Editorial 06.26: Mutloses Hamburg!

Wolfgang Timpe, Herausgeber und Chefredakteur der HafenCity Zeitung, über das aktuelle Nein im Referendum zu Olympia und aktuelle Einsichten

HCZ-Chefredakteur
Wolfgang Timpe © Privat

Was für ein Ergebnis. 49,5 Prozent Abstimmungsbeteiligung und 54,9 Prozent sagen Nein zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg. Eine rund 50-prozentige Volksabstimmungs-Mehrheit aller Abstimmungsberechtigten sorgt jetzt mit dafür, dass aus dem antiquierten selbstzufriedenen „Tor zur Welt“-Image und dem „Die schönste Stadt der Welt“-Gefühl ein Stillstands-Mythos wird. Kein Zukunftsschub. Ein mutloses Hamburg.
Foto oben: In die Vison von temporären einzigartigen Olympia-Wettbewerben auf der Binnenalster hatte die Mehrheit der Abstimmungsberechtigten beim Olympiareferendum kein Vertrauen. © Vorprojekt Olympia

Das negative Referendum ist zu akzeptieren und die Stadt geht nicht unter. Demokratie kann halt auch wehtun. Jedoch: Keine vom Bund dank Olympia nachhaltig mitfinanzierte neue Infrastruktur, keine zusätzlichen Gelder für Breitensport und zu modernisierende bestehende Sportstätten. Und kein Weltsport-Ereignis, das internationale Gastfreundschaft und Sichtbarkeit eines modernen Hamburg schafft. 

Was bleibt? Die Leader der Pro-Olympia Kampagne, Bürgermeister, Wirtschaftsführer, Initiativen und Sponsoren konnten erstens emotional nicht genug Fans hinter sich versammeln. Wer zweitens am lautesten populistische Parolen wie Die Linke, AfD und NOlympia brüllt, bekommt die Schlagzeilen und verwandelt mit Copy-and-Paste-NOlympia-Kommentaren positive Olympia-Posts in Anti-Olympia-Foren. Das Referendum dokumentiert auch die zunehmende Spaltung der Stadtgesellschaft und zwingt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu, Menschen erfolgreicher zu verbinden – mit authentischer Emotionalität. Wolfgang Timpe

Nachrichten von der Hamburger Stadtküste

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