Editorial: Nur Mut

Neue grüne Lunge: Krise und Chance. Der Medienkonzern Gruner + Jahr hat den Bau seines neuen Verlagssitzes am Lohsepark kurz vor Baubeginn aufgekündigt. 14.000 qm Fläche sind zur neuen Nutzung frei – für einen Büroinvestor oder die urbane Natur. Der HafenCity bietet sich mit der Erweiterung des Lohseparks die einmalige Chance, mitten im Stadtteil – zwischen Elbphilharmonie und Elbbrücken, Innenstadt und Elbe – eine große grüne Lunge für alle zu schaffen. Das verdichtete Wohnen im Baakenhafen und Elbbrückenquartier fordern mehr und neue Outdoorangebote. Bericht ab Seite 22
Foto oben: As time goes by. Als dir frührer Gruner+Jahr-Vorstandsvorsitzende Julia Jäckel im Mai 2019 beim „Tag des Journalismus“ noch für den neuen G+J-Hauptsitz im Lohsepark der HafenCity warb. Nun ist der Neubau abgesagt und eine Fläche von 14.000 qm steht wieder frei zur Verfügung. © Reinhard Schwarz

Und der Leitartikel u.a. zum Thema „Neue grüne Lunge“ von Chefredakteur Wolfgang Timpe:

Nur Mut

von Wolfgang Timpe

Ach, waren das noch Zeiten, als Öko-„Spinner“ und radikale Bürgerinitiati-ven gegen „Die da oben“ standen. Heute ist die von vielen Deutschen erhoffte nachhaltige Gesellschafts- und Indus-triepolitik in der Mitte der bürgerlichen Parteipolitik angekommen. Ja, eventuell sogar laut Prognosen in einer neuen schwarz-grünen Bundesregierung nach der Bundestagswahl im September 2021. So nah, so möglich.

HCZ-Herausgeber Wolfgang Timpe: Lassen Sie uns die neu gelebte Solidarität so vieler in den künftigen Nach-Coronavirus-Alltag mit hinübernehmen. Lassen Sie uns bewusster, einfach neu mit erneuerten Werten leben. © Erol Gurian
HCZ-Herausgeber Wolfgang Timpe © Erol Gurian

„Vorfahrt für eine vielfältig nutzbare und von Anwohnern mitzugestaltende große, neue grüne Lunge mitten im Stadtteil – Lebensqualität vor kurzfristigem Bauland-Quadratmeterumsatz für die Stadt. Das zahlt sich langfristig aus.“

Ach, sind das aufregende Zeiten – und Gestaltungsmöglichkeiten. Man braucht nur Mut. Der Medienkonzern Gruner + Jahr streicht etwa den Bau seines neuen Verlagssitzes am Lohsepark und plötzlich stehen 14.000 Quadratmeter feinste HafenCity-Fläche leer. Die Routine-Idee: neuer Investor, viele tausend neue Quadratmeter Büro – wenig innovativ. Die Jetztzeit-Idee: Warum nicht mit Landschafts- und Stadtplanungsexperten sowie Initiativen der HafenCity eine neue nachbarschaftliche Vision eines um 14.000 Quadratmeter erweiterten Lohseparks entwickeln (S. 22)?! Vorfahrt für eine vielfältig nutzbare und von Anwohnern mitzugestaltende große, neue grüne Lunge mitten im Stadtteil – Lebensqualität vor kurzfristigem Bauland-Quadratmeterumsatz für die Stadt. Das zahlt sich langfristig aus. So spannend, so nah

Das gilt auch für Falko Droßmann. Der Bezirksamtschef überraschte mit der Bundestagskandidatur für das SPD-Direktmandat in Mitte. Im Gespräch mit der HCZ stellt der HafenCity-Bewohner die gängige Sozialpolitik radikal in Frage (S. 20): „Warum verdienen wir eigentlich am Unglück der Menschen?“ So nah, so neu gedacht. 

Ach, es gibt viele Antworten auf die Themen unserer Zeit. Wir müssen nur die richtigen Fragen stellen. So einfach.

Wolfgang Timpe lebt seit 2005 in der HafenCity. timpe@hafencityzeitung.com

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