Coaching. Smarte 5 Tipps, wie Sie nach dem Urlaub nicht an Ihren großen Vorhaben scheitern
Schon drei Wochen der großen Sommerferien in Hamburg sind vorüber. Und während die ersten schon wieder Koffer ausgepacken, Fotos sortieren und sich langsam der Alltag Stück für Stück zurückmeldet, freuen sich andere noch auf die ersehnte Auszeit. Oft haben wir das ganze Jahr auf diese kurzen Wochen hingefiebert. Endlich Urlaub. Endlich ausschlafen. Endlich Zeit für die Familie. Endlich durchatmen. Ein Stückchen Freiheit! Doch kaum sind wir wieder zu Hause angekommen, beginnt oft schon das nächste Warten. Auf mehr Zeit für sich: Wenn das aktuelle Projekt abgeschlossen ist, wenn die Kinder größer sind oder wenn die Beförderung da ist. Fast unbemerkt verschieben wir unser Leben immer wieder in die Zukunft.
Foto oben: „Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge“, wusste schon Wilhelm Busch. Vielleicht beginnt Zufriedenheit genau dort, wo wir nicht sofort den nächsten Wunsch verfolgen.© picture alliance / Westend61 | Irina Heß
Selbstverständlich ist Vorfreude etwas Wunderbares. Sie motiviert uns, schenkt Hoffnung und macht das Leben reicher. Problematisch wird es dann, wenn wir anfangen zu glauben, dass sich das ersehnte Glücksgefühl dann schon einstellen wird – wenn das Ziel erreicht ist, der Wunsch sich realisiert, später!

„Den Alltag nicht als bloße Wartezeit auf etwas
Besseres betrachten.“© Privat
Das sogenannte Wenn-dann-Prinzip begleitet viele Menschen über Jahre hinweg. „Wenn ich erst einmal abgenommen habe, dann …“ oder „Wenn ich den richtigen Partner gefunden habe, dann …“ oder „Wenn ich mehr Zeit habe, dann …“. Die Bedingungen ändern sich, das Muster bleibt.
Unser Gehirn liebt Ziele, denn sie geben Orientierung und helfen uns, Herausforderungen zu meistern. Doch diese Fähigkeit hat auch eine Schattenseite: Kaum ist ein Ziel erreicht, taucht oft schon das nächste auf. Aus „Wenn ich endlich Urlaub habe“ wird „Wenn ich mich wieder eingelebt habe“. Aus „Wenn ich die Gehaltserhöhung bekomme“ wird „Wenn ich die nächste Karrierestufe erreiche“. Und so wandert das Glück immer ein Stück weiter nach vorne.
Vielleicht ist das Ende der Ferien deshalb ein guter Zeitpunkt, sich eine einfache Frage zu stellen: Worauf warte ich eigentlich gerade? Meist geht es nicht darum, große Lebensentscheidungen zu treffen. Häufig reichen kleine Veränderungen, um das Leben stärker im Hier und Jetzt zu verankern. Hier fünf Ideen, die weiterhelfen können:
1. Entdecken Sie Ihr „Wenn-dann“.
Welchen Satz erzählen Sie sich immer wieder? „Wenn ich mehr Zeit habe …“ oder „Wenn die stressige Phase vorbei ist …“? Bewusstheit ist der erste Schritt, um Gewohnheiten zu verändern. Hinterfragen Sie Ihre Aussage. Stimmt sie wirklich? Was wäre jetzt schon möglich? Denn was wir uns häufig erzählen, halten wir irgendwann für eine Tatsache – obwohl es vielleicht nur eine Annahme ist.
2. Holen Sie sich ein Stück Zukunft in die Gegenwart.
Sie wünschen sich mehr Zeit für Freunde? Vereinbaren Sie einen Termin. Sie möchten kreativer sein? Reservieren Sie sich eine Stunde in der Woche dafür. Das Leben muss nicht warten, bis die Umstände perfekt sind. Oft reicht schon ein kleiner Anfang, um das Gefühl zu erleben, nach dem wir uns eigentlich sehnen.
3. Feiern Sie Zwischenstände.
Wir feiern Abschlüsse, Beförderungen und Jubiläen. Doch die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir auf dem Weg dorthin. Auch kleine Fortschritte verdienen Anerkennung. Wer nur die Ziellinie würdigt, übersieht viele gelungene Schritte auf dem Weg.
4. Ersetzen Sie Ihr „später“ durch einen konkreten Zeitpunkt.
„Irgendwann“ hat keinen Platz im Kalender. Wer etwas wirklich tun möchte, sollte den ersten Schritt möglichst konkret planen. Denn ein Wunsch mit Datum wird deutlich eher zu einer Entscheidung als ein Wunsch ohne Termin.
5. Fragen Sie sich: Was wäre heute möglich?
Nicht nächste Woche, nicht im nächsten Urlaub. Nicht im kommenden Jahr. Was könnten Sie heute tun, das Ihrem Leben ein Stück mehr von dem gibt, wonach Sie sich sehnen? Manchmal genügt ein Telefonat, ein Spaziergang oder eine Google-Recherche, um aus dem Warten wieder ins Handeln zu kommen.
Vorfreude und Ziele sind sinnvoll und notwendig. Doch wenn wir unser Glück ausschließlich an zukünftige Ereignisse knüpfen, laufen wir Gefahr, die Gegenwart zu übersehen.
Die eigentliche Kunst besteht darin, den Alltag nicht als bloße Wartezeit auf etwas Besseres zu betrachten. Denn auch ein ganz gewöhnlicher Dienstag ist ein Stück Ihres Lebens. Ihre Andrea Huber
Info
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Andrea K. Huber ist Coachin im Leistungssport, hat sich auf Stressmanagement spezialisiert und berät Unternehmen und Privatpersonen in herausfordernden Situationen. Kontakt: info@andrea- huber-coaching.de



