Ein Ort zum Ankommen!

Stiftungen. Wenn am Pfingstwochenende wieder »DOCK – Tage ohne Sorgen« in der HafenCity stattfinden, wird sich zentral um Hamburgs Obdachlose gekümmert 

Am 23. und 24. Mai 2026 wird das Cruise Center Baakenhöft in der östlichen HafenCity zum Schauplatz eines besonderen Events für obdachlose und bedürftige Menschen. Im Mittelpunkt steht dabei gezielt die Hilfe für Menschen ohne festen Wohnsitz, die im Alltag oft übersehen werden und selten Zugang zu gebündelter Unterstützung haben. Mit »DOCK – Tage ohne ­Sorgen« entsteht hier für zwei Tage ein zentraler Anlaufpunkt für diese Menschen. Mitten in einem Stadtteil, der für moderne Architektur und Aufbruch steht, rückt eine Realität in den Fokus, die sonst wenig sichtbar ist.
Foto oben: Gelöste Stimmung mit DOCK-Helferin Ines:„Ohne die Unterstützung von 150 Freiwilligen wäre eine Veranstaltung in dieser Größe nicht denkbar.“ Marvin Nast

Rund 5.000 Gäste werden erwartet. Damit gilt das DOCK als größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Was sonst über die Stadt verteilt ist, wird hier gebündelt. Medizinische und zahnmedizinische Versorgung, Duschen, Kleidung, Essen, Beratung und konkrete Unterstützung im Alltag – sogar Friseure für die Hunde der Bedürftigen. Angebote greifen ineinander, Wege werden kürzer und Hürden sinken.

Magdalena Blüchert, Enkelin der Stiftungsgründer: „Jede helfende Hand macht einen Unterschied.“ © Privat

Das Prinzip ist bewusst einfach, und genau darin liegt seine Stärke. Wer Hilfe braucht, muss nicht verschiedene Stellen aufsuchen. Niemand muss sich durch Zuständigkeiten kämpfen. Stattdessen entsteht ein Raum, in dem Unterstützung direkt zugänglich ist. Ergänzt wird das Angebot durch Ruhebereiche, kreative Formate und Möglichkeiten zur Begegnung. Für viele ist das DOCK mehr als Versorgung. Es ist ein Ort, an dem sie ankommen können.

„Das DOCK ist ein Ort, an dem Hilfe nicht nebeneinander existiert, sondern zusammenkommt“, sagt Magdalena Blüchert, Vorständin der Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung, der kbw-Stiftung. „Medizinische Versorgung, Beratung und direkte Unterstützung greifen hier ineinander und erreichen die Menschen genau dort, wo sie sie brauchen.“

Wer an diesen Tagen vor Ort ist, erlebt eine besondere Atmosphäre. Es ist kein klassisches Hilfsangebot hinter verschlossenen Türen. Es ist ein offener Raum. Gespräche und Begegnungen entstehen. Menschen bleiben länger, weil sie sich willkommen fühlen. Für viele Gäste ist es ein fester Termin im Jahr.

Initiiert wird die Veranstaltung von der kbw-Stiftung, die das DOCK 2026 bereits zum siebten Mal organisiert. Seit 2018 ist das Format gewachsen. Mehr als 16.000 Menschen wurden bislang erreicht. Das DOCK zeigt, wie Hilfe konkret funktionieren kann, wenn Angebote zusammengedacht werden.

Gleichzeitig ist das DOCK ein Treffpunkt für das Hilfesystem selbst. Organisationen und Initiativen arbeiten vor Ort zusammen. Sie stimmen Angebote ab. Sie vernetzen sich. Medizinische Hilfe, Beratung und praktische Unterstützung greifen ineinander. Ziel ist nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern auch bessere Strukturen für die Zukunft.

Ein Punkt wird oft unterschätzt. Wohnungslosigkeit ist kein reines Winterthema. Im Sommer stellen Hitze, fehlender Zugang zu Trinkwasser und mangelnde Hygieneangebote große Probleme dar. Viele Betroffene haben keinen Zugang zu Duschen oder medizinischer Versorgung. Rückzugsorte fehlen. Schatten ist selten. Das DOCK macht diese Realität sichtbar und bietet konkrete Hilfe. Damit diese beiden Tage funktionieren, braucht es viele helfende Hände. Rund 100 bis 150 Ehrenamtliche werden gesucht. Sie unterstützen im direkten Kontakt mit den Gästen, helfen bei der Organisation oder arbeiten im Hintergrund. Der Einstieg ist unkompliziert. Jeder Einsatz zählt.

Gerade hier zeigt sich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für eine funktionierende Gesellschaft ist. Viele Hilfsangebote wären ohne Freiwillige nicht möglich. Es sind Menschen, die Zeit geben, zuhören, anpacken und Verantwortung übernehmen. Das DOCK bietet dafür einen konkreten und niedrigschwelligen Einstieg. Wer sich bislang noch nicht engagiert hat, findet hier einen guten ersten Zugang zum Ehrenamt.

„Ohne die Unterstützung von Freiwilligen wäre eine Veranstaltung in dieser Größe nicht denkbar“, erklärt Magdalena Blüchert. „Jede helfende Hand macht einen Unterschied.“ Das DOCK ist damit nicht nur ein Ort der Hilfe, sondern auch ein Ausgangspunkt für Engagement. Ein Moment, in dem aus Interesse Einsatz werden kann. Und aus einmaligem Mitmachen vielleicht langfristige Beteiligung.

Viele der Helfer:innen berichten nach ihrem Einsatz, dass er den Blick auf die Stadt verändert. Begegnungen bleiben im Kopf. Gespräche wirken nach. Es geht nicht nur um Hilfe für zwei Tage. Es geht um Verständnis und Nähe. Wer einmal dabei war, kommt oft wieder.

Auch für Firmen und Gruppen bietet sich die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Gemeinsames Engagement stärkt den Zusammenhalt und schafft direkte Wirkung. Das DOCK zeigt, wie niedrig die Schwelle ist, sich einzubringen, wenn Strukturen vorhanden sind und Hilfe organisiert wird. 

Langfristig kann ein Einsatz auch Türen öffnen. Ehrenamtliche knüpfen Kontakte zu Initiativen und lernen Strukturen kennen, die sonst im Verborgenen arbeiten. Für viele wird aus einem ersten Einsatz ein dauerhaftes Engagement. Genau darin liegt die Kraft solcher Veranstaltungen. Sie schaffen nicht nur Hilfe, sondern auch Bindung.

„Wir erleben immer wieder, dass Menschen nach dem DOCK weiter aktiv bleiben“, sagt Blüchert. „Der erste Schritt ist oft der wichtigste.“ Für die HafenCity ist das DOCK ein besonderer Moment. Mitten in einem jungen Stadtteil entsteht ein Raum, der zeigt, was Zusammenhalt bedeutet. Nicht als Idee, sondern als gelebte Praxis. Für zwei Tage – und darüber hinaus. Jimmy Blum

Das passiert beim DOCK – Tage ohne Sorgen: Am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Mai, wird das Cruise Center Baakenhöft zu einem zentralen Ort der Unterstützung für Obdachlose und Hilfsbedürftige. Vor Ort gibt es:
medizinische und zahnmedizinische Versorgung 
Duschen und Hygienebereiche 
Essensausgaben mit mehreren Tausend Mahlzeiten 
Kleidung und Hygieneartikel 
Sozial-, Sucht- und Schuldnerberatung 
Angebote für Tiere 
Ruhebereiche sowie Sport- und Kreativangebote 

INFO Geöffnet ist an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr. Der Zugang ist kostenfrei. Weitere Informationen unter: dock.hamburg

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