Sommerfest 2022: »Was war das schön!«

Die Stars waren die Anwohner:innen und Gewerbetreibenden, die Nachbarn aus der HafenCity halt: Beim 3. Sommerfest des Netzwerks HafenCity e.V. im Lohsepark tummelten sich über 1.000 Gäste bei schönstem Wetter bis abends bei Livemusik – und mit vielen neuen Angeboten für Groß und Klein – von Nachbarn für Nachbarn

„Was war das für ein schönes Sommerfest im Herzen der HafenCity. Nach über einem halben Jahr Planungen und Vorbereitungen können wir vom Netzwerk HafenCity sagen: Die ganze ehrenamtliche Arbeit hat sich wirklich gelohnt“, so Svenja Suhren, HafenCity-Bewohnerin am Lohsepark und Officemanagerin beim Sommerfest-Veranstalter Netzwerk HafenCity e. V. Sie hat zudem in diesem Jahr die Premiere des ersten HafenCity-Netzwerk-Flohmarkts auf die Beine gestellt und mit ihren Kindern Martha (9) und Joris (6) selbst teilgenommen. Manche Teilnehmer:innen wie zum Beispiel Melanie „Melli“ Wagner vom Kaiserkai und ihr Sohn Lennard (9) freuten sich wie auch einige andere der 30 Stände über sehr gute Umsätze. „Gutes Spielzeug geht immer“, flötet Melli ihre Kinderflohmarkt-Erfahrungen gut gelaunt in den sonnigen Nachmittag – und „wir genießen total die lässige Atmosphäre hier auf der Wiese“. 

Alle Flohmarkt-Teilnehmer:innen brachten statt der üblichen Standmiete selbst gebackene Kuchen für die Netzwerk-Nachbarschafts-Kuchentheke von Jutta Weber und ihrem Kuchentheken-Team mit, wo es außer Kuchen frisch gebrühten Kaffee von der Profimaschine aus der Yokohama Coffee Bar und mexikanischen Eistee vom Tacos-Stand Chango gab – umsonst für alle! Freiwillige Spenden fürs nachbarschaftliche Netzwerk und das Kuchentheken-Team wurden vom ehrenamtlichen Service nicht abgelehnt, kam doch immerhin eine stolze dreistellige Summe zusammen. Jutta Weber, verantwortliche Organisatorin der Tradition Ku-chen-theke: „Wir haben mit zehn ehrenamtlichen Helfer:innen, mit fünf Neuen im Team, über 30 Kuchen und Kaffee und Eistee erfolgreich an Kinder und Erwachsene abgegeben. Die Stimmung war gut, allen hat es Spaß gemacht, und wir alle freuen uns schon aufs nächste Fest in 2023.“

Chorleiter Samuel Busemann mit der Hamburger Kinderkantorei St. Petri / St. Katharinen auf der Showbühne mit Liedern des Arche-Noah-Musicals ,Noah unterm Regenbogen‘: „Alle haben super performt. Die Stimmung war gut.“ © Catrin-Anja Eichinger
Chorleiter Samuel Busemann mit der Hamburger Kinderkantorei St. Petri / St. Katharinen auf der Showbühne mit Liedern des Arche-Noah-Musicals ,Noah unterm Regenbogen‘: „Alle haben super performt. Die Stimmung war gut.“ © Catrin-Anja Eichinger
Leckere Pfannkuchen von Philip, Mundhalle. © Catrin-Anja Eichinger
Leckere Pfannkuchen von Philip, Mundhalle. © Catrin-Anja Eichinger

„Vergangenes Jahr haben wir das Fest als Anlass genommen“, so Flohmarktorganisatorin Suhren, „die Nachbarschaft nach langen und harten Monaten unter Corona-Bedingungen wieder zusammenzubringen. Zu dem Zeitpunkt haben wir das Fest noch bewusst klein gehalten, und es gab Einlassbeschränkungen. Dieses Jahr haben wir erstmals all unsere Möglichkeiten ausgeschöpft. Mit unserer Flohmarktwiese haben wir zum Beispiel der Nachbarschaft erstmalig die Möglichkeit eröffnet, ihre Schränke, Keller und Kinderzimmer aufzuräumen und aussortierte Dinge zu veräußern. Schon im Vorfeld war die Resonanz auf den Flohmarkt so groß, dass wir nach 30 Anmeldungen eine Warteliste eröffnen mussten.“

Und warum nehmen so viele ehrenamtliche Helfer:innen die Mühsal des Vorbereitens und Kümmerns auf sich? Für Svenja Suhren ganz einfach: „Große Freude bereitet es, dass man an diesem Tag im Park viele glückliche und zufriedene Gesichter sehen konnte. Zahlreiche Kinder sprangen vergnügt durch den Park, nahmen an tollen Aktivitäten des Störtebeker SV und der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburgsort-Veddel teil und zeigten den großen Besucher:innen, dass man bei Livemusik nicht unbedingt sitzen bleiben muss, sondern auch ruhig ausgelassen tanzen kann.“ 

»Die Resonanz auf den Flohmarkt war so groß, dass wir nach 30 Anmeldungen eine Warteliste eröffnen mussten.«
Svenja Suhren, Netzwerk HafenCity

Wolfgang Weisbrod-Weber, einer der Väter der Sommerfeste und Sprecher der Netzwerk AG Feiern und Begegnungen, Mann von Jutta und 2. Vorsitzender des Netzwerks HafenCity, war trotz aller Erfahrung gerührt: „Ich bin einfach überwältigt von dem riesigen Zuspruch aus der Nachbarschaft. So viele Menschen, die fröhlich zusammenkommen, und in so viele freudige Gesichter zu blicken, junge wie alte, macht mich einfach glücklich. Zugleich empfinde ich ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit – für alle Helfer:innen am Tag des Festes und für alle, die hinter den Kulissen schon seit Monaten an der Organisation mitgearbeitet haben, und das alles ehrenamtlich. Ein großer Dank geht auch an die Mitwirkenden, die ohne Entgelt ihr Bestes gegeben haben.“

Ben Con Cello, Schlagzeuger „Gazzo“, Andreas von der Heide (M.): „Danke für das coole Event! Es ist immer was Besonderes, auf einer großen Bühne vor einem tollen Publikum zu spielen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Ben Con Cello, Schlagzeuger „Gazzo“, Andreas von der Heide (M.): „Danke für das coole Event! Es ist immer was Besonderes, auf einer großen Bühne vor einem tollen Publikum zu spielen.“ © Catrin-Anja Eichinger

Auch die Fakten sprechen für sich. Nach den rund 650 Besuchern im vergangenen Jahr pilgerten dieses Jahr über 1.000 Gäste über das Festgelände des zentralen Sommerfests der HafenCity. Die bewährte Mischung aus Livemusik von der großen Showbühne, unter anderem mit Hong Kong Five, Ben con Cello, Urban -Bears und der Hamburger Kinderkantorei St. Petri/St. Katharinen, die Cross-over-Partien für die ganze Familie des Hamburg Boule Club von 2007 e. V. und die Sportaktivitäten des Störtebeker SV für Kinder, Jugendliche und Erwachsene funktionierte prächtig. Manfred „Jogi“ Jürgensen, Vorsitzender des Stötebeker SV, empfand die Atmosphäre „bei uns auf den Spiel- und Sportflächen wie auch der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburgsort-Veddel bombastisch“. Dass dazu auch „die über 200 individuellen selbst gebastelten Tütchen mit kleinen (auch süßen) Überraschungen von den Störtebekers als Belohnungen fürs Mitmachen und Gewinnen“ beigetragen haben, dem will Jogi schmunzelnd nicht widersprechen.

Auch Rüdiger Stray, Öffentlichkeitsarbeiter vom Hamburger Boule Club, fand „das Fest gelungen“ und lernte mit seinem Team Überraschendes kennen: „Bei unserer Boule-Pétanque-Demons-tration schauten Festbesucher:innen zu oder machten auch mit. Dieses Jahr war erstmals eine Gruppe um einen Rollstuhlfahrer dabei. Das war neu für uns, dass ein zerebral geschädigter Rollstuhlfahrer die Kugeln geworfen hat. Es verweist auf die Entstehung von Pétanque in La Ciotat 1910 als Sport auch für Behinderte. Also: Allez!“

Inhaber Olli & Margie (l.) von Chango: „Es war eindeutig unser bestes Fest in 2022 und wir haben die Atmosphäre und die durchweg freundlichen Menschen genossen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Inhaber Olli & Margie (l.) von Chango: „Es war eindeutig unser bestes Fest in 2022 und wir haben die Atmosphäre und die durchweg freundlichen Menschen genossen.“ © Catrin-Anja Eichinger

Die Klassiker wurden erfolgreich ergänzt durch neue Stände vom Ökumenischen Forum aus der Shanghaiallee, die ihr 10-Jähriges mit den Nachbarn feierten, oder auch soziale Organisationen und Wohn- und Hausgemeinschaften aus dem Baakenhafen wie Leuchtfeuer oder Assistenz Alsterdorf, eine Dienst- und Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderung. Sie warben auf dem Nachbarschaftsfest für ihre Themen und ein gemeinschaftliches Miteinander im inklusiv tickenden Quartier. Für Tobias Fink, Leiter Assistenzdienst am Baakenhafen, ein besonderes Sommerfest-Erlebnis: „Wir als Assistenz Alsterdorf West möchten uns auch für das sehr gelungene Fest am Samstag im Lohsepark bedanken. Es gab viele tolle Begegnungen und Vernetzungen auch für unsere Klienten:innen. Es ist ein weiterer Schritt, als Alsterdorf Assistenz West ein fester Bestandteil und Ansprechpartner hinsichtlich der Beratung zu sozialen Themen in der HafenCity zu werden.“

»Ich bin einfach überwältigt von dem riesigen Zuspruch aus der Nachbarschaft.«
Wolfgang Weisbrod-Weber, 2. Vorsitzender netzwerk HafenCity

Auch der Veranstalter, das Netzwerk HafenCity e.V., bekam von Rollifahrern und Menschen mit Behinderung wertvolle Hinweise, wie sie ihr Sommerfest noch besser an deren Bedürfnissen ausrichten können. So wurde klar, dass eine Wiese für viele Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Behinderung ein schlechtes oder sogar ausschließendes holperiges Gelände sein kann. Das Netzwerk wird die Anregungen, sich noch stärker an den Gehwegen im Park zu orientieren („da können sich alle fortbewegen“, so eine Rollifahrerin) oder auf dem Rasen bestimmte „glattere“ Laufwege zu ermöglichen, prüfen. Sebastian Baller, 1. Vorsitzender des Netzwerks: „Unser Sommerfest ist für alle da, also auch inklusiv. Wir werden überall da nachbessern, wo es irgend möglich ist.“

Eröffnungsauftritt von Hong Kong Five auf der Showbühne des nachbarschaftsfest HafenCity. © Wolfgang Timpe
Eröffnungsauftritt von Hong Kong Five auf der Showbühne des Nachbarschaftsfest HafenCity. © Wolfgang Timpe

Es gibt nichts Schöneres, als den Lohsepark bei Sonnenschein zu rocken!
Stefan Kiefer, Trommler bei Hong Kong Five

Business-Netzwerk: Dr. Matthias Borscheid, HafenCity Hamburg GmbH; Sebastian Baller & Wolfgang Timpe, Vorstand Netzwerk HafenCity und Prof. Jürgen Bruns- Berentelg, Stadtplaner & HafenCity Universität (v.l.n.r.).
Business-Netzwerk: Dr. Matthias Borscheid, HafenCity Hamburg GmbH; Sebastian Baller und Wolfgang Timpe, Vorstand Netzwerk HafenCity sowie Prof. Jürgen Bruns- Berentelg, 18 Jahre CEO der HafenCity Hamburg GmbH und seit November 2021 im Unruhestand als Stadtplaner und Wissenschaftsautor (v.l.n.r.). © Catrin-Anja Eichinger

Eine schöne Tradition ist schon nach so kurzer Zeit das vielstimmige Klangtheater der Hamburger Kinderkantorei St. Petri/St. Katharinen auf der großen Bühne: „Wir brachten Teile des Musicals ,Noah unterm Regenbogen‘ zur Aufführung. Die sechs- bis zehnjährigen Kinder sangen voller Elan Lieder zur Geschichte der Arche Noah, die dann am Donnerstag, 6. September 2022, in St. Katharinen ihre offizielle Premiere. Für viele Kinder war das Sommerfest der erste Auftritt“, so Chorleiter Samuel Busemann, „Die Aufregung war groß – und alle haben super performt. Die Stimmung war gut“, so Busemann, „und es hat allen Spaß gemacht.“

Das gilt auch für die Bands wie die Urban Bears, die allen Besucher:innen den Sommerabend ab 20 Uhr mit fetzigen Indie-Rock-Rhythmen einheizten, und die herrlich ironischen kalifornischen Westcoast-Balladen von Ben con Cello um ihren Trommler „Gazzo“, Andreas Gatzow von der Heide, die zuvor mit ihrer originellen Instrumentenmischung aus Cello, Ukulele, Gitarre und Schlagzeug die große Sundowner-Stimmung eingeleitet hatten: „Danke für dieses tolle Event“, so Gazzo, „es ist immer wieder etwas Besonderes, auf einer großen Bühne vor so tollem Publikum spielen zu dürfen. Ein besonderes Dankeschön geht an die vorbildliche Organisation und die professionelle Technik. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal.“

Zum gleichen Urteil kommt Schlagzeuger Stefan Kiefer aus der Hongkongstraße, der mit seiner Band Hong Kong Five und ihrer unglaublichen Frontsängerin Lorena Daum und ihrer Rock-’n’-Soul-Stimme das Fest eröffnet hat: „Superwetter, Superstimmung, viele liebe Menschen aus der Nachbarschaft – und eine tolle große Bühne für die Bands. Es gibt nichts Schöneres, als den Lohsepark bei Sonnenschein zu rocken!“

Spielspaß beim Störtebeker SV: Gewinnen gerne, aber erstmal viel Lachen beim Kräfte messen im Tauziehen für die ganze Familie – und kleine <belohnungen gab es danach auch noch. © Catrin-Anka Eichinger
Spielspaß beim Störtebeker SV: Gewinnen gerne, aber erstmal viel Lachen beim Kräftemessen im Tauziehen für die ganze Familie – und kleine Belohnungen gab es danach auch noch. © Catrin-Anja Eichinger
Ermöglichen immer ein breites Spektrum an Sport- und Spielaktivitäten auf dem Sommerfest des Netzwerks HafenCity e.V.: das Team des Störtebeker SV. © Störtebeker SV
Ermöglichen immer ein breites Spektrum an Sport- und Spielaktivitäten auf dem Sommerfest des Netzwerks HafenCity e.V.: das Team des Störtebeker SV. © Störtebeker SV

Und auch Speis und Trank trugen ihren leckeren Teil zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die Espresso- und Cappuccino-Spezialitäten von Barista-Künstler Basti aus der Mundhalle („tolle Gäste, gute Stimmung“) und die von Groß und Klein geliebten Pfannkuchen auf offenem Feuer von Philip aus der Mundhalle („ich bin dieses Jahr echt schon wieder ausverkauft“) wurden ebenso belagert wie der Grillstand der Marktschwärmer Dextermeat von Edeka Böcker. Martin Baerwind und seine Frau mussten leider um 18 Uhr ihren Stand mit den Grillwurst-Spezialitäten aus Rind und Co. schließen: ausverkauft. Nächstes Jahr sollten sie einfach wie Philip aus der Mundhalle noch mehr Ware mitbringen. Der Gastro-Hotspot waren Margie und Olli vom Mexikaner Chango, die zum ersten Mal dabei waren. Sie rockten mit ihren Tacos-Varianten zu zivilen Preisen die Sommerfestgemeinde, packten als Letzte ein und waren erschöpft und glücklich: „Es war eindeutig unser bestes Fest in 2022“, so Olli, „und wir haben die Atmosphäre und die durchweg freundlichen Menschen genossen. Wir kommen gerne wieder.“

Das Sommerfest-Team Freiwillige Feuerwehr Rothenburgsort-Veddel (FFRV): Michel Buthmann, Feuerwehrmann; Martin Morafka, stellv. Wehrführer; Patrick, Michelle, Eldar & Romeo, Mitglieder der Jugendfeuerwehr (JF); Anna Wieszt, Feuerwehrfrau; Lucas, (JF); Mika Schollmeyer &  Benjamin Schünemann, Feuerwehrmann (v.l.n.r.). Dias direkte Einzugsgebiet der FFRV umschließt nicht nur Rothenburgsort-Veddel, sondern auch die HafenCity und Hammerbrook. © Catrin-Anja Eichinger
Das Sommerfest-Team Freiwillige Feuerwehr Rothenburgsort-Veddel (FFRV): Michel Buthmann, Feuerwehrmann; Martin Morafka, stellv. Wehrführer; Patrick, Michelle, Eldar & Romeo, Mitglieder der Jugendfeuerwehr (JF); Anna Wieszt, Feuerwehrfrau; Lucas, (JF); Mika Schollmeyer & Benjamin Schünemann, Feuerwehrmann (v.l.n.r.). Dias direkte Einzugsgebiet der FFRV umschließt nicht nur Rothenburgsort-Veddel, sondern auch die HafenCity und Hammerbrook. © Catrin-Anja Eichinger

Für Henrik Moritz, eine der großen Stützen im Festkomitee des Netzwerks HafenCity e. V. zur Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, passten dieses Jahr „Wetter und Stimmung“ gut zusammen: „Im letzten Jahr konnten wir trotz Corona und regnerischem Wetter ein tolles Fest auf die Beine stellen. Anfang 2022 sind wir dann wieder zusammengekommen und waren uns schnell einig: Auch dieses Jahr soll es wieder ein Fest von Nachbarn für Nachbarn geben. Der einzige Wackelkandidat im Festkomitee war: das Wetter. Bis zuletzt haben wir gebangt, aber die Sonne war eine der ersten -Gäste, die wir begrüßen durften, und war zugleich eine der wenigen Beitragenden, die nicht direkt aus der HafenCity oder der näheren Umgebung kamen. Das Fest war für mich ein toller positiver Impuls für das Nachbarschftsgefühl. Ich habe bekannte Gesichter getroffen, ein paar Pläuschchen gehalten und auch neue interessante Nachbarn kennengelernt.“

Kümmern ging da Bei henrik Moritz schon mal vor Vergnügen: „Vor lauter Schnacken habe ich es gar nicht zu allen Ständen geschafft. Das Fest und dessen Organisation und die Zusammenarbeit im Nachbarschaftsverein haben stark dazubeigetragen, dass sich für mich nach 3,5 Jahren im Quartier so langsam ein Zu-Hause-Gefühl einstellt. Es ist wirklich beachtlich, was wir durch die Zusammenarbeit im Stadtteil auf die Beine stellen konnten. Ich hoffe, dass die Nachbarschaft sich in diesem Sinne weiterentwickelt, und freue mich auf das nächste Fest!“

Das Festgelände des Netzwerks hafenCity e.V. im Lohsepark mit seinen unterschiedlichen Angeboten vom Livemusik-Bühnenprogramm über Sport- und Spiel-Aktivitäten des Störtebeker SV bis zur – Premiere! – der Flohmarktwiese mit 30 Teilnehmer:innen. © Drohnenfoto: Michael Kobienia | Grafik: HafenCity Zeitung
Nachbarschaftsfest 2022: Das Gelände des Netzwerks HafenCity e.V. im Lohsepark mit seinen unterschiedlichen Angeboten vom Livemusik-Bühnenprogramm über Sport- und Spiel-Aktivitäten des Störtebeker SV bis zur – Premiere! – der Flohmarktwiese mit 30 Teilnehmerständen. © Drohnenfoto: Michael Kobienia | Grafik: HafenCity Zeitung

Ja, und gibt’s denn keine Kritik? Nicht wirklich. Gerade die Breite der Zustimmung und das gemeinsame Wohlfühlen auf dem Fest sind offenbar besonders stimmig. Gut, hinter den Kulissen weiß man, wie eng manches erfolgreiche Teil mit welcher heißen Nadel gestrickt wurde. Das wird die Manöverkritik im Festkomitee der Nachbarn aufarbeiten und in 2023 verbessern. Und alle wissen auch: Dann gibt es wieder andere neue Probleme bis fünf Minuten vor Eröffnung des Fests.  

»Das Fest war für mich ein toller positiver Impuls für das Nachbarschaftsgefühl.«
Henrik Moritz, Anwohner am Lohsepark

Für Thomas „Tom“ Lerche, Moderator der Veranstaltung und Sprecher der Interessengemeinschaft HafenCity (IGH) im Netzwerk HafenCity e. V., die die Gewerbetreibenden des Stadtteils im Netzwerk vertritt, sind besonders kleine Momente in Erinnerung geblieben: „Als auf dem Campus Tower an der Versmannstraße in Kevin Fehlings Rooftop-Bar „Puzzle“ circa 20 Menschen zur Musik auf unserer Bühne im Takt wippten oder der Künstler und Gaukler Kammann die Kinder förmlich zum Ausrasten brachte, als sie, durch ihn angetrieben, das Gras aus der Wiese rissen und als Konfetti nutzten, oder als bei den Übungen mit Schlauch, Blaulicht und Co. der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburgsort-Veddel die vielen Augen der Kinder anfingen zu leuchten – das waren meine kleinen Magic Moments vom Sommerfest 2022.“ Und was sieht man von oben, von der Bühne aus, was den Teilmehmer:innen nicht sofort ins Auge fällt? „So familiär ist es nur beim Netzwerk-Sommerfest der HafenCity! Als Moderator und Trainer stehe ich regelmäßig auf kleinen und großen Bühnen, aber nirgends ist es so familiär wie hier – wie bei einem großen gemütlichen Gartenfest mit Freunden. Und das bei über 1.000 Gästen“, staunt Lerche.

Der Hamburger Boule Club von 2007 e.V. (HBC): Das Gute-Laune-Team der Pétanque-Spieler um HBC-Öffentlichkeitsarbeiter Rüdiger Stray (l.) und Georg Haupt (r.). © Catrin-Anja Eichinger
Der Hamburger Boule Club von 2007 e.V. (HBC): Das Gute-Laune-Team der Pétanque-Spieler um HBC-Öffentlichkeitsarbeiter Rüdiger Stray (l.) und Georg Haupt (r.). © Catrin-Anja Eichinger

„Dass Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, ,Mr. HafenCity‘ und Hamburgs ,Unternehmer des Jahres 2021‘, vorbeigeschaut hat“, so der Moderator, „freute uns alle, den gesamten Netzwerk-HafenCity-Vorstand.“ Geplaudert wurde mit dem früheren CEO der HafenCity Hamburg GmbH (ausgeschieden im November 2021) und Stadtplaner mit HCU-Professur im wissenschaftlichen und Buch schreibenden Unruhestand weniger über die HafenCity und Stadtplanungstrends, sondern eher über den Umzug seines Sohns in ein neues eigenes Heim, wo er zuvor noch mit anpacken musste. Tja, so ist das ohne offiziöses Amt, da fallen Ausreden in der Familie schwerer. „Nein, nein“, lacht Vater Bruns-Berentelg, „dass ich die familiären Dinge jetzt intensiver wahrnehmen kann, freut mich.“

Sommerfest-Moderator Tom Lerche: „Unsere neue große Bühne wurde prächtig angenommen. Jetzt können wir durchaus ein Festival machen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Sommerfest-Moderator Tom Lerche: „Unsere neue große Bühne wurde prächtig angenommen. Jetzt können wir durchaus ein Festival machen.“ © Catrin-Anja Eichinger
© Catrin-Anja Eichinger
Mit Infostand auf dem Sommerfest informierte Alsterdorf Assistenz über seine Angebote – in der HafenCity. © Catrin-Anja Eichinger

Zu den positiv Enttäuschten der Festorganisatoren gehörte Johann Zitzelsberger, IT-Unternehmer und stellvertretender Sprecher der IGH. Hatte er doch bei den Gewerbetreibenden tolle Tombola-Preise organisiert, und schon kurz nach dem Start konnte er seine Arbeit einstellen und sich mit seiner Frau dem Feiern und Netzwerken widmen. Unternehmer Zitzelsberger: „Denn die Lose wurden mir förmlich aus der Hand gerissen. Nach einer guten halben Stunde waren alle Tombola-Preise vergeben. Über 50 Preise konnten an glückliche Gewinner:innen verteilt werden.

Die von Unternehmen der HafenCity gespendeten Preise reichten von praktischen Alltagsgegenständen über Gutscheine für Restaurantbesuche, Baustellenbesichtigungen und Fotoshootings bis hin zu exquisiten Toastern. Ein herzlicher Dank“, so Zitzelsberger, „geht unter anderem an unsere Spender:innen Andrea Huber Coaching, BMS Die Laufgesellschaft, Fotografin Catrin-Anja Eichinger, foodlab, Hamburger Sparkasse, jungwiealt, Ökumenisches Forum, Unibail-Rodamco-Westfield und Überseequartier Nord.“ Na, da wird man 2023 mengentechnisch noch kräftig zulegen können.

Ein nachbarschaftsfest für die Familie, für Groß und Klein: Vater Helmut mit seiner großen Tochter Elia und der kleinen Marlene vom Überseeboulevard. © Catrin-Anja Eichinger
Ein Nachbarschaftsfest für die Familie, für Groß und Klein: Vater Helmut mit seiner großen Tochter Elia und der kleinen Marlene vom Überseeboulevard. © Catrin-Anja Eichinger

Das nächste Sommerfest 2023 kommt. Doch von allein geht nix, und auch die finanzielle und materielle Unterstützung, besonders vom Kulturausschuss des Bezirks Hamburg-Mitte und der HafenCity Hamburg GmbH, die unter anderem den Lohsepark an das Netzwerk vermieten, ist unverzichtbar. Diese Hilfe und der ehrenamtliche Dauereinsatz von vielen Nachbarn aus der HafenCity und Mitgliedern des Netzwerks HafenCity ermöglichen die kleinen Essen&Trinken-Preise auf dem Fest und das große gemeinschaftliche Erlebnis mit über 1.000 Teilnehmer:innen. 

»So familiär ist es nur beim Netzwerk-Sommerfest der HafenCity – wie bei einem großen gemütlichen Gartenfest mit Freunden.«
Thomas „Tom“ Lerche, Moderator und Coach aus der Kobestraße

Jimmy Blum, FDP-Bezirksabgeordneter Hamburg-Mitte und Kulturausschuss-Vorsitzender: „Genau für solche Veranstaltungen sind die finanziellen Unterstützungen des Bezirksamts gedacht: den ganzen Tag Programm auf der Bühne, sozialer und kultureller Austausch unter Nachbarn und das Ganze bei bestem Wetter und toller Stimmung. Besser geht es nicht! Ich habe den Nachmittag sehr genossen und freue mich über das liberale Herz auf dem Container.“ 

Hatte sich doch der FDP-Hans-Dampf in vielen Mediengassen froh in die Kindermeute geschummelt, die mit der von der Designerin und Künstlerin Matilde Frank aus der Kobestraße und ihrem Team vorbereiteten Folienschablonen, in denen sie ihre Fantasiefiguren und -formen selbst ausschneiden konnten, den Container des Netzwerks mit fröhlichen Figuren und in bunten Farben verschönerten. Eins zeigte das Nachbarschaftsfest 2022 des Netzwerks HafenCity e. V. wieder einmal eindrucksvoll: Die Menschen machen die Atmosphäre und die Lebensqualität in einem Stadtteil aus. Überall in Hamburg – und besonders in der HafenCity. Wolfgang Timpe

Begeisterte Zuschauer:innen von Jung bis Erwachsen: die Feuerakrobatik von Kammann. © Catrin-Anja Eichinger