Spaß haben und kreativ sein

Catrin-Anja Eichinger fotografierte exklusiv und die HCZ stellte 27 Unternehmer:innen der HafenCity 3 Fragen, was sie vom Sommer 2021 erwarten. Eins eint alle kritischen und freudigen Antworten: die Lust auf Zukunft

Unsere Fragen:
1. Was gehen Sie wie im Sommer 2021 konkret neu an und was erwarten Sie – persönlich und unternehmerisch – von den kommenden Monaten? 
2. Welche Erfahrungen oder welche Ereignisse haben Ihre persönlichen und geschäftlichen Überzeugungen verändert? Hat die Pandemie vielleicht sogar etwas Gutes bewirkt?
3. Worauf freuen Sie sich ab Sommer 2021 persönlich am allermeisten?

Ann-Christin Wolf (Foto oben) und Hans-Jürgen Zahlten, Gründer:in und Inhaber:in des Museum of Popcorn, Überseeboulevard:

1.
Für uns ist es generell eine besondere Herausforderung. Wir hatten unsere Planungen für das Opening unseres Content-Museums vor Corona fest im Blick und mit der Pandemie mussten wir warten, anders planen und auch abwägen. Als kleines Familien Start-up nicht immer ganz einfach. Unsere Neueröffnung auf dem Überseeboulevard Anfang Juni 2021 konnten wir leider nicht so groß feiern, wie wir es gerne gemacht hätten, freuen uns aber riesig, dass unser Konzept bisher gut angenommen wird und wir endlich unsere Türen öffnen konnten. Man merkt, dass die Menschen wieder Lust bekommen, Dinge zu unternehmen und wir sind ein Ort, an dem man einfach Spaß hat und kreativ sein kann. Das freut uns privat und auch unternehmerisch. 
2.
Dass uns diese Pandemie so immens in allen Lebensbereichen so lange beeinflussen wird, konnte wohl kaum einer vorhersehen. Im Grunde sind wir froh, dass wir nicht kurz vor Corona geöffnet haben und jetzt richtig durchstarten können. Wir mussten einfach agil sein und sind glücklich, dass wir Geschäftspartner haben, die mit uns an unser Vorhaben glauben. Wir haben die Zeit dafür genutzt, um unsere Kulissen mit Hamburger Firmen liebevoll und einzigartig zu gestalten, das perfekte Licht zu inszenieren, mit einer Hamburger Manufaktur das beste Popcorn zu kreieren und uns auf die Eröffnung vorzubereiten. Klar ist es wirtschaftlich für uns eine Herausforderung, aber uns war es wichtig, lokale Unternehmen mit ins Boot zu holen. Die Corona-Zeit hat uns nur weiter bestärkt, unseren Traum des Museum of Popcorn zu verwirklichen.
3.
Dass wir endlich unser Museum of Popcorn öffnen und allen Besuchern einfach eine schöne Zeit bei uns bieten können. Bei uns ist jede:r herzlich willkommen und kann in unseren Kulissen über 1.000 Motive für Fotos oder Videos finden – eine bunte Traumwelt auf 800 Quadratmetern. Wir bezeichnen uns selbst ja als Happiness Activists … und Freude und positive Dinge können wir jetzt ja alle gut gebrauchen – oder?
Foto oben: Ann-Christin Wolf, Museum of Popcorn: »Wir haben die Zeit dafür genutzt, um unsere Kulissen mit Hamburger Firmen liebevoll und einzigartig zu gestalten, das perfekte Licht zu inszenieren und mit einer Hamburger Manufaktur das beste Popcorn zu kreieren.« © Catrin-Anja Eichinger

Endlich wieder Musik!

Lillemor Spitzer, Verkauf, Spirio Lounge, Steinway & Sons Flagship Store Hamburg, Am Kaiserkai:

Lillemor Spitzer, Steinway & Sons: „Endlich können wir wieder mit unseren Kunden die Veranstaltungen genießen, die sowohl nebenan als auch bei uns stattfinden. Endlich wieder Musik!“ © Catrin-Anja Eichinger
Lillemor Spitzer, Steinway & Sons: „Endlich können wir wieder mit unseren Kunden die Veranstaltungen genießen, die sowohl nebenan als auch bei uns stattfinden. Endlich wieder Musik!“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Das sommerliche Wetter unterstützt momentan die aufgeweckte Stimmung, die in der HafenCity herrscht. Umso mehr habe ich mich gefreut, endlich wieder die vielen Menschen auf der Straße zu sehen, die festlich gekleidet und voller Vorfreude in ein Konzert in Richtung Elphi gehen. Endlich können wir wieder mit unseren Kunden die Veranstaltungen genießen, die sowohl nebenan als auch bei uns stattfinden. Endlich wieder Musik! 
2.
Unsere Kunden mussten nicht auf gute Klaviermusik verzichten – entweder spielen sie selber oder lassen das Spirio-System spielen. Aber ich habe von so vielen gehört, die die Zeit der Pandemie genutzt haben, das Klavierspiel zu lernen oder dieses schöne Hobby wieder aufzufrischen. Vielleicht hat es den einen oder anderen ein wenig über diese Zeit gerettet. Das würde mich freuen!
3.
Auf die Besucher der HafenCity und unserer Lounge, die mir und vielleicht auch der Laufkundschaft ein spontanes Klavierkonzert geben. Das ist mein Highlight. Ich erlebe so oft talentierte Menschen, die den Flügel ausprobieren und plötzlich bildet sich eine kleine Menschenmenge vor dem Schaufenster. Das hab ich so vermisst! 

Viel kommunizieren

Nils Kuprat, Geschäftsführer Prime Time fitness Hamburg, Überseeboulevard:

Nils Kuprat: „Unser  Studio war nie vollkommen geschlossen, so gab es stets die Möglichkeit online oder outdoor mit unseren Mitgliedern weiter aktiv zu sein.“ © Catrin-Anja Eichinger
Nils Kuprat: „Unser Studio war nie vollkommen geschlossen, so gab es stets die Möglichkeit online oder outdoor mit unseren Mitgliedern weiter aktiv zu sein.“ © Catrin-Anja Eichinger

1
Die Krise hat uns im Fitnessbereich besonders hart getroffen, da wir leider als „Freizeitdienstleistung“ etwa in einen Topf mit den mit Shishabars geworfen wurden und gleichzeitig schließen und wieder öffnen durften. Wir haben trotzdem  alle Chancen genutzt, die sich ergeben haben um unseren Mitgliedern ein sicheres, gesundheitsorientiertes Training anzubieten. Wir waren durchgehend aktiv und erfinderisch. Unser Studio war daher auch nie vollkommen geschlossen, da es stets eine Möglichkeit gab online oder outdoor mit unseren Mitgliedern weiter aktiv zu sein. Durch sehr viel Engagement in der LockDown Zeit sind alle Mitarbeiter weiter an Bord und haben nicht verlernt serviceorientiert das beste Training zu geben. Die Wiedereröffnung jetzt im Juni läuft besser als erwartet. Die Mitglieder sind begeistert und sind sehr froh (endlich) wieder aktiv sein zu können. Auch wenn dies aktuell nur mit einem negativen Test, genesen oder geimpft funktioniert, kommen nahezu alle Mitglieder wieder zurück ins Training. Diejenigen, die noch zögern sind mit uns in Kontakt oder trainieren online oder outdoor mit uns.

2
Wir haben wieder bestätigt bekommen wie wichtig es ist, schnell zu reagieren und wie wichtig es ist, viel zu kommunizieren. Die Krise hat für ein Hygienekonzept gesorgt, das wir dauerhaft beibehalten werden. Wir haben unsere Lüftungsanlage optimiert – in CO2-Messer investiert und unseren Outdoorbereich erweitert. Das letzte Jahr hat auch uns sehr hart getroffen, aber im Branchenvergleich sind wir „besser“ weggekommen, was an unseren Aktivitäten und Bemühungen in der Coronzeit lag.

3 
Auf einen Spaziergang mit meiner Frau und den Kindern zum Lieblingsrestaurant in der HafenCity und auf ein „ruhiges Essen“ ohne Komplikationen … man muss dazu wissen, dass unsere Kinder 18 Monate und 8 Wochen alt sind (-;

Leckere Eiskugeln mit Freunden genießen

Jennifer Schönau, Hoteldirektorin AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt, Am Sandtorkai:

Jennifer Schönau: „Die Pandemie hat für mich einige positive Erfahrungen gebracht. ,Neu-Denken’ und ,Entwicklung’ sind die Fokus-Themen, mit denen sich mein Team und ich im AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt beschäftigen werden.“ © Catrin-Anja Eichinger
Jennifer Schönau: „Die Pandemie hat für mich einige positive Erfahrungen gebracht. ,Neu-Denken’ und ,Entwicklung’ sind die Fokus-Themen, mit denen sich mein Team und ich im AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt beschäftigen werden.“ © Catrin-Anja Eichinger

1
Unseren Hotelbetrieb nach mehr als sieben Monaten wieder hochfahren zu dürfen, ist großartig und zugleich eine herausfordernde Aufgabe. Es sind bereits einige Wochen seit unserem „Re-Start“ vergangen und wir können glücklich sagen, dass es bergauf geht. Das gesamte Team ist sehr motiviert und freut sich riesig, endlich wieder Gastgeber sein zu dürfen. Für den bevorstehenden Sommer sind wir positiv gestimmt und freuen uns sehr, wieder viele touristische Gäste inmitten der historischen Speicherstadt begrüßen zu können. Man spürt die Reiselust der Menschen und die Freude darauf, wieder etwas erleben zu können. Die HafenCity und Speicherstadt Hamburg sind dafür natürlich ein idealer Ausgangspunkt. 

2.
Gern beantworte ich diese Frage mit meinem persönlichen Motto: „Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist.“ Keine Frage, die Zeit der Pandemie nicht erlebt haben zu müssen, wäre definitiv meine erste Wahl gewesen. Dennoch hat Sie für mich einige positive Erfahrungen gebracht. „Neu-Denken“ und „Entwicklung“ sind die Fokus-Themen, mit denen sich mein Team und ich im AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt die nächsten Monate beschäftigen werden. Selbstverständlich stehen unsere Gäste dabei immer im Mittelpunkt. 

 3.
‚Ganz klar darauf, einige leckere Eiskugeln mit Freunden genießen zu können und auf viele tolle Begegnungen im AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt und in unserer cantinetta ristorante & bar. 

Traumhafte Abende für die Gäste

Max Hornung, Betriebsleiter Bootshaus Grill und Bar, Vasco-da-Gama-Platz | Am Kaiserkai

Max Hornung: „Ich möchte selber die Gastro-Szene in vollen Zügen genießen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Max Hornung: „Ich möchte selber die Gastro-Szene in vollen Zügen genießen.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Das war eine echt harte Zeit und man merkt, dass alle Corona hinter sich lassen wollen. Für mich persönlich hat sich einiges geändert: Als neuer Betriebsleiter des Bootshaus Grill und Bar nehme ich eine Herausforderung an, über die ich mich sehr freue. In der Zeit der Pandemie habe ich festgestellt, wie wichtig mir der persönliche Kontakt mit Menschen ist und wie sehr es mir fehlt, mich um das Wohl der Gäste zu kümmern. Im Bootshaus wurde die Zeit genutzt, um die Bar mit einem völlig neuen Konzept umzugestalten und wir sind sehr gespannt, wie unsere neuen Ideen ankommen werden. 

2.
Der Lockdown war etwas völlig Unerwartetes in allen Bereichen. Es konnte sich sicherlich niemand vorstellen, dass die Gastronomie jemals von Schließung betroffen sein könnte. Man hatte notgedrungen Zeit, sich Gedanken zu machen, was das Wichtige für einen selbst und andere sein könnte. Mein Resümee: Ich brauche Menschen und den persönlichen Kontakt. 2.

3.
Ich möchte unseren Gästen traumhafte Abende bescheren und auch selber wieder die wahnsinnige Gastro-Szene in Hamburg in vollen Zügen genießen.

Von positiver Stimmung mitreißen lassen

Halla Shaaban, Leiterin Alnatura Super Natur Markt, Überseeboulevard:

Halla Shaaban: „Wir als Teil der Gesellschaft kommen nicht ohneeinander aus und sind aufeinander angewiesen.“ © Catrin-Anka Eichinger
Halla Shaaban: „Wir als Teil der Gesellschaft kommen nicht ohneeinander aus und sind aufeinander angewiesen.“ © Catrin-Anka Eichinger

1.
Ich spüre bereits schon jetzt eine Veränderung. Die Stimmung der Menschen in der HafenCity sowie in ganz Hamburg ist positiver gestimmt als zu Zeiten des Lockdowns. Die Straßen werden lebendiger, die Außengastronomie wird voller und man spürt die Lebensfreude in der HafenCity. Das bemerken wir auch bei unseren Kundinnen und Kunden. Für mich persönlich habe ich mir vorgenommen, mich auf die Zeit mit der Familie und den Freunden zu fokussieren und sie zu genießen. Wir lassen uns von der positiven Stimmung mitreißen.

2.
Die Pandemie hat uns gezeigt, dass wir einander brauchen. Wir als Teil der Gesellschaft kommen nicht ohneeinander aus und sind aufeinander angewiesen. Positiv zu bemerken ist hier der in den vergangenen Monaten erlebte Zusammenhalt und die Kooperationsbereitschaft vieler – beruflich sowie persönlich 

3.
Urlaub! Ich freue mich auf meinen zukünftigen Ferien. Ich bin eine Reiseliebhaberin und entdecke gerne andere Kulturen und Sehenswürdigkeiten.

Mut, Humor und Güte bewahren

Frank Engelbrecht, Pastor, Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchhof:

Pastor Frank Engelbrecht: „Wir standen an einem Kipppunkt. Und das ist es auch, was die Corona-Pandemie uns schmerzlich gelehrt hat: Dass wir an Kipppunkten leben, immer in der Gefahr, dass wir eine Welle lostreten, die uns überrollt.“ © Catrin-Anja Eichinger
Pastor Frank Engelbrecht: „Wir standen an einem Kipppunkt. Und das ist es auch, was die Corona-Pandemie uns schmerzlich gelehrt hat: Dass wir an Kipppunkten leben, immer in der Gefahr, dass wir eine Welle lostreten, die uns überrollt.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Ich spüre ein Flirren unter dem Pflaster der alten Stadt – oder besser der herkömmlichen Stadt aus Stein, Beton und Autoverkehr. Darunter lauert und fiebert die Sehnsucht nach einer neuen Stadt, einer Stadt nach menschlichem und natürlichem Maß: mit viel mehr Grün und Wasser, Kultur, Nachbarschaft, kurzen Wegen und einer Menge Platz für Kinder. St. Katharinen liegt da mittendrin an unserer „Altstadtküste“, diesem Herzstück der Stadt zwischen Rathaus und HafenCity. Mein Traum ist, dass diese Sehnsucht nach der neuen Stadt die Kraft findet, ans Tageslicht zu kommen und in unserer Kirche und in der Stadt Wirklichkeit zu werden – gerne in naher Zukunft. 

2.
Zu den Schlüsselszenen des letzten Jahres gehören für mich die Bilder des CNN-Reporters Van Jones: am Wahlabend kommen ihm bei der Nachricht von Joe Bidens Wahlsieg vor der Kamera aus lauter Erleichterung Tränen. Da habe ich verstanden, was in dieser Wahl auf dem Spiel stand. Wir standen an einem Kipppunkt. Und das ist es auch, was die Corona-Pandemie uns schmerzlich gelehrt hat: Dass wir an Kipppunkten leben, immer in der Gefahr, dass wir eine Welle lostreten, die uns überrollt. Was dagegen hilft? Mut, Humor und Güte bewahren, sich auch mal beieinander ausweinen. Dann aber auch wieder Zuversicht üben und spenden, dazu den Glauben nähren, dass wir nicht verloren sind – im Leben nicht und im Sterben nicht. Schließlich aus alledem zu einer Handlungsfähigkeit kommen, die uns vor dem Kippen der Kipppunkte bewahrt. 

3.
Ich freue mich, wenn wir uns wieder unbeschwert sehen und ausgehen können: in der Familie, mit Menschen, die uns am Herzen liegen, meine Kinder mit ihren Freundinnen und Freunden. Hier, in St. Katharinen, freue ich mich auf den Hamburger Kultursommer mit Bühne auf dem Katharinenkirchhof im Juli und August und auf unser Aktionswochenende „Die Altstadtküste atmet – AUF!“ im September, wenn wir die Straße am Zollkanal zur Eröffnung der Klimawoche und zur Nacht der Kirchen wie im letzten Jahr von Autos befreien und für alle öffnen. Und ich freue mich, wenn wir mit den Erleichterungen nicht einfach zurückkehren zum „Business as usual“. Ich freue mich, wenn es uns stattdessen gelingt, uns eine Nachdenklichkeit zu bewahren, die unser Engagement für eine Welt bündelt und freisetzt, in der Hunger, Durst, Vertreibung, Krieg und der Raubbau an der Natur die Ausnahme sind, und in der Menschenfreundlichkeit, Friede für alle und Wertschätzung des Planeten die Regel darstellen, sodass wir uns um unsere Kinder, Enkel und Urenkel nicht sorgen müssen.

Neues entwickeln und Chancen ergreifen

Isabel Edvardsson, Tänzerin und Inhaberin von Edvardsson DIE TANZSCHULE, Banksstraße – kürzlich zum zweiten Mal Mutter geworden:

Isabel Edvardsson mit ihren Teammitgliedern Svea Clausen (li.) und Sven Hammerla: „Wir freuen uns, wieder die lachenden Gesichter der Kunden zu sehen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Isabel Edvardsson mit ihren Teammitgliedern Svea Clausen (li.) und Sven Hammerla: „Wir freuen uns, wieder die lachenden Gesichter der Kunden zu sehen.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Wir gehen in diesem Sommer im Grunde nichts neu an, da wir uns erstmal um unsere Bestandskunden kümmern möchten. Es gilt, diese nach 7,5 Monaten Lockdown erstmal wieder in die Tanzschule zu bitten. Es wäre für uns ein Luxusgedanke, jetzt schon an Neues zu denken. Im Herbst allerdings werden wir sehen, wie wir gegebenenfalls neue Projekte gestalten. Persönlich erhoffe ich mir, dass wir uns weniger Sorgen um die Zukunft machen müssen.

2.
Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, über den Tellerrand zu blicken und aus der Not eine Tugend zu machen. So haben wir neue Konzepte für den Tanzunterricht oder auch für Events in den vergangenen Monaten entwickelt. Uns ist nochmal bewusster geworden, dass immer etwas Unvorhersehbares kommen kann und Umdenken gefragt ist, um neues zu entwickeln und Chancen zu ergreifen. 

3.
Wir freuen uns einfach, wieder die lachenden Gesichter der Kunden zu sehen. Die Menschen haben Kultur und Freizeit in den letzten Monaten vermisst. Wir freuen uns, mit allen wieder gemeinsam tanzen zu gehen. Persönlich freue ich mich auch, selbst wieder Kulturelles unternehmen zu können. Vielleicht ein Theater- oder Musicalbesuch; oder auch einfach nur mal wieder ins Restaurant gehen. Wir wissen, wie positiv sich Tanzen auf die Gesundheit und den Körper auswirkt und hoffen, dass ganz viele Menschen dieses Gefühl und Erlebnis mit uns teilen.

In die Gemeinschaft der HafenCity integrieren

Dinh-Phuc Nguyen, Leiter der Post- und DHL-Station, Am Dalmannkai:

Dinh-Phuc Nguyen: „Zum Glück öffnen die Schulen wieder und das Kinderlachen macht mich glücklich.“ © Catrin-Anja Eichinger
Dinh-Phuc Nguyen: „Zum Glück öffnen die Schulen wieder und das Kinderlachen macht mich glücklich.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Es ist schön, die HafenCity aufblühen und wieder mehr Menschen auf der Straße zu sehen. Da wir noch sehr neu mit unserem Laden in der HafenCity sind, hoffen wir im Sommer 2021 mehr Kunden bei uns begrüßen zu dürfen – und uns immer mehr in die Gemeinschaft in der HafenCity zu integrieren.

2.
Wir haben unseren Laden erst im April 2021 eröffnet und somit haben sich die Vorschriften und Lockdown-Bestimmungen nicht so stark auf unseren Betrieb ausgewirkt. Allerdings ist es auch nicht leicht, während dieser Zeit ein neues Geschäft zu eröffnen und auf die Beine zu stellen. Da wir als Partner der Deutschen Post beziehungsweise von DHL auf viele andere Dienstleister angewiesen sind, haben Zustellungen etc. alle etwas länger gedauert und wir mussten einige Rückschläge einstecken. Allerdings haben wir zugleich auch während der Corona-Pandemie einen guten Start erwischt, da viele Menschen zu diesen Zeiten, wo viele Geschäfte nicht öffnen durften, auf Online-Shops zurückgegriffen und bestellt haben. Insofern können wir uns nicht über zu wenige Pakete beschweren. Worüber wir sehr dankbar sind, ist, dass unser neuer Laden so gut angenommen wird. Jedoch hoffen wir sehr, dass der Copyshop auch langsam anläuft und von den Menschen als Möglichkeit für verschiedene Dienstleistungen gesehen wird wie beispielsweise Kopie, Druck oder das Binden von Büchern.

3.
Am meisten freue ich mich, dass die Menschen wieder einen einigermaßen normalen Alltag haben und das Leben wieder genießen können. Zusätzlich wäre es schön, wenn wir in der HafenCity Touristen und Hamburger aus anderen Stadtteilen wieder begrüßen dürften. Zum Glück öffnen die Schulen wieder und das Kinderlachen macht mich glücklich. Des Weiteren freue ich mich persönlich darauf, endlich wieder mal die gesamte Familie treffen zu können.

Kolorieren, schneiden, stylen!

Helene Hansemann, Inhaberin Helene Hansemann hairstyle & extensions, Am Kaiserkai:

Helene Hansemann: „Heute drehen sich Unterhaltungen eher darum:  ,Und welchen Impfstoff hast du bekommen?’ und ,hattest du Nebenwirkungen?’.” © Catrin-Anja Eichinger
Helene Hansemann: „Heute drehen sich Unterhaltungen eher darum: ,Und welchen Impfstoff hast du bekommen?’ und ,hattest du Nebenwirkungen?’.” © Catrin-Anja Eichinger

1.
Endlich können wir wieder tun, was wir lieben: die Haarpracht unserer Kunden pflegen, kolorieren, schneiden, stylen

2.
Alle sind froh, dass Friseursalons wieder geöffnet sind. Nach der langen Pause werden wir sogar noch mehr wertgeschätzt, habe ich das Gefühl. Sich vorübergehend selbst aushelfen kann jeder. Das Gefühl nach einem Friseurbesuch ist dann doch etwas Besonderes. Viele sehen es als kleine Wellness-Auszeit. Jetzt, da es sich wieder „lohnt“, etwas für sein äußeres Erscheinungsbild zu tun, weil alles nach und nach öffnet und man wieder mit anderen zusammenkommen kann. Kurz nach der Eröffnung hörten wir oft: „Das Styling brauchen wir heute nicht zu machen, ich kann ja sowieso nichts unternehmen“. Das hat zum Glück ein Ende! Heute drehen sich Unterhaltungen eher darum: „Und welchen Impfstoff hast du bekommen?“ und „hattest du Nebenwirkungen?“. Es sind doch schon recht viele geimpft. 

3.
Es ist bemerkenswert, wie gut die Stimmung unserer Kunden ist und wie positiv sie in die Zukunft schauen – genau wie wir.

Nachbarschaftstreff wirklich nutzen

Sebastian Hengelhaupt, leitet zusammen mit Caren Fieguth die neu gestaltete Haspa-Filiale der HafenCity,Am Kaiserkai / Großer Grasbrook:

Sebastian Hengelhaupt: „Kurzfristig freue ich mich, wenn wir bei der EM ein kleines Sommermärchen erleben und tollen Fußball zu sehen bekommen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Sebastian Hengelhaupt: „Kurzfristig freue ich mich, wenn wir bei der EM ein kleines Sommermärchen erleben und tollen Fußball zu sehen bekommen.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Die HafenCity war in den vergangenen Monaten wie ausgestorben. Jetzt kehrt das Leben wieder zurück: Hotels, Restaurants und Bars öffnen wieder, Touristen und Spaziergänger sind wieder unterwegs. Wir freuen uns, wenn wir jetzt wieder persönlich in unserer schönen umgebauten Filiale für die Kundschaft da sein können – sowohl im Service und in der Beratung als auch in anderen Belangen.

2.
Wir waren und sind die ganze Zeit für unsere Kundschaft dagewesen: persönlich in der Filiale, telefonisch, per E-Mail, per Videokonferenz und auch über unsere Direktberatung. Wir sind noch digitaler geworden, machen immer mehr Produkte und Services online abschlussfähig. Das wird positiv wahrgenommen, weil es auch Wege abnimmt und zeitliche Freiräume schafft. Da es keine Veranstaltungen geben durfte, haben wir Online-Events organisiert. Spannend, was da alles möglich ist. Aber natürlich freuen wir uns darauf, unseren neuen Nachbarschaftstreff endlich richtig nutzen zu können:  Veranstaltungen vor Ort mit Gästen anzubieten, zu netzwerken und den Menschen wieder näherzukommen, mal auf einen Kaffee einladen zu können.  

3.
Die Pandemie-Zeit hat uns allen viel abverlangt und wir haben uns den täglichen Herausforderungen gestellt – sowohl beruflich wie privat.  Ich hoffe, dass wir mit steigenden Impfquoten keine vierte Welle und keine weiteren Lockdowns mehr erdulden müssen. Kurzfristig freue ich mich, wenn wir bei der EM ein kleines Sommermärchen erleben und tollen Fußball zu sehen bekommen. Ich bin ehrenamtlicher Betreuer der Fußballmannschaft meines Sohnes, bei der die Saison abgebrochen wurde. Deshalb freue ich mich mit den Kindern, dass jetzt wieder Training und Freundschaftsspiele stattfinden können. Es macht großen Spaß, die Jungs wieder gemeinsam mit dem Ball spielen zu sehen und zu erleben, wie sie wieder zu einer Mannschaft zusammenwachsen. Und wir freuen uns darauf, dass hoffentlich nach den Sommerferien das Team wieder auf Punktejagd gehen kann.

Unsere Fragen:
1. Was gehen Sie wie im Sommer 2021 konkret neu an und was erwarten Sie – persönlich und unternehmerisch – von den kommenden Monaten? 
2. Welche Erfahrungen oder welche Ereignisse haben Ihre persönlichen und geschäftlichen Überzeugungen verändert? Hat die Pandemie vielleicht sogar etwas Gutes bewirkt?
3. Worauf freuen Sie sich ab Sommer 2021 persönlich am allermeisten?

Wir brauchen Durchhaltevermögen

Frank und Daniel Theuerkauf, Inhaber und Geschäftsführer von Theuerkauf HOME, Am Sandtorpark:

Vater Frank und Sohn Daniel Theuerkauf: „Über unser Planungsbüro haben wir trotz der Situation Aufträge generieren und abwickeln können, woraus wir Zuversicht geschöpft haben, die Pandemie mit einem blauen Auge zu überstehen.“
Vater Frank und Sohn Daniel Theuerkauf: „Über unser Planungsbüro haben wir trotz der Situation Aufträge generieren und abwickeln können, woraus wir Zuversicht geschöpft haben, die Pandemie mit einem blauen Auge zu überstehen.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Der Einzelhandel in der HafenCity wurde durch den langanhaltenden Lockdown hart getroffen – teilweise waren Geschäftsaufgaben die Folge, die Büros sind noch immer nicht wieder voll besetzt. Auch wenn ein Wiederbeleben des Einzelhandels zu erwarten ist, befürchten wir, dass sich dieses stärker auf die Innenstadt richten wird und wir in der HafenCity noch einiges an Durchhaltevermögen mitbringen müssen. Langfristig aber glauben wir an die HafenCity und diesen spannenden neuen Stadtteil Hamburgs.

2.
Wir haben unseren Showroom für Möbel und Inneneinrichtung im Februar 2020 geöffnet; 1,5 Monate später mussten wir diesen bedingt durch die Pandemie wieder abschließen. Einen unglücklicheren Start hätte es für uns kaum geben können. Neben dem Vertrieb der eigenen Möbelkollektion haben wir ein Planungsbüro – Design + Konzeption. Über dieses haben wir trotz der Situation Aufträge generieren und abwickeln können, woraus wir Zuversicht geschöpft haben, die noch immer anhaltende Pandemie mit einem blauen Auge zu überstehen.  

3.
Wir freuen uns persönlich am meisten auf das Treffen mit Freunden, das persönliche Beisammensein und Essengehen, Kultur erleben. Einfach den direkten Kontakt mit Menschen und auch wieder mit unseren Kunden. Darauf, dass es jetzt wieder vorangeht und wir diese herausfordernde Zeit alle zusammen überstanden haben.

Mit Elan vorangehen

Vivian Brodersen, Inhaberin Brodersen Marketing, u.a. nördliches Überseequartier, Überseeboulevard:

Vivian Brodersen: „Ich hoffe, dass es Menschen wie mir geht, dass sie echte Erlebnisse virtuellen Momenten vorziehen und wieder rausgehen möchten.“ © Catrin-Anja Eichinger
Vivian Brodersen: „Ich hoffe, dass es Menschen wie mir geht, dass sie echte Erlebnisse virtuellen Momenten vorziehen und wieder rausgehen möchten.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Aus dem „gefühlten Aufbruch“ erleben wir nun einen tatsächlichen Aufbruch, mit einer zunehmenden Konsolidierung. Der Neustart bedeutet dabei keine Rückkehr in den alten Trott, sondern wir müssen davon ausgehen, dass es drastische Änderungen geben wird – zum Beispiel im Verhalten der Kunden. Meiner Ansicht nach ist es wichtig, weiterhin vorsichtig zu sein, aber unternehmerisch mit Elan voranzugehen. Konkret bedeutet das, dass wir u.a. Imagefilme produzieren werden, um Menschen zunächst online zu erreichen und dann „Auf nach Übersee“ zu bewegen, da man im Überseequartier – ob Student, „best ager“ oder Tourist – ein vielfältiges Angebot mit Hotels, Gastronomie, Geschäften und Unterhaltung vorfindet. Wir unterstützen das durch unsere Veranstaltungen. Diese sollen soweit möglich im Sommer wieder stattfinden, wie u.a. „Sports Clock“, Langschläferflohmärkte, Moonlight Shopping und natürlich unsere OPEN-ART-Fotoausstellungen. Hier ist gerade eine spannende Ausstellung in Kooperation mit dem Hamburger BDA in Vorbereitung, bei der ab Mitte September ausgezeichnete Architekturen Hamburgs aus den letzten 25 Jahren präsentiert werden. Das Ziel ist es, kontinuierlich für noch mehr Qualität und Erlebnisse für die Besucher zu sorgen. ersönlich und unternehmerisch erwarte beziehungsweise hoffe ich, in den nächsten Monaten auf eine gewisse Rückkehr zur Normalität, eine leichtere Umsetzung geplanter Projekte und gehe davon aus, dass es den Menschen wie mir geht, dass sie echte Erlebnisse virtuellen Momenten vorziehen und wieder rausgehen möchten.

2.
Die Pandemie kam mir zeitweilig so vor, als sei ich unfreiwillig mit meiner engsten Familie auf einer einsamen Insel mit wenig Funkkontakten zum Festland gestrandet. Hohe Güter wie Bewegungsfreiheit, Reisen, Sozialleben und der Besuch von kulturellen Veranstaltungen waren plötzlich unmöglich geworden. Gemeinsame Abende zu Hause mit langen Gesprächen, Musikabende, Gartenarbeit, Sport, gemeinsames Kochen und gute Bücher haben dazu beigetragen, die Lebensqualität aufrechtzuerhalten und das Beste aus der Krise zu machen. Zusätzlich hatte ich das Glück, meine Arbeit kontinuierlich fortsetzen zu können. Homeoffice ist für viele Arbeitnehmer möglicherweise auch in Zukunft eine ausbaufähige Alternative. Der persönliche Kontakt mit Menschen ist in meinem Job aber besonders wichtig und wird nicht durch Video- und Telefonkonferenzen ersetzt. 
Die Entschleunigung des Lebens hat dazu angeregt, Veränderungen anzustoßen, wie man das eigene Leben glücklich führen kann. Und persönliche Treffen mit Freunden und Geschäftspartnern noch mehr wertzuschätzen. 

3.
Da ich ein Sommerkind bin, freue ich mich auf meinen Geburtstag – der findet trotz Pandemie jedes Jahr statt – auf Sommerfeste, Treffen mit meinen Freunden, Fahrradtouren, Grillabende, kulturelle Veranstaltungen, ohne Maske herumzulaufen und auf meine Ferien in Dänemark.

Glückliche Rückkehr

Nikolaus Osann, Gründer und Inhaber Geigenbau Schellong Osann, Am Kaiserkai:

Nikolaus Osann: „Nach etwas längerem Applaudieren erinnerte nur die Armmuskulatur plötzlich daran, wie lange das letzte Klatschen her war.“ © Catrin-Anja Eichinger
Nikolaus Osann: „Nach etwas längerem Applaudieren erinnerte nur die Armmuskulatur plötzlich daran, wie lange das letzte Klatschen her war.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Als produzierendes Handwerk konnten wir unsere Werkstatt auch während des Lockdowns für Kunden geöffnet lassen, die natürlich viel seltener kamen. Deshalb ändern wir wenig an unserer Geschäftsausrichtung, haben aber die Hoffnung, dass aufgeschobene Instrumentenkäufe oder Reparaturen nachgeholt werden und Musikinteressierte wieder einfach aus Neugier durch die geöffnete Tür in unsere Werkstatt kommen – was momentan anscheinend aus einer Grundvorsicht heraus fast niemand mehr wagt. Unseren Mietvertrag haben wir trotz der Pandemie um fünf Jahre verlängert. Das erste Konzert in der Elbphilharmonie war eine glückliche Rückkehr in ein vertrautes Leben und nach etwas längerem Applaudieren erinnerte nur die Armmuskulatur plötzlich daran, wie lange das letzte Klatschen her war. 

2.
Am Beginn der Pandemie konnten wir ein verstärktes Interesse an Musik feststellen. Viele begannen wieder Instrumente zu spielen, die lange nicht genutzt wurden, nicht nur weil sie jetzt Zeit hatten, sondern auch weil ihnen bewusst wurde, dass Musik einen starken emotionalen Halt bietet. 

3.
Wieder unbesorgt Verwandte und Freunde zu treffen.

Freuen auf Maskenfreiheit in allen Lebenslagen

Tom R. Schulz, Pressesprecher der Elbphilharmonie, HamburgMusik gGmbH, Platz der Deutschen Einheit:

Tom R. Schulz: „Dass die  Digitalisierung quer durch alle  Generationen zugenommen hat, scheint mir ein Kollateralnutzen der Pandemie." © Catrin-Anja Eichinger
Tom R. Schulz: „Dass die Digitalisierung quer durch alle Generationen zugenommen hat, scheint mir ein Kollateralnutzen der Pandemie.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Wir haben einen sehr konzertintensiven Sommer vor uns, denn bis auf zwei Wochen im Juli spielen wir durch. Dabei laufen zwei ganz unterschiedliche Bespielungen ziemlich parallel: Am 17. Juli steigen wir mit unserem Outdoor-Festival „Hope ’n‘ Air«“ in den Hamburger Kultursommer 2021 ein, den die Behörde für Kultur und Medien ins Leben gerufen hat, und präsentieren auf einer Open-Air-Bühne vor dem Gebäude auf dem Platz der Deutschen Einheit bis zum 15. August immer von Dienstag bis Sonntag lauter tolle Bands und Künstlerinnen und Künstler aus Hamburg. Und am 26. Juli geht der „Elbphilharmonie Sommer“ drinnen los, im Großen Saal, mit einem bewährten Mix aus Klassik, Pop, Jazz, World und Filmkonzerten. Eine Supergelegenheit für alle, die dachten, für die Elphi gibt’s sowieso nie Tickets, denn der „Elbphilharmonie Sommer“ geht über fünf Wochen und es ist noch nicht alles ausverkauft! Ich persönlich erhoffe mir einen schönen, sonnenreichen Sommer, in dem es nur nachts ausreichend regnet und in dem die Weltoffenheit unserer Stadt auch wieder dadurch spürbar wird, dass viele Menschen von auswärts sie besuchen kommen. 

2.
Die Pandemie hat so manches in Wanken gebracht, aber dass sie meine persönlichen und geschäftlichen Überzeugungen verändert hätte, kann ich nicht behaupten. Ich bin jetzt eher noch überzeugter als vorher, dass kein noch so optimiertes digitales Erleben von Musik je das unmittelbare Live-Erlebnis eines guten Konzerts toppen wird. Dass die Digitalisierung quer durch alle Generationen zugenommen hat, scheint mir ein Kollateralnutzen der Pandemie. Ebenso der drastische Rückgang aller saisonalen Erkältungsmalaisen. Und, hallo Corona, um das zu erkennen, hat es dich wirklich nicht gebraucht, aber trotzdem danke: Kein Virus der Welt wird je das Bedürfnis nach Umarmung zwischen Menschen killen, die sich mögen. 

3.
Auf volle Säle. Auf Kinder in der Elbphilharmonie am Morgen. Auf Maskenfreiheit in allen Lebenslagen. Auf das Tanzen mit anderen in einem Raum.

Wer wir wirklich sind

Monika Makhlouf, Inhaberin Café Trdlo Factory, Am Sandtorpark | Am Dalmannkai:

Monika Makhlouf: „Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu helfen oder auch Dinge offen anzusprechen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Monika Makhlouf: „Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu helfen oder auch Dinge offen anzusprechen.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Ich erwarte, dass mit dem Sommer auch der Tourismus kommt und die HafenCity wieder voller Leben und guter Laune ist. Passend zu der Saison haben wir dieses Jahr das Café um eine Eisdiele erweitert, worüber sich unsere kleinen und großen Gäste gleichermaßen freuen. 

2.
Für mich sowie für viele andere Unternehmer und Gastronomen hat die Pandemie alles verändert. Unsere Existenzgrundlage wurde erschüttert und plötzlich musste man um das pure Überleben des Ladens kämpfen. Ich glaube aber auch, dass uns die Pandemie zusammengebracht hat. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, in schweren Zeiten zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu helfen oder auch Dinge offen anzusprechen. Ich bin sehr dankbar für alles, was mich diese Zeit gelehrt hat und für die enorme Unterstützung meiner Kunden und Freunde.  

3.
Wenn es so weit ist, freue ich mich sehr darauf, wenn Menschen wieder zusammenkommen können. Wie toll es sein wird, wenn wir nach so langer Zeit wieder alle Freunde umarmen können oder uns beim Kennenlernen ohne Bedenken wieder die Hand schütteln können. Alle die kleinen Dinge, auf die wir verzichtet haben und die uns dazu machen, wer wir wirklich sind.

Ein Schlag ins Gesicht für jeden Gastwirt

Antonio „Toni“ Fabrizi, Gründer und Inhaber des Club 20457 und des Cafés TONI, Osakaallee:

Antonio Fabrizi: „Ich freue mich auf Menschen, die über sich und mit anderen lachen, gemeinsam singen und tanzen!“ © Catrin-Anja Eichinger
Antonio Fabrizi: „Ich freue mich auf Menschen, die über sich und mit anderen lachen, gemeinsam singen und tanzen!“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
In den letzten Monaten standen unsere Füße nie still und wir haben viel experimentiert. Jetzt haben wir neben den klassischen Club-Drinks auch Essen und Eis im Angebot. Eine Pizza oder Fish & Chips gehören mittlerweile zum festen Sortiment. Unser neuer Gin, der während des Lockdowns seinen Release feierte, ist, wie erwartet, ein voller Erfolg. Wenn hoffentlich bald die Auflagen in der Innen-Gastronomie gelockert werden, sind meine Erwartungen positiv. 

2.
Vielleicht trübt sich in einigen Monaten die Sicht und wir erinnern uns nur noch daran, wie wir solidarisch und mit Mitgefühl für andere durch diese Zeit gegangen sind. Am Ende wird jeder einen Blick zurückwerfen und für sich die Frage beantworten, was er für eine Rolle in der Pandemie-Zeit hatte. Natürlich hatte diese schwere Zeit auch etwas Gutes – diese aufgezwungene Auszeit bot eine sehr gute Möglichkeit, über das eigene Leben nachzudenken. Und wir haben alle Mitmenschen erlebt, die uns entweder positiv oder leider auch negativ überrascht haben. Als Gastronom möchte ich nicht in der Vergangenheitsform sprechen, da wir uns in Hamburg noch mitten im Corona-Auflagen-Krieg befinden. Nur weil gerade das Wetter mitspielt und die Außenplätze gut gefüllt sind, heißt es nicht, dass wir unsere festen monatlichen Ausgaben einspielen – ganz zu schweigen von bisherigen Stundungen. In diesen Zeiten auch offiziell immer noch mit den „besonders gefahrgeneigten Betriebsmodellen zur Nachtzeit“ genannt zu werden, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Gastwirt und spiegelt leider auch den Stellenwert einer ganzen Dienstleistungsbranche wider. Statt dieser „kreativen“ Wortschöpfung hätte ich mir lieber eine klare offizielle Meldung gewünscht, die Gästen verständlich macht, was denn nun genau wie erlaubt ist. 

3.
Das beschreibe ich gerne mit einer „Alltagssituation im Club 20457 vor Corona“: Menschen die sich ohne Berührungsängste treffen, die eine gute Zeit miteinander verbringen; die über sich und mit anderen lachen, gemeinsam singen und tanzen! Darauf freue ich mich und deswegen habe ich ja auch dieses „besonders gefahrgeneigte Betriebsmodell zur Nachtzeit“ – vor übrigens genau 10 Jahren! – gegründet.

Live und in Farbe

Karen Mester-Lichtsinn, Marketing Manager Unibail-Rodamco-Westfield, Showroom, Am Sandtorpark:

Karen Mester-Lichtsinn: „Ohne Pandemie und Planänderung der Ferien hätten wir nicht den Tegernsee als wunderschöne Urlaubsdestination für uns entdeckt.“ © Catrin-Anja Eichinger
Karen Mester-Lichtsinn: „Ohne Pandemie und Planänderung der Ferien hätten wir nicht den Tegernsee als wunderschöne Urlaubsdestination für uns entdeckt.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Für den Sommer können wir nun endlich wieder Präsenzveranstaltungen bei uns im Showroom vom Westfield Hamburg-Überseequartier planen und organisieren. Dieser emotionale Aspekt der Wahrnehmung und Begegnung vor Ort sowie das besondere Gefühl von persönlichen Treffen lassen sich durch kein digitales Format vollständig ersetzen. Exakt aus diesem Grund sind wir auch vom Konzept des Westfield Hamburg-Überseequartiers als pulsierendermTreffpunkt so sehr überzeugt. Ich denke, dass wir uns die reale Präsenz und Interaktion vor Ort alle in unseren Alltag zurückwünschen. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass diese Rückkehr zur Normalität ein Geschenk und nicht selbstverständlich ist. Deswegen sollten wir auch in Zukunft nicht zu nachlässig mit manchen Situationen umgehen. 

2.
Eine wichtige Erfahrung der vergangenen Monate war bestimmt, dass digital Vieles möglich ist. Egal ob Geschäftsmeeting, Workshop, Events oder Kongresse: Es funktioniert alles mit der richtigen Organisation und dem technischen Set-up. Die eine oder andere Geschäftsreise lässt sich in jedem Fall hervorragend durch eine gut vorbereitete Videokonferenz ersetzen. Nur kommt es wie so oft auf die Mischung an und es sollte zum Schluss eine Balance geben zwischen Online- und Offline-Formaten in unserem Arbeitsalltag. Privat mussten wir vergangenes Jahr die angedachte Auslandsreise aufgrund der geltenden Corona-Maßnahmen stornieren und haben dafür Urlaub in Deutschland gemacht. Ohne diese Planänderung hätten wir wohl nicht den Tegernsee als wunderschöne Urlaubsdestination für uns entdeckt.

3.
Auf das menschliche Miteinander: sowohl privat mit der Familie und vielen Freunden als auch bei Afterwork-Events mit den Kollegen, die man teilweise auch seit über einem Jahr nicht persönlich, sondern nur am Bildschirm getroffen hat sowie den Austausch mit Geschäftskollegen und Partnern bei einem gemeinsamen Lunch oder Meeting. Auf dieses Zusammensein live und in Farbe freue ich mich sehr. 

Wohlfühlatmosphäre bieten

Gabor Rietdorf, Inhaber Holzwerk-Hamburg – Die Tischmanufaktur in der HafenCity, Überseeboulevard:

Gabor Rietdorf: „Neu war für uns und für unsere Kundinnen und Kunden, dass wir unter den Corona-Bedingungen persönliche Termine anbieten konnten.“ © Catrin-Anja Eichinger
Gabor Rietdorf: „Neu war für uns und für unsere Kundinnen und Kunden, dass wir unter den Corona-Bedingungen persönliche Termine anbieten konnten.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Zum Glück sind wir keine wirklichen Verlierer der Corona-Pandemie, da die Pandemie den Menschen mehr Zeit zu Hause beschert hat und sie sich so neu mit dem Einrichten ihres Heims beschäftigen konnten. Geholfen hat uns auch, dass zurzeit die Küche und der Tisch in der Wohnung oder dem Haus den größten Stellenwert erfahren. Neu war für uns und für unsere Kundinnen und Kunden, dass wir unter den Corona-Bedingungen persönliche Termine anbieten konnten. Das hat zu einer deutlich intimeren, persönlicheren Beratung mit den Kundinnen und Kunden geführt. Mit persönlichen Terminen werden wir ihnen viel gerechter und können individueller auf ihre Ideen und Wünsche eingehen. 

2.
Toll ist für uns, dass die Terminberatung, die wir beibehalten wollen, allen Beteiligten eine schöne Zeit beschert – besser, als wenn man einfach nur allgemeine Öffnungszeiten hat. Mit dem individuellen Beratungstermin von rund einer Stunde können wir unseren Kundinnen und Kunden eine Wohlfühlatmosphäre bieten. Und wir hoffen natürlich, dass das Leben in Gastronomie & Co. wieder richtig In Gang kommen kann.  

3.
Auf den Urlaub mit meiner Frau und meiner dreieinhalbjährigen Tochter freuen wir uns wahnsinnig. Endlich geht es für uns wieder mal nach Sardinien.

Neues ausprobieren

Dr. Claudia Weise, Quartiersmanagerin nördlichens Überseequartier, Überseeboulevard, und Head of Center & Quarter Management, BNP Paribas Real Estate Property Management GmbH:

Dr. Claudia Weise: „Nun können wir uns selbst auf dem Bildschirm beobachten und genau steuern, was die anderen sehen und hören sollen. Ich hoffe sehr, wir werden nun wieder authentischer!“ Catrin-Anja Eichinger
Dr. Claudia Weise: „Nun können wir uns selbst auf dem Bildschirm beobachten und genau steuern, was die anderen sehen und hören sollen. Ich hoffe sehr, wir werden nun wieder authentischer!“ Catrin-Anja Eichinger

1.
Mit den sinkenden Fallzahlen und den steigenden Temperaturen belebt sich das Überseequar-tier und wir können wieder mit unseren beliebten Eventformaten starten sowie daran arbeiten, den Marktplatzgedanken eines Quartiers in den Fokus zu rücken. Ergänzt wird unsere gewachse-ne Gemeinschaft durch die Umsetzung von spannenden Konzepten und monatlichen Neueröff-nungen im Einzelhandel in diesem Sommer. Als Quartiersmanagement unterstützen wir alle Mieter, indem wir als Bindeglied zwischen Handel, Gastronomie, Dienstleistung, Hotel, Wohnen und Büro fungieren und natürlich die Infrastruktur im Außenbereich gewährleisten und verbes-sern. Natürlich sind wir von dem Vor-Corona-Zustand weit entfernt und ich glaube, wir werden uns zukünftig auf schnellere Veränderungen und Wandel einstellen müssen. Die persönlichen Le-bensbereiche stehen für alle auf dem Prüfstand: Arbeiten, Wohnen und Freizeitgestaltung ver-ändern sich. Flexibilität könnte das Schlagwort für 2022 werden, denn wer weiß heute schon, was man nächstes Jahr beruflich oder privat wie, wo und wann macht?

2.
Welche Erfahrungen haben wir gesammelt? Covid-19 hat unser Bewusstsein für Risiken gestärkt, die Digitalisierung vorangetrieben, den Büroarbeitsplatz in ein neues Licht gerückt, Menschen von ihrer Arbeit abgehalten, Familien zu Hause in unvorstellbare Situationen gedrängt, der All-tag wurde bei vielen auf den Kopf gestellt! Plötzlich fehlte der persönliche Kontakt, berufliche und private Treffen fanden alle online statt, man beschäftigte sich leider auch häufiger mehr mit dem Schein als dem Sein. Denn wir waren nicht mehr an einem Ort im Büro, im Restaurant, an der Bar oder im Sportverein präsent und konnten uns auf das Gegenüber fokussieren, sondern bauten uns unsere eigenen Visio-Kulissen zu Hause. Nun können wir uns selbst auf dem Bildschirm beobachten und genau steuern, was die anderen sehen und hören sollen. Ich hoffe sehr, wir werden nun wieder authentischer! 
Wir sind angehalten, die Zukunft neu zu denken, Neues auszuprobieren und flexibel zu agieren. Ich bin überzeugt, dass viele ihre Stärken und Schwächen nun besser einschätzen können.

3.
Als Quartiersmanagerin des nördlichen Überseequartiers freue ich mich, in eine neue Phase überzugehen und die Chance zu haben, die Pläne auf dem Papier endlich in die Tat umzusetzen. Wir sind bereit für den Sommer 2021 und begrüßen alle Besucher:innen und Bewohner:innen mit einem abwechslungsreichen Programm auf dem Überseeboulevard mit neuen, bewährten alten und optimierten Konzepten und Events. Dafür brauchen wir aber neben unseren schon geöffneten Händlern unseren EDEKA-Markt in neuem Glanz, unsere Treffpunkte wie den Club 20457 und weitere Highlights wie das Museum of Popcorn als spannende Verknüpfungen aus Handel, Gastronomie und Entertainment in der Gesamtheit ohne Corona-Restriktionen. Und ganz persönlich warte ich ungeduldig auf die Zeit der unkomplizierteren persönlichen Kon-takte mit mehr Spontanität und Unbefangenheit!

Auf Hochtouren arbeiten

Christoph Rechni, Inhaber der Apotheke an der Elbphilharmonie, Am Kaiserkai:

Christoph Rechni: „Wir sind echt am Limit und hoffen im Sinne der Alltagsdauerbelastung auf ruhigere Zeiten.“ © Catrin-Anja Eichinger
Christoph Rechni: „Wir sind echt am Limit und hoffen im Sinne der Alltagsdauerbelastung auf ruhigere Zeiten.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Für die Apothekenwelt heißt es seit mehreren Monaten: Pandemie. Für uns bedeutet das Arbeiten auf Hochtouren. Neben dem ganz normalen „verrückten“ Alltag gab es bei uns in der Apotheke an der Elbphilharmonie trotz sinkender Kundenzahlen erst das Maskenchaos, dann das Impfstoffdrama und jetzt das Digital-Impfpass-Theater. Wir sind echt am Limit und hoffen im Sinne der Alltagsdauerbelastung auf ruhigere Zeiten. 

2.
Die Pandemie hat eine Welle der gegenseitigen Unterstützung ausgelöst – zumindest im ersten harten Lockdown. Leider gab es auch eine Menge Leugner, die die Maskenpflicht und die hygienischen Vorkehrungen in Frage gestellt haben.

3.
Für die kommenden Monate freue ich mich darauf, dass es hoffentlich für alle und auch für unser Team die Rückkehr zu ein wenig Normalität geben wird.  

Kunden mit Neuem überraschen

Lutz Kneissl, Inhaber Hafen-Spezerei, Überseeboulevard:

Lutz Kneissl: „Hoffentlich können wir endlich bald wieder unsere beliebten Tasting- und Verkostungsabende anbieten.“ © Catrin-Anja Eichinger
Lutz Kneissl: „Hoffentlich können wir endlich bald wieder unsere beliebten Tasting- und Verkostungsabende anbieten.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Wir freuen uns auf die Rückkehr der Angestellten der zahlreichen umliegenden Firmen aus dem Homeoffice. Und natürlich auch die hoffentlich bald wiederkommenden Touristen werden sehnsüchtig erwartet. Diese Besucher aus aller Welt sind stets eine inspirierende Ergänzung – seit der Pandemie gibt es kaum noch Anlass, Kunden in einer fremden Sprache zu begrüßen. Das vermissen wir sehr. Auch unsere Umsätze haben natürlich stark gelitten, so dass wir viele geplante Neuerungen nicht umsetzen konnten. Sobald das Geschäft sich wieder belebt, können wir endlich wieder loslegen und unsere Kunden mit mehr Neuem überraschen.

2.
Der Wegfall der meisten Kunden durch Homeoffice und Reiseverbote hat uns gezwungen, mehr Zeit in unseren Webshop zu investieren. Was zwar einerseits schön ist, da unsere Stammkunden, die wir auch in entfernten Orten haben, so leichter Nachschub bestellen können und auch über neue Produkte informiert bleiben. Aber wir sind mit Leib und Seele stationärer Einzelhändler: Das Probieren-dürfen und eine gute Beratung gehört für uns selbstverständlich dazu und geht im persönlichen Kontakt natürlich viel besser.

3.
Sollte es jetzt dauerhaft besser werden, können wir endlich bald wieder unsere beliebten Tasting- und Verkostungsabende anbieten. Ein geselliges Beisammensein in kleinen Gruppen, bei denen beispielsweise Gin oder Whisky, Wein oder auch Essige & Öle verkostet werden. Mit passenden Snacks dazu sind diese Abende unter freiem Himmel ebenso informativ wie unterhaltsam. Pandemie-bedingt mussten wir im vergangenen Jahr die Termine alle absagen und hoffen nun, neu starten zu können. Außerdem haben wir im August 10-jähriges Bestehen – das würden wir natürlich sehr gern mit unseren Kunden feiern! 

Unsere Fragen:
1. Was gehen Sie wie im Sommer 2021 konkret neu an und was erwarten Sie – persönlich und unternehmerisch – von den kommenden Monaten? 
2. Welche Erfahrungen oder welche Ereignisse haben Ihre persönlichen und geschäftlichen Überzeugungen verändert? Hat die Pandemie vielleicht sogar etwas Gutes bewirkt?
3. Worauf freuen Sie sich ab Sommer 2021 persönlich am allermeisten?

Hungern nach Gemeinschaft

Thomas Jeche, Inhaber Feinkost ­Hafencity, Am Kaiserkai:

Thomas Jeche: „Das Persönliche ist das Schöne an unserem Gastronomie-Handwerk.“ © Catrin-Anja Eichinger
Thomas Jeche: „Das Persönliche ist das Schöne an unserem Gastronomie-Handwerk.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Ich habe den Aufschwung nach den Lockerungen nicht so extrem positiv erwartet. Die Menschen sind hungrig nach Gemeinschaft und gutem Essen. Die Stimmung wahnsinnig freundlich und nicht so schnelllebig und hektisch wie vor der Pandemie. Wir haben unser gesamtes Konzept nach der räumlichen Erweiterung neu ausgerichtet und erweitert – natürlich mit unserem Kerngeschäft, dem beliebten Mittagstisch!

2.
Es fällt uns besonders auf, das alles etwas ruhiger, gemütlicher und gelassener geworden ist. Auch wenn sich mittags bei Andrang Schlangen bilden, werden wir trotzdem mit einem Lächeln belohnt. „Solche Menschen wie Sie sind eigentlich ausgestorben“, sagte jüngst eine 80-Jährige zu mir, als sie in unserem Dauerangebot Gugelhupf schwelgte und bei einem Hustenreiz unaufgefordert Wasser bekam. Das Persönliche ist das Schöne an unserem Gastronomie-Handwerk.

3.
Ich freue mich, dass hoffentlich bald alle liebgewordenen jahrelangen Stammgäste aus dem Homeoffice wieder heraus sein werden und wir sie alle wie in einer Familie wieder begrüßen können.

Kreatives Miteinander

Joachim Kalb, Filialdirektor Deutsche Bank AG, Hamburg-HafenCity, Überseeboulevard:

Joachim Kalb: „Im privaten Umfeld freue ich mich wieder über Restaurantbesuche und Grillabende mit Freunden.“ © Catrin-Anja Eichinger
Joachim Kalb: „Im privaten Umfeld freue ich mich wieder über Restaurantbesuche und Grillabende mit Freunden.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Ich persönlich freue mich darüber, über meinen Arbeitgeber geimpft worden zu sein, um dadurch im August hoffentlich wieder eine Urlaubsreise unternehmen zu können. Geschäftlich ermöglichen die Impfungen hoffentlich wieder mehr Lockerungen und damit wieder mehr Veranstaltungen im vertretbaren Rahmen.

2.
Meine persönliche Erfahrung ist, dass durch die Corona-Pandemie einige Themen wie Homeoffice, Digitalisierung von Arbeitsprozessen und Flexibilität im beruflichen Alltag in einem enormen Tempo umgesetzt worden sind aber dass nicht alle Gesprächsrunden durch Videokonferenzen gänzlich zu ersetzen sind. Informationen können sehr gut mittels digitaler Medien übermittelt werden aber kreative und interaktive Arbeiten leben aus meiner Sicht aus einem persönlichen Miteinander.

 3.
Ich möchte endlich meine Kundenevents, insbesondere meinen Startup- Talk bei Taylor Wessing, wieder ins Leben rufen und Menschen aktive und persönlich wieder miteinander vernetzen. Im privaten Umfeld freue ich mich über Restaurantbesuche und Grillabende mit Freunden.

Freude auf Geselligkeit

Tobias Strauch, Koch und Geschäftsführer Strauchs Falco, Koreastraße:

Tobias Strauch: „Ich hoffe, dass wir die  Pandemie so besiegen können, dass wir ohne eine Barriere wieder ungezwungen fremden Menschen in Innenräumen  begegnen können.“ © Catrin-Anja Eichinger
Tobias Strauch: „Ich hoffe, dass wir die Pandemie so besiegen können, dass wir ohne eine Barriere wieder ungezwungen fremden Menschen in Innenräumen begegnen können.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
In der Zeit des Lockdowns habe ich kleinere und größere Projekte begonnen. Zur Optimierung vieler Prozesse, zur Qualitätssicherung und zur Verfeinerung des Restaurant-Designs. Einiges davon ist parallel zum fulminanten Restart in der Umsetzung. Es gibt sieben Tage die Woche alle Hände voll zu tun. 

2.
Diese ungekannte Situation hat, glaube ich, bei vielen Menschen eine Bewusstseinsschärfung bewirkt – aber auch den Zusammenhalt von Menschen gestärkt. Auf jeden Fall hat sie unser Team zusammengeschweißt, es entsteht meist auch etwas Positives in solchen Extremsituationen.   

3.
Ich denke, da ticke ich wie fast jeder: Ich freue mich auf Normalität und das bedeutet für mich als Gastronom vor allem Geselligkeit. Erst einmal ist es gut, dass wir wieder die Möglichkeit haben, Gäste zu empfangen. Ich hoffe aber vor allem auch, dass wir die Pandemie so besiegen können, dass wir ohne eine Barriere wieder ungezwungen fremden Menschen in Innenräumen begegnen können – ob im Theater, Konzert, in der Cocktailbar oder auf einer größeren Veranstaltung. So weit sind wir leider noch nicht und es ist unklar, was der Herbst bringen wird. Aber ich bin dennoch zuversichtlich, anders hätten wir es nicht so weit gebracht.

Freuen auf die Herbstpräsentation

Stefan Eckert, Gründer und Inhaber des Modelabels Stefan Eckert und der Nachhaltigkeitsberatungsfirma Fashion Roof Services. Überseeboulevard:

Stefan Eckert: „Da mir das Thema Nachhaltigkeit in der Mode sehr am Herzen liegt, wollte ich mein Wirken über mein eigenes Modelabel hinaus erweitern.“	 © Catrin-Anja Eichinger
Stefan Eckert: „Da mir das Thema Nachhaltigkeit in der Mode sehr am Herzen liegt, wollte ich mein Wirken über mein eigenes Modelabel hinaus erweitern.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Mein Team und ich werden den Sommer vor allem nutzen, um noch an weiteren innovativen Designs für die Kollektion Herbst/Winter 2021/2022 zu arbeiten. Der Großteil der Kollektion steht bereits und wir freuen uns sehr auf die Präsentation im Herbst. Da Modekollektionen bereits rund sechs Monate vor deren Verkaufsstart kreiert werden, mussten wir die Planung für den Sommer komplett überspringen. Durch Corona fehlte uns jegliche Planungssicherheit, die grundlegend ist für unser saisonales Geschäft in der Modebranche.  

2.
Ich habe die Ruhephase genutzt, um meine zweite Firma Fashion Roof Services zu gründen. Dabei handelt es sich um eine Produktionsfirma, die vor allem Start-ups auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung und Produktion ihrer Kollektion unterstützt. Da mir das Thema Nachhaltigkeit in der Mode sehr am Herzen liegt, wollte ich mein Wirken über mein eigenes Modelabel hinaus erweitern. Die Idee zu Fashion Roof Services beschäftigte mit schon eine geraume Zeit. Durch die Corona-Pause hatte ich dann die Muße, vor allem auch die Zeit, mich diesem Projekt intensiv zu widmen. Die Resonanz war wirklich überwältigend und wir hatten ein sehr gutes erstes Jahr mit der Firma. Daher kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich aus dem letzten Jahr auch sehr viel Gutes mitgenommen habe. www.fashion-roof-services.com. 

3.
Aus geschäftlicher Sicht freue ich mich wirklich sehr, dass wir unsere Kundinnen und Kunden wieder treffen können. Mein Team und ich haben die vielen schönen Momente der persönlichen Begegnungen sehr vermisst. Im privaten Bereich werden wir so schnell wie möglich wieder beginnen zu reisen. Ebenso freue ich mich sehr darauf, wieder Museen und Ausstellungen zu besuchen. Die damit verbundene Inspiration ist für mich als Designer essenziell.

Kunden haben uns gut unterstützt

Uwe Rönn & Daniela Grabas-Rönn, Inhaber:in DGR Blumenbinderei HafenCity GmbH, Überseeboulevard:

Uwe Rönn & Daniela Grabas-Rönn mit Mischling „Chico“: „Wir möchten in den Urlaub ­fahren, ohne zu überlegen, ob die Inzidenzzahlen das zulassen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Uwe Rönn & Daniela Grabas-Rönn mit Mischling „Chico“: „Wir möchten in den Urlaub ­fahren, ohne zu überlegen, ob die Inzidenzzahlen das zulassen.“ © Catrin-Anja Eichinger

1.
Wir freuen uns sehr darüber, wieder gemeinsam mit unseren Kunden (Hotels, Restaurants, usw.) durchzustarten. Persönlich haben wir die Erwartung, dass sich die Lage weiter stabilisiert und wir stückweise unser altes gewohntes Leben zurückbekommen. Unsere unternehmerische Erwartung ist im Grunde nicht viel anders. Eine stabilisierte Lage gibt uns auch Planungssicherheit und ein erneuter Lockdown wäre dann unwahrscheinlicher. 

2.
Es war sehr spannend zu sehen, wie das Leben auch mit Abstand gut funktionieren kann. Geschäftlich ist es uns in der HafenCity gar nicht so schlecht ergangen. Unsere Kunden waren uns trotz Pandemie treu und haben uns sehr gut unterstützt. Mit dem Verkauf, der zwischenzeitlich an der Tür stattfinden musste (Click & Collect), kamen wir und erstaunlicherweise auch die Kunden sehr gut zurecht. Sogar an Tagen wie „Valentinstag“, wo ja nun mal beim Floristen immer viel los ist, hat diese Art des Verkaufs perfekt funktioniert. Auch der Lieferservice mit kontaktloser Übergabe wurde sehr gut angenommen. 

3.
Meine Frau und ich hoffen sehr, dass die Zahlen stabil und niedrig bleiben, sodass wir alle unseren normalen Alltag zurückbekommen. Wir möchten in den Urlaub fahren, ohne zu überlegen, ob die Inzidenzzahlen das zulassen; möchten ein Restaurant besuchen, ohne vorher einen Test machen zu müssen. Über all diese eigentlich normalen Dinge, darüber würden wir uns sehr freuen.

Süße Inspiration

Valon Bakalli, Geschäftsführer Eiscafé Nice&Creamy, Großer Grasbrook:

Valon Bakalli: „Wir werden geschätzt und schätzen die Freundlichkeit und Geduld unserer Gäste.”
Valon Bakalli: „Wir werden geschätzt und schätzen die Freundlichkeit und Geduld unserer Gäste.” © Catrin-Anja Eichinger

1.
Nach der langen Winterpause sind wir vorsichtig an die neue Saison rangegangen. Wir haben mit dem begonnen, womit unsere Gäste auch im letzten Jahr zufrieden waren. Seit dem Neubeginn bemerken wir stetig eine Steigerung und erkennen, dass die Gäste sehr dankbar sind, dass sie selbst am späten Abend noch eine Anlaufstelle für ein leckeres Eis und einen Smalltalk haben. 

2.
Wie es heißt, ergeben sich in Krisen die besten Gelegenheiten – so war es auch bei uns. Nach langer Suche freuen wir uns bekanntzugeben, dass wir endlich auch eine zweite Eisdiele am Eppendorfer Baum 12 eröffnet haben. Vieles wird sich bei uns nicht ändern, wir werden weiterhin in die Supermarktregale vor allem in den Süßigkeiten-Abteilungen reinschauen und uns von neuen Ideen inspirieren lassen. 

3.
Wir freuen uns, dass wir die Gäste in diesen schwierigen Zeiten begleiten können und erkennen, dass wir geschätzt werden und schätzen die Freundlichkeit und Geduld unserer Gäste – auch wenn die Lage aktuell sehr angespannt und extrem ist.
Umfrage + Produktion: Wolfgang Timpe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

9 + 1 =