Vorschau.Mit Dancepop und Soul und ihrem neuen Album »Move« geht die Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld jetzt auf Tour
Mit der Musik ihres brandneuen Albums „Move“ lockt Yvonne Catterfeld ihre Fans auf die Tanzfläche, in den Videos zeigt sie sich ziemlich sexy. Dabei ist die Sängerin und Schauspielerin eigentlich ein Mensch, der zumindest privat nicht gern auffällt. Beim HCZ-Gespräch im Büro ihres Tourneeveranstalters an der Hamburger Außenalster trägt sie gedeckte Farben, ihrer Erkältung trotzt die gebürtige Erfurterin mit einer Tasse Tee.
Foto oben: Yvonne Catterfeld und ihr Wunsch, nach der deutschsprachigen Sängerinnen-Karriere ein englischsprachiges Album zu machen: „Es ist schon schwierig, wenn man mit einem Projekt erfolgreich ist, plötzlich derart die Richtung zu wechseln. Aber manchmal ist es auch gut, gegen den Strom zu schwimmen.“ © Adam von Mack
Ihr Album heißt „Move“. Bewegen Sie sich gern vorwärts und suchen Veränderungen? Kommt drauf an. Beruflich mag ich es sehr, immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen. Privat brauche ich mein vertrautes Umfeld. Trotz meiner Angst vor Veränderungen habe ich erneut einen Wechsel gewagt: Wir sind letzten Sommer von Berlin nach Bayern gezogen, in die Nähe von München. Weil mein Job ziemlich laut ist und ich meistens viele Menschen um mich habe, ziehe ich mich abseits des Rampenlichts lieber zurück.
Ihr Sohn geht nun in Bayern zur Schule. Dort sind die Anforderungen höher als in anderen Bundesländern. Eine Gymnasiallehrerin hat mir erklärt, dass zumindest in Mathe teilweise Stoffe in der fünften Klasse behandelt werden, die in Berlin erst in der siebten Klasse auf dem Lehrplan stehen. Das ist natürlich eine kleine Herausforderung. Aber wir haben den Zeitpunkt für den Umzug bewusst gewählt, weil mein Sohn jetzt in der fünften Klasse ist und in Bayern genau dann der Wechsel auf eine weiterführende Schule ansteht.

Ist es für Sie als Mutter eigentlich schwierig zu touren? Meine Tournee ist so konzipiert, dass ich alle drei Tage nach Hause fahren kann. Das ist völlig unproblematisch. Als mein Sohn noch sehr klein war, habe ich allerdings darauf verzichtet, auf Tour zu gehen. Ich habe darauf geachtet, dass er keine Nacht ohne mich verbringen musste.
Stichwort Konzerte: Möchten Sie Ihr Publikum mit Ihren positiven „Move“-Songs zum Loslassen animieren? Musikalisch werde ich mich zwischen Dancepop und Soul bewegen – teils auch mit älteren Liedern. Ich stelle mir vor, dass die Leute wirklich den Kopf ausschalten und einfach Spaß haben. Ich wünsche mir, dass sich der gesamte Club in eine Tanzfläche verwandelt.
Gewinnt Eskapismus zunehmend an Bedeutung, weil wir in den Nachrichten täglich Horrormeldungen erfahren? Ja. Gerade im Zug fällt mir auf, wie oft über politische Themen gesprochen wird. Ich denke, alle fühlen sich bedroht. Die Menschen sind verunsichert, sie machen sich Sorgen. Selbst Kinder fragen immer wieder, ob es einen dritten Weltkrieg geben wird. Darum sollte man die eigenen kleinen Probleme in Relation zum Weltgeschehen setzen und die alltäglichen Dinge mehr wertschätzen, die immer so selbstverständlich waren.
Genießen Sie es jetzt umso mehr, in London nicht erkannt zu werden, wenn Sie dort mit Ihrem Partner sind? Für mich ist das wie Urlaub, weil ich beobachten kann, statt beobachtet zu werden. Wenn man seit gut 25 Jahren in der Öffentlichkeit steht, macht das schon etwas mit einem. Ich lebe auch hier ein normales Leben, aber in London bin ich noch mal freier, weil ich mich nicht so beobachtet fühle.
Englisch scheint Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, „Move“ ist Ihr zweites englischsprachiges Album. Schon als Kind habe ich nur auf Englisch gesungen. Ich hatte damals die Chance auf einen Plattenvertrag, allerdings mit der Bedingung, auf Deutsch zu singen. Den hatte ich dann angenommen – mit dem Ziel und dem Wunsch, irgendwann ein englischsprachiges Album zu veröffentlichen. Erst 20 Jahre später habe ich das umsetzen können, da es schon schwierig ist, wenn man mit einem Projekt erfolgreich ist, plötzlich derart die Richtung zu wechseln. Aber manchmal ist es auch gut, gegen den Strom zu schwimmen.
In Ihren Videos geben Sie sich sehr sexy. Spiegelt das Ihr Körpergefühl wider? Normalerweise mag ich es nicht, aufzufallen. Ich bevorzuge erdige Farben. Als wir die Videos gedreht haben, habe ich mir jedoch gesagt: Jetzt zeige ich mich einfach mal, statt mich anzupassen. Ich wollte tanzen, weil das zu meiner neuen Musik passt. Im Prinzip war das so, als würde ich als Schauspielerin in eine andere Rolle schlüpfen. Nur hat sich in diesem Fall mein Look nicht an einer Figur orientiert, sondern eben an meinem Songs. Interview: Dagmar Leischow
Info Yvonne Catterfeld tritt am Mittwoch, dem 21. Mai, um 20 Uhr in der Großen Freiheit in Hamburg auf. Karten und weitere Informationen unter www.neuland-concerts.com