Ausstellung mit Ausrufezeichen

Kaispeicher B. Der neue Themenblock »Heroes of the Sea« mag nicht groß sein, ist aber von großer Tragweite. Denn das Internationale Maritime Museum Hamburg bietet dort Meeresschutz-Projekten eine Bühne

Der Künstler Bastian Fiala unterstützt mit diesem Motiv die Initiative Pro Ocean. © IMMH

Ozeane sind faszinierend – und lebenswichtige Ökosysteme. Doch gut geht es ihnen nicht. Welchen Bedrohungen unsere Weltmeere ausgesetzt sind und wie wichtig konsequenter Meeresschutz ist, ruft eine neue Ausstellungsfläche im Internationalen Maritimen Museum Hamburg (IMMH) in Erinnerung. 
Foto oben: Mantarochen vor den Azoren, fotografiert vom Gründer der Plattform „Heroes of the Sea“. © IMMH / Foto: York Hovest

Die neue Fläche ist eine sinnvolle Erweiterung des Decks 7, auf dem sich das Museum der Meeres- und Tiefseeforschung widmet. Von Bestandsthemen des Hauses wie etwa „Mikroplastik im Meer“ ergibt sich so ein fließender Übergang zum neuen Themenbereich. Noch bis Jahresende werden dort unter anderem Unterwasserfotografien von York Hovest, dem Gründer der globalen Meeresschutz-Plattform »Heroes of the Sea«, zu sehen sein. 

Darüber hinaus stellen mehrere Initiativen aus Deutschland ihre Arbeit für den Schutz der Meere vor. Dazu gehören zum Beispiel groß angelegte Clean-ups (das Sammeln von Plastikmüll an Stränden und Ufern), globale Projekte zum Schutz mariner Tier- und Pflanzenwelten sowie Bildungs- und Aufklärungsarbeit. „Die Besucherinnen und Besucher können hier ganz unterschiedliche Beispiele für aktiven Meeresschutz kennenlernen und sich über konkrete Projekte rund um den Globus informieren“, erläutert Dr. Sonja Schäfer vom IMMH.

Eyecatcher und Mahnung zugleich: aus Geisternetzen gefertigte „Netzqualle“. © IMMH

Die Wissensvermittlung kommt dabei ganz ohne erhobenen Zeigefinger aus. Dank der Quiz-Vitrine der Organisation Ozeankind erfährt man zum Beispiel, dass eine PET-Flasche 450 Jahre im Meer treibt und somit zu einem Problem mit Ewigkeitsgarantie wird. Der Künstler ­Bastian Fiala steuert ein Gemälde bei, das als Motiv auch Trinkflaschen der Initiative Pro Ocean ziert. Die Organisation befreit Strände von Plastikmüll und engagiert sich für Schutzprogramme für Meeresschildkröten.

Was aber haben Zahnpasta, Make-up, Schinken, Pudding und Tampons im Museum zu suchen? Antwort: Viele dieser Produkte enthalten Bestandteile aus Algen – etwa Verdickungs- und Geliermittel wie Agar-Agar. Ein überraschender Fingerzeig auf die Relevanz mariner Pflanzenwelten in unserem Alltag. Doch auch ökologisch sind Algen, Kelp- und Mangrovenwälder oder Seegraswiesen extrem wichtig, berichtet der Verein Salzwasser. So speichern Seegraswiesen 30- bis 50-mal mehr CO₂ als gleichgroße Wälder an Land.

Neuzugang auf Deck 7: „Heroes of the Sea“ gibt Meeresschutz-Initiativen eine Bühne. © IMMH

Über alldem wacht ein Hingucker: die Netzqualle, ein aus Geisternetzen und Fangseilen, die aus dem Meer gefischt wurden, gefertigtes Exponat. Selten ist eine Mahnung so bunt wie diese. Kai Winn

Info
Herbst-Highlight: Die Ausstellung „Maritime Geschichte erleben mit PLAYMOBIL“ im IMMH zeigt Wikinger, Piratinnen und andere Abenteurer. Eine fantasievolle und faktentreue Zeitreise für Groß und Klein. Mehr Informationen finden Sie unter: imm-hamburg.de

Nachrichten von der Hamburger Stadtküste

Abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter!

Das könnte Ihnen auch gefallen