»Die Welt mutig neu denken!«

Kunst. Vom 12. bis 15. November 2026 öffnen zur »add art« Hamburger Unternehmen wieder ihre Türen für Künstler:innen und ihre Werke sowie die Öffentlichkeit – auch in der HafenCity

Wenn Büroetagen zu Galerien und Empfangsbereiche zu Ateliers werden, stehen Besucher:innen spannende Kunsterlebnisse bevor: Vom 12. bis ­15. November laden zum 13. Mal hiesige Wirtschaftsbetriebe die Öffentlichkeit dazu ein, Kunst an Orten zu entdecken, die gewöhnlich verschlossen bleiben. Unter dem Motto »add art – Hamburgs Wirtschaft öffnet Türen für Kunst« gewähren in diesem Jahr 21 Standorte Einblicke in ihre Räumlichkeiten, darunter sieben Premieren-Teilnehmer der Firmen-Kunstschauen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem maritimen Wachstumsbezirk der HafenCity, wo innovative Firmenräume und kreative Positionen eine wirkungsvolle Symbiose eingehen.
Foto oben: »add art«-Künstler in den Räumem der Consulting-Firma Kienbaum. Veranstalter Hubertus von Barby: „Die Energie, die in Kunst steckt, können Sie in 21 Unternehmen erleben.“ © Kienbaum | Das Kunstwerk: Lawrence Stafford, »Untitled«, 1969; Acryl auf Leinwand, 183 x 184 cm. © Sammlung Kienbaum Köln | Foto: Bozica Babic

Insbesondere im jüngsten Hamburger Stadtteil zeigt sich, wie stark Kunst in moderne Arbeitswelten integriert ist. So hat die Wirtschaftskanzlei ­Fieldfisher in ihrer neuen Dependance an den Elbbrücken Kunst als festen Bestandteil des Arbeitsalltags etabliert. Besucher:innen können in der HafenCity Arbeiten namhafter Fotogrößen wie Lukas Hoffmann, Saul Leiter, Daido Moriyama, Friederike von Rauch, Roger Eberhard und Daisuke Yokota besichtigen. 

Auch das auf nachhaltige Infrastruktur spezialisierte Finanzunternehmen ­Luxcara verankert in seinem Hauptsitz in der HafenCity den kreativen Nachwuchs und bietet jungen Talenten der Hochschule für Angewandte ­Wissenschaften (HAW) Hamburg ein Forum. Komplettiert wird die Präsenz im Quartier durch die renommierte Kanzlei Watson Farley & Williams, die am Standort HafenCity ebenfalls Räume für vielversprechende Nachwuchskunst öffnet.

Insgesamt stellen elf Firmen ihre Wände Studierenden und Alumni der HAW zur Verfügung. Neben Luxcara und Watson Farley & Williams engagieren sich hierbei BBL Rechtsanwälte, Giraffentoast Design, ­Minoggio Grezesch Bachmann, NHB plus, Pembroke, Reimer Rechtsanwälte, Ruge Fehsenfeld und you Hamburg sowie die Versicherung ­Signal Iduna in der City-Nord. 23 Nachwuchskünstlerinnen und -künstler präsentieren dort Werke aus Malerei, Fotografie und Keramik. Sämtliche Erlöse aus Verkäufen fließen direkt an die Talente. 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, plädiert in seinem Grußwort zu »add art 2026« dafür, als Gesellschaft Unsicherheiten zuzulassen: „Als Spiegel unserer Gesellschaft schaffen die Künste zuverlässig Unsicherheiten: indem sie Herausforderungen und Glaubenssätze reflektieren“, sagt Brosda. „Die Welt mutig neu zu denken und Herausforderungen mit Tatkraft zu begegnen“, so Brosda weiter, „das sind Ansätze, die Unternehmerinnen und Künstlerinnen miteinander verbinden. Wenn Unternehmen also Sammlungen präsentieren, entspinnen sich Netzwerke, die unser Miteinander stützen. Wenn Nachwuchskünstler:innen der HAW ihre Arbeiten in diesen Räumen nicht nur ausstellen, sondern auch verkaufen können, ermöglicht die ,add art‘ effektive Investitionen in unsere Zukunft.“

Die Buss Gruppe aus der HafenCity, Am Sandtorkai, zeigt Werke aus der Sammlung,
die zum größten Teil aus dem Besitz des geschäftsführenden Gesellschafters Dr. Johann Killinger stammt. Hier zu sehen eine Arbeit von Thorsten Brinkmann. © Buss Gruppe | Thorsten Brinkmann

Neben den Nachwuchspositionen gewähren zehn Betriebe Einblicke in renommierte Eigenbestände. Die Buss Gruppe überrascht mit einer Rauminstallation von Thorsten Brinkmann im Empfangsbereich sowie Exponaten von Wolfgang Tillmans, Benne Ochs und Jacob Dahlgreen. Das Grand Elysée Hamburg zeigt zeitgenössische gegenständliche Malerei aus Norddeutschland, während die Gute Leude Fabrik von Geschäftsführer Lars Meier Street-Art präsentiert. Im Hotel Villa Viva zieht sich Kunst zu den Themen Wurzeln, Adern und Flüsse durch das Gebäude.

Ebenso stechen juristische und beratende Häuser heraus: ­Schalast Law I Tax gewährt Blicke auf konzeptuelle Fotokunst von Sandra Mann, Peer Boehm und Astrid Korntheuer, während KSP Rechtsanwälte Arbeiten der in Seevetal ansässigen Malerin Anja Greco ausstellt. 

Unter den Premierengästen befinden sich zudem die ­Consulting-Firma Kienbaum mit Werken von Bernard Frize, Julia Gruner, Jorinde Voigt, Beat Zoderer und Gereon Krebber, Pragal Rechtsanwälte mit Aufnahmen des Fotografen Stefan Gröpper sowie Ecovis, wo der Künstler Paul Raddatz seine Werke in charakteristischer Ein-Linien-Technik offenbart. 

Hubertus von Barby, Initiator und Veranstalter von »add art«, sagt: „Kunst wirkt – und sie wirkt doch ganz anders, je nachdem, wo sie in Erscheinung tritt. Dort, wo täglich gearbeitet wird, schafft sie eine andere Atmosphäre, andere Gespräche, vielleicht sogar einen anderen Umgang miteinander. Diese Energie, die in Kunst steckt, können Sie in diesem Jahr in 21 Unternehmen erleben.“

Ein jährlicher Höhepunkt bleibt die Vergabe des »add art Award« für Nachwuchskunst, gestiftet von der Sparkassen-Stiftung Holstein. Erstmals werden zwei Kategorien prämiert: Neben dem mit 2.000 Euro dotierten Jurypreis bewerten drei Fachkuratorinnen im Rahmen eines neuen Kurator:innenpreises die Hängung und Raumwirkung vor Ort. Die Vergabe des Jurypreises erfolgt am 9. November im Kunstraum »The Space //« in der Kaiser-Wilhelm-Straße 14, geleitet von der Künstlerin Sa­rice Brudet. Wolfgang Timpe

Info

Anmeldungen für geführte »add art«-Rundgänge finden Sie auf addart.deunter dem Pull-down-Menü »Zeitplan und Anmeldung«. Zahlreiche Standorte öffnen ihre Türen innerhalb fester Zeitfenster auch ohne Voranmeldung für Spontangeher. Weitere Infos unter: addart.de

Nachrichten von der Hamburger Stadtküste

Abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter!

Das könnte Ihnen auch gefallen

Alpen-Romantik und Kiez-Humor

Musical. Die Wintergaudi feiert mit »Hotel Skiverliebt« ihre Premiere im Schmidt Theater Skifahren auf St.

»Neue Impulse setzen!«

Musiktheater. Ab 28. Oktober präsentiert sich im Theater am Großmarkt die neue Produktion »Moulin Rouge!