Ach, wie gut 
war das!

Christin Lüdemann, stellv. Geschäftsführerin Meridian Spa & Fitness Deutschland GmbH, über neue Kursangebote, digitale Fitness und selbstbewusstes Auftreten 
Plus: MOTIVATION LERNEN – 3 Tipps 2020 von Fitness-Expertin Urte Lipsow

Fitness wird den Deutschen immer wichtiger. Laut dem Onlineportal Statista sind mehr als elf Millionen Deutsche Mitglieder in Fitnessclubs. Die Branche setzt 5,3 Milliarden Euro um. Hamburg hat die höchste Dichte mit 16,8 Studios pro 100.000 Einwohner. Über 400.000 Männer und Frauen trainieren in einem der über 300 Studios in der Hansestadt. In Relation zur Einwohnerzahl sind das rund 20 Prozent. Das ist der höchste Wert für ein Bundesland. Deutschlandweit liegt die Quote bei über 13 Prozent. Ist dieser Fitness-Boom an der Elbe gut oder schlecht für Ihr Geschäft? Es ist natürlich toll, dass immer mehr Menschen etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun wollen. Das treibt viele Marktteilnehmer an und das ist in Ordnung so. Das Meridian Spa & Fitness kommt häufig ins Spiel, wenn Fitness-Neulinge eine Zeit lang durchgehalten haben und sich dann mehr Qualität wünschen, etwa mehr Abwechslung bei den Kursen, mehr Sauberkeit, eine bessere Trainerbetreuung und einen Wellness-Bereich.   
Foto oben: „Wir möchten kompaktere Kurse, nämlich 20-Minuten-Formate
als Quick-Workout für Kraft & Ausdauer, Mobility und Spirit, für die Mitglieder anbieten, die nicht so viel Zeit bei uns verbringen können oder möchten“. © Julia Schwenden © Julia Schwenden

Wie haben sich Umsatz und Mitgliederzahlen von Meridian Spa & Fitness in den letzten fünf Jahren entwickelt? In den acht Anlagen von Meridian Spa & Fitness, davon fünf in Hamburg und weitere drei in Berlin-Spandau, Frankfurt und Kiel wächst die Zahl der Mitglieder stetig um drei bis vier Prozent jährlich. Insgesamt haben wir derzeit mehr als 38.000 Mitglieder. 

Christin Lüdemann, stellv. Geschäftsführerin Meridian Spa & Fitness Deutschland GmbH: „Ich möchte beruflich immer etwas bewegen und weiterentwickeln. Das gilt auch für das Meridian.“ © meridianspa.de
Christin Lüdemann, stellv. Geschäftsführerin Meridian Spa & Fitness
Deutschland GmbH: „Ich möchte beruflich immer etwas bewegen und weiterentwickeln.
Das gilt auch für das Meridian.“ © meridianspa.de

Was machen Sie mit dem vielen Geld, das Ihnen die Mitglieder bringen? (lacht herzerfrischend) Im Ernst. Der Betrieb solch großer Anlagen, in der Qualität und mit dem umfangreichen Angebot kostet einiges. Wir haben hohe Personalkosten für Trainer, Wellness- und Rezeptionsmitarbeiter und zahlen relativ hohe Mieten, weil wir auf gute Lagen achten. Aber wir investieren auch regelmäßig in neue Standorte. 2014 ist die neue Anlage in Frankfurt entstanden, 2015 in Barmbek hier in Hamburg. Darüber hinaus halten wir unsere bestehenden Anlagen kontinuierlich in Stand und erneuern Fitness- und Wellnessbereiche. So jüngst auch das Meridian Am Michel. Nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen, die erste Meridian-Anlage wurde übrigens immerhin schon vor 35 Jahren in Wandsbek gegründet, präsentieren wir unseren Mitgliedern und Tagesgästen hier nun einen neuen Fitness-Bereich mit modernsten Cardio-Geräten, eine größere Functional Area und einen eGym-Zirkel. Hier spürt man gestalterisch in vielen Details den Hamburger Hafen etwa mit Wandverkleidungen aus Containern oder Kacheln aus dem alten Elbtunnel.  

Wie hoch sind die Investitionen? Neue Anlagen kosten einen hohen Millionenbetrag, aber wir investieren auch immer wieder in die Weiterentwicklung, die Instandhaltung und in neue Geräte. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen. 

„Wir wollen ein Ort sein, an dem Menschen ihre Energiespeicher aufladen können, indem sie sich auspowern oder entspannen oder beides“. © Julia Schwendner
„Wir wollen ein Ort sein, an dem Menschen ihre Energiespeicher aufladen können, indem sie sich auspowern oder entspannen oder beides“. © Julia Schwendner

Wer sind Ihre Mitglieder? Es sind zu jeweils 50 Prozent Männer und Frauen, das Durchschnittsalter beträgt 46 Jahre. Neue Mitglieder sind im Schnitt meist etwas jünger etwa Mitte/Ende 30, die ältesten sind 80 plus. Wir achten sehr darauf, dass unsere Trainer, die wir zum großen Teil in der hauseigenen Meridian Academy ausbilden, sich gut auf die unterschiedlichen Erwartungen unserer Mitglieder einstellen können.

Wie behauptet man sich mit welchen Alleinstellungsmerkmalen in einem weiter stark wachsenden Fitnessmarkt? Unser Konzept beruht auf der Balance zwischen körperlicher Aktivität und Entspannung und bietet deshalb eine Kombination aus Fitness, Wellness sowie Massagen und Kosmetik, die in dieser Ausprägung und Größe eine echte Besonderheit ist. Wir wollen ein Ort sein, an dem Menschen ihre Energiespeicher aufladen können, indem sie sich auspowern oder entspannen oder beides. Darüber hinaus ist uns die persönliche Betreuung unserer Mitglieder sehr wichtig: Sie checken persönlich ein, nicht am Automaten. Sie können Trainer buchen, die auch als Ansprechpartner vor Ort präsent sind, wenn sie Fragen haben oder ein Gerät ausprobieren möchten. Außerdem gibt es ein großes Angebot an Kursen.

VITA
Christin Lüdemann ist seit drei Jahren bei Meridian Spa & Fitness Deutschland GmbH stellv.  Geschäftsführerin und für Marketing, PR & Vertrieb verantwortlich. Die 45-Jährige ist in Itzehoe aufgewachsen, hat in Flensburg Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing studiert, und empfindet „Hamburg als die schönste Stadt“. Nach dem Studium war sie sechs Jahre lang bei Tchibo tätig und baute danach für Beiersdorf u.a. die Nivea-Häuser und den Nivea-Online-Shop auf. Mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Leo Eckstein und ihrem stellv. Geschäftsführerkollegen André Nagel in der Meridian Spa & Fitness Deutschland  GmbH will sie die Weichen auf weiteres Wachstum stellen. 

Welche Kurse sind besonders beliebt und werden sehr häufig belegt? Das Thema Achtsamkeit ist vielen Menschen sehr wichtig geworden und wird noch an Bedeutung in den kommenden Jahren gewinnen. Deshalb sind ruhigere Formate wie Yoga oder die Anti-Stress-Wochen, die wir jetzt im Januar wieder anbieten, sehr gefragt. Auf der anderen Seite werden aber auch die sogenannten High-Intensity-Trainings, die Auspower-Programme, gut besucht – und Bauch-Beine-Po geht immer (lacht).

„Das Thema Achtsamkeit ist vielen Menschen sehr wichtig geworden und wird noch an Bedeutung in den kommenden Jahren gewinnen. Deshalb sind ruhigere Formate wie Yoga oder die Anti-Stress-Wochen, die wir jetzt im Januar wieder anbieten, sehr gefragt.“ © meridianspa.de
„Das Thema Achtsamkeit ist vielen Menschen sehr wichtig geworden und wird noch an Bedeutung in den kommenden Jahren gewinnen. Deshalb sind ruhigere Formate wie Yoga oder die Anti-Stress-Wochen, die wir jetzt im Januar wieder anbieten, sehr gefragt.“ © meridianspa.de

Welche aktuellen Trends, die noch nicht im Markt sind, erwarten Sie? Ich sehe nicht den einen großen Sporttrend, der sich in den nächsten Jahren durchsetzen wird. Wichtig wird die digitale Vernetzung, Sport findet im Fitnessstudio statt, aber auch an anderen Orten, alles wird getrackt und die eigenen Sport- und Trainings-Daten stehen jederzeit zur Verfügung. Deshalb werden wir Anfang des zweiten Quartals eine verbesserte App herausbringen, die es unseren Mitgliedern ermöglicht, ihr eigenes Training noch besser zu dokumentieren, abwechslungsreich zu gestalten, sich auszutauschen und ihre eigenen Daten zu verwalten, sie überall und jederzeit abzurufen und neu zusammenzustellen.  

Werden mittelfristig die Trainer abgeschafft und durch Algorithmen an den Geräten ersetzt? Nein, das wird bei uns nicht passieren, weil wir großen Wert auf die persönliche Betreuung legen. Die digitalen Möglichkeiten sind immer nur eine Ergänzung und insbesondere für die vielen Anfänger ist eine Trainerstunde mit persönlicher Anleitung unersetzlich. 

Sie haben im Mai dieses Jahres zusammen mit dem Trendforscher Peter Wippermann eine Studie über „Aussehen und Ansehen“ vorgestellt. Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse? Eine Erkenntnis ist, dass Fitness immer mehr zum Lifestyle wird, den Menschen auf Social-Media-Kanälen mit anderen teilen und darstellen möchten. Eine zweite wichtige Erkenntnis ist, dass Fitness nicht nur Sport ist, sondern „active eating“, also gesundes Essen und bewusste Ernährung dazu gehört. Deshalb bieten wir auch Ernährungsvorträge oder, jetzt zum Jahresanfang, Basen-Ernährungskurse zur besseren Säure-Basen-Balance als Einstieg in eine Ernährungsumstellung an. Auch stellte sich drittens in der Studie heraus, dass es immer mehr darum geht Body & Mind in Einklang zu bringen. Das Bewusstsein vieler Menschen ändert sich von „höher, schneller, weiter“ zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit dem Körper und der mentalen Gesundheit. Das werden wir zukünftig in unserem Kursprogramm noch besser berücksichtigen. 

Sie haben ihr Bauchnabel-Logo ersetzt und Nacktbaden in den Pools verboten. Gibt es eine neue Prüderie in der Gesellschaft, der Sie Rechnung tragen müssen? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. 2017 haben wir uns ein neues Logo und den Zusatz „Fitness“ im Namen gegeben, weil vorher die Betonung zu stark auf dem Aspekt Wellness lag. Der Bauchnabel war nicht mehr zeitgemäß und viele dachten etwa bei der Neueröffnung in Frankfurt, dass es sich beim Meridian um eine Therme handelt. Das wollten wir ändern und den Fitness-Aspekt stärker herausstellen. Die Textilpflicht haben wir Anfang 2019 eingeführt, weil sich viele Mitglieder im Pool oder Außenbereich, nicht in der Sauna, von der Nacktheit gestört fühlten. Unsere Saunen sind weiterhin textilfrei zu nutzen. Wir stellten fest, dass die Mehrheit unserer Mitglieder und Tagesgäste den Schritt hin zu mehr Textil befürwortete.

Worauf dürfen sich die Mitglieder in diesem Jahr freuen? Wir wollen das Outdoor-Angebot insbesondere im Sommer erweitern. Und wir möchten kompaktere Kurse, nämlich 20-Minuten-Formate als Quick-Workout für Kraft & Ausdauer, Mobility und Spirit, für die Mitglieder anbieten, die nicht so viel Zeit bei uns verbringen können oder möchten. Viele Kurse werden morgens stattfinden, so dass sich ein effizientes und zeitsparendes Sportprogramm gut in den Tag integrieren lässt. Keine Zeit für Sport gilt dann in 2020 nicht mehr. 

Sie sind 1,78 Meter groß, schlank und sportlich. Wie halten Sie sich fit? Ich mache 2 bis 3 Mal in der Woche Sport im Meridian und habe eine Personaltrainerin, weil ich weiß, wie schwer es ist, sich nach einem arbeitsreichen Tag zum Sport aufzuraffen. Da hilft ein fester Termin. Ich kann mich nur zu gut in diejenigen hineinversetzen, die mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen haben. Aber nach dem Sport sagt doch jeder: Ach, wie gut war das! 

Sie haben eine Hamburger Karriere hingelegt. Waren sechs Jahre bei Tchibo und haben u.a. bis 2014 bei Beiersdorf die Nivea-Häuser aufgebaut. Wie wichtig ist gutes Aussehen für berufliches Fortkommen? (lacht) Ein gepflegtes Äußeres ist wichtig, ein selbstbewusstes Auftreten und mit sich selbst zufrieden sein. Die fachliche Kompetenz ist natürlich immer die Grundvoraussetzung. 

Was möchten Sie in den kommenden Jahren erreichen? Ich möchte beruflich immer etwas bewegen und weiterentwickeln. Das gilt auch für das Meridian.  Das Gespräch führte Wolfgang Timpe

3 Fitness-Tipps 2020

MOTIVATION LERNEN

Wenn wir sie haben, kann uns keiner bremsen: die Motivation. Haben wir sie nicht, durchleben wir ein Trainingstief. Fitness-Expertin Urte Lipsow vom Meridian Spa & Fitness, verrät uns, wie man den Schweinehund austricksen kann. 

Ziele setzen – keine großen 
Einfach anfangen, das ist das beste Rezept. Wenn wir keine Ahnung davon haben, wohin wir wollen, wissen wir auch nicht, wie wir dort ankommen sollen. Der erste Schritt zum neuen „Sport-Ich“ ist also die Zielsetzung: Egal, ob es konkret ist, wie zum Beispiel zehn Kilo weniger auf die Waage zu bringen, oder ob es generell der Wunsch nach einer besseren körperlichen Fitness ist. Haben wir dieses Ziel einmal für uns definiert, entsteht in unserem Kopf die Vision von dem, was wir erreichen wollen. 

Es gibt dem Selbstwertgefühl einen Kick, wenn man es schafft, den Partner mitzureißen.“

Fitness-Expertin Urte Lipsow

Hürden umgehen – drüber reden
Gegen die Ausrede „Ich hatte keine Zeit mehr, meine Sportsachen zu Hause zu holen“ hilft das: Tasche am Abend vorher packen und morgens direkt mitnehmen. Fordere dich selbst heraus und erzähle den Kollegen von deinem Sportvorhaben – ein zusätzlicher Ansporn. Gegen monotones Training hilft Abwechslung: Wer Liegestütze über hat, sollte seinen Trainer um eine Alternativübung bitten. 

Gemeinsam trainieren
Der Partner, ein Freund oder eine Sportgruppe – Sport im Team ist aus mehreren Gründen förderlich für die Motivation. Sparringspartner ziehen einen mit, wenn man mal ein Tief hat, das motiviert ungemein. Andersherum gibt es dem Selbstwertgefühl einen Kick, wenn man es schafft, den Partner mitzureißen.

INFO 
www.meridianspa.de

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