»Eine neue Erlebniswelt kreieren«

Art-Invest Real Estate Management will den Alten Wall zum Prachtboulevard entwickeln 

Ein sonniger Nachmittag in der City. Etliche Passant:innen flanieren über den Alten Wall. Ein paar Leute haben sich auf einer Bank unter Pflanzen ein schattiges Plätzchen gesucht. Diese grüne Oase gehört zu den Hamburger Sommergärten, die die Innenstadt attraktiver machen sollen. Von dort aus sind es nur wenige Meter zu Ólafur Elíassons Skulptur „Gesellschaftsspiegel“ am Rathausmarkt. Der zweite Teil dieses Kunstwerks steht nahe der Adolphsbrücke, somit flankieren die beiden Elemente den Boulevard.
Foto oben: Martin Wolfrat, Leiter der Hamburger Niederlassung von Art-Invest Real Estate Management: „Die Menschen wollen heute mehr als gute Geschäfte.“ © Dagmar Leischow

„Wir kuratieren den Mieter:innen-Mix sehr fein“, erläutert Martin Wolfrat. Weil sich der Einbruch des Einzelhandels schon vor der Pandemie ankündigte, änderten er und sein Team ihr Konzept ein wenig: „Ursprünglich sollten auf mehreren Etagen Einzelhandelsflächen entstehen. Jetzt gibt es kleinteilige Einheiten für Einzelhandel und Gastronomie.“
„Wir kuratieren den Mieter:innen-Mix sehr fein“, erläutert Martin Wolfrat. Weil sich der Einbruch des Einzelhandels schon vor der Pandemie ankündigte, änderten er und sein Team ihr Konzept ein wenig: „Ursprünglich sollten auf mehreren Etagen Einzelhandelsflächen entstehen. Jetzt gibt es kleinteilige Einheiten für Einzelhandel und Gastronomie.“

„Weitere Kunstprojekte sind in Planung“, sagt Martin Wolfrat, Leiter der Hamburger Niederlassung von Art-Invest Real Estate Management. Dieses Unternehmen sitzt natürlich ebenfalls am Alten Wall, wo es mittlerweile 18.000 Quadratmeter komplett vermietete Bürofläche gibt. Dazu kommen weitere 15.000 Quadratmeter für Kunst, Genuss und Shopping. Auch für sie haben sich größtenteils bereits Mieter:innen gefunden. Etwa die Bekleidungsgeschäfte Uniqlo und Ladage & Oelke oder das Bucerius Kunst Forum. Die Modemarke by Aylin Koenig, die ihre Sachen zunächst vor allem im Online-Shop und in einigen Premium-Kaufhäusern vertrieb, eröffnete kürzlich am Alten Wall ihren ersten eigenen Laden. Lynk & Co, die Mobilitätsmarke des chinesischen Geely-Konzerns, betreibt einen Pop-up-Store. 2022 zieht die Öko-Restaurantkette Cotidiano an den Alten Wall. Ihre Philosophie ist es, die Gerichte mit hochwertigen Zutaten, oft in Bio-Qualität, zuzubereiten. Etwa die Hälfte der Speisen ist vegetarisch oder vegan.

„Wir kuratieren den Mieter:innen-Mix sehr fein“, erläutert Martin Wolfrat. Weil sich der Einbruch des Einzelhandels schon vor der Pandemie ankündigte, änderten er und sein Team ihr Konzept ein wenig: „Ursprünglich sollten auf mehreren Etagen Einzelhandelsflächen entstehen. Jetzt gibt es kleinteilige Einheiten für Einzelhandel und Gastronomie.“

Der Weg bis zur Eröffnung der ersten Geschäfte und Restaurants war allerdings lang. 2012 kaufte der Investor das Grundstück mit einem 150 Meter langem Ensemble bestehend aus fünf Gebäuden an. Baubeginn war 2014, investiert wurden 300 Millionen Euro. Für die Planung zeichnete das Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner verantwortlich. Die historischen Fassaden blieben erhalten, genau wie die im Gebäude Alter Wall 2-4 denkmalgeschützten Innenteile. Der Rest wurde entkernt und neu errichtet. Ende 2020 war alles fertig. Der Neubau umfasst nun 13 Ebenen, vier für die Tiefgarage mit 220 Stellplätzen.

Außerdem entstand eine neue Fußgängerbrücke über das Alsterfleet. Sie verbindet den Neuen Wall mit dem Alten Wall und trägt den Namen Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke. „Diese Brücke belebt das Quartier“, bilanziert Martin Wolfrat. Sein Ziel ist es, den Alten Wall, der ein Teil des Business Improvement District (BID) Nikolai Quartier ist, wieder so populär wie um 1900 zu machen. Damals galt er als Prachtboulevard. Um daran anknüpfen zu können, wird demnächst der Verein Freunde des Alten Walls gegründet. „Dieser Verein soll den Austausch der Mieter:innen fördern und die Belebung des Alten Walls unterstützen“, erklärt Martin Wolfrat.

Ihm ist es besonders wichtig, auch den Außenbereich zu nutzen: „Die Menschen wollen heutzutage mehr als gute Geschäfte. Man muss für sie eine Erlebniswelt kreieren.“ Zum Beispiel mit regelmäßigen Veranstaltungen. So lädt das Bucerius Kunst Forum am 6. August im Rahmen des Kultursommers Hamburg zu einem Ensemble-Resonanz-Konzert auf dem Alten Wall ein – mit Blick auf Rathaus und Handelskammer. Mit solchen Projekten ist die Weiterentwicklung der Flaniermeile aber längst nicht abgeschlossen. Gerade in Richtung Rödingsmarkt wird sich einiges tun. Viele fragen sich, was mit dem ehemaligen Hotel Sofitel passieren soll. Konkrete Pläne gibt es bereits, doch sie werden noch nicht öffentlich gemacht. Dagmar Leischow

INFO Weitere Infos unter: www.alter-wall-hamburg.de

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