Coaching. HCZ-Autorin Andrea Huber gibt vier Frühjahrs-Tipps, wie Sie Zeit für sich gewinnen
Im Alltag funktionieren wir erstaunlich gut. Wir erledigen, organisieren, reagieren, springen ein, halten durch. Am Ende des Tages oder der Woche ist vieles geschafft – und trotzdem bleibt oft dieses diffuse Gefühl: Wo ist meine Zeit eigentlich geblieben? Und vor allem: Wo bin ich selbst darin vorgekommen?
Foto oben: Für Coachin Andrea Huber geht es bei Zeitmanagement nicht um Effizienz, sondern um das Ich: „Es geht um Selbstführung. Diese meint die Fähigkeit, die eigene Zeit nicht nur den Anforderungen von anderen, dem Umfeld zu überlassen, sondern ihr wieder eine eigene Richtung zu geben.“ © picture alliance / imageBROKER | Unai Huizi
Also Zeitmanagement! Dieser Begriff fällt häufig in Zusammenhang mit Effizienzsteigerung. Dabei geht es im Kern um etwas anderes. Es geht um Selbstführung. Diese meint die Fähigkeit, die eigene Zeit nicht nur den Anforderungen von anderen, dem Umfeld zu überlassen, sondern ihr wieder eine eigene Richtung zu geben. Egal wie, raus aus dem Hamsterrad!

Für einen bewussten Umgang mit der Zeit habe ich Ihnen vier Werkzeuge mitgebracht – suchen Sie sich einfach die Regel aus, die am besten zu Ihrem Ziel, zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Tagesrhythmus passt:
Die 8-8-8-Regel:Die Strategie, acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeitaktivitäten (inklusive Familie) und acht Stunden Schlaf in Einklang zu bringen, ist dafür gemacht, für Vitalität und Ausgeglichenheit zu sorgen. Eine verbesserte Tagesstruktur kann uns helfen, dem ständigem Zeitstress zu trotzen.
Dabei ist die 8-8-8-Regel eine Entscheidung. Sie steigert die Konzentration, wenn wir uns darauf festlegen, dass wir uns jeweils auf acht Stunden beschränken und keine Abweichung zulassen. Das verhindert das Abschweifen der Gedanken, macht Sie auf lange Sicht produktiver und hilft dabei, Grenzen zu setzen. Wenn wir diese Begrenzung nicht haben, fühlen wir uns oft mit Verantwortung überfordert und können schnell die Prioritäten aus den Augen verlieren. Indem Sie acht Stunden für die Arbeit, acht Stunden für die Freizeit und acht Stunden für die Ruhe einplanen, können Sie eine bessere Balance zwischen diesen Aspekten des Lebens schaffen. Dadurch können Sie sich stärker auf die wichtigen Dinge außerhalb der Arbeit konzentrieren, die wir oft vergessen: zum Beispiel die Zeit mit der Familie oder Hobbys und sportliche Aktivitäten.
Natürlich müssen wir realistisch sein und zugeben, dass 8-8-8 durch verschiedene persönliche, berufliche und soziale Faktoren in der Praxis nicht immer leicht umsetzbar ist. Sie erfordert große Disziplin und konsequente Entscheidungen. Doch auch wenn es uns vielleicht nicht immer gelingt, unser Leben nach der 8-8-8-Strategie zu organisieren, hilft die Regel, uns zu orientieren. Sie kann ein wertvolles Instrument zur Förderung von Sinnhaftigkeit und Wohlbefinden im Berufs- und Privatleben sein.
Die 1-3-5-Regel: Einfacher als mit der 1-3-5-Methode können Sie nicht priorisieren. Sie schreiben eine Liste, die aus drei Blöcken besteht. Im ersten Block steht nur eine Aufgabe. Das ist die, die Sie zuerst bearbeiten sollten, weil sie entweder am meisten Zeit beansprucht, am wichtigsten ist oder eine dringende Deadline hat. Im zweiten Block notieren Sie drei Aufgaben. Hierbei handelt es sich um Aufgaben, die zeitnah erledigt werden sollten und Sie etwas Konzentration und Zeit kosten. Block Nummer drei umfasst fünf Aufgaben, die Sie schnell abarbeiten können, die weder dringend noch furchtbar wichtig sind, aber erledigt werden sollten. Aufgaben, die Sie auch am Ende des (Arbeits-)Tages erledigen können, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt.
Die 10-Minuten-Regel: Arbeiten oder lernen Sie zehn Minuten mit absolutem Fokus. Dann zwei Minuten Pause und einmal wiederholen. Schluss für den Tag, das war’s. Diese Regel ist perfekt, um die Aufschieberitis zu killen und ein Momentum für sich selbst aufzubauen.
Die 90-90-1-Regel: 90 Minuten pro Tag für 90 Tage an einem lebensverändernden Ziel. Was wünschen Sie sich? Was ist Ihnen wirklich wichtig? Denken Sie in einer ruhigen Minute über derartige Fragen nach. Sie haben die Antwort? Dann arbeiten Sie 90 Minuten täglich daran – für 90 Tage. Egal, wie klein die jeweiligen Aktionen sind. Seien Sie gespannt auf das Ergebnis! Ihre Andrea Huber
Info
Andrea K. Huber ist Coachin im Leistungssport, hat sich auf Stressmanagement spezialisiert und berät Unternehmen und Privatpersonen in herausfordernden Situationen. Infos: andrea- huber-coaching.de



