieder öffnen? Nehmen wir gerne die letzte Situation: Die Außengastronomie sollte am 22. März öffnen dürfen, wenn der Inzidenzwert unter 100 ist, ein negativer Test vorliegt und Plätze reserviert werden. So weit, so mager. Am 19. März atmest du als Gastronom erleichtert auf, da der Wert über 100 liegt. Du bist natürlich nicht erleichtert, weil du einen weiteren Tag keine Einnahmen hast. Nein, du bist erleichtert, weil du nicht der Idiot bist, der deinen Gästen Rede und Antwort dazu stehen musstest, dass es  am 19. März keinerlei Angaben zu Auflagen gab, der aktuelle „Selbst-Test“ bei Aldi & Co. vollkommen überflüssig gewesen wäre und nur zum persönlichen Gebrauch dienen darf. Nur ein Beispiel. Am Ende liegt die Existenz der meisten Selbstständigen in den Händen anderer Entscheidungsträger und deren Kommunikation. Es geht natürlich nicht um Einzelschicksale, diese Pandemie geht uns alle an und jeder einzelne hat eine Verantwortung. Diese trage ich und ich bin sehr dankbar, in diesem Land in Europa zu leben. 

Wie kann es sein, dass politische Entscheidungsträger Corona-Maßnahmen beschließen, ohne eine nachvollziehbare Erklärung zu geben. Es wird schlichtweg nicht erklärt, warum und wie genau wir handeln sollen und wie lange wir mit Einschränkungen leben müssen. Natürlich macht sich dadurch Frust breit und man fühlt sich wie in einem schlechten Märchen. Seit einem Jahr wird immer wieder die nächste Sau durchs Dorf gejagt. Es werden gnadenlos Gastronomie, Glühweintrinker, Skifahrer oder Reisende an den Pranger gestellt. Obwohl es analysierte und dokumentierte Infektionsherde gibt, wird der Blick immer auf andere Schwerpunkte gelenkt. Wer in einen Bus oder eine Bahn steigt, wird mit Wehmut an die Zeit der viel gescholtenen Gastronomie denken. Sicherheitsabstand und Hygienekonzept? Fehlanzeige. Genau an diesem Punkt geht meine Verärgerung wieder los. Als Betroffener werde ich in die Rolle eines passiven Opfers gezwungen. Warum dürfen die und ich nicht? Diese Rolle möchte ich nicht spielen, doch mir bleibt keine Wahl. Als denkender Mensch hinterfrage ich das und trotzdem macht das aus mir keinen „Schwurbler“. 

Aufgeben war und ist für mich weiterhin keine Option. Gezaubert wird in diesem gefühlten Corona-Märchenwald so lange wie möglich!«
Antonio Fabrizi, Inhaber Club 20457

Es ist großartig, dass wir mit finanziellen Hilfen unterstützt werden, aber es macht uns gleichzeitig zu passiven Bittstellern. In den Medien erfahren wir fast täglich von milliardenschweren Finanzhilfen. In der Realität sind wir wieder bei der täglichen Google-Suche, um zu recherchieren, wann diese denn nun auch mal ankommen soll oder ob uns diese überhaupt zustehen. Es wird uns verboten, unsere Geschäfte zu öffnen und Geld zu verdienen, mit den Folgen müssen wir allerdings alleine leben. Es gibt unzählige Auftritte unserer politischen Entscheidungsträger in Talkshows. Das Rampenlicht wird allerdings gemieden, wenn es um konkrete Lösungen geht. Gerne würde ich eine „Markus Lanz“-Sendung erleben, in der es um Banken, Vermieter, Krankenkassen und Finanzamt geht. Am fehlenden Interesse der breiten Masse kann es bestimmt nicht liegen. Bis heute macht mir nicht das Virus Angst, sondern der Umgang mit der Gesamtsituation. 

Als Selbstständiger bin ich es gewohnt, Lösungen zu finden, aber mir wird einfach nichts an die Hand gegeben. Was nutzt mir eine angepriesene Impfung, wenn auch hier das totale Chaos herrscht und ich mich wieder über Suchmaschinen informieren muss. Schön, dass plötzlich alle eine App namens „Luca“ toll finden. Dann ist die Corona-App (erinnert sich da noch jemand dran?) ja erledigt. Nein ist sie nicht – man redet halt nicht mehr drüber –genauso wenig darüber, wie es denn nun mit Luca weitergeht. Jetzt kann man mich fragen: Was ist den deine Lösung? An dieser Stelle lehne ich mich jetzt zurück, füge mich in die aufgezwungene Rolle als Opfer und sage: „Liebe Politik inclusive dazugehörigen Beraterstab, das ist eure Aufgabe und dafür werdet ihr gut bezahlt!“ 

Den Vorzeige-Optimisten in mir gibt es übrigens noch immer. Meinen nächtlichen Einsatz hinter der Theke habe ich gegen ein Mittagessen „To go“ eingetauscht. Statt trendiger Longdrinks und „burning finger“ bereiten wir jetzt selbstgemachtes Essen zu und haben daran genauso viel Spaß. Diesen Monat wird nicht nur der „Club 20457 Gin“ seinen Release feiern, sondern auch eine neu gegründete Agentur mit dem Namen „Zauberwald“. Aufgeben war und ist für mich weiterhin keine Option. Gezaubert wird in diesem gefühlten Corona-Märchenwald so lange wie möglich!“
Antonio „Toni“ Fabrizi, Banker, Gastro­nom und Inhaber vom „Club 20457“ und dem „TONI“ sowie Vorstandsvorsitzender der Werbe­gemeinschaft Überseeboulevard

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