Duckstein-Festival 2022: »Das ist ein Herzensprojekt!«

Vom 15. bis 24. Juli feiert das Duckstein-Festival nach der Pandemie seinen Restart in der HafenCity am Dar-es-Salaam-Platz am Magdeburger Hafen. Festivalchef Thorsten Weis über Musik- und Theaterkünstler, über Genuss-Reisen und lässige Fleet-Atmosphäre

Herr Weis, Sie veranstalten schon seit 24 Jahren das Duckstein-Festival und seine Vorläufer in der Innenstadt – 1998 begann es am Steigenberger Hotel. Wollen Sie der Event-Opa des Duckstein-Festivals werden? Na ja, so alt fühle ich mich gar nicht (lacht), aber es macht immer noch viel Spaß. Das Duckstein-Festival ist einfach ein Herzensprojekt. Wir machen das gerne im Team und wir leben ja auch von solchen Events. Damals habe ich als jüngerer Mann damit begonnen und ich freue mich jedes Jahr, dass es wieder neu und anders ist. 
Foto oben: Duckstein-Festivalchef Thorsten Weis: „Ich freue mich jedes Jahr, dass es wieder neu und anders ist.“ © Catrin-Anja Eichinger

Das Duckstein-Festival findet zum 6. Mal auf dem Dar-es-Salaam-Platz am Magdeburger Hafen statt. Für neu Zugezogene oder die, die es noch nicht erlebt haben: Was zeichnet das Festival aus? Es ist ein urbanes stilvolles Open-Air-Event mit Livemusik, internationalem Straßentheater und einem sehr hochwertigen kulinarischen Angebot – Essen und Trinken auf Porzellantellern, in Gläsern, in einer Restaurant-Atmosphäre. Das Duckstein-Festival bietet einen spannenden Erlebnis-Mix aus Theater-Ambiente und Club-Musik – und alles mit Stil. Es ist ein sehr gehobenes Straßenfest.

bpm-Eventagentur-Geschäftsführer Thorsten Weis: „Das Duckstein-Festival bietet einen spannenden Erlebnis-Mix aus Theater-Ambiente und Club-Musik – und alles mit Stil. Es ist ein sehr gehobenes Straßenfest.“ © Catrin-Anja Eichinger
bwp-Eventagentur-Geschäftsführer Thorsten Weis: „Das Duckstein-Festival bietet einen spannenden Erlebnis-Mix aus Theater-Ambiente und Club-Musik – und alles mit Stil. Es ist ein sehr gehobenes Straßenfest.“ © Catrin-Anja Eichinger

Warum sind Sie mit dem ersten Duckstein-Festival 2014 in die HafenCity gegangen? Die Fläche am Fleet ist damals zu klein geworden. Wir bieten ja inzwischen nicht nur Musik und Essen an, sondern haben auch Designer dabei, die handgefertigte Produkte anbieten. Und auch die Theaterperformances brauchten deutlich mehr Platz. Und neben dem großzügigen Raum hier auf dem Dar-es-Salaam-Platz mit dem Live-Music-Club bieten die Promenaden und Flächen rund um den Magdeburger Hafen und die Busanbrücke zum Maritimen Museum eine einzigartige Open-Air-Atmosphäre. Auf dem Platz vorm Maritimen Museum mit unseren Straßenkünstlern bieten wir wiederum eine ganz andere Stimmung. Diese unterschiedlichen Orte mit unterschiedlicher Atmosphäre an einem Ort, der HafenCity fasziniert die Besucher:innen und uns bis heute.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause sprechen Sie selbst von einem Restart. Was ist neu an diesem Wiederbeginn? Es ist ein kompletter Neustart nach den Corona-Jahren. Viele Dinge ticken jetzt ganz einfach anders. Viele Dienstleister, zum Beispiel für Zelte und Bühnentechnik, die wir vorher nutzten, sind nicht mehr da. Der Mann an den Reglern, der Sound- und Lichtmixer für die Bühnenauftritte, ist neu, also wird auch die Musik neu klingen und die Atmosphäre neu rüberkommen. Ferner haben wir Personal- und Logistikthemen, fast alles ist dramatisch teurer geworden. Wir sind durch die Förderung Neustart Kultur durch den Bund und die Kulturbehörde in Hamburg ordentlich durch die Pandemie und die Event-lose Zeit gekommen. Andererseits müssen wir uns komplett neu erfinden, um so ein Festival für 10 Tage auf die Beine zu stellen und die zu recht erwartete Qualität bei Essen, Trinken, Musik und Theater zu bieten.

Singer-Songwriterin und Musikerin Miu eröffnet das 6. Duckstein-Festival in der HafenCity: „Der Auftakt mit der Soul-Sängerin MIU aus Hamburg wird ein ganz tolles Opening-Konzert am Freitag, 15. Juli sein.“ © picture alliance | Ralph Goldmann
Singer-Songwriterin und Musikerin Miu eröffnet das 6. Duckstein-Festival in der HafenCity: „Der Auftakt mit der Soul-Sängerin MIU aus Hamburg wird ein ganz tolles Opening-Konzert am Freitag, 15. Juli sein.“ © picture alliance | Ralph Goldmann

Wer sind Ihre Gäste, eher Musikfans aus Hamburg oder Anwohner:innen? Bunt gemischt. Man kann halt einfach einmal vorbeischauen und gucken, ob einem das gefällt. Es ist nicht zu laut und ist nicht zu eng. Sitzplätze sind genug da, man steht in kleinen Gruppen unter Bäumen zusammen, alles wird schön beleuchtet – man kann halt wunderbar schnacken. Das Duckstein-Festival ist einfach ein Treffpunkt im Stadtteil, um sich auszutauschen. Am Wochenende sind sicher mehr Touristen und Hamburg-Besucher da, unter der Woche eher Kulturinteressierte. Man kann bei unserem Syrer zu Abend essen, beim nächsten Besuch beim Italiener oder man kommt einfach nur auf ein Feierabendbier, einen Afterwork-Cocktail oder ein Glas Wein. Man kann viel Geld und gar kein Geld ausgeben, weil das Duckstein-Festival auch dieses Jahr mit freiem Eintritt glänzt.

Thorsten Weis‘ kulinarische Neuheit 2022: „Wir haben einen tollen neuen englischen Anbieter für Fish & Chips. Der macht das mega! Man muss einfach einmal vorbeischauen und sich überraschen lassen.“ © Catrin-Anja Eichinger
Thorsten Weis‘ kulinarische Neuheit 2022: „Wir haben einen tollen neuen englischen Anbieter für Fish & Chips. Der macht das mega! Man muss einfach einmal vorbeischauen und sich überraschen lassen.“ © Catrin-Anja Eichinger

Was sind für Sie die künstlerischen Highlights 2022? Ich finde, dass der Auftakt mit der Soul-Sängerin MIU aus Hamburg, ein ganz tolles Opening-Konzert am Freitag, 15. Juli sein wird. Am Dienstag, 19. Juli, bin ich selbst absolut gespannt auf den Gastauftritt der vier Jungs der King‘s Parade aus London, die zurzeit in Großbritannien mit ihrer kreativen Mischung aus Indie-Rock und klassischem Detroit-Blues Erfolge feiern. Wir können uns heute hier keinen Johannes Oerding leisten, aber er ist wie auch schon Roger Cicero oder Stefan Gwildis bei uns aufgetreten, als sie noch nicht so berühmt waren. Darauf sind wir auch ein wenig stolz. Wir präsentieren eben Künstler:innen aus Hamburg, der Region oder vereinzelt aus Europa, die internationale Ambitionen haben, die wir durch unser großes Netzwerk mit entdecken. Das Profil des Duckstein-Festivals finden wir im Bereich Musik schon die Hamburger Szene wichtig, beim Straßentheater ist es deutlich internationaler und die Künstler:innen kommen aus Australien, Chile, Kanada, oder Neuseeland.

Was für ein Team steckt hinter dem Festival und welchen Etat bewegen Sie? Wir halten das sehr schlank und haben zu dritt eine Projektgruppe bei uns in der Agentur, der Bergmann Gruppe mit der bwp Festival & Event GmbH, die zwölf Monate im Jahr am Erfolg des Festivals, das wir ja auch noch in Lübeck und Binz veranstalten, arbeitet. Auf dem Festival selbst ist es dann schon ein großer familiärer Tross von rund 45 Mitarbeiter:innen, die das Event managen. Das diesjährige Festival hat einen Etat von 320.000 Euro, wir müssen also an den zehn Tagen vom 15. Bis 24. Juli 2022 rund 30.000 Euro jeden Tag erwirtschaften. 

Sie leben mit Ihrer Familie und drei Kindern, einem fünf Monate alten Baby, in Lokstedt. Was ist für Sie die HafenCity? Sie hat einfach eine große Faszination. Da wir in der HafenCity als Agentur schon für und mit der HafenCity Hamburg GmbH viele schöne Projekte realisiert haben, sind wir dicht dran an den fortgesetzten Veränderungen und Entwicklungen des Stadtteils. Spannend finde ich nach inzwischen rund 17 Jahren HafenCity vor allem die Entwicklung vom Schickimicki-Quartier für die Reichen und Schönen hin zu einem klassischen Stadtteil mit großstädtischer Sozialstruktur. Da wurde Vieles richtig gemacht und für die Stadtplaner gab es viele Learnings. Hamburg kann sich mit HafenCity echt sehen lassen!

Haben Sie einen Lieblingsort in der Hafencity? Ja, der Baakenpark. Wir durften als Agentur die Eröffnung mitgestalten und ich finde die Topographie des Parks und die Angebote für Kinder großartig.

Was wünschen Sie sich fürs Duckstein-Festival 2022? Dass das Wiedersehen und das wieder Genießen können besondere emotionale Erlebnisse beschert. Wir selbst sind ja jetzt, schon Tage vorher aufgeregt,- das hört auch nach Jahren nicht auf – ob all unsere Angebote passen und auch angenommen werden – ob etwa der Funke von der Bühne zum Publikum überspringt und umgekehrt. Die Gäste kommen hoffentlich in Feierlaune, konsumieren, damit wir unsere geplanten Umsätze erzielen können und das schöne Sommerwetter muss mitspielen. Ist das der Fall, machen wir uns im Team überhaupt keine Sorgen.

Gibt es ein gastronomisches Highlight? Wir haben einen tollen neuen englischen Anbieter für Fish & Chips. Der macht das mega! Man muss einfach einmal vorbeischauen und sich überraschen lassen.

Sie sind als Bergmann Gruppe auch Mitglied im Netzwerk HafenCity e.V., im Unternehmer:innen-Netzwerk IGH im Netzwerk. Warum? Wir sind zu Beginn ja als Festival-Macher von außen hierhergekommen und interessierten uns für die Themen des Stadtteils und wollten mit den Menschen, die sich aus dem Quartier engagieren, ins Gespräch kommen und Distanz abbauen. Als Agentur können wir nicht superaktiv in den Arbeitsgruppen oder der IGH mitarbeiten, aber wir fühlen uns wohl damit, einen ideellen, einen symbolischen Anker in der HafenCity zu haben. Das Gespräch führte Wolfgang Timpe

Thorsten Weis ist Geschäftsführer der Eventagentur bwp festival & event gmbh in der Bergmann Gruppe und produziert seit Jahren u.a. das Duckstein-Festival in der HafenCity.

INFO: www.duckstein.de