»Von der Binnenalster bis zur Elbe!«

Stadtplanung. Die Infrastruktur der neuen City mit Innenstadt und HafenCity wird erneuert. Jetzt sind erste Entwürfe zur neuen »Domachse« da

Gut Ding will Weile haben. Der Klischeespruch fürs Phrasenschwein muss leider immer wieder mal beim Thema Stadtplanung bemüht werden. Und so mussten die Verantwortlichen bei Stadt, Senat und angeschlossenen Behörden sowie bei Grundeigentümern und Gewerbetreibenden für Topqualitätswünsche an Aufenthaltqualitäten und städtbaulicher und freiraumplanerischer Attraktion erst in ein Boot geholt werden. Wenn es dann am Ende zufriedenstellende Qualität wird, sind doch vielleicht alle glücklich. 
Foto oben: Attraktivere Aufenthaltsqualität mit viel Außengastronomie, Baumalleen und breiten Fuß- und Fahrradwegen – hier der Entwurf für den Alten Fischmarkt. © West8

Am dritten und letzten „Begleittreffen“ zum Werkstattverfahren „Domachse“ wurden die finalen Pläne vorgestellt, die weitreichende Veränderungen für den Verkehrs- und Aufenthaltsraum in Hamburgs sogenannter neuer Mitte, der gemeinsamen City aus klassischer Innenstadt und HafenCity, vorsehen. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing betonte in seiner Eröffnungsrede: „Wir stehen an einem Wendepunkt in der Stadtentwicklung. Es geht darum, den urbanen Raum lebendiger und attraktiver zu gestalten – sowohl für die Menschen, die hier leben, als auch für die Besucher.“

Weniger Autospuren, breite Fußwege und Fahrradstreifen in der Schmiedestraße auf dem Weg über Hammaburg-Platz und Alter Fischmarkt in die HafenCity. © West8

Die neuen Pläne für die Domachse sind in drei wesentliche Bereiche gegliedert, die dazu beitragen sollen, den zentralen Bereich zu beleben und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

1. Die Bergstraße. Im ersten Abschnitt bleibt die Bergstraße für den Verkehr befahrbar und wird nun auch für Buslinien geöffnet. Dies erlaubt eine Verkleinerung des Kreuzungsbereichs an der Ecke Mönckebergstraße, der künftig primär für Fußgänger reserviert sein soll. Ein entscheidender Schritt zur Aufwertung des Gebiets wird das „Aufräumen“ der Bergstraße sein. Parkplätze und Fahrradbügel werden entfernt und in die Seitenstraßen verlagert. Dies schafft nicht nur einen freien Blick auf die markante Hauptkirche St. Petri, sondern ermöglicht auch die Anlage eines langen grünen Bandes mit neu gepflanzten Bäumen und künstlerisch gestalteten Lampen. So entsteht eine flanierbare Allee, die Fußgänger und Radfahrer über den Hammaburg-Platz, Brands­twiete und St. Annen-Platz attraktiv in Richtung Speicherstadt und HafenCity mit dem Westfield Hamburg-Überseequartier leitet.

2. Der Hammaburg-Platz. Der zweite Bereich am Hammaburg-Platz sieht eine Fortführung des Baumbands und großzügige Gehwege vor. Auch hier wird die Fahrbahn verengt, und der Platz vor der St. Petri-Kirche wird auch neu gestaltet. Es gibt Überlegungen, am Alten Fischmarkt wieder einen Brunnen zu platzieren, was zur weiteren Belebung des Areals beitragen würde. Zudem könnte am neuen Hammaburg-Park ein Pavillon entstehen, der gastronomische Möglichkeiten bietet, wodurch ein einladender Ort für Begegnung und Erholung geschaffen wird. Ein gesonderter Wettbewerb wird für den Hammaburg-Platz ausgelobt, um kreative und ansprechende Gestaltungsvorschläge zu entwickeln.

3. Die Brandstwiete. Besonders spannend wird der dritte Abschnitt an der Brandstwiete, wo die Straße für Autos um eine Spur verengt wird. Dadurch entstehen etwa elf Meter zusätzliche Fläche für Fußgänger und Radfahrer auf der Seite der Geschäfte. Auch hier werden neue Bäume gepflanzt, und es wird genügend Raum für Terrassen der Gastronomen geben. Ziel ist es, eine attraktive Flaniermeile zu schaffen, die Menschen zum Verweilen einlädt und den Einzelhandel fördert.

Entwurf mit Begrünung der Brandstwiete über den Zollkanal in die Speicherstadt/HafenCity und der Entschleunigung der Kreuzung Brandstwiete (Mitte). © West8

Die finalen Pläne präsentieren einen umfassenden Ansatz zur Verbesserung der urbanen Infrastruktur in Hamburg und die zukünftige Verbindung zwischen Binnenalster und Elbe zu gestalten. Sie bieten nicht nur mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, sondern auch die Möglichkeit zur Schaffung eines lebendigeren Stadtbildes, das mehr Aufenthaltsqualität verspricht. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung die Menschen die neue Domachse nutzen werden. Vom Westfield-Überseequartier an der Elbe über Mönckebergstraße, Rathausviertel, Jungfernstieg und Binnenalster sowie von der HafenCity in die City.

Die Öffentlichkeit wird eingeladen, die Pläne näher kennenzulernen. Die Vorstellungen werden offiziell präsentiert, und es besteht die Chance, direkte Rückmeldungen und Anregungen zu geben. Das Interesse und die Beteiligung der Bevölkerung sind für die Macher:innen der neue Domachse entscheidend, um die Vision einer besseren Aufenthaltsqualität in die Realität umzusetzen. Jimmy Blum

Info Weitere Informationen unter: hamburg.de/go/1080954

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