„Es ist wie Zähneputzen“

Fitnesstrainer Pietro Lucifora aus der HafenCity arbeitet mit Promis wie Jorge Gonzalez und Wladimir Klitschko 

Isabell Pistorius war übergewichtig, fühlte sich nicht mehr wohl und wollte etwas ändern. Das war vor sieben Jahren. Inzwischen hat sie 60 Kilogramm abgenommen und ist ein neuer Mensch. „Anfangs war es wirklich hart, aber Pietro ist ein guter Motivator“, sagt die 31-Jährige beim Zusammentreffen im Studio von Personaltrainer Pietro Lucifora im Marco-Polo-Tower in der HafenCity.

Foto oben: Personaltrainer Pietro Lucifora in seinem Studio im Marco-Polo-Tower: Wenn wir die Motivation nicht finden, findet die Motivation zu uns in Form von Schmerz.  © Urbazon

So konsequent und ausdauernd wie Isabell wären viele gern. Gerade am Jahresanfang haben die meisten Vorsätze im Gepäck, die nicht mal den Januar überleben. Wie schafft man es durchzuhalten? Pietro Lucifora spricht  mit sanfter Stimme, seine Botschaften aber sind klar: „Das Schwierigste  für den Menschen sind Veränderungen. Der Mensch braucht Routinen, sonst kommt der  Schweinehund immer wieder. Es ist wie Zähneputzen.“

„Let’s dance“-Besuch: Pietro Lucifora mit Jorge Gonzalez. © Privat
„Let’s dance“-Besuch: Pietro Lucifora mit Jorge Gonzalez. © Privat

Der 26-Jährige hat tagtäglich mit Bandscheibenvorfällen und Knieverletzungen zu tun. „Der Mensch ist da, um  sich zu bewegen. Der Körper holt sich, was er braucht. Es ist nur eine Frage der Zeit. Wenn wir die Motivation nicht finden, findet die Motivation zu uns in Form von Schmerz.“ Luciforas  Philosophie ist die Dualität von Körper und Geist, beides lässt sich nicht voneinander  trennen. „Jeder Mensch ist unterschiedlich. Die einen wollen  Gewicht verlieren, andere ha-ben so viel Input im Kopf, dass sie einfach nur Druck herauslassen wollen. Die Kunst ist zu erkennen, was der einzelne braucht.“ 

Ein echter Hamburger Jung mit sizilianischen Wurzeln.

Dafür arbeitet er mit Psychologen zusammen und lässt sich selbst coachen: „Nur wenn’s mir gut geht, kann es den Leuten, dich ich betreue, gut gehen.“ Der Erfolg gibt ihm Recht. Denn der Hamburger arbeitet nicht nur mit Model-Agenturen zusammen und coacht viele Manager. Er hat die Boxerin Susi Kentikian auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Er arbeitet für  Box-Legende Wladimir Klitschko als sportlicher Chefcoach in dessen selbst entwickelter F.A.C.E-Methode für Fokus, Agilität, Koordination und Ausdauer. Und er hat Jorge Gonzalez  in die Form seines Lebens  gebracht. Der „Let’s Dance“-Juror, der als Laufsteg-Trainer bei „Germany’s Next Topmodel“ bekannt wurde, kam mit 49 Jahren zu Pietro Lucifora, weil er zu seinem 50. Geburtstag fit sein wollte. „Ich kenne kaum einen  disziplinierteren Menschen als Jorge und das sieht man ihm auch an“, sagt sein Trainer.

Vorher: Isabell Pistorius vor sieben Jahren. © Privat
Vorher: Isabell Pistorius vor sieben Jahren. © Privat

Angefangen hat seine Trainer-Karriere vor zehn Jahren mit einer riesigen Enttäuschung: Der echte Hamburger Jung mit sizilianischen Wurzeln hatte jahrelang beim FC St. Pauli Fußball gespielt und war so gut, dass er mit 16 Jahren einen  Profivertrag bei einem Club in Sizilien bekam. Doch nur zwei Jahre später war alles vorbei. Eine schwere Verletzung verwies Pietro auf die Bank und legte zugleich den Grundstein für seinen heutigen Beruf: Von der Spielerbank gab er seinen Mitspielern immer wieder Tipps, bis einer mal sagte: „Weißt du eigentlich, dass du coachst?“

Nachher: Isabell 60 kg leichter und ein neuer Mensch. © Privat
Nachher: Isabell 60 kg leichter und ein neuer Mensch. © Privat

Da wusste der damals 18-Jährige, was er wollte. Er machte eine Ausbildung zum Sportkaufmann, erwarb eine Boxlizenz und ging seinen Weg. Neben seiner Arbeit als Fitnesstrainer hält er heute Vorträge über Willenskraft und Motivation, auch ein Buch ist in Planung. Von Wladimir Klitschko hat er gelernt: „Entweder ich gewinne oder ich lerne. Verlieren gibt es nicht.“ Das sagt er auch seinen Kunden.
Barbara Glosemeyer
www.fitmitpietro.de

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