Richters Rat

Gesundheitskolumne vonChristoph Richter, Ärzte am Kaiserkai: Bitte mal den Turbo anwerfen – impfen rettet Leben!

Sie sind vielleicht überrascht, dass ich ein wenig quer zur öffentlichen Erregungswelle liege, die über zu wenig Impfdosen und schlechte Testorganisation durch die Öffentlichkeit schwappt. Doch wer hätte, bitteschön, vor einem Jahr zu hoffen gewagt, dass wir uns seit drei Monaten in der Impfkampagne gegen das Coronavirus befinden – grossartig! Es wurde damals der Sommer 2021 als Datum für zuverlässige und wirkungsvolle Impfstoffe genannt.
Foto oben: Gelber Impfpass mit zwei Aufkleber-Einträgen zur erhaltenen Corona-Schutzimpfung mit BionTech-Pfizer-Impfstoff im zentralen Impfzentrum in den Hamburger Messehallen im März 2021. © picture alliance

Christoph Richter ist Internist bei Ärzte am Kaiserkai. © Frederike Brockman
Christoph Richter ist Internist bei Ärzte am Kaiserkai: Halten wir gemeinsam durch: Weiter das Virus ernstnehmen, keine Panik verbreiten, keine Resignation schüren; Testen, wo es sinnvoll ist und impfen, impfen, impfen. © Frederike Brockman

Das ist die wichtigste Botschaft. Alles andere ist zwar ärgerlich, aber zweitrangig. Die zu späte und zu geringe europäische Bestellung von ausreichend Impfstoff für Millionen Bundesbürger:innen, die ungleiche Verteilung der Impfdosen in der Welt wie auch die Vernachlässigung der Hausarztpraxen gegenüber den zentralen Impfzentren in den Ländern und Städten. 

Und mich beruhigt, dass die weltweite Kontrolle der Impfstoffe funktioniert, dass nach 20 Millionen verimpfter Dosen mit Astra Zeneca (Stand 20.3.) eine ganz seltene Nebenwirkung (30 Sinusvenenthrombosen) entdeckt und kommuniziert wurde. Das sollte Vertrauen in den Impfstoff und die medizinische Kontrolle stärken und nicht zur Ablehnung des Impfstoffes führen. Denn das Risiko der Nicht-Impfung ist um ein Vielfaches höher als das Risiko der Impfung.

Wir freuen uns, mit dem Impfen Mitte April starten zu können, wenn auch nur mit 20 Patient:innen pro Woche. Wir wissen, welche unserer Patient:innen es am dringendsten benötigen. Ab spätestens Mai hoffen wir auf größere Impfstofflieferungen, sodass wir dann mit aller Kraft den „Impfturbo“ anwerfen können, vorausgesetzt dass, nun ja, Sie wissen schon, es endlich mal reibungslos klappt mit den Vakzin-Bestellungen und ihrer Verteilung. 

Mit dem Impfstart für die Hausärzte  werden wir dann auf unserer Internetseite ständig über die organisatorischen Abläufe informieren: Priorisierung, wer, wann, dran ist; alle Impftermine und die Online-Anmeldung zum Buchen des Termins unter: info@aerzteamkaiserkai.de

Unabhängig vom Impfen gilt natürlich weiterhin: Abstand halten, FFP-2-Masken tragen, Hände waschen und regelmäßig lüften. Und: Stärken Sie weiterhin  Ihr Immunsystem. Wie? Das haben wir in den vergangen Ausgaben dieser Zeitung schon mehrfach erläutern dürfen – vom Waldbaden bis zu gezielter vitaminorientierter Ernährung.Nein, wir wollen Ihnen damit nicht auf den Wecker gehen, aber es ist und bleibt eine ganz wichtige Säule der Pandemiebekämpfung, wenn auch im öffentlichen Diskurs völlig vernachlässigt.

Halten wir gemeinsam durch: Weiter das Virus ernstnehmen, keine Panik verbreiten, keine Resignation schüren; Testen, wo es sinnvoll ist und impfen, impfen, impfen. Einfach mal versuchen, Vorfreude auf einen hoffentlich schönen Sommer  im Juli oder August zulassen! Ach ja, und falls wieder was dazwischen kommen oder sich verzögern sollte: Auch der Spätsommer hat seine Reize. Christoph Richter

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