Mikroklima. Mit »Grüne HafenCity« will das Quartiersmanagement HafenCity e. V. mit Partnern im Baakenpark den Frühling und die urbane Artenvielfalt feiern und mit Pflanzen für die Bewohner:innen für mehr grüne Balkone und grüne Umgebung sorgen
Was wäre, wenn auf jedem Balkon in der HafenCity mindestens eine Pflanze stehen würde? Diese einfache, aber kraftvolle Idee bildet den Ausgangspunkt für eine besondere Aktion im Quartier. Der Arbeitskreis Soziokulturelles Miteinander des Quartiersmanagement HafenCity e. V. hat daraus eine Einladung an alle entwickelt: gemeinsam die HafenCity Stück für Stück grüner, lebendiger und lebenswerter zu machen – Pflanze für Pflanze und Schritt für Schritt.
Foto oben: Gelungene Artenvielfalt gibt es in vielen öffentlichen Innenhöfen des Baakenhafens – einfach die Treppe rechts vom Aldi-Eingang hinaufgehen. © Catrin-Anja Eichinger
Bei der Aktion „Grüne HafenCity“ geht es vor allem ums Mitmachen, Ausprobieren und Mitnehmen
Am Freitag, 29. Mai, wird der Baakenpark von 16 bis 19 Uhr zum Treffpunkt für alle, die sich für Begrünung, nachhaltige Stadtentwicklung und ein lebendiges Miteinander interessieren. Unter dem Titel „Grüne HafenCity“ zeigt die Veranstaltung, wie jede und jeder mit kleinen, konkreten Mitteln das eigene Umfeld verbessern kann – auf dem Balkon oder im direkten Wohnumfeld. Dabei geht es nicht nur um Information, sondern vor allem ums Mitmachen, Ausprobieren und Mitnehmen.

Die Besucher:innen erwartet ein vielfältiges Programm mit praktischen Tipps, kreativen Mitmachaktionen und der Möglichkeit, Pflanzen direkt vor Ort gegen eine Spende zu erhalten. So wird aus einer Idee unmittelbar ein sichtbarer Beitrag für mehr Grün im Quartier – niedrigschwellig, inklusiv und für alle zugänglich. Das Quartiersmanagement HafenCity e. V. versteht sich als verbindendes Element zwischen den unterschiedlichen Akteuren im Stadtteil. Ziel ist es, Initiativen, Institutionen, Gewerbetreibende und Bewohner:innen zusammenzubringen, Synergien zu schaffen und gemeinsame Projekte zu ermöglichen. Gleichzeitig lebt der Erfolg solcher Formate vom Engagement der einzelnen Akteure vor Ort: Sie bringen ihre Expertise, ihre Ideen und Perspektiven ein und erfüllen die Projekte mit Leben. Die Veranstaltung Grüne HafenCity zeigt exemplarisch, wie durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteure nachhaltige und zielführende Maßnahmen im Quartier entstehen können.
Ein zentrales Angebot für die Balkonberatung bieten unter anderen die Initiative Moin Stadtnatur (unter anderem Nabu) und die Loki Schmidt Stiftung, die sich seit Jahren für Natur in der Stadt und Umweltbildung engagiert und auch im Quartier präsent ist. Mit der Ausstellung „NaturRaum HafenCity – Zwischen Elbe und Asphalt“ der Loki Schmidt Stiftung wird Stadtnatur zudem direkt erlebbar: Besucher:innen entdecken hier, welche Pflanzen und Tiere mitten in der Stadt leben und wie urbane Lebensräume funktionieren.
„Eine Stadtnatur, die nicht nur schön für das menschliche Auge ist, sondern auch unserer Insekten- und Vogelwelt hilft, wird vor dem Hintergrund des Artenschwundes immer wichtiger. Auch auf kleinem Raum kann man mit gebietsheimischen Wildpflanzen viel Gutes tun – das gelingt auch auf dem Balkon“, erklärt Christine Stecker von der Loki Schmidt Stiftung.
»Artenvielfalt können wir dabei nicht nur in unseren Wäldern oder auf unseren Feldern schützen, sondern auch in unseren Städten, in denen durchschnittlich mehr als 10.000 unterschiedliche Tierarten leben.«
Dr. Andreas Kinser
Auch die Deutsche Wildtier Stiftung bringt mit der „Botschaft der Wildtiere“ eine mobile Ausstellung und Mitmachfläche ein, die Artenvielfalt und Lebensräume anschaulich vermittelt und die Perspektive der Tiere sichtbar macht. „Artenvielfalt ist die Überlebensgarantie für uns Menschen. Nur sie ermöglicht es uns, Antworten auf neue Herausforderungen zu finden, seien es zum Beispiel medizinische Wirkstoffe für neu entstandene Krankheiten oder die Entwicklung neuer, ressourcenschonender Materialien. Artenvielfalt können wir dabei nicht nur in unseren Wäldern oder auf unseren Feldern schützen, sondern auch in unseren Städten, in denen durchschnittlich mehr als 10.000 unterschiedliche Tierarten leben. Deshalb ist es so wichtig, Menschen auch in der Stadt für den Arten- und Naturschutz zu begeistern“, erklärt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung.
Auch konkrete Maßnahmen für Tiere stehen im Fokus. Das Netzwerk HafenCity e. V. macht auf die Situation der Vögel aufmerksam: „So absurd das klingt, aber im Sommer finden Vögel in der HafenCity kein Wasser. Die Zahl der Spatzen in der HafenCity ist um die Hälfte gesunken – viel mehr also als in anderen Quartieren Hamburgs. Deshalb möchten wir helfen: mit Vogeltränken“, so Marianne Wellershoff vom Netzwerk HafenCity. Vor Ort können Besucher:innen selbst Vogeltränken bauen und so aktiv zum Schutz der Tiere beitragen.

Darüber hinaus gibt es für Kinder kreative Angebote rund um Natur und Nachhaltigkeit. „Kinder sind neugierig und offen für ihre Umwelt – genau hier setzen unsere grünen Aktionen an. Wir möchten ihnen früh zeigen, wie sie ihre Umgebung achtsam wahrnehmen und mitgestalten können. Nachhaltigkeit ist für uns deshalb kein Zusatzthema, sondern ein fester Bestandteil frühkindlicher Bildung“, sagt Stefanie Sorge von der kitea Hamburg HafenCity. Impulse für die Stadt von morgen liefert zudem die HafenCity Universität: „Durch grüne Aktionen mit der Zivilgesellschaft wächst das Umweltbewusstsein – und Klimaanpassung wird zur gemeinsamen gesellschaftlichen Aufgabe von Bürger:innen und Politik.“
Neben Information und Inspiration steht bei der Aktion Grüne HafenCity das gemeinschaftliche Erlebnis im Mittelpunkt. Livemusik und Streetfood sorgen für eine entspannte Atmosphäre und laden dazu ein, den Nachmittag gemeinsam im Park zu genießen. Auch das Überseequartier beteiligt sich an der Aktion und unterstützt dieses Format im Quartier. Warum dieses Engagement so wichtig ist, betont für das Quartiersmanagement Hafencity e. V. abschließend das Vorstandsmitglied Jan Engelshowe: „Wir wissen heute alle, wie wichtig es für das Leben in der Stadt ist, der Versiegelung entgegenzuwirken und grüne Erholungsorte zu schaffen, von denen Menschen und Tiere gleichermaßen profitieren. Wir können vielleicht nicht die gesamte HafenCity aufforsten, doch wir können ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jede und jeder Einzelne von uns einen Beitrag dazu leisten kann, die HafenCity und damit sein unmittelbares Lebensumfeld grüner und lebenswerter zu machen.“ Wiebke Haller
Info I
Die Aktion „Grüne HafenCity“ findet am Freitag, 29. Mai 2026, von 16 bis 19 Uhr im Baakenpark in der HafenCity statt.
Info II
Mehr Informationen und wie Sie auch mitmachen können unter: unsere-hafencity.de



