Aufgeschlossene Liebe

Valentinstag 2020. Date hin, Date her: Die Liebe ist nicht leicht zu finden – und es gibt sie doch. So haben sich Paare der HafenCity gefunden.

Der Legende nach hat der heilige Valentin sich für die Verliebten eingesetzt. Er hat Paare getraut, die aufgrund der widrigen Umstände eigentlich nicht zusammen sein konnten. Ob das moderne Großstadtleben zu diesen widrigen Umständen zählen würde, ist nicht überliefert. Aber die eine Hälfte – meist die, der die bessere Hälfte noch fehlt – behauptet derartiges. Als Single in Hamburg sei man verloren. 

Denn das Finden der passenden Partner wird zumeist online begonnen bei den Portalen, bei denen sich alle paar Minuten jemand verliebt oder deren Community zur besonderen Elite zählt. Aber angeblich führt auch das ebenso wie die innere Einschätzung der äußeren Merkmale über Apps aber immer nur zu einem: dem ersten Date. An der langfristigen Beziehung muss also so oder so noch gearbeitet werden. 

Da kommt nun die andere Hälfte ins Spiel: Diejenigen, die der Liebe wegen nach Hamburg gekommen sind. Oder diejenigen, die als verliebtes Paar gemeinsam in die HafenCity gekommen sind. 

Bild oben: Die Partner-Apps, bei denen sich alle paar Minuten jemand verliebt oder deren Community zur besonderen Elite zählt, führt immer nur zu einem: dem ersten Date. An der langfristigen Beziehung muss also so oder so noch gearbeitet werden..  © Urbazon

„Das Verliebtsein war
bei uns vor vier Jahren, jetzt lieben wir uns.“

Wie Nils Kuprat, Geschäftsführer von Prime Time Fitness HafenCity, der natürlich von Berufs wegen schon weiß, wie man Endorphine freisetzt und den Herzschlag erhöht. In seinem privaten Fall führte eine Tanzfläche dazu. Und es wird noch klassischer: Die Tanzfläche zählt in diesem Fall zum Arbeitsplatz, denn der Tanz gehörte zum Abendprogramm eines Fitness-Kongresses, den beide beruflich besucht haben. „Damals hat Sie als Rheinländerin in München gearbeitet und ich als Berliner in Frankfurt am Main. Jetzt sind wir froh gemeinsam in Hamburg zu sein“, strahlt Nils mit seiner Damaris um die Wette. „Das Verliebtsein war bei uns vor vier Jahren, jetzt lieben wir uns. Das Thema mit den schwitzenden Händen und zitternden Knien haben wir hinter uns gelassen. Jetzt sind wir seit Anfang Dezember Eltern und stellen unsere Liebe auf ein erweitertes Abenteuer mit unserem Sohn Leander ein.” 

Fitnessmanager Nils Kuprat und seine Damaris hat die Tanzfläche elektrisiert und heute ist Leander, drei Monate, ihr neuer Mittelpunkt. © Privat

Der Arbeitsplatz ist statistisch gesehen einer der besten Orte, mehr als nur einen Projekt-Partner zu finden. Häufiger bahnt sich die Liebe eben nur digital ihren Weg. Wer bereits sein Herz an Hamburg verloren hat, dem ist die HafenCity durchaus als Ort für erste Treffen zu empfehlen. Das traditionelle Panorama, der Blick in die große weite Welt bietet das, was eine Beziehung vermeintlich braucht: eine sichere Basis und gemeinsame Visionen. 

Etwas wackelig ging es bei Cornelia Klingler zu, denn sie traf ihren Lebenspartner Eckhardt Klindworth auf der „Amphitrite“, einer historischen Dreimast-Yacht von 1887, die zu dem Zeitpunkt im Sandtorhafen lag und von dort aus eine Ausfahrt unternahm. Das man in stürmischen Zeiten einem Halt gut gebrauchen kann, klingt nicht nur romantisch, sondern ist auch sachlich hilfreich. Sucht man nach dem ersten Törn nicht mehr nur Wolken, sondern auch wieder festen Boden unter den Füßen, soll das Geheimnis für eine gemeinsame Zukunft in der Pflege der Beziehung liegen: „Gemeinsame Zeit ist aus meiner Sicht in der heutigen schnellen und globalisierten Welt das größte Gut und Geschenk“, empfindet die Abteilungsdirektorin im Private Banking bei Donner & Reuschel. Die Zeit verbringt das Paar bei verbindenden Hobbies wie Segeln und Golfen sowie beim gemeinsamen Interesse an kulinarischen Highlights zum Beispiel im Strauchs Falco oder im Bianc in der HafenCity. 

Bankerin Cornelia Klingler und ihr Lebenspartner Eckhardt Klindworth haben sich bei einem stürmischen Segeltörn auf der „Amphitrite“ erst kennen- und dann lieben gelernt. © Privat

Der Arbeitsplatz ist ­statistisch der beste Ort, einen Partner zu finden.

Auch das ist statisch gesehen wiederum ein häufiger Anlass, aus dem sich Paare kennen- und lieben lernen. Bei zunächst möglicherweise einsamen, später gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Dann muss man also nur man selbst bleiben, arbeiten, seine Interessen verfolgen und zum Sport gehen? Annika H. hat das versucht: Sie ist alleine nach Hamburg gezogen, um ein neues Leben und eine neue Liebe zu finden. Und geht nun nach einigen Monaten und noch einigen mehr ersten Dates aus der Anonymität der Großstadt lieber wieder zurück in altbekannte Gefilde. Möglicherweise mit Erfolg, weiß Hochzeitsplanerin und Brautstudio-Besitzerin Maxine Maselkowski: „Hochzeitspaare kennen sich oft schon viele Jahre, bevor sie sich für die gemeinsame Liebe und Partnerschaft entscheiden.” 

Rund um den Valentinstag wird bei der Online-Plattform Parship übrigens tatsächlich eine leicht erhöhte Aktivität gemessen, erklärt Pressesprecherin Jana Bogatz. Die meisten Singles starten allerdings schon direkt nach den Weihnachtsfeiertagen oder an Neujahr mit der Online-Partnersuche. „Die Registrierungen liegen dann bis zu 20 Prozent über dem Durchschnitt.“ Der Valentinstag als Anlass für eine kleine gegenseitige Aufmerksamkeit oder ein Date am 14. Februar kommt da ihrer Meinung nach „romantisch und terminlich“ gut gelegen. 

Unterstützung ist manchmal dennoch notwendig, denn tatsächlich werden viele Paare auch durch Freunde verkuppelt. Wenn Sie also Singles im Freundeskreis haben – laden Sie sie doch zum Valentinstag ein. Am besten alle auf einmal. Das hebt die Stimmung und erhöht die Chancen der Suchenden. Melanie Wagner

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