Show. Der Comedy-Humor in »Winterglitzer« sorgt im Schmidt Theater für johlende Gäste
Wer bei „Schmidts Winterglitzer“, das noch bis zum 17. Januar 2026 im Schmidt Theater läuft, in einer der vorderen Reihen sitzt, wird ziemlich schnell zur Zielscheibe des Comedy-Ehepaares Emmi und Willnowsky. Sie flirtet hemmungslos mit einem Radiologen, er kommentiert die Klamotten eines Besuchers mit den Worten „Sie schmeißen auch nichts weg“. Gegenseitig schenken sich die beiden ebenfalls nichts. Emmi könnte zwar in ihrem roten Glitzerkleid jedem geschmückten Christbaum Konkurrenz machen, doch man sollte sich von ihrem Äußeren nicht täuschen lassen. Sie ist extrem scharfzüngig. Ihr Mann, ätzt sie, sei ein gutes Beispiel dafür, wenn Cousin und Cousine Kinder bekämen. Die Retourkutsche lässt nicht allzu lange auf sich warten. Gerne führt ihr Gatte aus, warum sich Emmi inzwischen von ihrem Heimtrainer getrennt hat: „Ihre schwabbeligen Oberschenkel haben ihren Schlüpfer in Brand gesteckt.“
Foto oben: Kalauer und Circensisches: Sara Twister, geboren in Indien, bietet bei ihrer Hula-Hoop-Nummer kompletten Körpereinsatz. Ringe in Neongelb oder Rosa lässt sie mal um ihren Fuß, mal um mehrere Körperteile gleichzeitig kreisen. © Morris Mac Matzen
Gewinnspiel
Die HafenCity Zeitung ver-lost3x 2 Tickets für die Vorstellung »Schmidts Winterglitzer« im Schmidt Theater am Mittwoch, 14. Januar 2026, um 19.30 Uhr. Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihrer Adresse und Ihrer Handynummer sowie mit dem Betreff »Winterglitzer« an: gewinnspiel@hafencityzeitung.com. Einsendeschluss ist Montag, 12. Januar 2026, 18 Uhr.Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Diese Kalauer kommen an, das Publikum johlt. Manchmal gehen Emmi und Willnowsky mit ihren Boshaftigkeiten jedoch auch inhaltlich ein bisschen tiefer, ohne dass der Witz dabei auf der Strecke bleibt. Etwa wenn sie sich der Inflation annehmen, die den Discountern immer mehr Zulauf beschert. Gitti und Erikas „Heidi“ mutiert zu „Aldi“, der Klassiker „In the Ghetto“, den Elvis Presley richtig berühmt gemacht hat, wird zu „Nur bei Netto“ umgetextet – mit Sätzen wie „Mehr als eine Kasse ist nicht auf, garantiert“.
Selbstverständlich haben sich die zwei Nörgler:innen ein paar Gäste eingeladen. Der Soulsänger Terrél Woodbury erweckt Altbekanntes wie „Dancing in the Street“ oder „Suspicious Minds“ zu neuem Leben. Sara Twister, geboren in Indien, bietet bei ihrer Hula-Hoop-Nummer kompletten Körpereinsatz. Ringe in Neongelb oder Rosa lässt sie mal um ihren Fuß, mal um mehrere Körperteile gleichzeitig kreisen. Zudem ist sie eine meisterhafte Bogenschützin. Sogar im Handstand trifft sie ihr Ziel, den Pfeil schießt sie einfach mit ihren Zehen ab.
Ziemlich ungewöhnlich ist das, was Angie McIlroy-Wagar darbietet. Erst verschwindet lediglich ihr Kopf in einem riesigen gelben Luftballon, dann die gesamte Frau. Als sie wieder herauskommt, trägt sie nur noch ein knappes Burlesque-Outfit. Ebenso macht die Kanadierin im Aerial Hoop in der Luft eine ganz famose Figur. Ein Spagat ist selbst ohne Bodenkontakt kein Problem für sie. James Gill lässt seine Muskeln spielen, wenn er sich an den Strapaten in die Höhe schwingt. Wenn er im Cyr Wheel über die Bühne wirbelt, ist man einen Moment lang verblüfft. Trägt dieser Akrobat wirklich nichts unter seinem Schottenrock? Fehlalarm! Ein hautfarbener Slip verdeckt seine Genitalien. Gut, dass er den Zuschauer:innen lieber mit seinem artistischen Können den Kopf verdreht. Dagmar Leischow
Info „Schmidts Winterglitzer“ läuft noch bis zum 17. Januar 2026 im Schmidt Theater. Karten und weitere Informationen zum Comedy-Ehepaar Emmi und Willnowsky unter www.tivoli.de



