»Anschauliche Stadtentwicklung!«

Forum. Das neue Stadtentwicklungs-Forum »Horizonte« im Baakenhafen löst das frühere Kesselhaus ab und fokussiert sich auf die östliche HafenCity und ihre Nachbarquartiere 

Die HafenCity Hamburg GmbH hat ihre zentrale Informationsplattform zur Stadtentwicklung an einen neuen Standort verlegt. Mit »Horizonte« im Baakenhafen entstand ein Forum, das die Entwicklung der östlichen HafenCity sowie der angrenzenden Zukunftsgebiete anschaulich vermittelt. Der neue Ausstellungsort ersetzt das bisherige InfoCenter Kesselhaus in der Speicherstadt, und Horizonte rückt mit seinem neuen Standort im Baakenhafen näher an die Gebiete heran, in denen Hamburgs größte Stadtentwicklungsprojekte immer mehr Gestalt annehmen: den Grasbrook und den ­Billebogen. 
Foto oben: HafenCity-Chef Andreas Kleinau: „Das großformatige dreidimensionale Modell mit seiner digitalen Bespielung eröffnet neue Perspektiven auf die Quartiere.“ © Miguel Ferraz

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war das Kesselhaus die erste Anlaufstelle für alle, die sich über die Entwicklung der HafenCity informieren wollten. Seit der Eröffnung im Jahr 2000 verfolgten dort Millionen Besucher:innen die Entstehung des größten Stadtentwicklungsprojekts in Europa. Mit dem Fortschreiten der Bauarbeiten verlagerte sich das Zentrum der Entwicklung jedoch immer weiter nach Osten bis an die Elbbrücken. Gleichzeitig werden künftig auch die benachbarten Gebiete Grasbrook gegenüber auf der anderen Seite der Norderelbe und der Billebogen im nördlichen Teil von Rothenburgsort eine wichtige Rolle für die Stadtentwicklung spielen. Der bisherige Standort Am Sandtorkai lag somit zunehmend außerhalb des aktuellen Geschehens.

Mit dem Umzug in den Baakenhafen reagiert die HafenCity Hamburg GmbH auf diese Entwicklung. Das neue Horizonte-Forum befindet sich mitten im letzten großen Bauabschnitt der HafenCity. Von hier aus lassen sich die Veränderungen in den benachbarten Quartieren unmittelbar erleben. Auch die künftigen Entwicklungsgebiete südlich und östlich der HafenCity sollen für die Bewohner:innen und die interessierte Öffentlichkeit stärker in den Fokus gerückt werden.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein großformatiges dreidimensionales Holzmodell. Es zeigt die HafenCity, den Grasbrook und den Billebogen im Maßstab 1:750. Digitale Projektionen ergänzen das Modell und machen unterschiedliche Themen sichtbar. Besucher:innen können verfolgen, wie neue Quartiere entstehen, welche Nutzungen geplant sind oder wie Mobilität, Energieversorgung und Freiräume miteinander verknüpft werden. Auch Fragen des Hochwasserschutzes und der nachhaltigen Infrastruktur werden dargestellt.

Das digitale Holzmodell von Hamburgs Süden mit HafenCity, Grasbrook und Billebogen. © Miguel Ferraz

Dr. Andreas Kleinau, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, sieht darin einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Vermittlung von Stadtentwicklung: „Im HafenCity-Horizonte wird Stadtentwicklung transparent, verständlich und anschaulich erlebbar. Das großformatige dreidimensionale Modell mit seiner digitalen Bespielung eröffnet neue Perspektiven auf die Quartiere. Gleichzeitig macht das nachhaltige Raumkonzept Zukunftsthemen schon im Kleinen sichtbar. Wir laden alle Hamburgerinnen und Hamburger sowie Besuchende ein, das Angebot zu nutzen und mit uns ins Gespräch zu kommen.“

Das neue Forum richtet sich nicht nur an Fachleute aus Architektur, Stadtplanung oder Immobilienwirtschaft. Auch Schulklassen, Studierende, Touristen sowie Anwohner:innen sollen durch Horizonte angesprochen werden. Regelmäßige kostenlose Führungen, Workshops und Veranstaltungen ermöglichen einen direkten Einblick in die Entwicklung der Quartiere in und um die HafenCity herum. Ziel ist es, komplexe Planungsprozesse verständlich zu machen und den Dialog zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit zu fördern.

Untergebracht ist das Horizonte im Erdgeschoss der Grundschule Baakenhafen. Der mehr als 200 Quadratmeter große Raum bietet Platz für bis zu einhundert Personen. Bereits bei der Planung des Gebäudes war vorgesehen worden, die Fläche außerhalb des Schulbetriebs für öffentliche Veranstaltungen zu nutzen. Dadurch entstand ein Ort, an dem Lernen, Begegnung und Stadtentwicklung zusammenfinden. Bei der Gestaltung der Räume spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Für die Dämmung wurden unter anderem Materialien auf Hanfbasis eingesetzt. Der Boden besteht aus verarbeitetem „Totholz“. Ergänzt wird das Konzept durch eine energieeffiziente Beleuchtung. Die Möblierung und die technische Umsetzung der Ausstellung entstanden in Zusammenarbeit mit der HafenCity Universität (HCU). Damit soll das Forum nicht nur über nachhaltige Stadtentwicklung informieren, sondern diese auch selbst sichtbar machen.

Ein wichtiger Bestandteil des Angebots sind die kostenlosen Führungen durch die HafenCity. Jeden Samstag steht das urbane Leben in den Quartieren im Mittelpunkt. Sonntags geht es um nachhaltige Infrastruktur und die Entwicklung des öffentlichen Raums. Die Rundgänge verbinden die Ausstellung mit den realen Orten der Stadtentwicklung, den HafenCity-Quartieren, und machen sichtbar, wie aus Planungen gebaute Wirklichkeit wird.

Mit dem Horizonte beginnt für die HafenCity Hamburg GmbH eine neue Phase der Öffentlichkeitsarbeit. Während das Kesselhaus über viele Jahre die Entstehung der HafenCity begleitete, richtet sich der Blick nun stärker auf die kommenden Entwicklungsräume Hamburgs. Der neue Standort macht deutlich, wohin die Reise geht. Die Stadt wächst weiter und mit ihr die Herausforderungen und Chancen moderner Stadtentwicklung. Im Baakenhafen gibt es dafür nun einen Ort, an dem diese Veränderungen sichtbar und verständlich nachvollzogen und begleitet werden können. Jimmy Blum

INFO Das HafenCity-„Horizonte“, Baakenallee 33, 20457 Hamburg. Weitere Informationen unter: hafencity.com/news/hafen-city-horizonte

Nachrichten von der Hamburger Stadtküste

Abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter!

Das könnte Ihnen auch gefallen