Richtfest. Im Mai feierten das »we-house Baakenhafen« und seine künftigen Bewohner:innen mit Archy Nova-Bauherr Gerd Hansen die Fertigstellung des Rohbaus
Na, das war doch mal eine gelungene Abweichung von der Tradition. Beim sonnig-fröhlichen Richtfest des we-house Baakenhafen-Projekts belobigte kein Bauherr oder Investor die feierliche und erfolgreiche Übergabe des Rohbaus und die Würdigung der Bauarbeiter, sondern die Mitfinanziers, die Kommanditistinnen und Kommanditisten sowie die künftigen Bewohner:innen im grünen Vorzeigeobjekt we-house mit Gewächshaus auf dem Dach im Baakenhafen.
Foto oben: Pünktlich zum Richtfest freuen sich die künftigen Bewohner:innen und die Bauherren Yannik Hansen-Schütz (4. v. r.) und Gerd Hansen (2. v. r.) sowie Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks (ganz rechts) über die fünfte Auszeichnung des »we-house Baakenhafen«-Projekts. Der Good-Mobility-Council-Geschäftsführer Dr. Ingo Kucz (3. v. r.) überreichte die Urkunde „für gemeinschaftsstiftende und nachhaltige Mobilität“. Hat man im we-house doch bei 54 Wohnungen nur 18 Pkw-Stellplätze – Spitzenquote in der HafenCity. © Catrin-Anja Eichinger
Rund 50 künftige Bewohner:innen und ihre Familien und Freunde sowie die Ermöglicher von Senat, HafenCity Hamburg GmbH, Kommanditisten-Kreis und Bauherrn mit den Laudatoren ließen auf der Feier zur Übergabe des vollendeten Rohbaus durch den Generalunternehmer und seinen Polier ihrer Freude freien Lauf und sorgten für eine lässige und optimistische Atmosphäre. Und die Mieter:innen sollen schon im Herbst 2026 in das von ihnen mitkonzipierte grüne Wohnhaus einziehen können.

in der Baakenallee. Und: „Allein durch die Holzbauweise werden pro Bewohnerin und Bewohner rechnerisch
rund neun Tonnen CO2 eingespart. Zum Vergleich verursacht zum Beispiel ein Transatlantikflug rund
1,5 Tonnen CO2 – natürlich pro Passagier!“ © we-house | archy nova Projektentwicklung
Christiane C., die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern ins we-house einziehen wird, sagte in ihrer Eröffnungsrede, dass „wir uns wünschen, dass es hier frei, sozial und gemeinschaftlich wird“. Und der künftige Bewohner Alexander S., der mit seinem Mann und seinem dreijährigen Sohn im we-house Baakenhafen leben wird, erläuterte sein Motiv für das Projekt: „Uns hat die Idee der Gemeinschaft und der Vielfalt überzeugt, die hier entwickelt worden ist.“ Angesteckt von der legeren und familiären Stimmung, zeigte sich der sonst eher streng sachliche Dr. Andreas Kleinau, Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH (HCH), inspiriert empathisch: „Ich finde das wundervoll“, reagiert Kleinau auf die Ansprachen der künftigen Mieter:innen, „wie uns das Herz aufgeht, was wir heute erleben dürfen. Vor fast genau einem Jahr war schon bei der Grundsteinlegung hier im we-house Baakenhafen etwas komplett anders, und das spürt man auch heute: Hier sind stolze Menschen, die von der Idee überzeugt sind, in einem Haus leben zu wollen, das eine Gemeinschaft bilden will, die nicht nur für sich denkt, sondern sich auch darüber bewusst ist, dass ihr Handeln und Tun immer auch etwas für die Gemeinschaft bedeutet.“ Um dann das Projekt noch mal strategisch einzuordnen. HCH-Chef Andreas Kleinau: „Aus einer starken Idee ist in kurzer Zeit ein sichtbares Gebäude geworden. Das we-house zeigt, wie innovative Wohnkonzepte und hohe ökologische Standards in Einklang gebracht werden. Es steht beispielhaft für die Ziele der östlichen HafenCity: nachhaltiges Bauen, soziale Durchmischung und neue gemeinschaftliche Eigentumsmodelle. Der Platin-Standard des HafenCity Umweltzeichens, die Holz-Hybrid-Bauweise und das konsequent gedachte Sharing-Konzept setzen Maßstäbe weit über das Quartier hinaus.“

dass es hier frei, sozial und gemeinschaftlich wird.“ © Catrin-Anja Eichinger
Für Gerd Hansen, Bauherr, Konzepterfinder und Geschäftsführender Gesellschafter der verantworlichen Archy NovaProjektentwicklung GmbH, ist das we-house Baakenhafen „eine gebaute Öko-Utopie, die Realität wird. Allein durch die Holzbauweise werden pro Bewohnerin und Bewohner rechnerisch rund neun Tonnen CO₂ eingespart. Zum Vergleich verursacht beispielsweise ein Transatlantikflug rund 1,5 Tonnen CO₂ – natürlich pro Passagier.“ Und für Yannik Hansen-Schütz, Geschäftsführer der Archy Nova Projektentwicklung, kommen „obendrauf unter anderem noch die Einsparungen im laufenden Betrieb und durch die individuelle ökologische Anpassung des Lebensstils, die im we-house deutlich leichterfallen soll“, da die Rahmenbedingungen entsprechend ausgelegt seien. Deshalb, so Hansen-Schütz, „ist unser Slogan ,Das Beste, was deine Haltung werden kann, ist ein Zuhause‘, weil man mit kaum einer Entscheidung so einen großen Einfluss auf den eigenen ökologischen Fußabdruck hat wie mit den eigenen vier Wänden“.

Gemeinschaft und der Vielfalt überzeugt, die hier entwickelt worden ist.“ © Catrin-Anja Eichinger
Und die Nachhaltigkeit hat es mit sechs Auszeichungen durchaus in sich: unter anderem dem Platin-Status der HafenCity, dem renommierten Zukunftspreis Wohnbauten 2025 und pünktlich zum Richtfest die Auszeichnung durch den Good Mobility Council (GMC)als „Good Mobility Platin“-Awardfür „gemeinschaftsstiftende und nachhaltige Mobilität“, so GMC-Geschäftsführer Dr. Ingo Kucz. Man nimmt beim Bauherrn Gerd Hansen auch den nachhaltigen Stolz wahr, dass es bei 54 Wohnungen lediglich 18 Pkw-Stellplätze gibt.
Und so gibt verständlicherweise der Laudator Dr. Anjes Tjarks, Hamburgs Verkehrs- und Mobilitätswendesenator, auch nicht den Partycrasher, sondern ist sogar „ein bisschen neidisch“ und gratuliert den künftigen Bewohner:innen beim Richtfest herzlich für ihr gemeinsam mitentwickeltes Nachhaltigkeits- und Mobilitätskonzept und betont auch die gesellschaftliche Bedeutung des we-house-Projekts: „Die Frage, wie wir künftig in unseren Städten leben wollen, entscheidet sich immer stärker direkt in unseren Quartieren. Das we-house Baakenhafen zeigt sehr konkret“, so Tjarks, „wie das in der Praxis aussehen kann: weniger Flächenverbrauch, gemeinschaftlich genutzte Angebote und ein Mobilitätskonzept, das auf Sharing-Angebote, kurze Wege und die enge Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehr setzt. Genau solche Projekte brauchen wir, wenn wir unsere Stadt zukunftsfähig und gleichzeitig lebenswert weiterentwickeln wollen – in der HafenCity und darüber hinaus.“

Gerd Hansen, Geschäftsführender Gesellschafter Archy Nova Projektentwicklung, Dr. Anjes Tjarks, Verkehrssenator,
Dr. Ingo Kucz, Geschäftsführer Good Mobility Council, Prof. Antje Stokman, Lehrstuhl für Architektur und Landschaft an der HafenCity Universität, Dr. Andreas Kleinau, Sprecher der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, sowie
Rolf Messerschmidt, Architekt und Geschäftsführer von Eble Messerschmidt Partner. © Catrin-Anja Eichinger
Das we-house Baakenhafen ist ein achtgeschossiges Wohnhaus in Holz-Hybrid-Konstruktion, das in 25 Meter Höhe ein Dachgewächshaus und einen Dachwald fürs Wohlfühlen und für biodiverse Lebendigkeit hat. Beides lebt von der Kreislaufwirtschaft. Das Dachgewächshaus soll ganzjährig die Hausgemeinschaft und das Restaurant mit rund drei Tonnen Gemüse, Salaten, Kräuter und Microgreens versorgen. Eine intelligente Wasser-Wärme-Rückgewinnung sichert optimale Ressourcennutzung.
Für Laudatorin Prof. Antje Stokman, die als Landschaftsarchitektin an der HafenCity Universität (HCU) Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung lehrt und erforscht, ist das we-house mit seinem Dachwald-Grün und seinen Wasserkreisläufen „unabdingbar für die Zukunftsfähigkeit unserer Städte“. Sie ist fasziniert, „wie viele ökologische, soziale und architektonische Ansätze tatsächlich in nur einem realen Bauvorhaben hier zusammengebracht werden“, lobt Stokman in ihrer Festrede die Projektentwickler und die mitgestaltenden Bewohner:innen.

Der Rohbau ist übergeben. © Catrin-Anja Eichinger
Senator Anjes Tjarks traf am Ende die Stimmung der Festgesellschaft: „Ich wünsche Ihnen viel Glück, wenn Sie hier bald einziehen und die Gemeinschaft der HafenCity wundervoll ergänzen.“ Beifall. Buffet eröffnet. Feiern. Wolfgang Timpe
INFOs unter: baakenhafen.we-house.life



