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»Ein neues Allzeithoch«

»Ein neues Allzeithoch«

Tourismus. Hamburg ist angesagt und wächst im ersten Halbjahr 2023 mit 407.000 Übernachtungen gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 um 5,7 Prozent. Gäste-Boomtown Hafenstadt – Kommentar von Wolfgang Timpe

Der Hamburger Tourismuswirtschaft ist etwas gelungen, das in dieser Dimension nur ganz wenige Metropolen in Europa geschafft haben: Die Gäste- und Übernachtungszahlen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres ein neues Allzeithoch erreicht. Die gute Positionierung Hamburgs im nationalen Markt und die darauf ausgerichteten Maßnahmen aller Beteiligten zeigen ihre Wirkung. Damit zeigt sich: „Hamburg hat kraftvoll an einem Strang gezogen und die größte Krise in der neueren Geschichte des Tourismus gemeistert“, so Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH. Nun reden Tourismusmanager:innen gerne auch mal ungünstige Entwicklungen schön, doch dass Hamburg mit seinen Übernachtungen im ersten Halbjahr 2023 ein Allzeithoch erreicht hat, lässt nicht nur Otremba, sondern auch die Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard strahlen. 
Foto oben: Hamburger Tourismus- und Konzert-Highlight Elbjazz als Frühjahrs-Eröffnungs-Gig der Konzertsaison – hier auf dem Elbjazz-Werftgelände bei Blohm+Voss im Hafen. © picture alliance/dpa | Markus Scholz

Michael Otremba, Geschäftsführer Hamburg Tourismus: „Hamburg hat kraftvoll an einem Strang gezogen und die größte Krise in der neueren Geschichte des Tourismus gemeistert.“ © Catrin-Anja Eichinger

„Im langfristigen Trend und auch im Vergleich zur letzten Erhebung sind die Kennzahlen deutlich angestiegen. Hamburg generiert Steuereinnahmen und auch Arbeitsplätze im und durch den Tourismus“, so Leonhard. Das zeige: „Eine florierende Tourismusbranche trägt zur Wertschöpfung bei und leistet einen Beitrag zu einem lebenswerten Hamburg, nicht nur für unsere Gäste, sondern auch für alle Hamburger:innen.“

„Ohne Begeisterung keine Gäste“: neue Dachkampagne gestartet

„Die während der Pandemie entwickelte Dachkampagne ,Weil wir Hamburg sind‘ wird von Hamburg Tourismus (HHT) in den wichtigsten Märkten weitergeführt, um die mit den gestalterischen Elementen hohe und in Deutschland einzigartige Wiedererkennbarkeit einer Stadt weiter zu nutzen. Mit der ganzheitlichen Kampagnenarchitektur gelingt es der HHT, die unterschiedlichen Branchensegmente und Themen wie Kultur, Kulinarik oder Nachhaltigkeit unter einem Dach zu vereinen. Dadurch werden die Kontraste und die daraus resultierende hohe Anziehungskraft als Reiseziel über ganz unterschiedliche Kanäle und Maßnahmen sichtbar“, erläutert Kommunikationschef Sascha Albertsen von HHT. Aktuellstes Beispiel sei ein neuer Kampagnenfilm, der seit Ende August im In- und Ausland eingesetzt wird, „um für eine anhaltende Hamburg-Begeisterung zu sorgen“. Der Film unter der Regie von Malte Goy und mit Hauptdarsteller Enrique Fiß (unter anderem bekannt aus der TV-Serie „Großstadtrevier“) „transportiere das besondere Hamburg-Gefühl, das jeder, der aus Hamburg kommt oder schon mal da war, sofort nachempfinden kann. Es sind die Kontraste der Stadt, die Energie des Wassers und vor allem die Menschen, die Hamburg ausmachen. Bildmächtige Hamburg-Perspektiven gepaart mit emotionalen Botschaften wie beispielsweise ,Die Hansestadt deiner Träume‘ machen Lust auf einen Besuch in Hamburg“, so Albertsen. 

Melanie Leonhard, Hamburger Wirtschaftssenatorin: „Der ­Zuwachs der Gästezahlen ist eine enorme Auszeichnung für Hamburg und zugleich eine größtmögliche Wertschätzung für die geleistete Arbeit aller Beteiligten.“ © Catrin-Anja Eichinger

Die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus in Hamburg wurde auf Basis des Tourism Satellite Account (TSA) aktualisiert. Die Besucher:innen geben laut TSA demzufolge in Hamburg rund 9,6 Milliarden Euro aus („touristischer Konsum“), wodurch (direkt und indirekt) ein Beitrag zur Wirtschaftsleistung, der Bruttowertschöpfung, in Höhe von 5,5 Milliarden Euro geleistet werde. Das entspreche einem Anteil von 4,9 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung in der Hansestadt. Die Tourismusbranche zählt 77.000 Beschäftigte, das entspricht einem Anteil von sechs Prozent der Erwerbstätigen in Hamburg. Hinzu kommen noch 16.800 indirekte Beschäftigungsverhältnisse bei Zulieferern und Dienstleistern, die auf den Tourismus zurückzuführen sind. Das gesamte damit zusammenhängende Steueraufkommen für Hamburg beträgt 363 Millionen Euro im Jahr.

Die weitere Entwicklung des Tourismus steht weltweit vor gewaltigen Herausforderungen.  Nach Angaben der Welttourismusorganisation UNWTO ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor ein Hauptfaktor, der die tatsächliche Erholung des internationalen Tourismus im Jahr 2023 behindert, da die hohe Inflation und die steigenden Ölpreise zu höheren Transport- und Unterbringungskosten führen. Für Michael Otremba ist das Glas trotzdem halb voll: „Die Investitionen in die touristische Infrastruktur, zum Beispiel in das Überseequartier, kreative Hotelprojekte oder Freizeitattraktionen werden Hamburg im Gespräch halten und eine große Zugkraft entwickeln.“ Wolfgang Timpe

Info www.hamburg-tourism.de

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