„Die McGonagall ist eine Kämpferin“

„Harry Potter und das verwunschene Kind“ feiern Premiere im Mehr! Theater. Ein Besuch in der Maske

Sich im Mehr! Theater am Großmarkt in Hamburg hinter der Bühne zurechtzufinden, ist gar nicht so leicht. Über verwinkelte Gänge biegt man mal links, mal rechts ab und gelangt schließlich zur Maske. Dort wartet Kevin Vedder auf die Schauspielerin Anita Maria Gramser – sie spielt in der „Harry Potter und das verwunschene Kind“-Inszenierung, die in zwei Teilen innerhalb von etwa fünf Stunden aufgeführt wird, die Hexe Minerva McGonagall. Der Maskenbildner hat auf einem Tisch ein paar Tuben und Tiegel aufgereiht. Weiter links steht ein Styroporkopf mit einer grauhaarigen Maßperücke, sie wurde eigens für Anita Maria Gramser hergestellt. All diese Utensilien braucht Kevin Vedder, um die Darstellerin innerhalb von 20 Minuten in ihre Figur zu verwandeln.

Gewinnspiel Die HafenCity Zeitung verlost 3 Harry-Potter-Merchan­di­sing-Pakete aus Anlass der Premiere des Live-Theatererlebnisses „Harry Potter und das verwunschene Kind“, das ab 5. Dezember 2021 auf der Bühne des Mehr! Theaters am Großmarkt aufgeführt wird. Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Adresse und Ihrer Handynummer unter dem Stichwort „Harry Potter“ an gewinnspiel@hafencityzeitung.com. Der Einsendeschluss ist Dienstag, 21. Dezember 2021, 18 Uhr. 
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Adressen werden nicht an Dritte gegeben und automatisierte Mails werden nicht berücksichtigt.

Nun kann es losgehen! Anita Maria Gramser betritt in einem weißen Bademantel den Raum und nimmt auf dem Stuhl vor dem Spiegel Platz. Dass sie seit Anfang Oktober sechs Tage pro Woche von 14 bis 22 Uhr probt, merkt man ihr nicht an. Die 58-Jährige wirkt kein bisschen gestresst, im Gegenteil. Sie strahlt Gelassenheit aus. Völlig unaufgeregt erzählt sie, wie es sich für sie anfühlt, nach mehr als einem Jahr Zwangspause – die Premiere musste coronabedingt bereits zweimal abgesagt werden – endlich auf die Bühne zurückzukehren: „Es ist ein großes Geschenk, wieder arbeiten zu können.“

Schauspielerin Anita Maria Gramser alias McConagall: „Sie lebt für ihre Schule.“ © Jochen Quast
Schauspielerin Anita Maria Gramser alias McConagall: „Sie lebt für ihre Schule.“ © Jochen Quast

Doch selbst durch die Lockdowns ließ sich Anita Maria Gramser nicht vollkommen herunterziehen, sondern machte einfach das Beste aus der Situation – finanziell abgesichert durch Kurzarbeitergeld. Die gebürtige Österreicherin, seit 24 Jahren in Hamburg, verbrachte eine Weile bei ihrer Mutter in Niederösterreich, auch um ihre Schwiegermutter kümmerte sie sich. Ansonsten hat sie stundenlang gelesen, vor allem die Harry-Potter-Bücher: „Ich bin ein Mensch, der ganz viel Ruhe braucht.“

Außerdem nutzte sie die Zeit abseits des Rampenlichts, um den Übergang zu ihrer natürlichen Haarfarbe zu schaffen. Sie färbt ihre Bobfrisur nicht mehr, sondern steht jetzt zu ihren grauen Strähnen. Die lässt Kevin Vedder gerade unter Nylonstrumpf verschwinden. Er fixiert sein Werk mit Haarnadeln, bevor er mit einem Pinsel das Make-up aufträgt. Dunkelbrauner Puder betont die Nasenflügel. Mit leichter Hand schminkt der Maskenbildner Anita Maria Gramser einige Falten ins Gesicht. Er stäubt ihr schwarze Punkte auf die Wangen, daraus entwickelt er Couperose.

Als Nächstes befestigt Kevin Vedder ein Mikrofon auf Anita Maria Gramsers Kopf. Er fädelt es durch die Perücke, die er der Schauspielerin aufsetzt und mit Hautkleber befestigt. Dann versteckt er das Mikrofon in den Haaren. „Da ist die McGonagall“, sagt Anita Maria Gramser. Sie hat ihre Verwandlung die ganze Zeit aufmerksam im Spiegel beobachtet: „Das ist für mich ein Moment der Entspannung, der Konzentration.“

Die Künstlerin bedankt sich bei Kevin Vedder für ihre gut gestylte Zweitfrisur, auf die allerdings gleich ein Hut gesetzt wird. Dafür geht Anita Maria Gramser jetzt weiter in die Kostümabteilung. Dort erwartet sie Anina Eberhard. Die beiden Frauen verschwinden hinter einem Paravent. Anina Eberhard hilft Anita Maria Gramser, in ihr grün-blaues Kleid mit den Puffärmeln und dem hohen Kragen zu schlüpfen. Dank der Magneten kann sie es am Rücken rasch verschließen. Jetzt fehlt noch der kurzärmelige Faltenmantel mit den grünen Samtapplikationen, dazu eine Brille – und natürlich der spitze Hut. Damit ist die McGonagall perfekt.

Die Leiterin des Gryffindor House, die nach der Schlacht vor Hogwarts die Leitung der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei übernimmt, ist für Anita Maria Gramser ein spannender Charakter. Sie macht in ihr nicht bloß Strenge plus Pflichtbewusstsein aus, sondern auch Humor und Empathie: „McGonagall ist eine Kämpferin. Sie lebt für die Schule und ihre Schüler.“ Dagmar Leischow

INFO Das Stück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ hat Sonntag, 5. Dezember, Premiere. Weitere Termine und Informationen unter www.harry-potter-theater.de

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