Olympia in HH: »Anziehender, dynamischer und lebenswerter«

Hamburg will Olympia. Nicht leise, nicht halbherzig, sondern mit Haltung. Das zeigte heute, am Freitag, 8. Mai, das Olympia-Frühstück „Ehrbare Spiele“ der Versammlung Ehrbarer Kaufleute zu Hamburg e.V. (VEEK) in der Handelskammer. Dort ging es nicht nur um Sport. Es ging um Stadtentwicklung, Wirtschaft, Zusammenhalt und die Frage, was Hamburg sich zutraut.

Wolfgang Raike, Vorsitzender des Tourismusverband Hamburg e.V. , widersprach der Sorge, Olympia könne die Stadt überfordern. „Erstmal haben wir keinen Overtourism“, sagte er. Hamburg sei „weit entfernt von anderen Städten, Venedig, Barcelona oder was auch immer“. Die Stadt könne „ruhig noch einige Touristen mehr vertragen“. Olympia würde Hamburg „auf die weltweite Landkarte“ setzen. „Und das wäre mehr als gut.“
Foto oben: Schauspielerin Sandra Quadflieg: „Olympia ist einfach eine Riesenchance für Hamburg.“ © Jimmy Blum

Die Botschaft des Vormittags war klar. Olympia soll kein Selbstzweck sein. Die Spiele sollen Hamburg besser machen. Barrierefreier, sportlicher, grüner und internationaler. Zugleich ging es um Werte, die zur VEEK passen: Fairness, Anstand, Respekt und Haltung. VEEK-Vorstandsmitglied Dr. Florian Brill sagte, Hamburg brauche „Mut und Zuversicht“ und ein neues Gemeinschaftsgefühl. Die olympischen und paralympischen Werte passten fast eins zu eins zu den ehrbaren Kaufleuten.

Auch Schauspielerin Sandra Quadflieg warb deutlich für die Bewerbung. „Olympia ist einfach eine Riesenchance für Hamburg“, sagte sie. Die Stadt könne dadurch barrierefreier und weltoffener werden. Hamburg werde interessanter für Investoren und große kulturelle Ereignisse. Ihr Appell: „Ich hoffe, dass die Hamburger diese Chance ergreifen, um Hamburg wieder auf die Weltkarte zu bringen.“

Die VEEK-Diskussionsteilnehmer:innen (v.l.): Dr. Florian Brill, VEEK, Rena Bargsten, VEEK, Joja Wendt, Musiker, Nataly Bombeck, Stiftung Elbphilharmonie, Katharina Kodolitsch, Präsidentin Hamburger Sportbund, Sandra Quadflieg, Schauspielerin, Christoph Holstein, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, Torben Johannesen, Silbermedaille im Rudern von Tokio 2021, Yvonne Li, Olympiateilnehmerin, Nawina Walker, Standortleiterin Airbus Operation GmbH – und Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing mit seinem Olympia-Selbstverständnis: „Wir wollen eigentlich in keinen Hoffnungslauf, wir wollen ins Endspiel.“ © Jimmy Blum

Oberbaudirektor Hans-Josef Höing machte klar, dass Hamburg nicht nur ein Sportfest planen dürfe. Olympia müsse mehr sein. „Olympia ist eine Chance für uns alle“, sagte er. Es gehe um ein Signal für eine offene, freie, demokratische und respektvolle Stadt. Höing sprach von Olympia als Katalysator für Stadtentwicklung. Die Spiele müssten neue Quartiere, bessere Mobilität, Klimaanpassung und Beteiligung voranbringen.

Er setzte auch ein klares Ziel: „Wir wollen eigentlich in keinen Hoffnungslauf, wir wollen ins Endspiel.“ Hamburg wolle, „dass die Welt zu Gast in unserer weltoffenen Stadt ist“. Gleichzeitig müsse die Stadt bis dahin „anziehender, dynamischer und lebenswerter“ werden.

Höing verwies auf das kompakte Konzept der Bewerbung. Viele Wege sollen zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn möglich sein. Neue U- und S-Bahn-Linien seien ohnehin geplant oder bereits im Bau. Es gehe also nicht nur um Olympia, sondern um Infrastruktur, die Hamburg langfristig brauche. Er betonte immer wieder, dass sämtliche Gebäude, die für Olympia entstehen einer direkten Nachnutzung zur Verfügung stünden.

Besonders wichtig war ihm der Blick auf die ganze Stadt. Nicht nur prominente Orte sollen profitieren. Sportstätten sollen saniert, Quartiere erneuert und Grünräume verbunden werden. „Die Ausrichtung olympischer und paralympischer Spiele muss einen dauerhaften Mehrwert entstehen lassen für die Zeit danach“, sagte Höing. Paris hat es schon vorgemacht, das kann Hamburg laut Höing auch. Nach den Spielen stünden über 100 neue oder sanierte Sportstätten für den Breitensport zur Verfügung.

Die Veranstaltung zeigte: Die Unterstützer wollen Olympia nicht als Hochglanzprojekt verkaufen. Sie wissen, dass es Fragen gibt zu Kosten, zum Verkehr oder anderen Belastungen. Und sie setzen dagegen eine andere Erzählung. Hamburg könne die Spiele nutzen, um schneller voranzukommen.

Auch die Wirtschaft sieht darin eine Chance. Es geht um Standortqualität, Tourismus, Fachkräfte, Kultur und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Olympia wäre für Hamburg ein internationales Schaufenster. Aber auch ein Prüfstein, kann die Stadt große Projekte wieder mit Mut angehen?

Am Ende stand weniger die Frage, ob Hamburg feiern kann. Das kann die Stadt. Hafengeburtstag, Marathon, HSV-Aufstieg oder Elbphilharmonie zeigen, wie viel Emotion hier möglich ist. Die größere Frage lautet, will Hamburg diese Energie für ein gemeinsames Ziel nutzen? Die ehrbaren Kaufleute und ihre Diskussionsgäste beantworteten diese Frage klar. Sie wollen Olympia. Nicht nur wegen wegen der Bilder. Sondern wegen der Wirkung danach und ein neues Gemeinschaftsgefühl für die Stadt. Jimmy Blum

INFOs über Hamburgs Olympia-Bewerbung

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