Business. Das Netzwerktreffen der Interessengemeinschaft Gewerbe HafenCity (IGH) tauschte sich im Prismeo LAB über KI-Themen und Mittelstand aus
Künstliche Intelligenz ist inzwischen im Hamburger Mittelstand angekommen – auf jeden Fall in der HafenCity. Ein exklusives Netzwerktreffen der Interessengemeinschaft HafenCity e. V. (IGH) im Prismeo LAB in der Hongkongstraße legte offen, wo die Hebel für eine erfolgreiche KI-Integration im Jahr 2026 liegen: in menschlicher Kontextkompetenz und strategischer Vernetzung.
Foto oben: Tom Lerche, Inhaber Superstage und IGH-Sprecher:„Wo liegen die Hebel für eine erfolgreiche KI-Integration im Jahr 2026?“ © Catrin-Anja Eichinger
Bei stehender Luft und Temperaturen von mehr als 30 Grad fanden zwölf Mitglieder auf den fünften Boden des ehemaligen Speicherhauses, wo Jan Florian Maas und Kai Klopsch, Gründer, Geschäftsführer und Gastgeber vom Prismeo LAB, Dr. Uve Samuels vom Exponential Innovation Institute (mit Sitz direkt nebenan in der Hongkongstraße) und Pina Morgenstern vom Bereich IT & Digitalisierung der Handelskammer Hamburg, sie an ihrem Wissen über KI-Agenten, Transformation und die digitale Landschaft in Hamburg teilhaben ließen.
Im Kaninchenbau des Prismeo LAB
„Es fühlt sich ein bisschen an wie im Wunderland“, eröffnete Tom Lerche (Superstage), zusammen mit Minou Tikrani (Konstruktiv PR) und Andreas Hiller (Hamburger Sparkasse) im Sprecher:innen-Team der IGH, den Abend. Die Prismeo-Räume entziehen sich traditionellen Kategorien. Wie in einem Kaninchenbau reihen sich Showroom an High-End-Filmstudio, digitaler Thinktank an Kreativküche und Salon. Physische Räume verschmelzen mit digitaler Technologie. Hamburger Traditionsunternehmen nutzen diesen Ort als Experimentierfeld, Musiker und Zauberkünstler finden hier eine Bühne, Kreative und zivilgesellschaftliche Initiativen eine Heimat für Begegnungen. „Bei vielen Orten weiß man exakt, was einen erwartet. Aber ich hatte keine Vorstellung davon, was für ein großartiger Denkraum sich hier oben auftut“, sagte René Wolff, Inhaber von HafenCity Gin.

und souveräner KI-Prozesse unterstützen“. © Catrin-Anja Eichinger
Die Bestandsaufnahme zeigte: Jedes anwesende Unternehmen nutzt KI-Systeme bereits in seiner täglichen Praxis. Während Einsteiger oft eine hohe technologische Euphorie an den Tag legen, agieren tiefgreifend transformierte Unternehmer deutlich vorsichtiger. Jan Florian Maas sagt mit einem Augenzwinkern: „Meine KI würde sagen: Ich nutze sie schon ganz gut, aber da ist auch noch ordentlich Luft nach oben.“ Dabei übernimmt bei Prismeo längst ein Expertenteam aus maßgeschneiderten KI-Agenten strategische und operative Aufgaben – unter strenger menschlicher Supervision. Wer die Spitze des technologischen Berges erblickt, verliert die Naivität. Die anfängliche Begeisterung weicht der Erkenntnis, dass ein Sprachmodell nicht automatisch klug ist, nur weil es in Millisekunden antwortet. Der wichtigste Erfolgsfaktor bleibt die menschliche Leistung: sauberer Kontext, präzise Fragestellungen, strukturierte Prozesse und die Fähigkeit zur kritischen Beurteilung der Ergebnisse.
Digitale Expertenteams und verlorene Naivität
Dr. Uve Samuels, Geschäftsführer des Exponential Innovation Institute, kritisierte den massiven Nachholbedarf Deutschlands im Bereich der technologischen Souveränität und warnte vor der absoluten Abhängigkeit von ausländischen Monopol-Modellen.

(2. v. l.) und Kai Klopsch ihr „Her Kitchen“-Konzept. © Catrin-Anja Eichinger
Dem setzte Pina Morgenstern von der Handelskammer das regionale Digital-Ökosystem entgegen. Um den Hamburger Mittelstand bei der Implementierung sicherer und souveräner KI-Prozesse zu unterstützen, bietet die Handelskammer Hamburg ein engmaschiges Netz aus Beratungs- und Bildungsformaten an, das sie vorstellte.
Der KI-Kompass zum Beispiel ist ein modulares Analyse-Werkzeug zur Bestimmung des digitalen Reifegrades im eigenen Betrieb. Der KI Summit ist das zentrale Nervensystem für den branchenübergreifenden Wissenstransfer in der Metropolregion. ARIC Hamburg und das Mittelstand-Digital Zentrum helfen Unternehmen und klären rechtssicher über Kennzeichnungspflichten und regulatorische Rahmenbedingungen (EU AI Act) auf.

und Vorstand Netzwerk HafenCity e. V. © Catrin-Anja Eichinger
Nicht von Brainfood alleine leben
Ein erfolgreiches Netzwerk lebt nicht von Brainfood allein. Mikaila Ross-Godden und ihre Initiative Her Kitchen versorgte die Gäste mit erfrischenden Köstlichkeiten – inspiriert von ihrer Heimat Myanmar. Her Kitchen unterstützt Frauen mit Migrationshintergrund dabei, über die universelle Sprache des Kochens berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Nach der Sommerpause geht es mit den Treffen der IGH am 19. August 2026 weiter: Um 17.30 Uhr sind wir in der Pâtisserie Johanna, und Mimi Sewalski, Geschäftsführerin des City Management Hamburg, wird den Hauptvortrag halten. Die Einladung folgt in Kürze. Tom Lerche & Minou Tikrani
Info
Infos zur Interessengemeinschaft HafenCity e. V., IGH, im Netzwerk-HafenCity e. V. unter:
Gewerbe-Netzwerk-HafenCity (IGH)



