Bunter Bilderbogen

Kultentertainment kehrt zurück. Am 15. Oktober 2020 startet das Schmidt Theater mit der Uraufführung von „Schmidts Ritz“ neu durch. Regisseur Conny Littmann verspricht eine Sensationsshow

Im Juli nahm das Schmidts Tivoli mit „Paradiso“ seinen Spielbetrieb wieder auf, am 15. Oktober startet auch das Schmidt Theater mit der Uraufführung von „Schmidts Ritz“ wieder durch. Dafür habe der Saal ein wenig umgestaltet werden müssen, erzählt Geschäftsführer Corny Littmann. Plexiglasscheiben trennen entsprechend der Hygiene- und Abstandsregeln kleine Separees mit roten Sofas oder Sesseln, dazu soll eine Art-déco-Dekoration kommen. In diesem passend zur Produktion kreierten Ambiente finden nicht wie sonst 423 Gäste Platz, sondern nur 186. „Ihnen wird eine sensationelle Sensationsschau geboten“, sagt Corny Littmann, der bei „Schmidts Ritz“ Regie führt.

Foto oben: Wiedereröffnung Schmidt Theater mit der Uraufführung „Schmidts Ritz“: Bunter Revuebogen mit Götz Fuhrmann, Elena Zvirbulis, Carolin Spieß und Veit Schäfermeier (v.l.). © Morris MacMatzen

Eine erste Impression liefert sein Ensemble auf der Bühne. Da heißt es: Vorhang auf für die Vorfahren der Familie König, bekannt aus dem Stück „Die Königs vom Kiez“. Sie betreiben vor genau 100 Jahren, also in den Golden Twenties, mitten auf der Reeperbahn ein angestaubtes Varieté-Theater. Dort tritt der stärkste Mann der Welt auf, es gibt tanzende Gorillas, Bogenschützen oder einen exotischen Striptease. Der künstlerische Berater Konrad Stöckel, der sich als Wissenschafts-Comedian einen Namen gemacht hat, steuert eine Menschenkanone und eine Guillotine als Requisiten bei: „Ich besitze einige Großillusionen.“

„Schmidts Ritz-Macher: Geschäftsführer Hannes Vater, Komponist Martin Lingnau, Comedian Konrad Stöckel, Geschätsführerin Tessa Aust und der Gründer des Schmidt-Theaters Corny Littmann (v.l.). © Morris MacMatzen
„Schmidts Ritz-Macher: Geschäftsführer Hannes Vater, Komponist Martin Lingnau, Comedian Konrad Stöckel, Geschätsführerin Tessa Aust und der Gründer des Schmidt-Theaters Corny Littmann (v.l.). © Morris MacMatzen

Die brauchen die Königs allerdings nicht, als sie nun recht nonchalant zu viert eine deutsche Version des Jazzklassikers „Puttin’ on the Ritz“ interpretieren. Ein Höhepunkt ist auf jeden Fall der Auftritt von Miss Ultraschall (Carolin Spieß), der Tochter eines Countertenors und einer Fledermaus aus Wuhan. Wie eine Diva schwingt sie bei ihrer Darbietung ihren goldene Umhang. Dazu singt sie eine Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Die Zauberflöte“ und bringt damit tatsächlich ein Glas zum Zerspringen. „Wir bieten einen Bilderbogen aus Comedy, Musik und Zauberei“, fasst Martin Lingnau, verantwortlich für die künstlerische Konzeption nebst der Komposition, das Spektakel zusammen.

„Reep“-Geschäftsführerin Tessa Aust neben dem „Raumtatoo -  Meerjungmann“ der Tattoo-Künstlerin „Frau Ines“ im Reep: „Es soll ungezwungen-gemütlich sein“, sagt Tessa Aust. Auf der Speisekarte steht norddeutsche Kost, zubereitet aus regionalen Zutaten. © Morris MacMatzen
„Reep“-Geschäftsführerin Tessa Aust neben dem „Raumtatoo – Meerjungmann“ der Tattoo-Künstlerin „Frau Ines“ im Reep: „Es soll ungezwungen-gemütlich sein“, sagt Tessa Aust. Auf der Speisekarte steht norddeutsche Kost, zubereitet aus regionalen Zutaten. © Morris MacMatzen

Diese Show ist indes nicht das einzige Novum. Am 10. Oktober öffnet mit dem „Reep“ im ersten Stock des Schmidt Theaters ein neues Restaurant. „Es soll ungezwungen-gemütlich sein“, erklärt die Geschäftsführerin Tessa Aust. Auf der Speisekarte steht norddeutsche Kost, zubereitet aus regionalen Zutaten. Im Angebot sind zudem mehrgängige saisonale Menüs sowie ein täglich wechselnder Mittagstisch.

Das Interieur orientiert sich an den 1950ern, jedoch in einer modernen Version. Die schlichten Stühle sind mit gelben, rosa oder blauen Stoffen bezogen, eine Wand wurde in einem warmen Grünton gestrichen. Besonders begehrt werden sicher die Plätze an der großen Fensterfront sein. Schließlich hat man vor dort aus einen ganz wunderbaren Blick auf die Reeperbahn und den Spielbudenplatz. Dagmar Leischow

„Reep“-Restaurant: Das Interieur orientiert sich an den 1950ern, jedoch in einer modernen Version. Die schlichten Stühle sind mit gelben, rosa oder blauen Stoffen bezogen, eine Wand wurde in einem warmen Grünton gestrichen. © Brinkhoff / Mögenburg
„Reep“-Restaurant: Das Interieur orientiert sich an den 1950ern, jedoch in einer modernen Version. Die schlichten Stühle sind mit gelben, rosa oder blauen Stoffen bezogen, eine Wand wurde in einem warmen Grünton gestrichen. © Brinkhoff / Mögenburg

INFO 1: „Schmidts Ritz“ wird am 15. Oktober im Schmidt Theater uraufgeführt. Danach läuft die Show Mi. bis So,, jeweils 20 Uhr. Weitere Informationen unter https://www.tivoli.de

INFO 2: „Reep“-Restaurant im Schmidt Theater wird am 10. Oktober neu eröffnet. Spielbudenplatz 24-25, 20359 Hamburg; Öffnungszeiten: Mittagstisch Di.-Do., 12-14.30 Uhr + abends Di.-Do. + So 17-22 Uhr; Fr. + Sa., 17-23 Uhr. https://reep.de

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