»Demokratie braucht Engagement!«

Erinnerung. Noch bis 8. Mai findet die »Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte 2026« statt. In über 70 Veranstaltungen geht es um Erinnerung und Gegenwart

Mit über 70 Veranstaltungen an Gedenkorten, in Museen, Stadtteilkulturzentren und Bildungseinrichtungen bietet das Programm »Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte 2026« zum sechsten Mal vielfältige Zugänge zur Erinnerungskultur. Lesungen, Zeitzeugengespräche, Rundgänge, Filme, Ausstellungen und Workshops schaffen Räume für Bildung und Begegnung und die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rechtsextremismus in der Gegenwart. 
Foto oben: In Erinnerung an Esther Bejarano (†) geht der Preis „Verantwortung – damals und heute“ der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte 2026 an Holger Artus für sein „unabhängiges Engagement in der lokalen Erinnerungsarbeit“. © mauritius images / Panther Media Global / Alamy Stock Photos

Bereits zum sechsten Mal lädt die Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte dazu ein, sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und ihrer Bedeutung für die Gegenwart auseinanderzusetzen. Die Initiative der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte bringt jedes Jahr ehrenamtliche Vereine und Initiativen, Gedenkstätten und Geschichtswerkstätten zusammen, die an verschiedenen Stadtteilen des Bezirks Veranstaltungen zur Erinnerungskultur organisieren.

Ralf Neubauer, Bezirkschef Hamburg-Mitte: „Die Woche des Gedenkens zeigt, wohin Ausgrenzung und Menschenverachtung führen können.“ © Catrin-Anja Eichinger

Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Die Woche des Gedenkens zeigt, wohin Ausgrenzung und Menschenverachtung führen können und stärkt zugleich das Bewusstsein dafür, dass Demokratie Engagement braucht. Die vielfältigen Veranstaltungen schaffen Räume für Austausch, Bildung und gemeinsames Erinnern. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Antisemitismus und Rechtsextremismus in der Gegenwart entschieden entgegenzutreten. Mein besonderer Dank gilt allen Engagierten im Bezirk Hamburg-Mitte, die mit ihrem Einsatz eine lebendige Erinnerungskultur und die Woche des Gedenkens möglich machen.“

Am 3. Mai, dem Jahrestag der Befreiung Hamburgs, widmet sich ein Film-Doppelprogramm der jiddischen Sprache und Kultur und dem Leben des Auschwitz-Überlebenden Maximilian Grünfeld, der in den USA zum Schneider des Präsidenten wurde. Ein Workshop im FC St. Pauli Museum am 5. Mai zeigt Möglichkeiten auf, die eigene Familiengeschichte zur NS-Zeit zu erforschen. Begleitend laden Mitmach-Aktionen im gesamten Zeitraum dazu ein, Stolpersteine im Bezirk Mitte zu reinigen und so aktiv an die Opfer der NS-Verfolgung zu erinnern.

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat jetzt zum fünften Mal den Preis „Verantwortung – damals und heute“ in Gedenken an Esther Bejarano verliehen, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Mit der Auszeichnung werden herausragende zivilgesellschaftliche Initiativen und Einzelpersonen gewürdigt, die sich in besonderer Weise für Erinnerungskultur, Demokratieförderung sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung engagieren. 

Den diesjährigen Preisträger Holger Artus würdigt die Bezirksversammlung „für sein langjähriges und unabhängiges Engagement in der lokalen Erinnerungsarbeit. Seine Arbeit setzt bewusst im unmittelbaren Lebensumfeld an – in Straßen und Stadtteilen, dort, wo Menschen während des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Mit Nachbarschaftsbriefen, biografischen Recherchen, Stolperstein-Initiativen und Gedenkaktionen bringt er Geschichte zurück in den Alltag. Sein Ansatz ist niedrigschwellig, lokal verankert und macht deutlich, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht abstrakt sind, sondern mitten in unserer Gesellschaft stattgefunden haben.“ Gerda Schmidt

Weitere Informationen zur „Woche des Gedenkens“ finden Sie unter: gedenken-hamburg-mitte.de

So., 3. Mai:
Rundgang: „NS-Zeit und Krieg in Rothenburgsort“, 14 bis 16.30 Uhr, Kaltehofe-Hauptdeich 6-7, 20539 Hamburg; kostenlos

So., 3. Mai:
Führung: „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“, 14 bis 16 Uhr, Gedenkstätte Bullenhuser Damm, Bullenhuser Damm 92-94, 20539 Hamburg; kostenlos

Di., 5. Mai:
Workshop: „Wo anfangen? Rechercheleitfaden zur ­Erforschung von NS-Familien­geschichte(n)“, 18 Uhr, FC St. Pauli Museum, Heiligengeistfeld 1,
20359 Hamburg; kostenlos 

Do., 7. Mai:
Rundgang: „Das ­ehemalige Stadthaus: Kriegsende und Befreiung 1945“, 17 bis 18.30 Uhr, Geschichtsort Stadthaus, Stadthaus­brücke 6, 20355 Hamburg. Bitte über Website anmelden

Do., 7. Mai:
Workshop | Schulveranstaltungen: „Antisemitismus – Kein Fall für uns?!“, Schulprogramm, 17 bis 19 Uhr, Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Hühner­posten 1, 20097 Hamburg 

Do., 7. Mai:
Schüler:innen-Aktion: Szenisches Theater „Sein oder nicht sein“, 19 Uhr, Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg 

Fr., 8. Mai:
Demonstration zum 8. Mai 1945, dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem „Tag der Befreiung“, 16 Uhr, Jungfernstieg, Rathausmarkt 

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