Eisboutique trifft Theaterschiff und Macher:innen

Der HCZ-Reporter Jimmy Blum über Events, People und Schnack aus dem Quartier: von neuem Eiskreationen, über die neue Sales-Managerin im 25hours an der Überseeallee, vom bewährten Fleet-Theater, vom neuen Port-des-Lumières-Geschäftsführer, der ewigen Modeikone ;Miranda Priestley und über die neue Listening-Bar im Automuseum

© Wolfgang Timpe

Da wäre zum Beispiel Eis mit Kaviar. Eine Kombination, bei der ich zunächst zweimal hinschaue. Süß und salzig treffen aufeinander. Ein bisschen verrückt ist das schon. Aber warum sollte Eis eigentlich immer nur vernünftig sein? Noch schwerer fällt mir die Entscheidung beim Blick auf die beiden stylishen Brunnen. Aus dem einen fließt Schokolade, aus dem anderen Himbeersoße. Schon das Zuschauen macht Spaß. Und natürlich bleibt es nicht dabei. Überhaupt, es gibt jede Menge Toppings. Man kann kombinieren, ausprobieren und sein Eis so zusammenstellen, wie man es gerade möchte. Genau das macht den Besuch für mich zum spannenden Abenteuer. Ich muss mich nicht nur zwischen zwei Kugeln entscheiden. Ich kann daraus mein eigenes Dessert machen.

Nächste Erlebnisstufe: Croissants. Erstens werden auch die bei Johanna selbst gebacken, und statt sie einfach zum Kaffee zu essen, werden sie mit Eis gefüllt. Ein frisches Croissant mit Eis klingt nach einer ziemlich üppigen Angelegenheit – und ist es auch. Aber zu Johanna geht man zum Genießen und nicht zum Kalorienzählen.

Leidenschaft ist bei den beiden Johanna-Gründern Inka und Ralph Orth Konzept – auch in der Eisboutique by Johanna. Hier darf Eis Spaß machen, mit Schokolade oder mit Himbeersoße oder vielen anderen Toppings. 

Die Geschichte hinter der Pâtisserie, die der Familie Orth und ihrer tragisch verstorbenen Tochter Johanna aus dem Ahrtal ist bekannt. Also: Die neue Eisboutique hat schließlich genug eigene Geschichten zu bieten. Mir gefällt, wie man aus dem schlichten Produkt Eis ein kleines individuelles Geschmackserlebnis zaubern kann. Und das Einfache mag ich: Wer nur eine Kugel selbst gemachtes Eis möchte, nimmt eine Kugel. Wer mehr will, kann sich wirklich austoben. 

Ähm, braucht man das alles? Natürlich nicht! Doch es sind doch oft genau die Dinge am schönsten, die man nicht wirklich braucht. Wie zum Beispiel das „Signature“-Eis Amalfi Zitrone, das schönste Italien- und Amalfiküsten-Assoziationen wachruft. Die Eisboutique Johanna ist eine gekühlte Genuss-Erlebnisreise – gerade in den heißen Sommer­tagen von Hamburg.
Eisboutique Johanna, Am Sandorkai 23, Zugang über den Steg im 1. OG, 20457 Hamburg; patisserie-johanna.de

50 Jahre Theaterschiff Hamburg: In der Jubiläumsspielzeit kamen 20.319 Menschen an Bord. 241 Vorstellungen
wurden zwischen Mitte August 2025 und Anfang Juli 2026 gespielt. © Philipp Riemann

Ein Theater, das nicht untergeht. Hamburg und seine Schiffe haben eine Beziehung, die manchmal etwas überstrapaziert wird. Nicht alles wird automatisch besser, nur weil ein Anker danebensteht und irgendwo eine Möwe kreischt. Etwas anderes ist das beim ­Theaterschiff Hamburg. Ich mag diesen kleinen Dampfer bei uns im Nikolaifleet. Vielleicht gerade deshalb, weil er so herrlich aus der Reihe fällt. 

Keine riesige Bühne, kein Foyer wie eine Hotellobby und kein Kulturtempel, in dem man schon beim Betreten das Gefühl bekommt, die falschen Schuhe anzuhaben. Man geht an Bord, steigt hinunter und sitzt ziemlich schnell mittendrin. Seit 50 Jahren funktioniert das nun schon. Und zwar erstaunlich gut. 

In der Jubiläumsspielzeit kamen 20.319 Menschen an Bord. 241 Vorstellungen wurden zwischen Mitte August 2025 und Anfang Juli 2026 gespielt. Die Auslastung lag bei rund 75 Prozent. Das muss man erst einmal schaffen. Denn die Zeiten sind für Theater nicht unbedingt gemütlicher geworden. Alles kostet mehr. Die Menschen überlegen genauer, wofür sie ihr Geld ausgeben. Und wer abends unterhalten werden möchte, muss dafür inzwischen nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen, mit Netflix und Co. bekommt man Unterhaltung einfach in die gute Stube geliefert. 

Trotzdem steigen Tausende freiwillig auf ein altes Schiff und gehen unter Deck. Vielleicht ist genau das das Erfolgsrezept. Das Theaterschiff will kein Hochamt der Kultur sein. Es will unterhalten. Comedy, Kabarett, Stand-up, Shows und Lesungen gehören zum Programm. Man darf dort lachen, ohne anschließend erklären zu müssen, welche gesellschaftliche Metaebene man gerade besonders beeindruckend fand.

Theaterschiff-Geschäftsführer Heiko ­Schlesselmann bedankt sich beim „fantastischen Publikum“, das dem Haus seit vielen Jahren die Treue hält. Trotz schwieriger Bedingungen sei die Auslastung stabil geblieben.  Und der künstlerische Leiter Michael Frowin hat sich zum Jubiläum sogar etwas mehr getraut. Mit „Desperate Boatwives“ und „Work Life What?“ brachte das Haus zwei für seine Verhältnisse große Produktionen auf die kleine Bühne. Dass sie beim Publikum ankommen, mache ihn „ein bisschen stolz“, sagt Frowin. Ein bisschen? 50 Jahre Theater und ein Schiff, das immer noch fährt. Da darf ein Hamburger ausnahmsweise auch mal richtig stolz sein. Es muss ja keiner im schnöden München erfahren.

Zum Abschluss der Jubiläumsspielzeit wurde nämlich tatsächlich abgelegt. Die Sommertour führte nach Brunsbüttel, Beidenfleth und Borstel bei Jork. Dort lag die Auslastung bei 95 Prozent – fast jedes Ticket verkauft. Vielleicht sollten andere Theater darüber nachdenken. Wenn die Zuschauer nicht kommen, fährt man halt zu ihnen hin. Keine Denkverbote!

Nach der Schiffstournee ging der alte Dampfer erst einmal in die Werft, und am 14. August hat die neue Spielzeit begonnen. Der Vorverkauf läuft bereits bis Februar 2027.

Ach ja, solche Orte tun Hamburg schlicht gut. Gerade weil sie nicht perfekt sind, weil sie eine Geschichte haben und weil Menschen dahinterstehen, die handwerklich und mit Leidenschaft einfach weitermachen und sich immer wieder neu ausprobieren. Und beim Theaterschiff Hamburg muss auch nicht eine Marketingagentur erst erklären, warum der Laden irgendwie „authentisch“ ist. Die schwimmende Bühne liegt einfach am Nikolai­fleet-Ufer, ist einfach da. Seit 50 Jahren. Leinen los und immer wieder mal neue Ufer ansteuern. 
Theaterschiff Hamburg, Nikolaifleet, Holzbrücke 2, 20459 Hamburg. theaterschiff.de

Neuer Kapitän an Bord von Port des Lumières: Sebastian Gey, Head of Operations. © Port des Lumières

Kapitänswechsel im Port des Lumières. Im immersiven Erlebniskunsttempel im Westfield-Center wechselt der Mann auf der Brücke. Jan-Peter Becker gibt die Leitung des digitalen Kunstzentrums bei uns in der Hamburger HafenCity ab. Ab September übernimmt ­Sebastian Gey als Head of Operations. Er kennt das Haus bestens. Gey war von Beginn an dabei und verantwortete zuletzt den Eventbereich. 

Becker hat den Port des Lumières durch eine nicht immer einfache Startphase geführt. Er kam 2023 zum Betreiber ­Culturespaces und begleitete den Aufbau des neuen Standorts. Nach den langen Verzögerungen öffnete das Haus dann am 8. April 2025 gemeinsam mit dem Westfield Hamburg-Überseequartier. Inzwischen wurden mehr als 500.000 Tickets verkauft. Dazu kamen zahlreiche Veranstaltungen und der Location Award in der Kategorie Newcomer. „Unser Kapitän übergibt das Ruder“, formulieren die Veranstalter. Das Bild passt. Becker hat Port des Lumières aus dem Trockendock geholt und auf Kurs gebracht. Nun übernimmt mit Gey ein Mann das Steuer, der die Strecke kennt. Er hat große Pläne. Schon vor einem Jahr sagte er über seine Arbeit: „Ich will Menschen für Kunst begeistern.“ Daran kann er jetzt anknüpfen.

Becker zieht es derweil nach Berlin zu einer neuen Aufgabe. Für ihn geht es hoch hinaus, er übernimmt die Leitung des Fernsehturm am Alex, mit 368 Metern das höchste Gebäude Deutschlands und Wahrzeichen der Hauptstadt. Hamburg verliert einen erfahrenen Gastgeber, und Port des Lumières bekommt einen eingearbeiteten Profi aus dem eigenen Unternehmen. Für ein noch ganz junges Haus womöglich die beste Form der Staffelübergabe. 
Port des Lumières, Platz am 10. Längengrad 1, 20457 Hamburg. port-lumieres.com/de

Neue Sales-Managerin Sophie Schonebeck im 25hours Hotel Hamburg HafenCity. © Jimmy Blum

Sophie wechselt die Seite – ein bisschen zumindest. Es gibt Menschen, die starten im neuen Job und müssen wieder bei null anfangen. ­Sophie ­Schonebeck muss das nicht. Sie kennt das 25hours Hotel Hamburg HafenCity aus dem Effeff, die Marke und das Marketing. Jetzt kommt für sie eine neue Welt dazu: Sales, der Verkauf. „Meine neuen Aufgaben sind, viel mit Firmenkunden zu sprechen, alle kennenzulernen und mich um die Verträge zu kümmern“, erzählt mir Sophie. Vorher war Marketing ihr Revier. Jetzt will sie noch tiefer in die Hotellerie-Bereiche eintauchen.

Was ihr daran gefällt: Sie lässt ihre alte Welt nicht hinter sich. „Ich freue mich darauf, Sales auf ein anderes Level zu bringen, aber immer mit diesem Marketing- und Brand-Hintergrund.“ Ein offensives strategisches Konzept. Denn Hotels verkaufen heute nicht einfach Zimmer, sie verkaufen Erlebnisse, Geschichten und dieses schwer zu beschreibende Gefühl, wenn man sich in einem Haus wohlfühlt – und im anderen eben nicht. 

Sophie kennt diese Seite des Geschäfts, jetzt kommen Firmenkunden, Verträge und Businesszahlen dazu. Eine spannende Mischung. Die HafenCity ist dafür ein gutes Pflaster. Hier ist ständig Bewegung. Sophie will mitmischen und Gas geben.

Ich sage Glückwunsch zum neuen Job, Sophie! Und sollte demnächst beim Verkauf plötzlich etwas mehr Marketing durch die Flure wehen, wissen wir wenigstens, wer dahintersteckt.
25hours Hotel Hamburg HafenCity, Überseeallee 5, 20457 Hamburg. 25hours-hotels.com/ hamburg/hafencity

Die neue Bar Slomo HiFi Café und Bar in der HafenCity.
Thomas „Tommy“ König (r.), Mitgründer und Betreiber des Automuseums Prototyp, in der neuen
Listening-Bar mit Gastroprofi Erkan Alkasi. © Slomo HiFi Café und Bar

Wir haben eine neue Bar in der HafenCity, die nicht lauter sein will als all die anderen. Sie will besser klingen! Seit Kurzem gibt es unter dem ­Automuseum Prototyp die Slomo HiFi Café und Bar. Tagsüber ist sie Café, abends Bar. Vor allem aber ist sie eine sogenannte Listening-Bar. Das Konzept kommt aus Japan. Dort heißen solche Orte „Jazz Kissa“. Man geht hin, um auf einer guten Anlage bewusst Musik zu hören. Vinyl statt Playlist, Auswahl statt Algorithmus. Gespräche sind erlaubt, getanzt wird nicht. Die Musik bleibt der Mittelpunkt.

Hinter dem Slomo stehen Prototyp-Betreiber Thomas König und Oliver Schmidt. Und als dritter Partner und Gastroprofi Erkan Alkasi vom Pallas im Schanzenviertel. König und Schmidt sammeln seit Jahrzehnten Autos, Tommy, so wird König seit seinen frühen DJ-Zeiten genannt, hat auf Reisen nach eigener Schätzung rund 100 Listening-Bars besucht. „Musik war für mich immer ein großes Thema“, sagt er. Irgendwann wollte er so einen Ort selbst bauen.

Rund 75 Gäste können sitzen. Mehr sollen es möglichst nicht werden. Denn wenn der Raum zu voll ist, geht genau das verloren, worum es geht. Tagsüber darf Jazz oder Ambient laufen, abends wird es beschwingter. „Es bleibt immer eine Bar“, sagt König. Die Musik darf dabei durchaus laut sein. 

Genau das gefällt mir. Ich mag Bars, in denen Musik nicht wie Tapete an der Wand klebt. Hier entscheidet nicht eine Playlist, was nebenbei dudelt. Jemand legt eine Platte auf und erwartet, dass ich aufmerksam zuhöre. Dazu ein guter Drink (auch wenn ich grundsätzlich nur Wasser trinke 😉, ein fester Platz und kein Zwang, noch irgendwohin weiterzuziehen. Das klingt für mich nach einem ziemlich guten Abend und einem neuen, festen Anlaufpunkt bei uns in der HafenCity.
Bar Slomo im Automuseum Prototyp, Shanghaiallee 7, 20457 Hamburg. slomo-bar.com

Florence Kasumba spielt die ikonische Hauptfigur Miranda Priestly im Musical
„Der Teufel trägt Prada“. © Stage Entertainment

Sie übernimmt die Hauptrolle der Miranda Priestly im Musical »Der Teufel trägt Prada«: Florence ­Kasumba. Für mich ist das eine perfekte Besetzung. Ich verfolge Kasumbas Karriere seit vielen Jahren und habe sie schon als beeindruckende Hauptdarstellerin im Elton-John-Musical „Aida“ erlebt. Diese Frau hat eine außergewöhnliche Bühnenpräsenz. Die Figur Miranda Priestly verlangt Autorität, Eleganz und eine starke Ausstrahlung. Genau das bringt Florence Kasumba mit. 

Sie gehört zu den Künstlerinnen, die eine Bühne allein durch ihre Ausstrahlung und Authentizität beherrschen. Dass sie nun diese ikonische Figur verkörpert, ist ein weiterer Höhepunkt ihrer internationalen Laufbahn.

Mich freut besonders, dass eine so vielseitige Darstellerin diese Rolle übernimmt. Florence Kasumba steht für Qualität, Disziplin und Leidenschaft. Ich bin überzeugt, dass sie Miranda Priestly ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken wird. Für Musicalfans dürfte „Der Teufel trägt Prada“ damit zu einem der spannendsten Bühnenereignisse der kommenden Spielzeit in Hamburg werden. 
Stage Theater Neue Flora Hamburg, Stresemannstraße 163, 22769 Hamburg. Stage Entertainments „Teufel“

Alles Gute, euer Jimmy
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Jimmy Blum ist Unternehmer und lebt in Hamburg-HafenCity und in Nocera, Umbrien. 

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