Hamburger Perspektiven

18 Freelens-Fotograf:innen haben in der Pandemie sich selbst und der -Kultur an 50 Orten ihren -„Blick“ verliehen. Ausstellung bis 30. Mai in den Elbarkaden

Perspektive ist ein zentraler Begriff der Fotografie. Sie beschreibt den Blickwinkel, die Einstellung. Derzeit gibt es kaum eine Meldung in den Medien ohne das Wort Perspektive als Hoffnungsszenario – eine Aussicht auf eine Zeit nach dem Lockdown. Das Ausstellungsprojekt „Wir geben Hamburg Perspektive“ versucht, die Bedeutungen zu verbinden: die verschlossenen Räume von Kultur- und Veranstaltungsorten, von Begegnung, Kunst und Musik wieder sichtbar zu machen. Die ausstellenden Fotograf:innen setzen sich – stellvertretend für alle Hamburger:innen – an ausgewählten, geschlossenen Orten selbst in Szene und öffnen diese visuell. 
Foto oben. Nicole Keller – Dialog im Stillen: „Der Dialog im Stillen ist für mich ein Herzensort, weil das Haus Perspektivwechsel möglich macht, indem es uns durch seine Erlebnisausstellung in die Welt der Gehörlosen und die nonverbale Kommunikation einführt.“ © Nicole Keller

18 Fotograf:innen des Berufsverbandes Freelens e.V. haben sich zusammengeschlossen und in schwierigen Zeiten eine Ausstellung initiiert. Sie wollen sich selbst eine Perspektive geben und zugleich ihren Blick auf die Kulturorte in Hamburg richten, nach denen wir uns alle sehnen. Sie erzählen mit ihren Fotografien von der entstandenen Leere und geben eine Perspektive auf die Zeit, wenn hoffentlich alles wieder öffnen kann. 

Kirsten Haarmann – Miniaturwunderland: „Das Miniatur Wunderland Hamburg habe ich als Herzensort gewählt, weil es mich immer zum Lächeln bringt. Ich liebe diese wahnsinnige Kreativität und augenzwinkernde Umsetzung der Ideen, die die ,Wunderländer’ dort entwickeln.“ © Kirsten Haarmann
Kirsten Haarmann – Miniaturwunderland: „Das Miniatur Wunderland Hamburg habe ich als Herzensort gewählt, weil es mich immer zum Lächeln bringt. Ich liebe diese wahnsinnige Kreativität und augenzwinkernde Umsetzung der Ideen, die die ,Wunderländer’ dort entwickeln.“ © Kirsten Haarmann

Für das Grundkonzept dieser Ausstellung wurden die Kultur-Litfasssäulen der Stadt Hamburg als Ausstellungsflächen umfunktioniert. Sie sind Zeitzeugen des aktuellen Kulturbetriebs. Diese Litfasssäulen wurden zur Ausstellungsfläche, die Ankündigungsfläche dadurch selbst zum Kulturort. Wo sonst auf Ausstellungen und Veranstaltungen hingewiesen wird, konnte man 30 ganz individuelle Inszenierungen der Fotograf:innen an Ihren Herzensorten sehen.

Henriette Pogoda – Hanseatische Materialverwaltung: „Eine Zeitung titelte »Hier ist Hamburg so cool wie New York«. Im Oberhafenquartier trifft sich Kultur mit Kreativität in alten Lagerhallen der Bahn. Ein besonderer Ort ist die Hanseatische Materialverwaltung.“ © Henriette Pagoda
Henriette Pogoda – Hanseatische Materialverwaltung: „Eine Zeitung titelte »Hier ist Hamburg so cool wie New York«. Im Oberhafenquartier trifft sich Kultur mit Kreativität in alten Lagerhallen der Bahn. Ein besonderer Ort ist die Hanseatische Materialverwaltung.“ © Henriette Pagoda

Die Litfasssäulen-Ausstellung wurde am 22. März 2021 durch den Kultursenator Dr. Carsten Brosda eröffnet und war bis zum 18. April 2021 im gesamten Hamburger Stadtgebiet auf 75 Litfasssäulen zu sehen. Senator Brosda: „Die Freelens-Fotografinnen und -Fotografen haben unter schwierigsten Bedingungen ein Ausstellungsprojekt realisiert. Sie bringen Kunst auf die Litfasssäulen, an denen wir täglich vorbeigehen – und damit direkt in unseren Alltag. Mit ihren Fotografien geben sie in mehrfacher Hinsicht eine Perspektive: einerseits auf die gerade geschlossenen Kulturorte, andererseits für sich selbst, indem sie kreativ auf die Situation reagierten. Sie eröffnen uns Blicke auf die Orte, die gerade sehr fehlen, und machen sie inmitten der Stadt sichtbar. Die Ausstellung setzt daher auch ein wichtiges Zeichen für das unglaubliche Potenzial der Kreativwirtschaft in unserer Stadt. Ich lade alle Hamburgerinnen und Hamburger ein, die Arbeiten beim Spaziergang zu entdecken. Es lohnt sich sehr – und es eröffnet in diesen bleiern kulturlosen Zeiten zumindest einen künstlerischen Hoffnungsschimmer.“ Gerda Brandt

Nicole Keller – Dialog im Stillen: „Der Dialog im Stillen ist für mich ein Herzensort, weil das Haus Perspektivwechsel möglich macht, indem es uns durch seine Erlebnisausstellung in die Welt der Gehörlosen und die nonverbale Kommunikation einführt.“ © Nicole Keller
Nicole Keller – Dialog im Stillen: „Der Dialog im Stillen ist für mich ein Herzensort, weil das Haus Perspektivwechsel möglich macht, indem es uns durch seine Erlebnisausstellung in die Welt der Gehörlosen und die nonverbale Kommunikation einführt.“ © Nicole Keller

INFO Alle 50 Herzensorte der Fotgraf:innen-Ausstellung „Wir geben Hamburg Perspektive“ sind noch bis zum 10. Mai 2021 in der Glasfassade an den Hamburger Messehalten ausgestellt. Vom 1. bis 31. Mai 2021 sind die Fotografien im Warftgeschoss der Elbarkaden in der Hafen City zu betrachten. Mehr Informationen unter: https://hamburg.freelens.com
Über den QR Code auf den Plakaten gelangt man zur Homepage https://hamburg.freelens.com mit allen wichtigen Informationen über die fotografierten Orte und dem jeweiligen Intentionen der Künstler:innen. Die Ausstellung wurde kuratiert von Jutta Schein (Bildredakteurin bei der „Zeit“), Ulrich Rüter (Fotografie-Historiker) und Prof. Vincent Kohl­becher (Professor für Fotografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HAW Hamburg).

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