Geruckelt, nicht geschüttelt

Filmtipp. Am 13. September um 00.01 Uhr beginnt der Vorverkauf des neuen 007-Streifens „Keine Zeit zu sterben“ – das Abschiedsspektakel von Daniel Craig (hamburg.premium.de)

Endlich, stöhnen Kinobetreiber wie Filmfans auf. Endlich kommt „Bond, James Bond“, nach fünf Jahren Drehzeit, Produktionshindernissen, Corona-Zwangspausen und immer wieder verschobenen Welt-Filmstarts in die Kinos. Geruckelt, nicht gerührt.Und als wäre das lange Warten nicht schon genug, sagt der europäische Charakterkopf Daniel Craig – Vorsicht: „Sag niemals nie“ – auch noch, dass es sein angeblich Bond-Streifen sei. 

Tja, alles hat seine Zeit. Aber dass der britische Charaktermime Daniel Craig „Bye Bye“ ruft, ist ein echter Verlust. Hat er es doch mit seinen beiden jüngsten 007-Interpretationen in „Skyfall“ von 2012 mit Gegenspieler Javier Bardem alias Raoul Silva und in „Spectre“ von 2015 mit Gegenspieler und Oscar-Preisträger Christoph Waltz alias Ernst Stavro Blofeld eine Shakespeare’sche Brillanz und ein europäisches Existenzialismus-Flair allererster Güte ins Unterhaltungs-Action-Milieu der 007-Kino-Welt hingezaubert. Doch jetzt mal Schluss mit Vorwegtrauern, schließlich beamt er sich ja endlich ab 30. September wieder dahin, wo er hingehört: auf die unendlich große und breite Kinoleinwand mit der neuesten Soundtechnik. Sicher war auch das nicht, hatte es nach der kürzlichen Übernahme der MGM, der Filmproduktions- und Filmverleihfirma Metro-Goldwyn-Mayer durch Amazon Prime viele Spekulationen gegeben, ob der neue 007 nun überhaupt noch auf der großen Leinwand zu sehen sein würde. Ist er. Zum Glück – egal ob Plot und Filmqualität beste James-Bond-Momente neu erfinden können.

Kein 007-Streifen ohne Bar-Ambiente: James Bond alias Daniel Craig und Ana de Armas als Karategirl Paloma in „Keine Zeit zu sterben“. © Nicola Dove | MGM
Kein 007-Streifen ohne Bar-Ambiente: James Bond alias Daniel Craig und Ana de Armas als Karategirl Paloma in „Keine Zeit zu sterben“. © Nicola Dove | MGM

Das Thema des neuen 007-Zelluloiddramas klingt wie eine schlüssige Fortsetzung des Endzeitdramas „Spectre“ mit seinen Topdrehorten Mexiko-Stadt und Rom: „No Time To Die“, „Keine Zeit zu sterben“ haucht der Filmtitel lässig zum 25. Mal gefilmte Bond-Todesehnsucht und Actionüberleben hin. Und worum geht’s? James Bond hat den Dienst quittiert und genießt ein geruhsames Leben auf Jamaika. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, als sein alter Freund Felix, Leiter der CIA, auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Doch die Mission, bei der ein entführter Wissenschaftler befreit werden soll, erweist sich als ungleich gefährlicher als zunächst vermutet. Denn Bond sieht sich mit einem Widersacher konfrontiert, der – wieder einmal – über eine gefährliche neue Technologie verfügt.

Wie wird der offenbar letzte Auftritt von Daniel Craig ausgehen? Stirbt 007 am Ende des Films? Welche Rolle spielt der in der Reihe neu etablierte Stavro Blofeld? Und verbirgt sich hinter dem Namen Safin am Ende gar ein gewisser Dr. No? Welche Überraschungen und Enthüllungen uns im Schlussakkord von Daniel Craigs Bond-Ära auch immer erwarten werden – waghalsige Action, Stil, Charme, Exotik und Reminiszenzen an die Bond-Historie sind vorprogrammiert. Und das Ganze mit einer satten Überlänge von knapp drei Stunden.

Wie heißt lapidar das heimliche Motto aller 007-Streifen, auf das auch der Trailer von „Keine Zeit zu sterben“ nicht verzichten kann: „Die Vergangenheit ist nicht tot.“ Näheres ab 30. September auf großer Leinwand in der Astor Film Lounge HafenCity. Man darf gespannt sein, haben doch das vielleicht letzte Daniel-Craig-Bond-Abenteuer nur ein paar handverlesene Kritiker weltweit in einer Vorpremiere erleben dürfen. Also: Film und Action ab. Endlich. Wolfgang Timpe

INFO: „Keine Zeit zu sterben“ startet am 30. September in der ASTOR Film Lounge HafenCity. Tickets für die Vorstellungen der Startwoche gibt es online ab 13. September, 00:01 Uhr, unter hamburg.premium.de und vor Ort zu den regulären Kassenöffnungszeiten.

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