Insekten-Ini: Summ, Summ!

Eigeninitiative. Renaturierung von Baumscheiben und versiegelten Flächen in der HafenCity: Die Nachbarn Conceiçao Feist, Klaus Neumann und John Schopp begrünen den Kaiserkai 27 und bauen zwei Insektenhotels

Summ Summ! Raus mit Harke und Pflanzschaufel am Gründonnerstag in der HafenCity-West. Eine Insekten- und Blumeninitiative des Trios Conceiçao, Klaus und John vom Kaiserkai 27 hat versiegelte Baumscheibenflächen auf eigene Kosten wieder zurückverwandelt und Mutterboden aufgetragen sowie Holz-Insektenhotels an den Akazienbäumen angebracht. Mutterboden statt versiegelte Baumscheiben und Insekten-Holzhotels statt zubetonierte Mauerritzen. Die Nachbarn Conceiçao Feist, Klaus Neumann und John Schopp vom Kaiserkai 27 haben sich der Flächen rund um den Bäumen vor ihrer Haustür angenommen – und naturschön für den Sommer 2021 hergerichtet. Ab sofort thronen an den Stämmen der Akazien-Straßenbäume zwei exklusive Holz-Insektenhotels, da die versiegelten Backsteinritzen und Freiflächen in der HafenCity keine Aufenthalts- und Nistmöglichkeiten bieten. Und damit die neu anzusiedelnden Insekten auch eine ordentliche Arbeitsgrundlage haben, wurden gleich die beiden Baumscheiben vorm Haus Nr. 27 jetzt mit dem fröhlich-violetten Sternkugellauch aus der Allium-Familie und jeder Menge Storchschnabel des Germaniums gepflanzt.
Foto oben: Vorfreude auf den Sommer mit leuchtendem Sternkugellauch statt versiegelter Baumscheiben am Kaiserkai 27: „Wir geben der Natur und den Insekten mit ihrem Hotel eine Chance“, so Klaus Neumann von der Grün-Initiative. © mauritius images | Pitopia | Karina Baumgart

Mit Nachbarin Conceiçao Feist haben die Eheleute John Schopp und Klaus Neumann (r.) ein kleines Sternkugellauch- und Storchschnalparadies vor ihrer Haustür Am Kaiserkai 27 gepflanzt: „Keine Pflanzenspenden! Da haben wir nach wenigen Tagen Wildwuchs und mehr Arbeit als Segen.“ © Wolfgang Timpe
Mit Nachbarin Conceiçao Feist haben die Eheleute John Schopp und Klaus Neumann (r.) ein kleines Sternkugellauch- und Storchschnalparadies vor ihrer Haustür Am Kaiserkai 27 gepflanzt: „Keine Pflanzenspenden! Da haben wir nach wenigen Tagen Wildwuchs und mehr Arbeit als Segen.“ © Wolfgang Timpe

Bis es hierzu kam, waren jede Menge Vorarbeit, Behörde-In-Bewegung-bringen und finanzielle Investitionen des Grün- und Natur-Trios vom Kaiserkai erforderlich. Da musste beim Bezirk Hamburg-Mitte erstmal die Erlaubnis zur eigenen Bepflanzung eingeholt werden und es gab präzise Vorschriften, dass alle Gewächse maximal einen Meter hoch sein durften, damit der Autoverkehr nicht „sichtbeeinträchtigt“ ist. Und der Erdaushub der zuvor versiegelten Fläche von rund 700,- Euro stiftete nicht der Bezirk („dafür haben wir kein Geld“), sondern musste von den Initiator:innen privat für das Gartenbauunternehmen aufgebracht werden. Und für die aktuelle Bepflanzung mit den Alliums und Germaniums waren noch einmal 800,- Euro erforderlich. Inzwischen sind alle Nachbarn des Viertels allein durch die Anteilnahme an den Vorarbeiten so begeistert, dass die Drei schon Spendenanfragen erreichen. Klaus Neumann, im Arbeitsleben Selbstständiger und bei Artifact aktiv, bittet inständig: „Keine Pflanzenspenden! Da haben wir nach wenigen Tagen Wildwuchs und mehr Arbeit als Segen.“ Am besten fragt man direkt bei Ihnen beim Plausch vorm Haus nach, ob oder wofür gerade Unterstützung erforderlich ist und dann werden die Kümmerer vom Kaiserkai 27 das schon verantwortlich managen. Für John Schopp, im wahren Leben der Mann von Klaus und beruflich als Außendienstler in Sachen Wolle fürs Häkeln und Stricken unterwegs, ist schon mal froh, dass der Bezirk die Privatpflanzung öffentlicher Flächen duldet und keine Pachtgebühr fällig wird.

Bienenhotel-Fan John Schopp will die Insekten wieder ansiedeln und den Naturkreislauf reaktivieren: „„Es ist doch furchtbar, dass in China die Menschen die Bäume bestäuben müssen, da die Insekten teilweise ausgestorben sind.“ © Wolfgang Timpe
Insektenhotel-Fan John Schopp will Insekten oder auch vereinzelte Wildbienen wieder ansiedeln und den Naturkreislauf reaktivieren: „„Es ist doch furchtbar, dass in China die Menschen die Bäume bestäuben müssen, da die Insekten teilweise ausgestorben sind.“ © Wolfgang Timpe

Ihm liegen nicht nur die Wiederansiedlung von Insekten am Herzen, sondern „dass der natürliche Kreislauf in der HafenCity wieder in Gang kommen kann“. „Es ist doch furchtbar“, so John, „dass in China die Menschen die Bäume bestäuben müssen, da die Insekten teilweise ausgestorben sind.“ Das Trio Naturale mit Conceiçao, Klaus und John freut sich schon – neben dem schönen farbenfrohen und grünen Anblick – auf das „Summ Summ“ von Insekten und Bienen, und dass sie den frisch gepflanzten Sternkugellauch und den Storchschnabel bestäuben, und so die kleine Rückeroberung der Stadt durch die Natur neu beginnen kann. Wichtig ist allen, dass es schöne Wildpflanzen sind, denn so spießiges Blüh- und Grünzeug können sie sich vor ihrer Tür und in der HafenCity nicht vorstellen. „Wir geben der Natur und den Insekten mit ihrem Hotel eine Chance“, so Klaus Neumann, „und stilvoll aussehen soll es gerne auch.“ Der Frühling hat begonnen und der Sommer kann kommen – vor den Toren Am Kaiserkai 27. Wolfgang Timpe

Storchschnabel-Fächen mögen die Naturstylisten vom Kaiserkai 27: Wichtig ist allen, dass es schöne Wildpflanzen sind, denn so spießiges Blüh- und Grünzeug können sie sich vor ihrer Tür und in der HafenCity nicht vorstellen. © mauritius images | Brigitte Protzel
Storchschnabel-Fächen mögen die Naturstylisten vom Kaiserkai 27: Wichtig ist allen, dass es schöne Wildpflanzen sind, denn so spießiges Blüh- und Grünzeug können sie sich vor ihrer Tür und in der HafenCity nicht vorstellen. © mauritius images | Brigitte Protzel
Nisthilfe für Wildbienen: Das Holz-Bienenhotel von Klaus und John für die Wiederansiedlung von Insekten in der HafenCity. Aufgabe: Blüten bestäuben, Naturkreislauf im Kleinen wieder ans Laufen bringen. © Wolfgang Timpe
Nisthilfe für Insekten Das Holz-Insektenhotel von Klaus und John für die Wiederansiedlung von Insekten in der HafenCity. Aufgabe: Blüten bestäuben, Naturkreislauf im Kleinen wieder ans Laufen bringen. © Wolfgang Timpe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

20 + = 22