Konzerte. Im März präsentiert sich Pianist Brad Mahldau im Rahmen des Reflektor-Festivals in der Elbphilharmonie und kuratiert das diesjährige Reflektor-Programm im Konzerttempel
Eigentlich war es abzusehen, dass der Pianist Brad Mehldau irgendwann einmal das Reflektor-Festival in der Elbphilharmonie kuratieren würde. Schließlich war er der erste Jazzmusiker, der wenige Tage nach der Eröffnung des Hauses im Großen Saal gastierte. Im Laufe der Jahre kam er immer wieder und erspielte sich in Hamburg ein treues Publikum.
Foto oben: Die Hamburg Camerata unter der Leitung von Clark Rundell: Brad Mehldau nimmt sich sein sinfonisches Jazzalbum »Variations on a Melancholy Theme« vor. © Sebastian Madej
Warum gerade der Amerikaner so populär ist? Weil er während seiner 30-jährigen Karriere seinen musikalischen Horizont stetig erweitert hat. Feinfühlig hat er sich vom Jazz zur Klassik und zum Pop vorgetastet. Die Beatles begeistern ihn ebenso wie Johann Sebastian Bach. Neben Jazzstücken komponiert er Kunstlieder, Orchesterwerke oder Filmmusik. Obwohl er gerne improvisiert, beschäftigt ihn durchaus die Architektur komponierter Musik.
Während seines Reflektor-Festivals präsentiert Brad Mehldau vom 12. bis 15. März all seine Facetten: solistisch, im Duo, mit Bigband oder mit Orchester. Zum Auftakt nimmt er sich am 12. März im Großen Saal mit der Hamburg Camerata unter der Leitung von Clark Rundell sein sinfonisches Jazzalbum „Variations on a Melancholy Theme“ vor. Es bringt die Lockerheit des Jazz mit der formalen Strenge der Klassik zusammen.
Einen Tag später tritt der 55-Jährige solo im Großen Saal an. Er interpretiert „14 Reveries“, also kleine musikalische Träumereien, sowie die „L.A. Pastorale“. Am 14. März tut sich Brad Mehldau dann im Großen Saal mit der hr-Bigband unter Darcy James Argue zusammen. Sie bringen Werke des Jazzpianisten, die neu arrangiert wurden, zu Gehör. Den Schlusspunkt setzt Brad Mehldau am 15. März im Großen Saal mit dem Bassisten Christian McBride. Die beiden sind schon lange ein bestens eingespieltes Duo, das für melodischen Reichtum und rhythmische Präzision steht.
Als Ergänzung gibt es ein Begleitprogramm. Bereits am 10. März liest Brad Mehldau im Kleinen Saal aus seinem Buch „Formation – Building a Personal Canon, Part 1“. Es taucht in die New Yorker Jazzszene der späten 1980er und frühen 1990er ein. Im Gespräch mit Tom R. Schulz wird der Musiker noch weitere Einblicke in seinen Werdegang geben. Am 11. März ist im Kleinen Saal eine öffentliche Masterclass mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hamburg angesetzt. Dabei können die Zuschauer:innen miterleben, wie der Jazzpianist seine musikalischen Ideen entwickelt.
Dagmar Leischow
InfoBrad Mehldaus Reflektor-Festival findet vom 12. bis 15. März in der Elbphilharmonie statt. Karten und weitere Informationen zum Reflektor-Festival unter: elbphilharmonie.de



