Kaispeicher B. Schiffchen, wechsle dich! Das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) setzt einen neuen Akzent in der U4-Station Überseequartier und gestaltet so den öffentlichen Raum im Stadtteil HafenCity mit
Sie brachte Glanz und Glamour nach Hamburg: die „Queen Elizabeth 2“, deren Modell bis vor Kurzem auf dem U-Bahnsteig Überseequartier zu sehen war. Im echten Leben beförderte der Luxusliner zwischen 1969 und 2008 mehr Passagiere, als Hamburg Einwohner zählt, und überquerte dabei 800-mal den Atlantik. Um die 1.900 Passagiere an Bord kümmerten sich 1.000 Besatzungsmitglieder.
Foto oben: Lebensretter vor großem Publikum: Die „Hermann Marwede“ ziert die U4-Station Überseequartier in der HafenCity. © Fotos (4): IMMH
In der U4-Station Überseequartier musste es etwas bescheidener zugehen: Aus 293 Metern wurden 2,93 Meter Länge. Für den Bau des Modells im Maßstab 1:100 benötigte Modellbauer Günther Nitz drei Jahre. Im Mai 2014 wurde es, pünktlich zum Hafengeburtstag, in die noch junge Bahnstation verbracht. Seitdem begrüßte das Modell täglich über 10.000 Fahrgäste. Das majestätische Original war zuletzt 2005 im Hamburger Hafen und dient heute als Hotelschiff in Dubai.

Modellbauwerkstatt des IMMH. © IMMH
Doch jetzt weht ein frischer Wind in der U-Bahn-Schauvitrine des IMMH, des Internationalen Maritimen Museums Hamburg. Kompakter, moderner und im Vergleich zur Vorgängerin ganz ohne Luxus: Die „Hermann Marwede“ ist als 1:25-Modell an die Stelle der „Queen Elizabeth 2“ gerückt. Dabei handelt es sich um den größten Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger(DGzRS). Das 46 Meter lange Original ist seit 2003 im „nassen Dreieck“ zwischen Jade, Weser und Elbe im Einsatz, einem der meistbefahrenen Seegebiete der Welt. Als weltweit größtes Schiff seiner Art ist die „Hermann Marwede“ ausgestattet mit modernster Technik, einer Feuerlöschanlage und einem Bordhospital.

Die unterirdische Wachablösung erfolgt nicht allein aus Gründen der Abwechslung. „Als Maritimes Museum fühlen wir uns allen Aspekten der Schifffahrt verpflichtet und haben uns deshalb zu dieser neuen Themensetzung entschieden. Denn die Seenotretter sind einfach ein unfassbar wichtiges Thema“, erläutert Museumsvorstand Peter Tamm.
Passend zu diesem Bekenntnis modernisiert das Museum momentan seinen Ausstellungsbereich zur Seenotrettung und Sicherheit auf See in Kooperation mit der DGzRS. Kai Winn
Info
Tipp, nicht nur für verregnete Ferientage: Die Ausstellung „Maritime Geschichte erleben mit PLAYMOBIL“ im IMMH zeigt Wikinger, Piraten und andere Abenteurer. Eine fantasievolle, faktentreue Zeitreise für Groß und Klein.
imm-hamburg.de




