Grünes Versprechen

Binnenalster am Grasbrook! Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing ist vom Siegerarchitekten-Entwurf des neuen Stadtteils Grasbrook als City-Naherholung überzeugt

Foto oben. Zentraler Grasbrook-Park, Prof. Jürgen Bruns-Berentelg: „Der Grasbrook wird mit dem Entwurf von Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten zu einem neuen Vorzeigestadtteil, von klarer städtebaulicher Struktur, einem großen öffentlichen Bereich mit einer spektakulären Dachkonstruktion und einem Park im Zentrum.“ © HdM und Vogt

Gelassenheit. Zu Beginn seiner Kommentierung des Siegerentwurfs vom Architektenbüro Herzog & de Meuron aus Basel und den Vogt Landschaftsarchitekten aus Zürich warnte Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing: „Verwechseln Sie bitte nicht die heutigen Bilder der Entwurfsarbeit mit einer späteren Architektur“, die erst noch auszuschreiben und von Architekten in der kommenden weiteren Planungs- und Entwicklungsphase bis 2023 zu erfinden sei. Der Siegerentwurf sei nur „ein robuster Rahmen“ für das Feintuning des neuen Quartiers. Und so seien auch die drei vorgeschlagenen Hochhäuser im Zentrum des Quartiers am Zusammentreffen von Moldau- und Saalehafen mit U4-Station nur „Platzhalter für architektonisch besondere Orte“. Das müsse nicht zwingend Höhe bedeuten, so Höing.

Übersicht auf den neuen Stadtteil Grasbrook mit 3.000 Wohnungen und 16.000 Arbeitsplätzen, umgesetzt im Siegerentwurf der Architekten Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten: rechts mit der „Peking“ und dem neuen Deutschen Hafenmuseum, in der Mitte mit dem 500 m langen transparenten Dach entlang des Moldauhafens und links der geplanten Schule mit Kita und Sportplatz sowie der begrünten Brücke zur Veddel. © HafenCity Zeitung / Wolfgang Timpe
Übersicht auf den neuen Stadtteil Grasbrook mit 3.000 Wohnungen und 16.000 Arbeitsplätzen, umgesetzt im Siegerentwurf der Architekten Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten: rechts mit der „Peking“ und dem neuen Deutschen Hafenmuseum, in der Mitte mit dem 500 m langen transparenten Dach entlang des Moldauhafens und links der geplanten Schule mit Kita und Sportplatz sowie der begrünten Brücke zur Veddel. © HafenCity Zeitung / Wolfgang Timpe

Auch Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Chef der HafenCity Hamburg GmbH und somit operativer Projektmanager des Grasbrooks, tritt auf die Realismusbremse. Für ihn beginne jetzt in den kommenden gut zwölf Monaten die Phase der Kärrnerarbeit im Detail, die ihren ersten Abschluss im Sommer 2021 finden soll. Einerseits gehe es um die inhaltliche Ausarbeitung einzelner Entwurfselemente mit Bürgerbeteiligung und andererseits um die „wirtschaftliche Tragfähigkeit“ wichtiger Infrastrukturelemente bis zum Baubeginn des Deutschen Hafenmuseums in 2023. Also planen und rechnen u.a. für drei Big-points:

Videostream-Pressekonferenz im Hamburg Cruise Center HafenCity zum Grasbrook-Siegerentwurf: Barbara Ketelhut, Pressesprecherin BSW; Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing; Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW); Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Chef der HafenCity Hamburg GmbH (HCH); Susanne Bühler, Pressesprecherin und Leiterin Öffentlichkeitsarbeit HCH (v.l.n.r.). © Wolfgang Timpe
Corona-Videostream-Pressekonferenz mit Abstandshygiene im Hamburg Cruise Center HafenCity zum Grasbrook-Siegerentwurf: Barbara Ketelhut, Pressesprecherin BSW; Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing; Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW); Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Chef der HafenCity Hamburg GmbH (HCH); Susanne Bühler, Pressesprecherin und Leiterin Öffentlichkeitsarbeit HCH (v.l.n.r.). © Wolfgang Timpe
  1. Alle Vorhaben müssten miteinander das Ziel erfüllen, so Bruns-Berentelg, „dass der Grasbrook ein komplett CO2-neutraler Stadtteil“ wird;
  2. Das in Europa einzigartige 500 Meter lange transparente Dach entlang des Moldauhafens mit zentraler Energiegewinnung für den Stadtteil, zurzeit kalkuliert mit Brutto-Vollkosten von rund 90 Millionen Euro, soll „durch die Integration von Nutzungen und den Einschub von Gebäuden wirtschaftlich tragfähiger“ werden;
  3. Es solle zusätzlich erarbeitet werden, „wie die zahl der guten Wohnungen“ erhöht werden kann, ohne dass diese „am lärmexponierten Saalehafen oder im Hafentorquartier“ liegen würden.
Im Entwurf von Herzog & de Neuron und Vogt Landschaftsarchitekten wird die neue Anbindung der Veddel durch eine breite vielfältig nutzbare Brückenvision deutlich. Auch die Anbindung des Grasbrook mit der U4, dem Sprung über die Elbe, und den für Fußgänger und Radfahrer vorgesehene Brückenquerung zum Baakenhöft in der HafenCity. © HdM und Vogt
Im Entwurf von Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten wird die neue Anbindung der Veddel durch eine breite vielfältig nutzbare Brückenvision deutlich. Auch die Anbindung des Grasbrook mit der U4, dem Sprung über die Elbe, und den für Fußgänger und Radfahrer vorgesehene Brückenquerung zum Baakenhöft in der HafenCity. © HdM und Vogt

Da jetzt noch eine rund dreijährige Planung- und Entwicklungsphase sowie Grundstücksfreimachung für Bebauungspläne etc. weitgehend aus dem Sondervermögen der Stadt und mit Beschlüssen von Senat und Bürgerschaft auf den Weg gebracht würden, sieht HCH-Chef Bruns-Berentelg im Moment keine negativen Einflüsse durch die Corona-Krise für die Akquisition von Investoren. Gebaut werden soll, so Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, im „für Hamburg bewährten Drittelmix“ aus gefördertem und privaten Wohnungsbau. Im übrigen sieht Senatorin Stapelfeldt mit dem jetzigen Rahmenentwurf des Grasbrooks „einen neuen Meilenstein für das Wohnen und Arbeiten am Wasser mit sozialer und moderner Verkehrsinfrastruktur“. Für sie soll „die Veddel mit dem Grasbrook einen lebendigen Stadtteil bilden“, der eine „hohe städtebauliche Dichte mit einzigartiger Wohn-, Arbeits- und Lebensqualität“ verbinden könne.

Blick von der Veddel mit der Verbindungsbrücke über die Bahngleise zum Grasbrook im Vordergrund, der dichten Bebauung am Elbufer und dem breiten Grüngürtel zum Moldauhafen hin; Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Der Grasbrook kann eine hohe städtebauliche Dichte mit einzigartiger Wohn-, Arbeits- und Lebensqualität verbinden.“ © Wolfgang Timpe
Blick von der Veddel mit der Verbindungsbrücke über die Bahngleise zum Grasbrook im Vordergrund, der dichten Bebauung am Elbufer und dem breiten Grüngürtel zum Moldauhafen hin; Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Der Grasbrook kann eine hohe städtebauliche Dichte mit einzigartiger Wohn-, Arbeits- und Lebensqualität verbinden.“ © Wolfgang Timpe

Oberbaudirektor Höing ist wie Senatorin Stapelfeldt einerseits davon beeindruckt, dass der Entwurf eine „hohe Wohndichte mit hoher Wohnqualität“ verbinde, und dass er für ihn deswegen „auch auf den ersten Blick so vertraut aussehe“ und gut zu Hamburg passe. „Es zeigt sich“, so Höing, „dass man das städtebauliche Vokabular nicht jeden Montag neu erfinden muss.“ Andererseits ist für ihn das Einzigartige am Siegerentwurf, „dass man so auf dem ganzen Kontinent nicht findet“, dass er „offensiv das Grün, den großen Park in die Mitte gestellt“ habe, „flankiert von dem 500 Meter langen transparenten Dach entlang des Ufers am Moldauhafen“, schwärmt er. Und der Oberbaudirektor setzt mit Blick auf das begrünte Uferhafenbecken, wo Saale- und Moldauhafen zusammentreffennoch einen drauf: „Das ist wie die Binnenalster am Grasbrook.“ Schade nur, dass das neue Grasbrookquartier laut HCH-Chef Bruns-Berentelg erst 2035 bis 2040 „weitgehend fertig“ sein wird. Wolfgang Timpe

Blick von der Norderelbe auf das Grasbrookquartier mit dichter Wohnbebauung an der Elbe, dem dahinter liegenden breiten Park-Grüngürtel samt 500m Dach entlang des Moldauhafens und der „Binnenalster“ links markiert von drei Hochhaus-Eckpunkten. HCH-Chef Prof. Jürgen Bruns-Berentelg zur verkehrlichen Infrastruktur: „Fast alle Straßenzüge sind grün bedeckt und den Fußgängern, Radfahrern und umweltorientierter Mobilität vorbehalten. Alle anderen verkehre wie Pkw, Lkw und Busse etwa werden unterirdisch in die Wharf-Geschosse verlegt.“ © Wolfgang Timpe
Blick von der Norderelbe auf das Grasbrookquartier mit dichter Wohnbebauung an der Elbe, dem dahinter liegenden breiten Park-Grüngürtel samt 500m Dach entlang des Moldauhafens und der „Binnenalster“ links markiert von drei Hochhaus-Eckpunkten. HCH-Chef Prof. Jürgen Bruns-Berentelg zur verkehrlichen Infrastruktur: „Fast alle Straßenzüge sind grün bedeckt und den Fußgängern, Radfahrern und umweltorientierter Mobilität vorbehalten. Alle anderen verkehre wie Pkw, Lkw und Busse etwa werden unterirdisch in die Wharf-Geschosse verlegt.“ © Wolfgang Timpe
Visualisierung des neuen Stadtteils Grasbrook mit einem breiten Grüngürtel im Zentrum der Halbinsel und der vorgelagerten „Peking“ als Flaggschiff des neuen Deutschen Hafenmuseums. © HdM und Vogt
Visualisierung des neuen Stadtteils Grasbrook mit einem breiten Grüngürtel im Zentrum der Halbinsel und der vorgelagerten „Peking“ als Flaggschiff des neuen Deutschen Hafenmuseums. Die Silhouette am Horizont bestimmen links hinten der Elbtower im Elbbrückenquartier der HafenCity und die drei Hochhaus-Säulen um dasHafenbecken, wo Saale- und Moldauhafen zusammentreffen. © HdM und Vogt

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